Produkttester
Vorwort
Betrachtet man die letzten Jahre des Gehäuse Marktes und generell den Hardware Bereich für Gaming, sieht man schnell das nichts mehr ohne geht. Zu Beginn, gab es nur einfarbige LEDs, mittlerweile bieten unzählige Hersteller anpassbare RGB Beleuchtungen an. Azzatek ist auch hier auf den Zug aufgesprungen und präsentiert mit seinem Chroma 410B Gehäuse auch gleichzeitig die hauseigenen Prisma RGB Gehäuselüfter.
Azzatek wird einigen für ihre Gehäuse bekannt sein, aber insgesamt eher ein unbekannter Hersteller. Die aus den USA stammende Marke hat bereits seit längerem Fuß auch in Deutschland gefasst. Sie bieten in jedem Preis Segment Gehäuse an, so auch das Chroma 410B welches mit seinem Preis von rund 80¤ in die Mittelklasse fällt. In dieser Preisklasse befinden sich viele große als auch kleinere Markenhersteller.
Im Rahmen der Testers Keepers Aktion von Mindfactory wurde mir das AZZA Chroma 410B zur Verfügung gestellt.
Lieferumfang
Das Gehäuse hat mich gut verpackt in einer einfachen Kartonage erreicht. Es wurde hier bereits auf weniger ist mehr gesetzt, viele vor allem hochpreisige Hersteller, setzten auch auf eine In Szene Setzung der Umverpackung, hier wurde darauf verzichtet. Letztendlich ist es nur eine Kartonage zur sicheren Lieferung des Gehäuses, es muss nicht schick aussehen, sondern funktional sein. Genau das wurde hier erfüllt, das Gehäuse kam unbeschadet bei mir an, der Karton unversehrt.
Genauso schlicht steht auf der Kartonage lediglich die Technischen Daten des Gehäuses und eine Zeichnung von diesem. Das Gehäuse selber ist im Karton nochmals mit Folie umwickelt und mit Styropor fixiert.
Hat man das Gehäuse aus seiner Kartonage und Styropor Verpackung befreit, sieht man dass das Tempered Glass sowie die Acrylfront mit einer zusätzlichen Folie vor Kratzern geschützt wurde.
Im Netzteilschacht kann man von außen bereits hineingreifen und das Accessoire Päckchen herausnehmen. Im Lieferumfang u.a. mit enthalten sind mehrere Schrauben zur Befestigung von Mainboard, Netzteil, etc., Mikrofaserputztuch, Fernbedienung, Speaker, Anleitung und Abstandshalter aus Gummi für die Seitentür.
Erster Eindruck
Am auffälligsten dürfte die Front des Chroma 410B sein. Den genau diese fällt mit seinen beiden 120mm RGB Lüftern sofort auf. Die RGB Lüfter erstrahlen bereits auf Produktbildern in Regenbogenfarben mit weichen Übergangen und werden zusätzlich dezent eingerahmt. Auch sind die Lüfter nicht einfach nur hinter eine Platte versteckt, alleine hier macht die plastische und hervorstehende Front viel her. Dadurch muss man jedoch bedenken, dass Staubfilter wegfallen, da diese die Optik beeinträchtigen würden.
Die Acrylglasplatte ist dunkelabgetönt, aus einem Stück gefertigt und ist bis auf den oberen Teil makellos. Leider hat sich hier anscheinend ein Verarbeitungsfehler eingeschlichen und das von mir erhaltene Exemplar weist oberhalb Kratzspuren auf.
Über der Front befindet sich ein Panel mit vier USB Anschlüssen, dem Einschalter sowie Anschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon. Alle Anschlüsse wurden mit Staubfängern aus Gummi geschützt. Auch hier muss ich an meinem Exemplar einen verbogenen USB Anschluss bemängeln.
Neben der Acrylglasfront bietet das Gehäuse auf der Seite ein weiteres Highlight: Eine komplette Seitentür aus Tempered Glass, genau wie die Front dunkel getönt. An der Seite gehalten wird diese mit vier Schrauben aus Metall. Während das andere Seitenteil rein aus Metall gefertigt wurde.
Auf der Rückseite befinden sich mehrere horizontale Einbauschächte und zusätzlich zwei vertikale, was man eher selten bei Gehäusen sieht.
Kleinigkeiten die hier aufgefallen sind: Nur die vertikalen Einbauschächte sind mit Schrauben und wiederverwendbaren Blenden ausgestattet, während die horizontalen | bis auf zwei -herausgebrochen werden müssen und obwohl Bohrungen für Schrauben vorhanden sind, keine Ersatzbleche mitgeliefert wurden. Auch stört es etwas die Optik, dass für die Seitentür zwei Schrauben mit Plastik versehen wurden, während hingegen alle anderen hochwertiger sind.
Die Unterseite des Gehäuses ist gar unspektakulär, da hier zwei dünne Staubfilter verbaut und die vier Standfüße mit Gummierung zusehen sind.
