Produkttester
TLDR: Ein extrem leiser Kühler mit guter Kühlleistung und einem schönen Design (schlicht und schwarz), einfach zu verbauen (Schraubendreher mit mindestens 13cm Stiellänge, besser 15+cm benötigt). Die mitgelieferte Wärmeleitpaste ist mit der NT-H1 von Noctua vergleichbar (meine Messungen)
Einleitung
Im Rahmen des Testers Keepers Programmes von Mindfactory wurde ich ausgewählt den Enermax T50 AXE Silent Edition CPU-Kühler zu testen.
In diesem Test wird der Kühler einem be quiet! Pure Rock (mit einem be quiet! Shadow Wings Lüfter) gegenübergestellt, des Weiteren werde ich den Enermax ETS T50 AXE Silent Edition für den weiteren Verlauf dieser Review lediglich T50 nennen.
Das Testsystem und die benutzte Software sehen wie folgt aus:
Gehäuse: Coolermaster Centurion 5 II 140mm Lüfter vorne 120mm Lüfter hinten
CPU: Ryzen 5 1600 3,8GHz 1,33V
GPU: Gainward Phoenix GTX 1060 6GB
RAM: 16 GB Corsair Vengeance LPX 3000
Motherboard: Gigabyte GA-AB350-Gaming 3
Software: HWInfo64 (Monitoring Software), AIDA64, Prime95 (29.4), Blender, Overwatch, Ace Combat 7
Der Kühler
Verpackung:
Nettes Design und einfach zu öffnen. Neben dem Kühlkörper sind in der Box ein 140mm PWM Lüfter, die Befestigungshardware für alle gängigen Intel und AMD Sockel (ausgenommen TR4) sowie eine kleine Spritze Wärmeleitpaste die für ca. 1-3 Anwendungen reichen sollte. (Je nach CPU-Größe)
Kühlerdesign und Verarbeitungsqualität:
Der Lüfter ist schwarz und macht einen wertigen Eindruck, er ist mit Gummipads bestückt, um Vibrationen zu entkoppeln. Das Kabel des Lüfters ist flach und lang genug für alle Konfigurationen, für meinen Fall vielleicht sogar etwas zu lang, da es etwas schwieriger war das Kabel ansehnlich zu verlegen.
Auch standardmäßig an der Rückseite des T50 angebracht ist ein sogenannter "Air Guide", ein an den Auflageflächen ebenfalls mit Gummipads entkoppelter Plastitclip (leicht entfernbar), der aus einer äußeren Fassung und einem drehbaren Ring aus gekippten Plastiklamellen, die den Luftstrom in die für das gewählte Belüftungskonzept passende Richtung zu leiten sollen.
Die Lamellen sowie die Heatpipes sind mit einer matt schwarzen Beschichtung überzogen. Sie ist sehr gleichmäßig aufgetragen und sorgt für ein sehr stimmiges, unauffälliges Gesamtbild und einen wertigen Eindruck, lediglich die Enden der Heatpipes sehen etwas ungleichmäßig aus. Hier wären Kappen, wie sie beim be quiet! Pure Rock verbaut sind, noch einen Tick hübscher gewesen. Die Befestigungshardware ist ebenfalls schwarz lackiert, lediglich die Brackets für die Lüfterbefestigung sind nicht lackiert.
Die Baseplate besteht aus 5 Heatpipes, die in einem Aluminiumblock eingelassen sind, die Heatpipes berühren direkt den CPU-Heatspreader ( direct touch ). Hier gibt es einige kleinere Unebenheiten, jedoch sind zwischen den Heatpipes keine tieferen Rillen vorhanden, wie es beim Thermalright Macho Direct der Fall ist.
Anleitung und Montage:
Die Anleitung ist mit gut verständlichen Bildern gestaltet, sodass die Installation auch für Anfänger ohne größere Probleme durchführbar ist. Jedoch fehlt in der Anleitung für AMD-Desktop-Sockel (AM4 etc.) das Entfernen der Haltelaschen sowie der Backplate vom Mainboard als erster Arbeitsschritt, man kann es zwar durch einen einfachen Vergleich zwischen Bild und Mainboard schnell herausfinden, dennoch ein kleiner Makel.
Es gibt eine Backplate mit zwei verschiedenen Seiten, eine für Intel Sockel (ausgenommen LGA 2011/2066) und eine für AMD Sockel, was später übrig gebliebene Teile spart.
Die Schrauben sind so geformt, dass sie nur in einer Ausrichtung ganz in die Löcher in der Backplate passen, sodass die Schrauben, nach dem sie mit den mitgelieferten Gummiringen befestigt wurden, nicht zur Seite verrutschen können.
Steckt man nun die Schrauben durch das Mainboard muss man Abstandshalter über die Schrauben stecken und darauf eine Trägerplatte befestigen, dann kann man den Kühler (Sofern bereits Wärmeleitpaste aufgetragen wurde) an zwei fest verbauten federgespannten Schrauben befestigen. Die mitgelieferte Wärmeleitpaste hat eine weich-cremige Konsistenz und lässt sich sehr leicht verarbeiten.
