Produkttester
Bevor wir mit der Review beginnen, möchte ich mich bei Mindfactoy für das in mich gelegte Vertrauen bei der Bewertung im Testers Keepers Programm bedanken. Die Review ist in folgende Punkte aufgegliedert:
1. Überblick
2. Verpackung
3. Komponenten
4. BIOS
5. Inbetriebnahme
6. TL;DR
1 Kurzer Überblick
In diesem Review schauen wir uns das MSI B360 Gaming Plus Motherboard an. Wie der Name bereits preisgibt, handelt es sich hier um ein Motherboard mit dem Intel B360 Chipsatz.
Der B360 Chipsatz wurde im Q1/2018 von Intel veröffentlicht und orientiert sich an Budget Lösungen für Intel Prozessoren der 8ten Generation. Intel Prozessoren der 8ten Generation funktionieren außerdem nur bei Motherboards mit einem 300er Chipsatz wie diesem.
Wichtig: Motherboards, die mit diesem Chipsatz ausgestattet sind, ermöglichen kein Overclocking wie beispielsweise der größere Bruder Z370 es kann.
2 Verpackung
Bevor wir aber weiter ins Detail gehen, fangen wir ganz von vorne bei der Verpackung an.
Die Verpackung fällt auffällig rot aus und gibt auf der Vorderseite lediglich Aufschluss über den Chipsatz, das Mystic Light Feature (s. 5.2 Software) und dass es wohl für „Performance Gaming“ ausgelegt ist. Laut MSI eignet sich das Motherboard damit hauptsächlich für MMOs, MOBAs und ähnliche Spiele. Wieso genau konnte ich nicht herausfinden.
Die Rückseite ist um einiges aufschlussreicher und listet die diversen Features, als auch die verbauten Komponenten/Anschlüsse auf.
Neben dem Motherboard, das ordentlich verpackt war und auch mit Siegel verschlossen, finden sich in der Packung noch:
- 2x SATA Kabel (schwarz)
- Blende für Motherboard I/O Panel
- Kurzanleitung
- Ausführliches Handbuch (nur in Englisch!)
- CD mit Treibern/Software
- 1x M.2 Schraube
Alles in allem nichts außergewöhnlich Spannendes hier, aber die Kurzanleitung mag doch ganz hilfreich sein.
Dort wird in Bildern der Vorgang des Zusammenbaus und Anschluss von CPU, RAM etc. gezeigt. Definitiv etwas, das ich mir beim Zusammenbau meines ersten Computers gewünscht hätte.
3 Komponenten und Design
Das rot-schwarze Design des MSI B360 mit den stylischen Wärmeableitern neben CPU und dem nicht weniger schicken Chipsatz neben den PCI Slots macht definitiv einen typischen „Gaming-PC“ Eindruck. Beim Auspacken ist mir aufgefallen, dass auf dem Chipsatz eine Art „Schleifstreifen“ ist, den ich jedoch einfach wegwischen konnte. Nichts Dramatisches schätze ich.
Wichtiger sind in meinen Augen jedoch der Aufbau bzw. die Positionierung der einzelnen Komponenten. Ich werde hierbei nicht zu allen Komponenten etwas schreiben, sondern mich auf die für mich wichtigsten konzentrieren.
3.1 CPU
Die CPU ist standardmäßig am oberen Ende verbaut und wird von zwei Blöcken flankiert, die die Wärme ableiten sollen. Der Sockel lässt Prozessoren der 8ten Generation zu. Bei der Ausrichtung des CPU könnt Ihr wenig falsch machen: Neben den Einkerbungen für den CPU weist ein kleiner Kreis am linken unteren Ende noch einmal auf die korrekte Orientierung hin.
Beim Einbau des CPU hatte ich keinerlei Probleme. Vor allem die Klappe ließ sich um einiges leichter schließen, als bei meinem letzten Motherboard (dort bekam ich das Gefühl, gleich das Motherboard entzweizubrechen). Trotzdem sitzt die Klappe fest.
