PC bauen: Auch ohne Vorkenntnisse möglich

Seinen eigenen PC zusammenzustellen, ist eigentlich nicht sonderlich kompliziert. In Kombination mit einem informativen und ausführlichen Leitfaden ist der PC-Aufbau für jeden realisierbar. Aber warum sollten Sie einen PC selber bauen?

PC selbst bauen

Wo liegt der Vorteil bei selbst zusammengebauten PCs?

Wo liegt der Vorteil bei selbst zusammengebauten PCs

Der größte Vorteil ist wohl, dass Sie den PC mit all seinen Komponenten passgenau auf Ihre Bedürfnisse ausrichten können. Sie wissen schließlich am besten, wofür der neue Computer genutzt werden soll. Bei einem PC "von der Stange" sind möglicherweise Features dabei, die für Sie überflüssig sind, und an anderer Stelle vermissen Sie etwas, auf das Sie nicht verzichten möchten. Genauso verhält es sich auch mit dem Budget: Auch wenn Sie nur begrenzte finanzielle Mittel für den neuen PC zur Verfügung haben, lohnt sich die individuelle Zusammenstellung.

So können Sie entscheiden, welche Komponenten Ihnen wichtiger sind und sich darauf konzentrieren. Bei einem Komplettsystem bleibt in der Regel kein Platz für Extrawünsche. Wenn Sie sich also für den PC-Aufbau in Eigenregie entscheiden, ist technisches Knowhow gefragt. Um am Ende Ihren persönlichen Traum-PC in Betrieb nehmen zu können, unterstützen wir Sie mit umfangreichem Wissen, Tipps und Anleitungen!

PC-Komponenten: Welche gibt es und wozu dienen sie?

Bevor das Projekt "PC selber bauen" beginnen kann, sollten Sie die grundlegenden Bestandteile eines PCs kennen und wissen, welche Aufgabe das jeweilige Bauteil übernimmt. Die folgenden PC-Komponenten dürfen auf keinen Fall fehlen:

Prozessor

Der Prozessor wird in Fachkreisen oft als Herzstück des Computers bezeichnet. Die Abkürzung CPU steht für Central Processing Unit, auf Deutsch: zentrale Recheneinheit. CPUs sind demzufolge für die Abarbeitung von Befehlen zuständig. Indem der Prozessor Rechenoperationen ausführt, werden Teile des Computers gesteuert. Der CPU kann Daten nur als Binärcode verarbeiten.


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Motherboard

Das Motherboard, auch Mainboard oder Hauptplatine genannt, sorgt für eine reibungslose Zusammenarbeit aller PC-Komponenten.

Ein Mainboard muss passend zum Prozessor ausgewählt werden. Dabei ist vor allem der Prozessor-Steckplatz - der Sockel- entscheidend. Auf dem Motherboard werden sämtliche Hardware-Bauteile aufgesteckt oder per Kabel angeschlossen.

Dazu zählen unter anderem der CPU, RAM, Grafikkarte und Festplatte - sowohl HDD als auch SSD.

Achten Sie darauf, dass das Mainboard genügend Schnittstellen aufweist. Wichtig sind vor allem PCIe-Anschlüsse, die Sie benötigen, um Grafikkarte, Soundkarte und weitere zusätzliche Komponenten mit dem Motherboard zu verbinden.

Um einen möglichst leistungsstarken Rechner zu bauen, empfehlen wir Ihnen, wenn möglich, vier RAM-Steckplätze vorzusehen. Achten Sie hierbei auf eine möglichst neue Version der Schnittstellen. Ideal ist ab DDR3 aufwärts.

Darüber hinaus werden auch Festplatten, SSDs und optische Laufwerke am Mainboard angeschlossen. Die Bauteile benötigen je nach Fertigungsart entweder einen SATA-, SATA-2-, SAS- oder PCIe-Steckplatz.

Außerdem sind mehrere USB-Ports, bestenfalls 3.0, für externe Geräte wie Maus, Tastatur, Drucker, Scanner und USB-Sticks von Vorteil. Auch LAN-, HDMI- und Klinkenanschluss für Ihre Kopfhörer sollten auf dem Motherboard enthalten sein. Für leistungsfähige PCs empfiehlt sich ebenfalls eine 3-Pin-Schnittstelle, sodass Sie einen Lüfter integrieren können.

