Verifizierter Kauf
Ich habe im Laufe der Jahre sicher über 20 PCs zusammengestellt, zusammengebaut und konfiguriert, verfüge also über einige Erfahrung auf diesem Gebiet.
Mainboards von Asrock habe ich immer gern verwendet. Sie sind zuverlässig, einigermaßen preiswert und tun, was sie sollen. Das Billigimage, das Asrock teilweise immer noch anhaftet, ist in meinen Augen nicht berechtigt.
Vorweg: Das Motherboard tut, was es soll. Wenn man es dazu bringen kann, zu tun, was es soll, was in meinem Fall nicht ganz einfach war.
Erster Kritikpunkt:
Das Board wird in der Produktbeschreibung (hier bei Mindfactory, aber auch bei Asrock selbst) beworben mit: "...sechs SATA3, zwei M2, zwei USB 3.2 Gen2, acht USB 3.2 Gen1,..."
Das trifft zu, diese Schnittstellen sind vorhanden. Leider findet sich lediglich an einer sehr versteckten Stelle im Handbuch (englische Fassung) der Hinweis, dass bei Nutzung einer NVME-Disk im M.2-Port drei der sechs SATA-Schnittstellen vom Bios kommentarlos deaktiviert werden.
Wer also mehr als drei Geräte hat, die über SATA angebunden werden müssen, muss sich bei Nutzung einer NVMW im M.2-Port von einem oder mehrere SATA-Geraten verabschieden oder alternativ auf die Nutzung von NVWM im M.2 verzichten und z.B. auf eine SATA-SSD umsteigen.
Zweiter Kritikpunkt:
Das Board wird beworben als "Windows11 ready". Das mag so sein.
Aufgrund einer völlig verunglückten Konfiguration oder Konzeption des Bios ist es aber Besitzern älterer Grafikkarten, die aber noch zu Windows11 kompatibel sind, nicht möglich, den erforderliche "SecureBoot" zu aktivieren. Die Aktivierung von SecureBoot im Bios setzt nämlich voraus, dass CSM im Bios zuvor deaktiviert wird. Das verweigert das Bios aber mit der Begründung, dass dann das grafische System des Bios nicht mehr funktioniere.
Anders gesagt: Um das Bios einstellen zu können, dass Windows11 genutzt werden kann (ohne die Klimmzüge, die man ggf. machen kann, wenn man die volle Kompatibiität nicht erreichen kann oder will), muss man entweder eine neue Grafikkarte kaufen oder auf Windows11 verzichten.
Dritter Kritikpunkt:
Ich habe möglicherweise ein sog. "Montagsboard" erwischt. Es war nur unter großen Verrenkungen möglich, dass Board zu veranlassen, die eingebaute PCIE-Grafikkarte zu erkennen (das gilt für beide PCIE-Slots). Weder über Displayport noch HDMI noch über DVI gelangte ein Signal zum Monitor. Es sah ganz so aus, als seien die PCIE-Slots nicht vorhanden bzw. nicht aktiviert.
Daraufhin habe ich mir die neuere Grafikkarte meines Sohnes ausgeliehen und eingebaut mit dem gleichen negativen Resultat. Erst als ich zufällig auf die Idee kam, die noch nicht fest verschraubte Grafikkarte im PCIE-Slot zu bewegen, gab es ein Bild, und zwar dann in beiden PCIE-Slots.
Meine eigene Grafikkarte gab nach dieser Aktion ebenfalls ein Bild aus.
Ich pflege nachts immer die Steckerleiste die Stromversorgung zum PC zu unterbrechen. Als ich den Rechner heute morgen wieder eingeschaltet habe, gab es zunächst wieder kein Bild, dann mehrfaches Flackern und inzwischen läuft alles stabil.
Mal sehen, ob sich das morgen wiederholt, wenn ich den Rechner nicht über Nacht vom Stromnetz trenne.
Fazit: Ein im Grunde gutes Board mit ein paar Macken.