3.2 RAM
Das Motherboard besitzt vier Slots für Arbeitsspeicherriegel. Die Pärchen sind farblich markiert, wobei die roten Plätze (DIMMA2, DIMMB2) zuerst belegt werden sollten. Die Slots unterstützen DDR4 RAM mit 2133/2400/2666 MHz und es können insgesamt 64 Gigabyte verbaut werden.
Einblau lief auch hier problemlos.
3.3 Fan Slots
Das Motherboard besitzt fünf reguläre Anschlüsse für Lüfter, dazu kommen noch ein Anschluss für den CPU Lüfter und ein Anschluss für eine Kühlerpumpe. Die regulären Lüfteranschlüsse sind gut auf dem Motherboard verteilt: Ein Anschluss befindet sich hinter den I/O Anschlüssen, einer unten links, einer unten rechts und zwei oben rechts, wo sich auch der Anschluss für die Pumpe befindet. Der Anschluss für den CPU Lüfter befindet sich rechts oberhalb dessen.
3.4 USB Slots
Die Verpackung hat uns bereits verraten, wieviele USB Anschlüsse das Motherboard besitzt:
2x USB 3.1 (Gen2), 4x USB 3.1 (Gen1), 6x USB 2.0
Die Gen2 USB Anschlüsse befinden sich beide bei den I/O Anschlüssen und sind jeweils vom Typ A und Typ C.
Zwei Gen1 USB 3.0 Anschlüsse befinden sich auch auf dem I/O. Die anderen zwei Anschlüsse lassen sich über den USB 3.0 Anschluss unter dem Stromanschluss für das Motherboard finden.
Von den 6 USB 2.0 Anschlüssen sind zwei auf dem I/O Panel (für Maus/Tastatur) und 4 weitere auf dem Motherboard verteilt. Die übrigen vier Anschlüsse lassen sich über zwei Steckplätze ansteueren. Wenn ihr also mehrere USB-Ausgänge habt, benötigt ihr unter Umständen ein spezielles Kabel, um zwei Ausgänge zu vereinen und auf einem Anschluss unterzubringen.
3.5 I/O
Neben den bereits erwähnten USB Anschlüssen finden sich auf der I/O Seite noch ein PS/2 Anschluss, ein DVI-D (Dual Link), ein Display Port und ein LAN Anschluss.
Was Audio angeht, gibt es insgesamt sechs Anschlüsse für Headset, Stereo Lautsprecher oder 7.1 Surround Anlagen die alle vergoldet sind.
3.6 PCI
Das Motherboard bietet zwei PCIe 3.0 x16 Anschlüsse an, wie eine standardmäßige Grafikkarte sie benötigt. Der obere Anschluss ist dabei wohl aus Stahl gefertigt und verspricht laut Verpackung eine vierfach bessere Stärke. Objektiv bewerten lässt sich das von mir schlecht, subjektiv macht es aber einen wirklich soliden Eindruck, wobei auch der untere Anschluss aus Plastik stabil verbaut ist. Die beiden Anschlüsse unterstützen außerdem Crossfire, AMD Nutzer können hieraus also einen Vorteil erschließen. Ansonsten verbaut MSI noch vier weitere PCIe x1 Anschlüsse, jeweils zwei unter den PCIe x16 Anschlüssen.
Der Einbau der Grafikkarte verlief wie bei der CPU ohne Probleme.
Schade ist aber, dass ich meine alte Soundkarte (die ich für einfachen Wechsel zwischen Lautsprecher und Headset ohne weiteren Kabelsalat hatte) nicht mehr anschließen kann. Aber das ist wohl ein Wink mit dem Zaunpfahl, auf neuere Technologien umzusteigen.
3.7 Integrierter Sound
MSI wirbt mit dem verbauten AudioBoost für besseren Sound. Im Vergleich zu meinem vorigen Setup kommt mir der Sound definitiv besser und einfach voller vor. Das gefällt mir sehr gut.
Mir gefällt jedoch nicht, dass wie so oft der Audio Anschluss für die PC Front unten links verbaut ist. Entweder ziehe ich das Kabel quer über mein Motherboard oder lasse es komplett ausgesteckt. Beide Lösungen sind unbefriedigend.