Das richtige Motherboard finden

Arbeitsspeicher

Der Arbeitsspeicher wird auch als Hauptspeicher oder RAM (= Random Access Memory) bezeichnet. Er fungiert als Zwischenspeicher zwischen Prozessor und Festplatte. RAM ist ein wichtiger Bestandteil des PCs und maßgeblich für die Leistungsfähigkeit Ihres Systems zuständig, wenn es um die temporäre Speicherung von Daten geht.

So kann die Geschwindigkeit erhöht werden, mit der der Prozessor auf die Daten aller Prozesse zugreift. Zu den wichtigen Eigenschaften zählen vor allem die Arbeitsspeicherkapazität und die Frequenz. Der aktuelle Standard in puncto Arbeitsspeicher liegt bei DDR4. Dabei gilt: Je höher die Zahl der Chipbezeichnung, desto höher und effektiver die Taktfrequenz und somit auch die Leistung des PCs.

Den passenden Arbeitsspeicher finden

Festplatte/SSD

Festplatten sind Massenspeicher, die auf einem magnetischen Datenträger beruhen. Auf dem Datenträger werden Daten langfristig gespeichert und bleiben auch ohne Energieversorgung erhalten.

In fast jedem PC ist eine Festplatte verbaut, auf der all Ihre Daten und Anwendungen abgespeichert werden. Ein Solid State Drive (SSD) ist ebenfalls ein Massenspeicher und mit einer Festplatte vergleichbar. Der Unterschied ist, dass die SSD Festplatte über keine beweglichen Teile verfügt. Das Speichermedium in einem Solid State Drive ist ein Flash-Speicher, der sich vor allem in der Lese- und Schreibgeschwindigkeit deutlich von den herkömmlichen HDD-Festplatten abgrenzt. Flash-Speicher haben den Vorteil, dass sie vollkommen geräuschlos arbeiten, kurze Zugriffszeiten haben und nur einen geringen Stromverbrauch verursachen. Der Boot-Prozess und das Starten von Programmen gehen mittels SSD schneller, deshalb lohnt es sich, vor allem das Betriebssystem darauf zu installieren.

Allerdings haben sie weniger Speicherkapazität als normale Festplatten. Aus diesem Grund wird meist eine HDD mit viel Speicherplatz mit einer SSD kombiniert, sodass der PC beides bietet: viel Speicher und trotzdem ein schnelleres System. HDD-Festplatten werden meist über SATA-Anschlüsse mit dem Mainboard verbunden. Bei Einbau einer SSD-Speicherlösung sollten Sie darauf achten, welche Schnittstellen vorliegen. Möglich sind SATA, M.2 und U.2.

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Grafikkarte

Die Grafikkarte wandelt die Daten vom Prozessor so um, dass diese auf dem Monitor sichtbar werden. Eine aktuelle GPU (= Graphic Processing Unit) ist mittlerweile in der Lage, den Prozessor zu entlasten und die Rechenleistung des PCs zu verbessern.

Eine leistungsstarke Grafikkarte ist meist für Computerspiele und umfangreiche Grafikdarstellungen von Bedeutung. Viele Prozessoren verfügen bereits über eine integrierte Grafikkarte. Diese ist vollkommen ausreichend für alltägliche Anwendungen. Wer jedoch anspruchsvolle AAA-Spiele spielen möchte, benötigt eine separate Grafikkarte.

Bekannt sind vor allem NVIDIA und AMD als Haupthersteller. Bei der Auswahl eines NVIDIA-GPU sollten Sie vor allem auf die Modellnummer achten: Je höher, desto besser ist die Leistung der GPU. Doch auch der RAM der Grafikkarte ist entscheidend und beeinflusst die Leistung des PCs.

Die richtige Grafikkarte finden

Gehäuse

Das Gehäuse vereint alle PC-Komponenten in sich, um diese vor äußeren Einflüssen zu schützen. Außerdem ist das Gehäuse dafür verantwortlich, die Kühlung bestimmter Bestandteile sicherzustellen.