Beim Befestigen kann man die Schrauben bis zum Anschlag rein drehen, da der Schraubweg kleiner ist als der Federweg der Federn, somit kann man hierbei auch kaum einen Fehler machen. Für das Festziehen der Schrauben benötigt man jedoch einen langen Kreuz-Schraubendreher (Stiellänge ab ca. 13cm, lieber 15cm), da der Kühlkörper durch das asymmetrische Design über eine Schraube ragt und man nur über eine kleine Einbuchtung in den Lamellen an die Schraube kommt.
Tipp: Den Air Guide - erst nach dem Einbau des Mainboards und dem Anschließen der Kabel (Lüfterkabel und CPU-Power) anbringen, da dies sonst sehr schwierig werden kann.
Testmethode
Bedingungen:
Die Lüfterkurve in den BIOS Einstellungen bleibt unverändert.
Der T50 wird mit installiertem Air Guide - getestet.
Für eine bessere Vergleichbarkeit wird der T50 einmal mit der mitgelieferten und einmal mit der Noctua NT-H1 Wärmeleitpaste getestet, da diese ebenfalls für den Pure Rock verwendet wird.
Die Kühler werden Folgenden Tests unterzogen:
Leerlauf
AIDA64 (CPU, FPU, Cache)
Prime95 (Small FFTs)
Blender (RyzenGraphic 600 Samples 1600x1600px)
Overwatch (Practice Range)
Ace Combat 7 (Mission 7)
Messmethode:
Zwischen den Tests liegen mindestens 5 Minuten Abkühlzeit, um sowohl CPU- als auch Raumtemperatur abkühlen zu lassen. Die Stresstests (Aida64 und Prime95) laufen solange, bis sich die Temperatur auf ein stetiges Niveau eingependelt hat, welches erreicht ist, wenn dieselbe Temperatur für 2 Minuten konstant anliegt. Der Blender Test wird einmal durchgeführt. Der Overwatch Test findet auf der Practice Range statt hierbei werden sowohl CPU als auch GPU Temperatur gemessen.
Die Temperaturwerte werden in K”T der Umgebungstemperatur angegeben, die Umgebungstemperatur wird nach jedem Test kontrolliert und das jeweilige Ergebnis daran angepasst.
Testergebnisse
Kühlleistung:
Der T50 zeigt auch mit der mitgelieferten Wärmeleitpaste in allen Tests eine gute Performance und sorgt unter Last durchweg für um 4-5°C niedrigere Temperaturen als der Pure Rock, was sich Prozentual in 9-15% (gerundet) besserer Kühlleistung widerspiegelt.
Die Noctua NT-H1 Wärmeleitpaste lieferte in meinem Fall lediglich eine Temperaturdifferenz von maximal 1°C. Somit lässt sich sagen, dass die Pasten unter meinen Testbedingungen eine identische Leistung zeigen.
Geräuschentwicklung:
Der T50 wird seinem Beinamen Silent Edition - in vollem Umfang gerecht, er zeigt unter den oben beschriebenen Bedingungen eine sehr große Laufruhe, selbst unter Prime95 Last ist der Kühler lediglich mit einem dumpfen, für mich sehr angenehmen Luftrauschen zu hören und das auch nur wenn man gezielt darauf achtet. Im Leerlauf ist er praktisch unhörbar, da dort die meine Festplatten die lautesten Komponenten sind. Auch produziert der Lüfter, dank guter Entkopplung keine nervigen Vibrationsgeräusche, wie es z.B. mein Wraith Spire (Ryzen Stockkühler) macht.
Im Vergleich mit dem Pure Rock ist der T50 sowohl im Leerlauf als auch unter Last um Einiges leiser im Betrieb. So ist der T50 kaum zu hören, wohingegen der Pure Rock zwar immer noch leise, jedoch auch ohne gezieltes Hinhören wahrnehmbar ist (lauteres etwas helleres Luftrauschen).
Preis/Leistungs-Verhältnis:
Der T50 ist zurzeit für ca. 35€ erhältlich und bietet bis auf ein paar Kleinigkeiten ein schönes Design, gute Kühlleistung und eine hohe Laufruhe. Somit bietet der T50 für seinen Preis ein wirklich attraktives Gesamtpaket.
Fazit
Der Enermax ETS T50 AXE Silent Edition ist ein Leistungsfähiger und besonders Leiser CPU-Kühler, der auch noch gut dabei aussieht. Auch der Einbau gestaltet sich unkompliziert, sofern man im Besitz eines Schraubendrehers mit mindestens 13-15cm Stiellänge ist. Die mitgelieferte Wärmeleitpaste lässt sich gut verarbeiten und steht bei einer Midrange CPU (Ryzen 5 1600 @ 3,8GHz 1,33V) der NT-H1 von Noctua in nichts nach.
Alles in Allem kann ich den Kühler für alle empfehlen, die sich einen leisen Kühler wünschen und einen gewissen Wert auf Ästhetik legen. Auch für (noch) ungeübte PC-Bastler/Bastlerinnen sehr empfehlenswert.