Produkttester
Ich habe im Rahmen der Testers Keepers Aktion der Mindfactory AG einen Midi-Tower vom Hersteller AZZA gewonnen und soll nun meine Erfahrungen und Eindrücke mit euch teilen.
Zuerst möchte ich aber festhalten das das kostenlose erhalten und behalten des Gehäuses keinerlei Einfluss darauf nimmt wie dieses von mir bewertet wird.
Zum Versand:
Ich nahm hin und wieder Kontakt mit Mindfactory auf da ich mehr als drei Wochen auf das Gehäuse warten musste, was mich sehr irritiert hat, weil ich sonst immer sehr zufrieden mit der kurzen Lieferzeit war. Auch störend war das ich keinen Bestell- oder Lieferstatus zugesendet bekommen habe, was dazu führte das das Gehäuse an einem
Samstag Nachmittag ohne Ankündigung geliefert wurde. Ich vermute stark das es ein unglücklicher Zufall war. Da Mindfactory für zuverlässige Lieferungen bekannt ist.
Das Case kam in einem Paket das mich vermuten ließ ich hätte einen Big-Tower erhalten. Die Größe kam durch die sehr gute Sicherung der Ware, diese wurde nämlich mehrfach in Folie eingehüllt und zusätzlich in eine angepasste Styroporform gesteckt um Schäden zu vermeiden. Zusätzlich wurde auf durchsichtige Bauteile eine Folie geklebt was unschöne Fingerabdrücke verhindert. Schon der erste Eindruck des Gehäuses hat mir sehr gefallen und hinterließ ein ordentliches Bild, dennoch hat es auch einzelne Schwachpunkte die ich im Laufe meiner Bewertung ebenfalls ansprechen möchte.
Nun zur eigentlichen Bewertung:
Als ich das Gehäuse auf Facebook als Testprodukt gesehen habe wollte ich es unbedingt haben. Auf den ersten Blick wirkt es schlicht und elegant, die transparente Kunststofffront die sich trapezförmig nach oben bis über die Decke entlangzieht gibt aber ein interessantes Bild ab, vor allem wenn die RGB-Lüfter eingeschaltet sind. Genauso schick, wenn nicht noch schicker ist die komplette Glaswand im etwas dunklerem Ton. Diese lässt nämlich eine komplette Sicht auf das verbaute System zu. Gepaart mit eine RGB-Grafikkarte oder Mainboard sieht es wahrscheinlich richtig heiß aus. Wo wir schon beim Innenraum sind: ich finde die Netzteilabdeckung mit dem AZZA-Schriftzug echt cool, aber wenn das noch von hinten beleuchtet wäre und durch das getönte Glas scheinen würde dann könnte man das Gehäuse richtig in Szene setzen. Was mich aber wirklich stört ist das die Gehäuselüfter keine Staubfilter haben, so werden leider kleine Staubkörner durchgeblasen die schnell einen Platz zum liegen finden.
Die vier etwa 20mm hohen Standfüße des AZZA Chroma 410B passen meiner Meinung optisch sehr gut zum gesamten Case und die zusätzlich angebrachten Gummisohlen am unteren Ende dämpfen die Vibration der Lüfter und Festplatten etwas ab, was sich positiv auf die Geräuschentwicklung ausübt, spürbar wenn der PC auf dem Schreibtisch gestellt wird. Außerdem ist es so etwas rutschfester und hinterlässt keine schwarzen spuren auf einem weißen Schreibtisch wie es bei mir der Fall ist.:)
Auf die Verarbeitung lege ich selbst sehr viel Wert, ganz besonders bei einem Gehäuse von ca. 80,00€ da man hier durchaus erwarten kann das man hierauf geachtet wird. Bereits nach einem kritischen ersten Gutachten ist mir aufgefallen das wirklich alle Kanten gut entgratet wurden oder ich zumindest keine finden konnte die mich verletzen könnte. Ganz witzig war das selbst das Lochblech, welches sich am Boden unter der Netzteilabdeckung befindet, entgratet wurde. Es wird bei mir zwar selten berührt aber schön das sich jemand die Mühe gemacht hat.
Das Gehäuse hat für seine ca. 520x200x500mm (Toleranzen vorbehalten) ein ordentliches Gewicht von etwa 6900g was mich vermuten lässt das ein dünnes Stahlblech für die Gehäuseteile verarbeitet wurde.