Damit am Ende alle benötigten Bauteile Platz im Gehäuse finden, sollten Sie die Größe des Towers berücksichtigen. Computergehäuse werden in diverse Formfaktoren eingeteilt, die festlegen, wo die einzelnen Komponenten auf dem Mainboard angeordnet werden. So passen Motherboards der Konfektion ATX nur in ATX-Gehäuse.

Auch das Material des Gehäuses spielt eine große Rolle. Standardprodukte bestehen meist aus verzinktem Stahl. Sie sind stabil und günstig, weisen jedoch ein gewisses Gewicht auf.

Gehäuse mit einer Legierung aus Aluminium und Magnesium sind teurer, bringen jedoch auch mehr Vorteile mit sich. Sie möchten etwas ganz Besonderes? Seit einigen Jahren sind auch exquisitere Varianten auf dem Markt, beispielsweise Gehäuse aus verschiedenen Werkstoffen oder mit originellem Design.

Das passende Gehäuse finden

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Netzteil

Das PC-Netzteil dient der Stromversorgung Ihres Computers. Bei einem PC ist das Netzteil im Gehäuse verbaut. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass das Netzteil den Stromverbrauch der einzelnen Komponenten problemlos abdeckt.

Die Prozessoren, Chipsätze und Grafikkarten verbrauchen dabei die größte Strommenge. Computer-Netzteile werden vor allem an ihrer Stabilität, dem Wirkungsgrad sowie der Betriebslautstärke gemessen. Die Leistung wird in Watt angegeben. Auf Mindfactory.de finden Sie zum Beispiel ein nützliches Tool, in das Sie Ihre Komponenten eintragen können, um herauszufinden, welches be quiet!-Netzteil die ideale Strommenge liefert.

Das passende Netzteil wählen

CPU-Kühler

Ist der Prozessor in Betrieb, entsteht Wärme, die die Elektronik im Prozessor beschädigen kann. Um eine Überhitzung sowie Ausfallzeiten zu vermeiden, müssen Lüfter-Kühlerlösungen oder Wasserkühlungen verbaut werden. Lüfter-Kühlerlösungen sorgen für einen zusätzlichen Luftstrom, der die entstehende Wärme abführt und den Prozessor herunterkühlt.

Den richtigen Prozessor Kühler finden

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Monitor

Beim Kauf eines Monitors ist es wichtig, einige Eigenschaften zu beachten. Der momentane Standard liegt bei der LED-Bauweise. Vor allem der Paneltyp, die Bildwiederholrate und Helligkeit sowie Kontrast gehören zu den wesentlichen Punkten. IPS- und VA-Panels werden am meisten genutzt.

Wichtig ist auch die Größe des Monitors und die jeweilige Auflösung. Um hier die eine gute Entscheidung zu treffen, sollten Sie genau wissen, was Sie von dem PC erwarten. Wollen Sie ihn täglich nutzen, sollte der Bildschirm mindestens eine Größe von 22 Zoll und eine Auflösung zwischen 1.366 x 768 bis 1.920 x 1.200 Pixel aufweisen. So erscheinen auch die Details möglichst klar.

Achten Sie bei der Auswahl nicht nur auf Ihre eigenen Vorstellungen, sondern auch darauf, was Ihre Grafikkarte vorgibt. Vor allem aufs Gaming spezialisierte Monitore benötigen bestimmte Funktionen, die beispielsweise entweder von NVIDIA oder AMD angeboten werden. Dazu gehören unter anderem V-Sync, womit unschönes Tearing vermieden wird, sowie G-Sync oder FreeSync, was auch andere Bildfehler, Ruckeln oder Verzögerungen verhindert.

Achten Sie auch dabei auf Kompatibilität. Mögliche Schnittstellen an Ihrer Grafikkarte sind VGA, HDMI, DVI oder der DisplayPort.

Den richtigen Monitor finden

Tastatur und Maus

Ohne Tastatur und Maus ist eine Eingabe sowie Steuerung des PCs kaum möglich. Es gibt auch hier gravierende Unterschiede, die es beim Kauf zu beachten gilt.

Bei beiden Geräten haben Sie die Wahl zwischen eine kabelgebundenen Funktionsweise oder einer Nutzung über Funk.

Die Vorteile? Mit Funkübertragung sind Sie viel flexibler, jedoch erhöht sich die Reaktionszeit minimal.