4 BIOS
Das BIOS des MSI B360 Gaming Plus (und anderen MSI Motherboards) ist in meinen Augen selbsterklärend und wird von mir daher auch als positiv empfunden. Zunächst einmal gibt es oben rechts die Spracheinstellungen. Unterstützt wird dabei Englisch, Chinesisch, Koreanisch, Japanisch, Deutsch, Russisch, Französisch und Spanisch.
Grundsätzlich gibt es zwei Ansichten: EZ Mode und Advanced Mode (Hier kommt der Gamer Slang zum Vorschein)
Standardmäßig ist der EZ Mode ausgewählt, welcher sich jedoch durch F7 oder manuelle Auswahl zu Advanced wechseln lässt. Unabhängig vom Modus gibt es oben eine Statusleiste mit Systeminformationen. Die Boot Priorität wählt Ihr dort mit Hilfe von Enter und Pfeiltasten aus.
Was mir am BIOS sehr gut gefällt, ist, dass vorgenommene Änderungen an den Einstellungen angezeigt werden, bevor Ihr speichert und das BIOS verlässt.
4.1 EZ Mode
Im EZ Modus erhaltet Ihr vor allem Informationen über das System und dessen Status. Ihr könnt euch anzeigen lassen, wie eure CPU getaktet ist, wieviel Volt verbraucht wird und welche Technologien verbaut sind. Gleiches gilt auch für Arbeitsspeicher, Datenträger und angeschlossene Lüfter.
Interessant ist außerdem der Hardware Monitor, der übrigens auch über den Advanced Modus zu erreichen ist. Dort erhaltet ihr genaue Auskunft über Temperatur, Stromverbrauch und ggf Umdrehungen zu CPU, Motherboard und Lüftern. Außerdem könnt Ihr über den Smart Fan Mode regulieren, wie hoch die Lüfter bei bestimmten Temperaturen drehen sollen oder ihr könnt einfach alle Lüfter auf maximale Leistung hochschrauben.
4.2 Advanced Mode
Der Advanced Modus bietet neben dem Hardware Monitor wie zu erwarten noch zusätzliche Einstellungen und weitere Features an.
Es ist etwas verwirrend, dass hier auch Overclocking Einstellungen und Profile angeboten werden, obwohl der Chipsatz kein Overclocking unterstützt. Das liegt aber einfach daran, dass andere Typen wie MSI Z370 Motherboards das gleiche BIOS besitzen.
Ein nettes Gimmick, um die Eigenschaften des Motherboards besser zu verstehen, ist der Board Explorer. Dort lassen sich alle Anschlüsse visualisieren, inklusive Informationen über angeschlossene Komponenten.
5 Inbetriebnahme
Nach erstem Start mit eingebauter Hardware werdet Ihr direkt ins BIOS geleitet. Dort könnt Ihr, wie bereits beschrieben, diverse Einstellungen vornehmen, von denen die Bootorder (s. BIOS) zunächst einmal die wichtigste ist. Mit wenigen Schritten gelangt Ihr so direkt in die Betriebssystemumgebung.
5.1 Treiber
Die in der Verpackung beigelegte CD enthält alle notwendigen Treiber zur vollständigen Inbetriebnahme und noch einiges mehr an Software. Die CD öffnet eine Benutzeroberfläche im rot-schwarzen MSI-Stil, wo Ihr durch einfache Klicks die richtigen Treiber auswählen kann. Wer keine zusätzliche Software installieren möchte, sollte die Haken für bspw. Google Chrome und Norton Security herausnehmen.