Der mattschwarze Lack wurde sowohl innen als auch außen gleichmäßig aufgetragen und fühlt sich sehr hochwertig an. Im inneren findet man ausreichende Durchführungen für alle Kabel die man für sein System braucht, was mir allerdings ein bisschen fehlt sind Gummiklappen über den Durchführungen, wie man sie bei bspw. Bequiet! Gehäusen findet. Das ist aber meckern auf hohem Niveau und nicht zwingend notwendig, was für mich aber ganz klar nötig wäre sind verschraubbare Verschlüsse über den Grafikkartenöffnungen. Die ersten beiden sind zum ab- und anschrauben, die restlichen allerdings zum abbrechen was zum einen zu Verletzungen führen kann wenn man erneut im Gehäuse arbeiten muss und zum anderen mehr Staub im Innenraum verursachen wird. Hierbei hätte man ruhig ein paar Bohrungen oder Schnitte mehr machen dürfen. Da ich aber derzeit nur eine Grafikkarte verbaut habe ist es vorerst für mich kein Nachteil.
Auch negativ aufgefallen sind mir vereinzelt schiefe Gewinde bei den Abstandshalter des Mainboards. Denn hier musste ich auf zwei verzichten da diese unmöglich einzuschrauben waren, weil ich ein mATX verwende ist das aber nicht schlimm. Was mich noch ein kleines bisschen genervt hat war die Rückseitenabdeckung für die Kabel, ein Einschiebesystem mit einzelnen Führungsschienen wie es in den meisten Gehäusen verbaut wird. Weil mir schnell die Geduld fehlt wenn man nicht alle Führungen in die vorgesehenen Löcher bekommt und sich das Gehäuse nicht schließen lässt. Leider ist dieses System eines der wenigen die das Durchbiegen der Wand verhindern wenn man die Kabel dahinter unsauber versteckt. Also leider ein notwendiges Übel das ich akzeptieren kann. :x
Mein letzter Kritikpunkt in Sachen Verarbeitung sind die Lüfterkabel. Sie sind zwar nach dem anschließen nicht mehr zu sehen und selten nochmal zu beachten aber beim Zusammenstecken und Auseinanderziehen hat sich bei einem der Kabel ein Pin lösen lassen.
Das war es aber eigentlich schon zur Kritik an der Verarbeitung.
Festzuhalten ist das man eine zu etwa 90% gute Verarbeitung bekommt und das Gehäuse in diesem Bereich überzeugt.
Wenn man die Ausstattung des Gehäuses betrachtet sind natürlich zuerst die zwei mitgelieferten 120x120mm AZZA Prisma Digital RGB-Lüfter zu nennen, ich vermute diese sind auch mit der häufigste Grund warum das Case im Shop so auffällt. Zusätzlich besitzt es einen weiteren 120x120mm Lüfter (ohne RGB) am hinteren Ende. Die Lüfter in der Front verfügen über einen 3-Pin Lüfter- und einen 4-Pin Molexanschluss. Ingesamt lassen sich im Gehäuse sechs Lüfter verbauen. Man könnte gegebenenfalls auch eine 240x120mm Wasserkühlung an der Decke verbauen um den CPU zu übertakten.
Am Gehäuse stehen ingesamt vier USB-Anschlüsse zur Verfügung (zwei USB3.0 und zwei USB2.0 Anschlüsse).
Zusätzlich hat man einen weiß leuchtenden Powerknopf und zwei HD-Audioanschlüsse für Mikrofon, Headset und/oder Lautsprecher.
Im Case selbst fand ich dann noch einen kleinen Pappkarton mit der Aufschrift "Accessoires". In diesem wurde eine Wifi-Fernbedienung sowie Kabelbinder, ein Mikrofasertuch, Ersatzschrauben und Abstandshalter untergebracht. Außerdem war darin eine ausführliche Anleitung zur RGB-Steuerung.
