Produkttester
Nach vielen Jahren der Gaming-Abstinenz, habe ich mich dazu entschieden, in neue Hardware zu investieren.
Die Wahl fiel relativ schnell auf den Ryzen 5 2600 und somit musste ein Mainboard mit passendem Sockel besorgt werden.
Nach einiger Recherche entschied ich mich für das Gigabyte B450 Aorus Pro Motherboard.
Die entscheidenden Faktoren waren u.a. :
1) Das Preis- / Leistungsverhältnis
2) Die Ausstattung
3) Die präzise Lüftersteuerung
Ich möchte nun meine detaillierten Erfahrungen mit dem Mainboard teilen:
Lieferumfang
-Board
-Englisches Handbuch
-G-Connector (Zum einfachen Anschließen der Gehäuse-Peripherie)
-2 Sata Kabel
-Software-CD
Design
Nachdem die Aorus-Reihe von Gigabyte ausschließlich den Gamingbereich abdecken soll, wurde dem Boarddesign natürlich besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Das B450 Aorus-Pro ist beinahe gänzlich in schwarz gehalten. Die Kühler kommen im ultra-modernen Look und lassen sofort erkennen, dass es sich hier um Gaming-Hardware handelt. Die ausgeklügelte LED-Beleuchtung trägt ihr übriges zum ultimativen Gaming-Charakter bei.
Zwei kleinen Minuspunkte habe ich dennoch entdeckt: Einer der Lüfteranschlüsse befindet sich mitten auf dem Board. Wer also mehrere Kühler anschließen möchte und trotzdem einen absoluten cleanen Look durch das Gehäusefenster haben möchte, muss hier leider Abstriche machen.
Außerdem befindet sich der PCI-Einfach-Slot in direkter Nähe zum Grafikkartenslot und wird dann hier von den meisten größeren Karten überdeckt. Das Problem ist aber nicht neu und ist so ebenfalls bei vielen Konkurrenzprodukten vorhanden. Allerdings finden in der heutigen Zeit wohl eh kaum noch zusätzliche Karten im PC Einzug. Erwähnen wollte ich es aber dennoch.
Verarbeitung:
Ich selbst bin in der Leiterplattenherstellung tätig und habe mich deshalb etwas intensiver mit der Herstellungsqualität beschäftigt. Zu meinem Erstaunen konnte mich das Board hier, trotz Consumer-Electronic-Bereich, voll überzeugen. Alle Lötstellen entsprechen höchsten Abnahmekriterien. Die Bauteile sind durchweg von hoher Qualität, wenn auch nicht immer von höchster. Ich erwarte hier keine frühzeitigen Ausfälle und erhoffe mir eine überdurchschnittlich lange Laufzeit.
Auf jeden Fall ein großes Lob an Leiterplatten-Fertiger von Gigabyte. Die Jungs & Mädels haben ihren Prozess augenscheinlich gut unter Kontrolle.
Benutzerfreundlichkeit der Treiber & Software:
Hier gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln. Die Software und die Treiber lassen sich, wie erwartet, einfach und Problemlos installieren. Die Software macht einen ausgereiften und funktionstüchtigen Eindruck. Laut diverser Forenbeiträge war das wohl früher nicht immer der Fall. Mittlerweile scheint das aber der Vergangenheit anzugehören. Das Gefühl, ein unbezahlter Beta-Tester zu sein, kam hier zumindest nicht auf.
BIOS:
Auf dem Board kommt das aktuelle Gigabyte-BIOS zum Einsatz.
Alle Gigabyte-Anhänger werden sich hier sofort heimisch fühlen, für Gigabyte-Neulinge zeigt sich aber ebenfalls eine sehr übersichtliche und einfach zu bedienende BIOS-Oberfläche.
Unter dem Menü-Punkt M.I.T. findet man die Overclocking-Einstellungen. Ich habe hier alle für mich nötigen Einstellungen gefunden, ich bin aber auch kein Mensch der bei diesem Setup starke Übertaktung vornimmt. Dieses Board richtet sich meiner Meinung nach eher an ambitionierte Gamingfreunde. Wer ernsthaftes Overclocking betreiben möchte, sollte sich lieber nach entsprechenden Boards umsehen.
Besonders erwähnen möchte ich die vorbildliche Lüftersteuerung, so etwas geniales und umfangreiches besitzen leider längst nicht alle aktuellen Boards.
Wer nicht das nötige Know-How hat, kann auch den reduzierten Easy-Mode im BIOS wählen. Hier bekommt man einen schnellen Überblick über die wichtigsten Werte und kann aus mehreren vordefinierten Profilen wählen.