Kabelgebundene Peripheriegeräte überzeugen vor allem durch eine lückenlose Übertragung. USB gilt mittlerweile als Standardschnittstelle.

Sie sind leidenschaftlicher Gamer und möchten sich auch dementsprechend ausrüsten? Spezielle Gaming-Tastaturen und Mäuse überzeugen mit vielen Extratasten, die meist auch frei programmierbar sind. Eine möglichst ergonomische Bauweise hingegen kann Sie in der täglichen Arbeit mit dem PC unterstützen und körperliche Beschwerden verhindern.

Die passende Tastatur und Maus finden

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Laufwerke und Brenner

Laufwerke werden immer seltener in PCs verbaut, ganz gleich, ob gekaufter Fertigrechner oder selbstgebautes Konstrukt. In Zeiten von Steam, Internet-Streaming und Videos on Demand werden DVDs, BluRays und CDs kaum noch genutzt.

Möchten Sie zukünftig dennoch ein Laufwerk mit Brenner nutzen, müssen Sie nicht darauf verzichten. Das Angebot ist nach wie vor groß. Sollte in Ihrem Build kein Platz mehr frei sein, können Sie alternativ auch auf ein externes Laufwerk mit BlueRay-Brenner zurückgreifen. So können Sie einfach Daten auf Rohlingen speichern.

Dabei werden Daten mit einem Laser auf den Rohling gebrannt. Je nach Bedarf gibt es verschiedene einmalig beschreibbare und wiederbeschreibbare DVD-Standards. Hersteller von DVD-Brennern bieten sowohl Multifunktionslaufwerke als auch Multinorm-Brenner an.

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ACHTUNG: Worauf ist beim PC-Aufbau zu achten?

Wenn Sie Ihren eigenen PC bauen, trifft das Motto "Je teurer, desto besser" nur teilweise zu.

  • Kompatibilität der Bauteile

    Behalten Sie bei der Auswahl der jeweiligen PC-Komponenten unbedingt deren Kompatibilität zueinander im Auge. Wichtig ist vor allem, dass Sie sich vorab entweder für AMD oder Intel® entscheiden und bei einem Hersteller bleiben. Ein Mainboard-Sockel von AMD ist nicht kompatibel mit einem Intel® Prozessor.

  • Stimmen Sie die einzelnen Komponenten aufeinander ab

    Achten Sie auch darauf, dass möglichst alle Komponenten auf einer Leistungsebene funktionieren. Es bringt wenig, wenn Sie nur eine extrem leistungsstarke Grafikkarte einbauen, alle anderen Komponenten jedoch lediglich im unteren Mittelfeld angesiedelt sind.

  • Zu wenig Strom?

    Ein passendes Netzteil ist ebenfalls sehr wichtig. Damit alle Bestandteile mit genügend Strom versorgt werden und ein geräuscharmes Arbeiten möglich ist, berechnen Sie den gesamten Wattverbrauch der Bauteile. So kaufen Sie genau das Netzteil, was benötigt wird.

  • Zu große Bauteile - kein Platz im Gehäuse

    Auch die Abmaße der einzelnen Komponenten ist wichtig. Sie haben ein ATX-Mainboard im Auge, doch Ihr gewähltes Gehäuse ist zu klein für den ATX-Standard? Entscheiden Sie sich für ein größeres PC-Case, sonst bekommen Sie das Mainboard nicht eingebaut. Auch bei den weiteren Bauteilen empfiehlt es sich, auf die Größe zu achten, damit Sie später beim Einbau keine böse Überraschung erleben.

Auswahl des geeigneten PCs: Welcher passt zu meinen Ansprüchen?