Das AZZA CHROMA 410B bietet für mATX und ATX Mainboards reichlich Platz zum montieren. Aus diesem Grund lassen sich auch Grafikkarten von einer Gesamtlänge von bis zu 400mm und CPU-Kühler mit einer Höhe von bis zu 162mm einbauen. Was im vorderen Bereich des Gehäuses jedoch vergebens gesucht wird ist eine Einbaumöglichkeit eines Laufwerks. Klar wird es immer seltener gebraucht aber dennoch besitzt der ein oder andere noch CDs und DVDs. Angesprochen Personen sollten hier auf ein externes CD-Laufwerk zurückgreifen. Der Systemraum wird durch eine Zwischenwand für das Kabelmanagment vom Hinterem Bereich und dem Netzteil getrennt. Gerade diese Zwischenwand bietet durch zahlreiche Einschnitte und Löcher viele Möglichkeiten sein System ordentlich zu verkabeln. Als Anfänger im Systembau war es für mich nicht sonderlich schwierig alle Löcher so auszunutzen das kein Kabel den Luftstrom unterbrechen oder stören kann. Allerdings haben mich hierbei wieder die nicht vorhandenen Gummiabdeckungen gefehlt, diese würden die Kabel gut in Position halten. Zusätzlich wird das Netzteil hier durch eine Abdeckung vom restlichen Build getrennt um die Hitze des Energieversorgers nicht in das restliche Gehäuse strömen zu lassen. Zwar eine gute Idee und auch gut umgesetzt aber ich fand den Platz für das Netzteil und die Kabel ehrlich gesagt etwas mager.
In dem Bereich in dem man die Kabel verstecken soll sind mehrere Türchen angebracht in welche man SSD-Karten schrauben kann. Die Türen müssen nur abgeschraubt, die SSDs angeschraubt und dann zum Schluss wieder befestigt werden. Direkt neben dem Netzteil befinden sich Speicherkäfige für 2,5" und 6,5" Speicherkarten (HDD und SSD). Die Käfige sorgen zum einen für ein etwas ruhigeres Laufen der "lauten" Hard Drive Disks aber zum anderen leider auch für den mageren Platz für die Kabel des Netzteils. Für das restliche Kabelmanagement ist im Hintergrund aber mehr als genug Platz. Ich hatte kein Kabel das ein schließen der Gehäusewand verhindert und kein unschönes Gestopfe der losen Kabel. Durch die mitgelieferten Kabelbinder ließen sich einige Kabel direkt mit dem Gehäuse verbinden damit diese nicht einfach durchhängen.
Die drei mitgelieferten 120x120mm Lüfter sorgen für einen ordentlichen Luftdurchzug im Gehäuse und kühlen das System auf eine normale Betriebstemperatur. Optional lassen sich auch noch weitere Kühler einbauen, es sollten aber mehr Lüfter ansaugen als ausblasen um eine gute Kühlleistung zu erhalten. Die Netzteilabdeckung sorgt zusätzlich dafür das die Wärme des Energieversorgers fern vom restlichen System bleibt. Durch die hohen Standfüße erhält das Netzteil durch seinen Lüfter von unten genug zum kühlen was sich auch ein wenig auf die Leistung ausübt. Gut ist auch der große Platz für CPU-Kühler, denn durch den Platz lassen sich problemlos allerhand Kühler verbauen die positiv zur Kühlleistung beitragen.
Zum Preis-/Leistungsverhältniss gibt es nicht sehr viel zu sagen. Wer mehr als 70,00€ für ein Gehäuse ausgeben möchte ist bei dem AZZA Chroma 410B sehr gut beraten. Es bietet alles was man für den Preis erwartet: hochwertige Verarbeitung, ein sehr schönes aber dezentes Design, drei eingebaute Lüfter, Kabelmanagement, ein schönes Glasfenster um das Innenleben des PCs zu betrachten und genug Platz für mATX und ATX Mainboards sowie Grafikkarten von bis zu 400mm Länge und einem CPU-Kühler von mehr als 150mm Höhe. Zusätzlich bekommt man hier ausreichend Platz um weitere Festplatten einzubauen und ganz nebenbei ein schlichtes aber sehr interessantes Design.Vergleichbares erhält man nur zu einen etwas höherem Preis oder zugunsten der hochwertigen Optik oder Verarbeitung.Hätte ich das Gehäuse nicht zum testen kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen hätte ich es mir ohne Zweifel gekauft.
Fazit: Für momentan ca. 80,00€ erhält man ein anfängerfreundliches Gehäuse mit viel Platz und einer tollen und hochwertigen Optik, sowohl innen als auch außen. Aus meiner Sicht ist es das relativ kleine Geld wert und kann mit meiner besten Empfehlung gekauft werden.:)