Produkttester
EINLEITUNG
Ich hatte das Glück, von Mindfactory.de das MSI B360M Mortar Titanium zum Testen zugeschickt zu bekommen, welches ich ausführlich testen und ein dazu Unboxing Video erstellen durfte.
In der folgenden Rezension soll es also um das Mainboard an sich, vor allem aber um das Design, die Verarbeitung, die Leistung und ein paar weitere Punkte gehen.
LIEFERUNG UND PRODUKTUMFANG
Zu diesem Punkt gibt es zunächst nicht allzu viel zu sagen, er wird ausführlicher in dem zugehörigen Unboxing Video behandelt.
DESIGN UND AUSSTATTUNG
Der immer moderner werdende "Gunmetal"-Look findet sich auf immer mehr aktuellen Hauptplatinen wieder, so auch hier. Das Board an sich schimmert in einem matten grau-silber Ton, passend auch dazu andere Komponenten, wie die Kühlkörper an den Spannungswandlern und der Chipsatz Kühler.
Schaut man von oben auf das Board, haben wir zusätzlich in der linken unteren Ecke einen beleuchteten Streifen, welcher in meinen Tests gelb-grün zu leuchten schien.
Das Mortar Titanium ist ein Board im mATX Format. Es kommt also standardmäßig mit acht Befestigungsöffnungen für den Einbau in ein Gehäuse. Um den Einbau etwas zu erleichtern, sind diese Öffnungen mit einem grauen Kreis umringt, welche dem Board, wider Erwartungen, einen schönen Gesamtlook geben.
Das Mainboard ist eines des mATX Formfaktors mit einem LGA 1151 Sockel und dem B360 Chipsatz. Unterstützt werden dementsprechend alle Intel CPUs der 8. und 9. Generation (für die 9. Generation ist ein BIOS Update notwendig, dazu aber später mehr). Auf dem Board selber finden wir 4 DIMM Slots, welche maximal im Dual Channel betrieben werden können. Diese Slots und auch der erste PCIe x16 Slot sind metallisch verstärkt. Dadurch, dass wir zwei x16 PCIe Slots haben, ließen sich auf dem Board theoretisch auch zwei AMD GPUs im Crossfire verwenden. Dazu kommt, dass wir gleich zwei M.2 vom Typ PCIe Gen3 x4 haben, etwas, was für B360 und mATX sonst sehr untypisch ist. Außerdem verfügt die Platine über sowohl einen Thunderbolt, als auch einen USB 3.1 Gen2 Front Panel Header. Auch das ist sehr untypisch und selbst auf High-End Boards nicht immer selbstverständlich. Nennenswert ist auch, dass das Board über drei 4-Pin PWM Lüfteranschlüsse verfügt.
Alles in allem kann ich sagen, dass mir einerseits das Design sehr gut gefällt, da es sich mit vielen Komponenten sehr gut kombinieren lässt, da, wie bereits erwähnt, immer mehr Teile im "Gunmetal"-Look verfügbar sind, und es sehr hochwertig und robust wirkt und andererseits die Ausstattung für ein Board in dieser Preisklasse (Neupreis ca. 90¤, Stand: 01.05.19) absolut umwerfend ist. Gerade durch die zwei M.2 Slots kann es sich meiner Meinung nach sehr von der Menge abheben.
BIOS
Drückt man bei Booten F2 oder die Entfernen Taste, springt einem das klassische MSI Bios in der bekannten Übersicht entgegen. Es fallen jedoch sofort ein paar Dinge auf: Wir haben keinen XMP Support. Finde ich persönlich sehr schade, war jedoch für meine Tests nicht relevant, da der eingesetzte Hauptspeicher sowieso über der maximal unterstützten Frequenz taktet.
Ansonsten sehen wir auf einen Blick schnell, welche Komponenten aktuell verbaut sind, Uhrzeit und Datum sind zu sehen und die aktuellen Temperaturen der CPU und des Mainboards.
In den Settings finden wir die üblichen Systemeinstellungen wie Datum und Uhrzeit, Boot Reihenfolge, Boot Optionen wie GO2BIOS (um bei einem Neustart sicher ins BIOS zu kommen, sollte der Rechner ansonsten zu schnell starten) und die Option, den Full Screen Logo Display beim Boot auszuschalten. An dieser Stelle fällt jedoch auch noch der nächste Punkt auf, dazu aber später mehr.