Innenraum
Öffne ich nun die Seite des Gehäuses, ist bei dem abnehmen der Tempered Glass Scheibe zu beachten, dass hier drei kurze und eine lange Schraube zur Befestigung verwendet wurden.
Hat man die relativ Schwere Scheibe von dem Gehäuse genommen, erhält man einen Einblick in das geräumige Innere. Hier sieht man, dass das Netzteil vollkommen verdeckt wird und nicht sichtbar ist. Ausgelegt ist der Innenraum für Mainboards mit einer Größe bis zu ATX, hierfür wurden bereits Mainboard Abstandhalter vor eingeschraubt.
In der Front können neben den bereits verbauten beiden 120mm Lüftern entweder noch ein zusätzlicher 120er verbaut werden oder man ersetzt diese gegen zwei 140mm Lüfter. Um an die Lüfter zu kommen, müssen zunächst mehrere Plastikklemmen der Front im Inneren gelöst werden, da diese extrem schwer zu greifen sind war mir dies nur mit einer Spitzzange möglich. Auch in der Abdeckung oben können zwei 120er Lüfter verbaut werden, hier löst man genauso wie für die Front mehrere Plastikklemmen.
Bei den drei vorinstallierten Lüftern handelt es sich um Hauseigene Produkte. Die in der Front verbauten Prisma Lüfter sind mit adressierbaren RGBs ausgestattet. Zur Vereinfachung der Steuerung der RGBs, sind beide Lüfter koppelbar um diese gleichzeitig zu schalten. Optional kann man die RGBs auch über eine IR Fernbedienung steuern, dazu wird ein IR Empfänger (bereits vormontiert) angeschlossen. Zusätzlich sind die beiden Prisma Lüfter mit 3-Pin Fan Headers ausgestattet, aber auch alternativ mit jeweils einem Molex versehen. Betrachtet man nun den 120er Lüfter der hinten verbaut ist, fehlt diesem ein Anschluss für das Mainboard gänzlich. Dieser wird direkt mit einem Molex Anschluss über das Netzteil mit Strom versorgt. Es ist fragwürdig warum generell noch auf Molex zur Stromversorgung gesetzt wird, mittlerweile ist es bei allen mir bekannten Herstellern üblich entweder 3- oder 4-Pin Anschlüsse zu verbauen.
Persönlich bin ich Molex Anschlüssen abgeneigt, da diese immer in irgendeiner Form schlecht verarbeitet sind, mag es sein das man diese schlecht trennen kann oder die Kontakte wackeln wodurch diese nicht mehr funktionsfähig sind. Hier sind diese zwar solide verbaut, aber dennoch hinterlässt es einen schlechten Eindruck.
Auf der Rückseite befindet sich der Einschub für das Netzteil und Einschübe für zwei 3,5" Festplatten. Auch finden hier an der Rückwand bis zu vier SSDs ihren Platz, entweder direkt verbaut oder auf zwei herausnehmbaren Brackets. Neben den Halterungen für SSDs wurde auch an Öffnungen und Haken für ein Kabelmanagement gedacht. Kabel der Front für USB 3.0, USB 2.0 und Audio sind hier in einem Strang nach hinten geführt. Während die Kabel der beiden Frontlüfter dort herumhängen und sich wie ein Knäul verhalten.
Einbau
Verbaut werden folgende Komponenten:
CPU: AMD Ryzen 7 2700X
Mainboard: ASUS Crosshair VII Hero
RAM: 16GB Kit G.Skill Trident
Netzteil: Thermaltake Toughpower Grand RGB 850W Sync Edition
Grafikkarte: Gigabyte Windforce Gaming G1 GTX 970
1x SSD und 2x HDD
Riserkabel von Thermaltake
Um dem Mainboard einen optimalen Halt zu geben, hatte ich geplant zwei weitere Abstandshalter für das Mainboard zu montieren. Jedoch passten diese nicht in die vorgebohrten Löcher, also habe ich diese weggelassen und das Mainboard mit vormontierter CPU, Kühler und RAM eingesetzt. Das ging relativ einfach, auch das Verschrauben ging zügig.
Als nächstes habe ich mein Modulares Netzteil vorbereitet und alle relevanten Kabel eingesteckt. Das Netzteil ging recht schwer in den Schacht einzusetzen, auch kam ich nach dem Einbau nicht mehr an die Anschlüsse dran um ggf. weitere Kabel einzustecken. Das liegt jedoch an der Bauart des Gehäuses, da dieses das Netzteil fast vollständig vom Innenraum abschirmt. Nachdem ich das Netzteil eingebaut hatte, hatte ich ein Kabel Wirrwarr in der Hand und habe versucht die Kabel bestmöglich zu verlegen. Leider war entweder der Weg zu lang oder das Kabel zu kurz, so war es für mich sehr schwierig die CPU Stromversorgung anzulegen. Weshalb ich einen andere weggehen musste und es nicht optimal verstecken konnte.