Arbeitsplatz

Hauptmerkmale Komponenten
  • Platzsparendes Gehäuse
  • leise
  • sparsam
  • stabiles System
  • CPU: Mittelklasse
  • Grafikkarte: onboard
  • Gehäuse: Midi Tower
  • Netzteil: 400W
  • Arbeitsspeicher: 8 GB
  • Festplatte: kleine HDD oder SSD
  • oftmals Server Speicher

Bei einem PC fürs Büro sind leistungsstarke Prozessoren und Grafikkarten fehl am Platz. Im Vordergrund stehen vielmehr stabile Systeme. Es reicht vollkommen aus, wenn Ihr Mainboard mit einer Onboard-Grafikkarte ausgestattet ist. Wichtig ist vor allem, dass Sie E-Mails schreiben, im Internet surfen sowie leichte Office-Anwendungen ausführen können. Auf einem Büro-PC können Sie problemlos kleinere Computerspiele ausprobieren, die auf eine anspruchsvolle Grafikleistung verzichten. Diverse Anschlüsse für Peripheriegeräte dürfen ebenfalls nicht fehlen. So können Sie PC-Maus, Tastatur, Drucker und USB-Sticks ganz einfach mit dem Computer verbinden.

PC am Arbeitsplatz

Beispiel Arbeits-PC

Casual Gamer

Hauptmerkmale Komponenten
  • Platzsparendes Gehäuse
  • leise
  • sparsam
  • möglichst viel Leistung für wenig Budget
  • CPU: höhere Mittelklasse
  • Grafikkarte: Mittelklasse
  • Gehäuse: Midi Tower
  • Netzteil: 500W
  • Arbeitsspeicher: 8 GB
  • Festplatte: SSD und HDD

Sogenannte Gelegenheitsspieler verbringen weniger Zeit vor dem PC als professionelle beziehungsweise Hardcore Gamer. Da der PC nur als schöne Freizeitbeschäftigung und Hobby angesehen wird, haben Casual Gamer moderate Anforderungen an die Leistung. Aber auch Casual Games stellen in der Regel bescheidenere Ansprüche an die Hardware. AAA-Spiele werden auf mittleren Einstellungen gespielt und es bietet sich eine SSD anstatt einer HDD (= Hard Disk Drive) an.

Casual Gaming PC

Beispiel Casual Gamer PC

Pro Gamer

Hauptmerkmale Komponenten
  • Eignung für Modding, Overclocking
  • AAA-Spiele sind auf höchsten Einstellungen möglich
  • VR-Programme nutzbar
  • CPU: Hoch
  • Grafikkarte: Hoch
  • Gehäuse: Big Tower
  • Netzteil: mindestens 800W
  • Arbeitsspeicher: mindestens 16 GB
  • Festplatte: SSD und HDD mit viel Kapazität
  • Soundkarte: Mittel
  • Schnittstellen Mainboard: Viele

Der High-End- beziehungsweise Gaming-PC ist mit teuren und leistungsstarken Komponenten ausgestattet, um den Anforderungen eines Pro Gamers gerecht zu werden. Pro Gamer werden auch als Heavy User bezeichnet, da sie viel Zeit vor dem Computer verbringen. Die Grafikkarte und der Prozessor sind hochwertiger als bei einem Casual Gamer-PC. Geeignet sind vor allem RTX GeForce Grafikkarten und AMD Ryzen Prozessoren. Auf dem Gaming-PC werden aufwendige Grafikprogramme ausgeführt und AAA-Spiele auf maximalen Einstellungen gespielt. Der PC - beziehungsweise die einzelnen Komponenten - sollte in Tests hohe FPS Zahlen von aktuellen Spielen erreichen können.

Pro Gamer PC

Beispiel Pro Gamer PC

Videobearbeitung

Hauptmerkmale Komponenten
  • Hohe Redundanz
  • PC meist als Haupteinkommensquelle
  • ideal für neueste, leistungshungrige Programme
  • CPU: Sehr hoch
  • Grafikkarte: Sehr hoch
  • Gehäuse: Big Tower
  • Netzteil: Mindestens 1000 W
  • Arbeitsspeicher: 32 GB oder mehr
  • Festplatte: SSD und HDD mit hoher Kapazität
  • Soundkarte: Mittel
  • Schnittstellen Mainboard: Enorm