Die Overclocking Settings fallen, bedingt durch den B360 Chipsatz, sehr übersichtlich aus. Die meisten Features für CPUs sind entweder nicht vorhanden oder nicht verwendbar, auch, da in meinem Test natürlich ein Core i7 8700 verwendet wurde, welcher sich nicht manuell übertakten lässt. Man könnte an dieser Stelle noch seinen Hauptspeicher etwas übertakten, jedoch nicht höher als 2666 MHz. Diese Einstellungen lassen sich dann auch als "OC Profile" abspeichern.
Über den Hardware Monitor innerhalb des BIOS können wir wie üblich außerdem eine eigene Lüfterkurve konfigurieren, sollte man mehr als nur den Intel Stock Kühler, wie in meinem Fall, angeschlossen haben.
Ein weiteres MSI Feature finden wir über den Board Explorer. An der Stelle öffnet sich ein Bild des Boards aus Vogelperspektive. Dort kann man mit der Maus über die unterschiedlichen Bereiche hovern und sich anzeigen lassen, welche Komponenten angeschlossen sind. Ich persönlich finde, dass das ein nettes Extra ist, ob man es jedoch braucht, ist eine andere Frage. Vermutlich dient diese Option als eine Art Alleinstellungsmerkmal.
Ich habe vorhin erwähnt, dass in den Einstellungen noch ein weiterer Punkt aufgefallen ist. Achtet man mal auf die BIOS Version, dann fällt auf, dass der aktuelle Build E7B23IMS.A20 sagt, das Build Date ist der 21.05.2018. Dies konnte ich auch noch einmal über die M-Flash Option bestätigen, welche leider nur ein Update über externe FAT32 USB Geräte unterstützt und nicht direkt über das Internet.
Recherchiert man dann auf der MSI Treiberseite mal, sieht man, dass es seitdem einige neue Versionen gab. Das spricht dafür, dass das Board nicht mit der aktuellen Version ausgeliefert wurde, eine diese Versionen wäre zum Beispiel auch die Unterstützung Intels 9. Generation gewesen. Meiner Meinung nach sollte man beim Kauf eines neuen Mainboards davon ausgehen können, dass es mit der neuesten Version geliefert wird. Das gibt leider einen Minuspunkt.
LEISTUNG UND VERARBEITUNG
Vorab zu den zum Testen verwendeten Komponenten. Verbaut war ein Core i7 8700, ein 2x16GB HyperX Predator 3200 MHz Kit und eine 120GB Kingston SV300 SATA SSD mit dem Betriebssystem. Als zusätzliche Testgeräte habe ich eine 1TB Samsung 970 EVO PLUS, eine externe SATA M.2 per USB 3.1 und einen normalen USB 3.0 Stick verwendet.
Da ich bei diesem Board mit einem B360 Chipsatz arbeite, war mir bereits vorher klar, dass sich keine, höchstens kaum, Übertaktungsmöglichkeiten für Intels "K" CPUs, also in der "unlocked" Variante, finden lassen werden. Aus diesem Grund habe ich einen Core i7 8700 verbaut und diesen in Kombination mit dem HyperX Hauptspeicher ein wenig an seine Grenzen gebracht. Die Maximaltemperaturen der CPU lagen dabei nie über 79 Grad Celsius, dafür aber auch nie unter 63 Grad Celsius. Dies lässt sich allerdings auch anhand der Tatsache erklären, dass lediglich der Stock Intel Kühler verbaut war.
Während meiner Tests fiel auf, dass der Chipsatzkühler sehr hohe Temperaturen annahm. Da ich kein Thermometer zur Hand hatte könnte ich höchstens schätzen, allerdings waren die Temperaturen wesentlich höher, als die im BIOS angegebenen 41 Grad Celsius Mainboard-Temperatur.