Durch zwei Öffnungen oberhalb des Netzteils, kann man die Anschlüsse des Frontpanels durchverlegen, je mehr Kabel durchsind umso schwieriger wird es diese noch ordentlich zubekommen. Auch muss man etwas Vorsicht walten lassen, da alle Öffnungen nicht gummiert sind.
aber auch hier habe ich einen der Schächte dazu benutzt den hinteren Lüfter mit Strom zu versorgen.
Die SSDs und HDDs lassen sich unspektakulär und einfach mit Schrauben entweder auf den Brackets oder in den Einschüben neben dem Netzteil verbauen. Als letztes habe ich die Grafikkarte eingebaut. Ich habe direkt damit geplant, diese vertikal einzubauen und habe zusätzlich ein Riserkabel gekauft, da dieses nicht im Lieferumfang dabei ist. Die Grafikkarte hat trotz ihrer Länge noch ordentlich Platz und wird stabil gehalten.
Insgesamt ging das verbauen aller Komponente einfach, jedoch musste man an manchen Stellen etwas umdenken und Kabel anders verlegen, um noch ein hübsches und sauberes Gesamtbild zu erhalten. Während es im inneren ordentlich wirkt, sieht es auf der Rückseite ganz anders aus. Dadurch, dass bereits die Frontlüfter mit langen Kabeln ausgestattet wurden und die Kabel des Netzteils alle aus dem Schacht irgendwo hingeführt werden müssen, wirkt es schnell Chaotisch und unübersichtlich.
Ich zähle mich hierbei zu denen die da doch schnell die Geduld verlieren und lieber im Innenraum alles ordentlich sehen wollen, als in dem Bereich den man eh nicht sieht. Gibt man sich auch hier Mühe, so bietet das Gehäuse genügend Möglichkeiten die Kabel ordentlich zu verstauen und fixieren: Ösen zum verbinden und Öffnungen zum durchführend sind genügend vorhanden.
Test
Nachdem alles angeschlossen ist und das Gehäuse zum ersten Mal Strom bekommt, erstrahlen die Frontlüfter in ihren hellen Regenbogenfarben. Durch das getönte Acrylglas wirken sie gedämpft, schaut man jedoch an dieser vorbei durch die Lufteinlässe, sind sie relativ grell. Steht das Gehäuse nebeneinem und man bewegt sich häufiger, könnte es störend wirken.
Im Gegensatz dazu die Seitenscheibe: Die getönte Scheibe "schluckt" sehr viel Licht, weshalb Komponenten die nicht mit LEDs ausgestattet sind, gar nicht oder nur noch als Schatten wahrgenommen werden. Der Vorteil davon ist jener, dass alles nicht mehr grell wirkt, aber auch Farben leicht verfälsch werden.
Die Lüfter habe ich direkt mit meinem Mainboard verbunden um die Aura Sync Funktion zu benutzen. Diese wurden sofort von der Software erkannt und man konnte schnell die Standardeinstellung ändern. Die Ursprungseinstellung habe ich jedoch nicht mehr wiederhergestellt bekommen.
Im Vergleich zu meinem alten Gehäuse dem Silent Base 800 von beQuiet, sind die Lüfter genauso leise und ruhig. Ich konnte im Betrieb weder im Idle noch unter Last irgendwelche Störgeräusche wahrnehmen. Sie Kühlen das Gehäuse gut und zuverlässig, jedoch ist es bei mir um die CPU herum etwas wärmer geworden, weshalb der Kühler weiter aufdrehte. Behoben habe ich dies, indem ich im Nachhinein zwei zusätzliche 120mm Lüfter eingebaut habe.
Fazit
Insgesamt ist das Gehäuse gut verarbeitet, jedoch schmälert das dünne Blech und Plastik etwas das Gefühl von Hochwertigkeit. Im direkten Vergleich mit meinem alten Gehäuse einem beQuiet SilentBase 800 (1. Generation) bietet es genauso viel Platz und ist dadurch, dass es nicht gedämmt ist deutlich leichter und hat eine kompaktere Maße. Wie bereits erwähnt ist es von der Ausstattung und Qualität der Lüfter fast gleich auf, obwohl hier zwei unterschiedliche Preissegmente verglichen werden.
Bei dem Chroma 410B wurde viel Wert auf die Ästhetik gelegt, was eine positive Auswirkung auf das Design hat, auch hat man versucht eine weitere Klientel anzusprechen in dem man vertikale PCI-Blende verbaut hat. Einzig Kleinigkeiten in der Verarbeitung und Wahl von Komponenten wie dem verwenden von Molex bei den Lüftern lassen einen Grund für Kritik. Im Ganzen ist das Gehäuse im Preissegment der Mittelklassegehäuse gut angesiedelt und ein Blickwert für alle Preisbewussten Bastler.
Positiv
+ Schickes aber schlichtes Design
+ Leise Lüfter
+ Lüfter Design
+ RGB Sync kompatible Lüfter
+ Relativ viel Platz
Negativ
- Molex an Lüftern
- Plastikschrauben
- Horizontale PCI-Blenden
- Verarbeitungsfehler