Die CD bietet Treiber für:
- Chipsatz
- LAN
- Realtek HD Audio
- Intel ME + Intel Software Guard Extensions
Alle Treiber lassen sich außerdem auch über die Homepage von MSI herunterladen:
https://www.msi.com/Motherboard/support/B360-GAMING-PLUS#undefined
5.2 Software
Die CD enthält auch einiges an zusätzlicher Software wie das bereits auf der Verpackung angepriesene Mystic Light. Die Installation über die CD verläuft dabei ohne Probleme, wobei Ihr am besten noch die Gaming App installiert, um jegliche MSI Software auf einen Blick verwalten zu können. Das Mystic Light Feature bezieht sich grundsätzlich auf den LED Streifen links am Motherboard, der wie bei typischer RGB Software angesteuert werden kann. Neben Farbauswahl und Standardanimationen lässt sich über die LEDs auch die CPU Temperatur farblich darstellen, ein nettes Gimmick. Für Besitzer anderer Software mit Mystic Light lässt sich die Hardware synchronisieren. Das konnte ich jedoch nicht testen, da dies bei mir nicht der Fall ist.
MSI betont außerdem die Nahimic 3 Software, um die Audio Ein- und Ausgabe noch individuell anzupassen. Die Treiber CD selbst bietet hier jedoch „lediglich“ Nahimic 2 an. Die Software bietet verschiedene Profile, um das Audioerlebnis anzupassen, außerdem lässt sich die eigene Stimme über das Mikrofon durch Noise Cancelling und Anpassen von „Schrillen“ und „Bass“ Ton einstellen. Interessantes Feature ist der Sound Tracker, der sich bei verschiedenen Spielen aktivieren lässt. Damit erscheint ein blauer Kreis, der andeutet, aus welcher Richtung der Ton im Spiel kommt.
MSI bietet noch einiges weitere an Software an, was jedoch den Rahmen dieser Review sprengen würde. Nennenswert hierbei ist noch Live Update 6, womit Ihr einfach Treiber (und BIOS) aktualisieren kann.
Komplette Liste zusätzlicher MSI Software: Fast Boot, Command Center, Live Update 6, Smart Tool, Gaming App, Mystic Light, X Boost, RAMDisk, Gaming Lan Manager, DPC Latency Tuner
5.3 Leistung
Was die Leistung angeht, kann ich sagen, dass sich das Motherboard in der bisherigen Testzeit (ca. 1 Woche) kaum anstrengen musste.
Zur Temperatur: Jetzt im Sommer beträgt die Zimmertemperatur zwischen 26°C und 30°C. Das Motherboard übersteigt diese Temperaturen nur um wenige Grad (Idle: ca. 33°C-35°C). Unter Last (CPU Test) gehen die Temperaturen dann schon auf knapp 60°C hoch. Die 60°C Marke konnte ich jedoch nicht überschreiten.
Zur Qualität der Bauteile: Beim Einbauen kann es schonmal vorkommen, dass Ihr das Motherboard etwas biegen müsst (zB. CPU Einbau). Das MSI B360 macht hier jedoch keine verdächtig ächzenden Geräusche, dass Ihr Euch Sorgen machen müsst. Die Komponenten sind außerdem stabil verbaut und nichts wackelt.
TL;DR
Mit dem MSI B360 Gaming Plus erhaltet ihr ein Budget Motherboard, das mit grundsoliden Komponenten aufwartet und einige interessante Features bietet. Wenn Ihr nicht vorhabt, Euren CPU zu übertakten oder Arbeitsspeicher mit >2666 MHz zu verbauen, dann seid Ihr m.E. mit dem B360 grundsätzlich richtig beraten. Ein vergleichbares Motherboard, das dies erlauben würde, ist das MSI Z370 Gaming Plus, das zum Stand dieser Bewertung ca. 40 € mehr kostet. Der einzige Punkt, der mich wirklich stört, ist die Positionierung des Audio Anschlusses für die PC-Front unten links. Ansonsten habe ich mich besonders über die Anzahl und Positionierung der Lüfteranschlüsse gefreut, da ich fünf Lüfter verbaut habe.
Alles in allem kann ich für das Motherboard eine Kaufempfehlung aussprechen, wenn euch die grundlegenden Eigenschaften zusprechen. Ihr bekommt ein leicht verständliches BIOS, interessante und nützliche Features/Software und ein qualitativ hochwertiges Motherboard.