Negativ fiel mir im Bios lediglich die angepriesene Maussteuerung auf. Entweder lag es an meiner Maus, oder die Steuerung mit selbiger ist einfach wirklich unglaublich unpräzise und nervig. Als alter PC-Hase verwendet man allerdings sowieso die Tastatur im BIOS.
Features & Leistung:
Zuerst zu den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen:
-B450 Chipsatz (Unterstützt AMD Ryzen der zweiten Generation)
-4 Dual Channel Non-ECC Unbuffered DDR4 Ramsockel
-Realtek ALC1220-VB Soundchip
-1 x PCI Express x16 slot @ x16
-1 x PCI Express x16 slot, @ x4
- 1 x PCI Express x16 slot @ x1
-1 x PCI Express x1 slot
-1 x M.2 Connector type 2242/2260/2280/22110 SATA und PCIe 3.0 x4/x2 SSD Support
-1 x M.2 Connector type 2242/2260/2280 PCIe 3.0 x2 SSD Support
-1 x USB Type-C
-1 x USB 3.1
-2 x USB 3.1
-4 x USB 2.0/1.1
Zur Leistung kann ich nur folgendes sagen: das Board läuft in Verbindung mit einem Ryzen 2600, 16gb DDR4 3000 und Radeon 580 8gb wie geölt& Sämtliche Programme wie auch Spiele laufen absolut flüssig und fehlerfrei.
Auch die USB-Schnittstellen bringen allesamt maximale Datenübertragungsraten.
Völlig neu für mich ist die Bootzeit über die M2 Schnittstelle. Noch nie hatte ich etwas Vergleichbares. Programme öffnen schneller als Apps am Handy.
Abgerundet wird das stimmige Gesamtpaket durch den aktuellen Platzhirsch im Bereich der onboard-Soundkarten ALC1220 von Realtek. Bei mir läuft der PC teilweise auch als 4K-Zuspieler am TV. Was hier für eine Soundqualität generiert wird, muss man wirklich mit eigenen Ohren gehört haben. Wer natürlich nur mit günstigen Gaming-Headsets eine Runde spielen möchte, verpasst hier einiges. Ich empfehle jedem Besitzer eines hochwertigen Kopfhörers, diesen zumindest einmal über die integrierte Soundkarte spielen zu lassen. Ich war nach wenigen Augenblicken restlos überzeugt.
Software:
Gigabyte liefert mit der eigenen Aorus-Software eine äußerst umfangreiche und stabile Software mit. Das App-Center ist unglaublich umfangreich.
Ich persönlich nutze davon aber nur zwei Apps, welche ich hier kurz vorstellen möchte:
1) EasyTune: Das hauseigene Übertaktungs-Tool um möglichst schnell und komfortabel die letzten Reserven der Hardware zu mobilisieren.
2) Lüftungssteuerung: Die Lüftungssteuerung im BIOS ist schon wirklich bemerkenswert, aber die Windows-Software toppt das Ganze nochmal deutlich. Hier kann man die Lüfter nach Lust und Laune einstellen. Vorgefertigte Profile erleichtern auch hier die Auswahl für Laien deutlich.
Fazit:
Es gibt durchaus günstigere B450 Mainboards, aber wahrscheinlich nur sehr wenige, welche mit der Ausstattung eines Gigabyte Aorus B450 Pro mithalten können. Hier ist wirklich alles vorhanden was dem durchschnittlichen Gamer das Herz schneller schlagen lässt. Starker B450 Chipsatz, durchdachtes Boarddesign, perfekte PCI-Anbindungen, coole LED-Beleuchtung und Anschlussmöglichkeiten auf aktuellen Stand der Technik.
Alles wirkt sehr durchdacht und auf die Anforderungen aktueller Gaming-Kunden zugeschnitten. Die Performance ist erhaben und in Verbindung mit einem starken Ryzen Prozessor bleiben, zumindest bei mir, keine Wünsche offen.
Eine wirkliche Überraschung war der integrierte Soundchip ALC1220. Hiermit können sich sogar Hifi-Liebhaber eine zusätzliche Soundkarte sparen. Auch am Heimkino-System macht der Realtek-Chip eine gute Figur.
Trotz minimaler Mängel, wie Mausprobleme im BIOS, fehlende Einstellmöglichkeit der Festspannung im BIOS und einem Lüfteranschluss mitten auf dem Board, kann ich hier quasi eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen.