Produkttester
Testers Keepers | Gigabyte B450 Aorus Pro
Im Zuge der Aktion "Testers Keepers", wurde mir das Gigabyte B450 Aorus Pro von Mindfactory zum Testen berreitgestellt.
Verpackung/Lieferumfang
Das Mainboard wird in einem Pappkarton in einer antistatischen Tüte verpackt. Im Lieferumfang befindet sich das Mainboard, Bedienungsanleitungen, eine Treiber-CD, zwei SATA Kabel, zwei M.2 Abstandshalter und Schrauben, der sogenannte G-Connector (für Front-Panel-Anschlüsse) und ein Aorus-Logo Sticker.
Design
Das Gigabyte B450 Aorus Pro sticht mit seinem für die Aorus Reihe typischen und unverkenntlichen Design heraus, welches laut Gigabyte durch die aggressive Natur und Jagdstärke eines Falkens inspiriert sein soll. Das PCB des Mainboards ist in seiner Grundfarbe schwarz, im Bereich der PCI-E Slots ist jedoch in dunklem Grau der Aorus Falke bzw. das Aorus Logo zu erkennen. Die Kühlkörper für die VRMs sind silbernd/metallisch und haben leichte orange Akzente. Zudem sind die Kühler mithilfe einer schwarzen Plastikabdeckung in Richtung des IO-Bereiches überdeckt, welche für einen fließenden Übergang von VRM-Kühlern und IO-Abdeckung sorgt, dabei bleibt jedoch aufgrund scharfer/gerader Linien die Grundagressivität des Designs erhalten. Hierbei ist das metallisch wirkende Element, welches über beide VRM-Kühler bis hin zur Mitte des IO-Bereichs geht von entscheidener Rolle, dies beinhaltet zudem den Aorus Schriftzug, welcher dank RGB Beleuchtung in diversen Farben erstrahlen kann. Zudem verfügt das Mainboard über eine schwarze, integrierte IO-Belnde, welche zum einen den Installationsprozess vereinfachen, andererseits aber auch optisch ansprechender als "normale", silberne IO-Blenden wirken. Der Chipsatzkühler ist in schwarz/silber gehalten, besitzt außerdem orange Akzente und ein RGB-beleuchtetes Aorus Logo. Außerdem sind schwarze Blenden für die M.2 Slots vorhanden, welche nicht nur einen optischen Aspekt haben, sondern auch eine verbaute M.2 SSD kühlen und somit auch einen funktionalen Aspekt haben. Insgesamt wirkt das Design sehr abgestimmt und lässt das Mainboard hochwertig wirken. Wer den agressiven Look der Aorus-Boards mag und wen die orangen Akzente nicht stören, scheint mit diesem Mainboard gut aufgehoben zu sein.
Verarbeitung
Das Mainboard ist solide und qualitativ hochwertig verarbeitet. Lediglich die vermutlich aus Plastik bestehende, metallisch aussehende Abdeckung für den Chipsatzkühler, in den auch die RGB Beleuchtung eingesetzt ist wirkt etwas billiger. Die VRM Kühler wirken hingegen sehr hochwertig und scheinen auf den ersten Blick eine mehr als ausreichende Kühloberfläche zu bieten. Auch das mitgelieferte Zubehör wirkt hochwertig verarbeitet.
Einbau
Dank der vorinstallierten IO-Blende verläuft der Einbau einfacher als bei Mainboards mit separater IO-Blende, da diese nicht erst voher in das Gehäuse installiert werden muss und nicht wie es vielen Nutzern passiert, beim Einbau vergessen werden oder nach mehreren Umbauten verloren gehen kann. Desweiteren ermöglicht der "G-Connector" das einstecken der Front-Panel-Anschlüsse in den Connector, sodass nur noch dieser auf das Mainboard gesteckt werden muss.
Benutzerfreundlichkeit der Software und Treiber
Die Treiber ließen sich einfach installieren und laufen einwandfrei. Bei der zusätzlichen Mainboardsoftware würde ich empfehlen zuerst das Gigabyte App Center zu installieren und im Anschluss jede weitere benötigte Software über den Download-Bereich der Software zu installieren.
Getestet habe ich die Programme @BIOS, EasyTune und SIV, da viele weitere wie z.B. USB Blocker nur in den wenigsten Anwendungsbereichen genutzt werden, wurden diese ausgelassen.
@BIOS ist ein Tool um über Windows seine BIOS Version zu aktualisieren bzw. zu flashen. Dies kann entweder über eine automatische Internetaktualisierung oder manuell mit einer entsprechenden BIOS Datei geschehen. Die Anwendung hat bei mir in beiden Fällen ohne jegliche Probleme funktioniert. EasyTune ermöglicht Übertakten der CPU und des Arbeitsspeichers, dabei gibt es bereits voreingestellte Profile, die jedoch nur eine minimale Übertaktung zulassen. Im Advanced Bereich lassen sich CPU Multiplier und die Spannungen anpassen, theoretisch gibt es auch eine Option die RAM Frequenz anzupassen, dies funktioniert in meinem Fall aber nicht. SIV ermöglicht das Auslesen von Systeminformationen, das Einstellen von System Alerts und das Einstellen der Lüfterkurven. Das Einstellen der Lüfter funktioniert einwandfrei, der einzige Kritikpunkt wäre, dass SIV die Lüfterkurve aus dem BIOS nicht übernimmt und auch eine angewendete nicht in das BIOS speichern kann, somit ist die BIOS Lüfterkurve bei Verwendung/Autostart von SIV fast nutzlos (lediglich während des Bootvorgangs wird die BIOS Lüfterkurve verwendet). Insgesamt ist die Software eine gute Ergänzung um während des Betriebes Einstellungen zu ändern, einziger größerer Kritikpunkt wären die zwei separaten Lüfterkurven (durch Software und BIOS).
BIOS
Nun zum BIOS, und somit einen der wichtigsten Bestandteile (neben Qualität und Features) eines guten Mainboards. Das BIOS Menü ist übersichtlich und gut unterteilt, sodass man so gut wie alle Optionen auf Anhieb findet. Alle notwendigen Einstellungsmöglichkeiten, wie Takt und Spannung, Bootreihenfolge, PCI-E Konfiguration und Chipsatz-Einstellungen und vieles weitere sind vorhanden. Bei den Spannungseinstellungen fiel jedoch auf, dass für die CPU VCore und VCore SOC Spannungen nur über einen Offset eingestellt werden konnten, sodass die daraus folgende Spannung nur auf einen Bereich abgeschätzt werden kann, während eine manuelle Spannungseingabe eine genauere/besser erkennbare Eingabe ermöglichen würde.
Ansonsten wirken alle weiteren Einstellungsmöglichkeiten passend.
Komfort bei der Handhabung
Ich habe das B450 Aorus Pro in Kombination mit einem Ryzen 5 2600 und einem 16Gb Gskill Ripjaws V 3200Mhz Kit verwendet. Bei dem Arbeitsspeicher musste ich leider feststellen, dass eine komplette RAM Kompatibilität nicht gegeben war. Zwar wurde das XMP Profil erkannt und auch die Einstellungen übernommen, jedoch ließ sich das RAM Kit selbst mit erhöhen der Spannung nicht auf den angegebenen 3200MHz betreiben, sondern "nur" auf 3000MHz (der RAM lief bereits auf einem anderen Mainboard mit der selben CPU mit den angegebenen Taktraten stabil).
Die CPU ließ sich auf 4,2GHz bei ähnlichen Spannungseinstellungen wie bei einem zuvor genutzten Mainboard betreiben, konnte jedoch selbst mit erhöhten Spannungen nicht das bisher mit der selben CPU erreichte, stabile Maximum von 4,25GHz erreichen, aufgrund der weniger erweiterten Spannungsoptionen ist dies jedoch eindeutig verkraftbar. Das Mainboard verfügt über sechs Temperatursensoren, welche eine sehr gute Überwachung ermöglichen, zwei davon befinden sich im Bereich der VRMs sodass die ungefähren VRM Temperaturen ausgelesen werden können, so erreichten diese mit Übertaktung nach 10min Last unter Prime95 eine Temperatur von 83°C, was einer sehr guten Temperatur entspricht. Generell wirkt das Mainboard, als sei es vollgepackt mit Features, es bietet eine gute Lüftersteuerung, es lassen sich interne sowie externe RGB LEDs (auch bis zu zwei digitale) steuern. Desweiteren bietet es natürlich alle üblichen B450 Features wie StoreMI, sowie USB 3.1 Gen. 2 (Einmal Typ A, einmal Typ C) .
Preis-/Leistungsverhältnis
Preis-/Leistungsmäßig gibt es kaum ein anderes Mainboard, welches so viele Features und eine so gute Verarbeitung und Kühlung bietet zu dem Preis bietet. Nur Overclocker oder Personen, die noch das letzte Bisschen an Leistung aus ihrem PC rausholen wollen sind hier aufgrund fehlender weiterer Spannungseinstellungen und fehlender BLCK Einstellung falsch aufgehoben.
Haltbarkeit und Vergleich zu anderen Produkten
Um die Haltbarkeit des Mainboards festzustellen müsste man einen längerfristigen Test durchführen, jedoch wirkt es aufgrund der guten Verarbeitung und Kühlung, als dass es auch länger halten würde/könnte. Vergleichen kann ich es mit meinem zuvor verbauten MSI B350 PC Mate und dem MSI B350M Mortar, welches ich in einem anderen PC verbaut habe. Das Mainboard muss sich in Sachen Speicherkompatibilität und Overclocking gegen die MSI Boards trotz ihres ineffizienteren 4-Phasen Designs geschlagen geben. Bei Features und Konnektivität und auch Kühlung brauch sich das Gigabyte B450 Aorus Pro nicht verstecken und schlägt die genannten MSI Modelle sogar, einzig die aufgrund des auf maximal vier Lanes beschränkten zweiten PCI-E X16 Slots nicht wirklich vorhandene Crossfire Unterstützung lässt zu wünschen übrig.
Fazit
Wer ein mit Features und guter Konnektivität vollgepacktes, hochwertig verarbeitetes und optisch ansprechendes Mainboard sucht ist mit dem Gigabyte Aorus Pro gut aufgehoben, solange man auf Crossfire und erweitertes Overclocking verzichten kann. Preislich ist dies auch mit 107,85¤ (Mindfactory, Stand 19.12.18) gut angesiedelt und angemessen. Ich würde mir lediglich ein weiteres BIOS Update zur Optimierung der Speicherkompatibilität wünschen.