Wenn Sie den PC als Einkommensquelle nutzen und vor allem Multimedia-Aufgaben bewältigen möchten, sind hohe Speicherkapazitäten sowie Zugriffsgeschwindigkeiten gefragt. So können Sie nicht nur wertvolle Zeit sparen, sondern Ihre Projekte in noch besserer Qualität abliefern. Aus diesem Grund ist es so wichtig, den PC optimal auf die geplanten Arbeiten und Programme abzustimmen. Nur so kann er die beste Leistung bringen! Deshalb ist der selbstständige PC-Build unter den Bedingungen auch so beliebt: So bekommen Sie alles was Sie benötigen und können auf überflüssige Komponenten getrost verzichten. Um 4K-Videomaterial schnell und komfortabel bearbeiten und rendern zu können, sollten Sie vor allem Prozessor, Grafikkarte und Arbeitsspeicher optimieren. Auch für genügend Speicherplatz müssen Sie sorgen, da Videos mit 4K-Qualität sehr groß sind. Wir empfehlen Ihnen eine leistungsstarke SSD und eine HDD mit mindestens 2 TB Speicherkapazität. Besser eignet sich jedoch ein NAS-System. So können Sie über mehr als 20 TB Speicherplatz verfügen. Die Datenredundanz ist ebenfalls wichtig. Hierbei ist der Begriff RAID wesentlich. Er beschreibt einen Festplattenverbund, der Sie vor Datenverlust schützen kann.

PC für die Videobearbeitung

Beispiel Videobearbeitung PC

ACHTUNG: Worauf ist bei der Auswahl zu achten?

Beantworten Sie sich vor dem PC-Bau folgende Fragen:

  • In welchem Umfang und für was speziell möchte ich das Gerät verwenden?
  • Soll der Computer als Büro-PC dienen und lediglich alltägliche Aufgaben bewerkstelligen?
  • Sind Sie ein Gaming-Liebhaber mit hohen Anforderungen?

Je nachdem, zu welcher Anwendergruppe Sie zählen, sind verschiedene PC-Komponenten und Leistungsmerkmale notwendig.

  • Wie viel Arbeitsspeicher wird benötigt?
  • Was muss ein Gaming-Prozessor leisten können?
  • Welches Netzteil brauche ich?
  • Wie wichtig ist Raytracing?
  • Was ist besser: Luftkühlung oder Wasserkühlung?

All diese Fragen können Sie beantworten, wenn Sie wissen, welchen Zweck der selbstgebaute PC erfüllen soll.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Ihr eigener PC ist zum Greifen nah

Sie wissen nun, welche Bestandteile zu einem Computer gehören und welche PC-Ausstattung für Ihre Ansprüche infrage kommt. Sobald Sie alle PC-Komponenten vorliegen haben, geht es an den Zusammenbau. Wir erklären Ihnen, in welcher Reihenfolge ein PC am besten zusammengesetzt wird und geben hilfreiche Tipps.

Schritt 0: Vorbereitung ist alles

Wählen Sie für den PC-Aufbau eine saubere und nicht leitfähige Oberfläche. Arbeiten Sie keinesfalls auf dem Teppich. Die Textilfasern laden sich elektrostatisch auf und können diverse PC-Komponenten beschädigen. Es sollte genügend Platz und Licht vorhanden sein.


Legen Sie außerdem folgendes Werkzeug bereit:

  • magnetischer Schraubendreher
  • Kabelbinder/Klebeband
  • Schere
  • Gebrauchsanweisungen der einzelnen Bauteile
  • Stirnlampe oder Taschenlampe
  • Wärmeleitpaste
  • Reinigungsmaterial (Wattestäbchen, Mikrofasertuch)

Alles liegt bereit. Atmen Sie noch einmal tief durch und los!

Schraubendreher Set

ACHTUNG: Was ist noch zu beachten?

  • Es ist ganz wichtig, dass Sie sich erden, bevor Sie eine PC-Komponente berühren.

    Verwenden Sie dafür ein antistatisches Armband, welches elektrostatischen Entladungen entgegenwirkt. Andernfalls riskieren Sie, dass die Bauteile einen irreparablen Schaden nehmen. Wer kein solches Armband besitzt, kann sich auch über das Netzteil erden. Alternativ können Sie die Erdungskontakte einer Steckdose oder einen unlackierten Heizkörper berühren.

  • Machen Sie sich danach in Ruhe mit allen Bauteilen bekannt.

    Identifizieren Sie die Anschlüsse, gehen Sie sicher, dass Sie alle Komponenten sicher zuordnen können. Überlegen Sie sich danach, wie Sie die Kabel verlegen, damit sie nicht im Weg sind und keine Unordnung hervorrufen.

Schritt 1: Das Gehäuse vorbereiten

  1. Öffnen Sie das Gehäuse.
  2. Zunächst wird das Netzteil in den PC-Tower eingebaut und entsprechend verkabelt. Dafür werden ein Stromstecker für die Grafikkarte, die SATA-Schnittstelle (SSDs und Festplatte) sowie ein Stecker für die CPU an das Netzteil angeschlossen. Die Kabel werden nicht nur aus optischen Gründen, sondern auch zwecks der Luftzirkulation im Gehäuse versteckt. So sorgen Sie für einen optimalen Luftstrom.
  3. Bringen Sie nun die Rückblende an, die das Mainboard vor äußeren Einflüssen schützt. Die Blende befestigen Sie am besten, indem Sie von innen nach außen drücken.
  4. Montieren Sie ebenfalls die Abstandhalter für das Mainboard. Beachten Sie dabei, welches Gehäuse-Modell Sie haben. (ATX, Flex ATX ...)
Vorbereitung

Tipp: Falls sich der Abstandhalter nur schwer bewegen lässt, nehmen Sie eine Zange zu Hilfe.

Schritt 2: Vorbereitung des Mainboards

  1. Um den PC-Aufbau so einfach wie möglich zu gestalten, verbauen Sie Prozessor und Arbeitsspeicher nun am Mainboard. Indem Sie einzelne Komponenten bereits jetzt miteinander verbinden, ersparen Sie sich unnötiges herumwerkeln zu einem späteren Zeitpunkt. Beachten Sie alle Schrauben und arbeiten Sie stets auf einem geraden Untergrund, um das Mainboard nicht zu beschädigen. Schäden können schnell verursacht werden, wenn die Hauptplatine im Gehäuse hängt und Sie zu stark drücken oder schrauben.
  2. Für den Einbau des Prozessors entfernen Sie die Schutzabdeckung, öffnen die Halterung und stecken die CPU auf den vorgesehenen Sockel.
  3. Anschließend wird der Prozessor mithilfe eines Hebels fixiert. Falls nötig, geben Sie etwas Wärmeleitpaste auf den Prozessor. Ein Punkt in Größe eines Reiskorns ist vollkommen ausreichend. Dadurch wird verhindert, dass zwischen CPU und Kühlkörper kein Luftzwischenraum entsteht und die Wärme gut abgeleitet wird. Kontrollieren Sie vorher, ob nicht bereits Wärmeleitpaste bei der Herstellung aufgetragen wurde.
Einbau der Teile auf dem Mainboard

Schritt 3: Mainboard einbauen

  1. Befestigen Sie das Mainboard mit den dafür vorgesehenen Schrauben und verkabeln Sie das Mainboard im Anschluss.
  2. Nun wird der CPU-Kühler installiert. Sie können den Lüfter auch gleich nach der CPU-Montage verbauen.
Einbau des CPU Kühlers

Schritt 4: Speicher einsetzen

  1. Es gibt drei verschiedene Speicherformen: normale HDD-Festplatten, SSDs sowie M.2-SSDs. Der M.2-Speicher wird direkt am Mainboard auf dem M.2-Anschluss verbaut. Die SSD wird in einen Tray, der bei den Laufwerksschächten zu finden ist, eingesetzt.
  2. Am Ende verbauen Sie die in der Regel 3,5 Zoll große Festplatte im 3,5-Zoll-Laufwerkschacht.
  3. SSD und HDD verbinden Sie nun mit dem Stromanschluss und dem SATA-Kabel.
  4. Zum Schluss stecken Sie die RAM-Riegel in die entsprechenden Slots.
M.2-Speicher einsetzen

Schritt 5: Grafikkarte einsetzen

Der Einbau der Grafikkarte ist recht einfach.

  1. Stecken Sie diese in den PCI-Express-Slot.
  2. Um die Grafikkarte mit Strom zu versorgen, benötigen Sie vom Netzteil den 6- beziehungsweise 8-poligen PCI-Express-Anschluss. Achten Sie dabei unbedingt auf die richtige Vorgehensweise, sonst riskieren Sie, die fragilen Pins zu verbiegen.
  3. Um für eine erhöhte Stabilität zu sorgen und ein Herumwackeln zu vermeiden, können Sie die Steckplatzblende der Grafikkarte nun noch mit dem Gehäuse verschrauben.
Grafikkarte anschließen

Schritt 6: Optische Laufwerke einbauen

Sie haben es fast geschafft! Sie möchten ein DVD-Laufwerk und/oder ein Blu-Ray-Laufwerk einbauen? Jetzt ist der ideale Zeitpunkt dafür.

  1. Das Laufwerk wird wie die Speicher in den Laufwerkschacht eingesetzt.
  2. Befestigen Sie es nun mithilfe von Schrauben und schließen Sie den SATA-Anschluss am Mainboard an.
Optische Laufwerke im PC Gehäuse einsetzen

Schritt 7: Kabelmanagement und Kabel überprüfen

  1. Überprüfen Sie, ob alle Kabel eingesteckt und nicht willkürlich im Gehäuse herumliegen. Es bietet sich an, Kabelbinder zu verwenden. Binden Sie die Kabel vorsichtig zusammen und befestigen Sie diese so, dass der Luftstrom nicht behindert wird.
  2. Bei vielen Gehäuse-Modellen gibt es Aussparungen auf der Rückseite, durch die Sie diverse Kabel stecken können. So vermeiden Sie unschönen Kabelsalat. Außerdem verlieren Sie mit dem richtigen Kabelmanagement nie den Überblick im Gehäuse.
Kabelmanagement im PC

Schritt 8: Fertigstellung des PC-Aufbaus

Alle PC-Komponenten sind nun verbaut.

  1. Kontrollieren Sie abschließend nochmals, dass die Bauteile an der richtigen Stelle sind.
  2. Prüfen Sie ein letztes Mal die Kabel. Sind alle störenden Kabel aus dem Weg?
  3. Stellen Sie Ihren selbstgebauten PC an seinen neuen Platz und schließen Sie die Peripheriegeräte, wie Maus, Tastatur und Drucker, an.
  4. Starten Sie nun einen Testlauf. Wenn Sie alle Hinweise beachtet und sorgfältig gearbeitet haben, sollte der PC ohne Probleme hochfahren.
Fertigstellung des PC-Zusammenbaus

Tipp: Bewegen Sie den PC nicht im laufenden Zustand.

Tipps und Tricks

Vernachlässigen Sie die Vorbereitungszeit nicht. Wenn Sie schnell anfangen, ohne ausreichend Zeit zu haben, schleichen sich Fehler ein, die zu vermeiden sind.

Überprüfen Sie Kabel immer mehrmals. Es kann vorkommen, dass Kabel nicht richtig eingesteckt sind.

Vermeiden Sie unbedingt eine elektrostatische Aufladung. Das Risiko ist sehr groß, dass beispielsweise der Arbeitsspeicher noch vor dem Einbau beschädigt wird.

Achten Sie auf Einkerbungen (Aussparungen, Pins ...). Wenn Sie einen Widerstand spüren, unterbrechen Sie den Arbeitsschritt und kontrollieren Sie die Einsteckrichtung erneut.

Verwenden Sie Wärmeleitpaste. An dieser Stelle entspricht die Weisheit "Viel hilft viel" nicht der Wahrheit. Eine ganz dünne Schicht ist ausreichend.

Entfernen Sie die Schutzfolien am Prozessor-Kühler. Da der Schutzfilm durchsichtig ist, kann er leicht übersehen werden. Wird die Schutzfolie nicht abgenommen, können hohe Temperaturen entstehen.

Anschlüsse sollten immer sinnvoll gewählt werden. Schließen Sie beispielsweise keinen 4K-Bildschirm an einen normalen Bildschirm-Anschluss und umgekehrt.

Beachten Sie beim Lüfter-Einbau den Luftstrom. Viele Lüfter-Modelle können in zwei Richtungen montiert werden. Je nach Einbau, ändert sich die Ausblas- und Einsaugrichtung. Anhand von Pfeilen auf dem Lüfter erkennen Sie, in welche Richtung sich die Lüfterblätter am Ende bewegen und somit den optimalen Luftstrom erzeugen.

Tipps und Tricks

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