Die Performance der M.2 NVMe Slots ließ leider etwas zu wünschen übrig. Laut Herstellerangaben sollten im sequentiellen Lesen bis zu 3.500 MB/s und bis zu 3.300 MB/s im sequentiellen Schreiben erreicht werden können. Nach erfolgten Benchmarks auf beiden vorhandenen M.2 Slots kam ich jedoch nie über 2.600 MB/s im seq. Lesen und über 2.650 MB/s im seq. Schreiben.
Vergleicht man diese Werte jedoch mit andere Benchmark-Ergebnissen aus dem Netz (Quelle: https://www.allround-pc.com/artikel/storage/2019/test-samsung-ssd-970-evo-plus-1-tb) könnte man vermuten, dass dies nicht an dem Board, sondern an der SSD liegt.
Die hier erreichten maximalen Werte liegen zwar noch ca. 319 MB/s im seq. Lesen und ca. 111 MB/s im seq. Schreiben über meinen Durchschnittswerten, jedoch trotzdem über 600 MB/s im seq. Lesen und über 630 MB/s im seq. Schreiben unter den Herstellerangaben.
Passend dazu habe ich auch die I/O Anschlüsse des Boards getestet, hier ging es mir vor allem um den USB 3.1 Gen 2 Slot. Mit einem klassischen 3.0 USB Stick habe ich maximal 132 MB/s im seq. Lesen und 46 MB/s im seq. Schreiben erreichen können.
Schließt man an den gleichen 3.1 Slot eine externe M.2 SATA SSD per USB 3.1 Kabel an, so lassen sich auch höhere Werte bis zu 400 MB/s im seq. Lesen und bis zu 420 MB/s im seq. Schreiben erreichen.
Insgesamt lässt sich also über die Kompatibilität mit M.2 Karten und USB 3.1 Geräten sagen, dass ich mir an dieser Stelle ehrlich gesagt etwas mehr erhofft hätte.
An dieser Stelle lässt sich auch gut an den Hauptspeicher anknüpfen. Bedingt durch Intels "Budget"-Chipsatz B360, kann das Board mit nicht mehr als 2666 MHz Takt arbeiten, wenn es um den Arbeitsspeicher geht. Für viele wahrscheinlich im ersten Moment eine Enttäuschung, im zweiten Moment hat dies allerdings auch seine Vorteile. "Budget"-Chipsatz, "Budget"-mATX Mainboard, wieso nicht also auch "Budget"-RAM? An dieser Stelle kann man ganz klar Geld sparen, alleine aus dem Grund, dass man selbst als erfahrener Hardware-Enthusiast keinen Performance Unterschied zwischen 2400 MHz und 3000 MHz, vielleicht sogar 3200 MHz merkt. Das Portemonnaie wiederum freut sich, denn hier kann man schnell noch etwas Geld sparen.
Dazu kommt, dass nicht die Intel Chips, sondern eher die AMD Plattform sich überhaupt diesen Performance Unterschied zu Nutze machen kann. Erst recht, da wir durch den Chipsatz keine Übertaktungsmöglichkeit für Intels "K" Chips haben und dadurch fast keinen Mehrwert durch einen höheren Takt haben.
PREIS/LEISTUNG UND FAZIT
Wie bereits erwähnt, kann man zusammenfassend sagen, dass das MSI B360M Mortar Titanium durch seine sehr gute Ausstattung und gute Verarbeitung auf jeden Fall gut punkten kann und sich von dem breiten Spektrum der Mittelklasse-Boards abheben kann. Denn an dieser Stelle wird es eingeordnet. Für knapp über 90 ¤ bekommt man alles, was man als Einsteiger oder als "normaler" Gamer gebrauchen kann. Vor allem für diejenigen, die keine Lust haben sich mit Overclocking zu befassen oder es schlichtweg nicht können, ist dieses Board eine sehr gute Wahl. Zusätzlich denke ich, dass es auch für Case-Modder durchaus interessant sein könnte, oder generell für Leute, die eher darauf bedacht sind, ihren PC optisch ansprechend zu bauen, da das moderne Design im "Gunmetal"-Look immer mehr Aufmerksamkeit bekommt und von mehr und mehr Herstellern angeboten wird.
Würde ich persönlich also ein Board mit dem B360 Chipsatz suchen, dann stünde das MSI B360M Mortar Titanium ganz weit vorne auf der Liste der Boards, die tatsächlich infrage kämen.