Produkttester
Die MSI MPG Coreliquid P13 360mm im Praxiseinsatz
Bevor ich auf die Details der Kühlung eingehe, möchte ich kurz auf die Rahmenbedingungen dieses Tests hinweisen: Ich habe die MSI MPG Coreliquid P13 in der 360mm-Version im Rahmen der "Testers, Keepers"-Aktion von Mindfactory erhalten. In meinem bisherigen System war eine Arctic Liquid Freezer II 360mm verbaut, die oft als Referenz für ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis und brachiale Kühlleistung gilt. Als Test-CPU dient ein AMD Ryzen 7 7800X3D, der durch sein Design mit dem 3D-V-Cache sehr sensibel auf Temperaturveränderungen reagiert und die Kühlung vor eine echte Herausforderung stellt.
Design
Beim Design geht MSI mit der MPG Coreliquid P13 einen modernen Weg, der Eleganz und Funktionalität kombiniert. Das auffälligste Merkmal und für mich ein absolutes Highlight ist das integrierte Display auf dem Pumpendeckel. Es fügt sich nahtlos in das Gesamtbild ein und ist im Alltag extrem nützlich, um beispielsweise die CPU-Temperatur oder die aktuelle Auslastung direkt im Blick zu behalten, ohne ein Software-Overlay nutzen zu müssen. Die beiliegenden A-RGB-Lüfter sorgen für eine stimmige Beleuchtung, die durch das matte Schwarz der restlichen Komponenten sehr edel wirkt. Im direkten Vergleich zu meiner alten Arctic-Kühlung wirkt die MSI P13 deutlich zeitgemäßer und hochwertiger. Während die Arctic eher zweckmäßig und fast schon industriell aussieht, ist die MSI-Lösung ein echtes optisches Upgrade für Systeme mit Sichtfenster.
Verarbeitung
Hinsichtlich der Verarbeitung lässt die P13 kaum Wünsche offen. Ein besonders durchdachtes Detail ist die elegante Verkabelung: Die Kabel für die Lüfter verlaufen direkt unter der Schlauchummantelung. Das sorgt für eine extrem aufgeräumte Optik, da man keine störenden Kabelstränge sieht, die vom Radiator zum Pumpenblock führen. Die Schläuche selbst sind hochwertig gesleevt und bieten eine gute Balance zwischen Flexibilität und Stabilität. Auch die Pumpeneinheit macht einen sehr robusten Eindruck. Im Vergleich zu günstigeren All-in-One-Lösungen merkt man hier deutlich, dass MSI auf hochwertige Materialien setzt. Es gibt kein Spiel bei den Halterungen und auch die Lüfterrahmen wirken verwindungssteif, was Vibrationen im Betrieb effektiv vorbeugt.
Montage
Die Montage der MSI P13 war für mich eines der persönlichen Highlights dieses Tests. Das System ist absolut intuitiv und die Anleitung führt sicher durch die notwendigen Schritte. Ein massiver Vorteil gegenüber der Konkurrenz ist, dass die Lüfter bereits ab Werk auf dem Radiator montiert sind. Das spart nicht nur Zeit, sondern schont auch die Nerven beim Zusammenbau. In meinem Gehäuse bot die MSI P13 zudem eine hervorragende Kompatibilität. Da der Radiator der MSI dem Standardmaß entspricht und nicht so extrem massiv wie bei der Arctic ausfällt, gab es keinerlei Konflikte mit den VRM-Kühlern des Mainboards oder den RAM-Riegeln. Der gesamte Umbau war in Rekordzeit abgeschlossen.
Leistung
In der Paradedisziplin, der Kühlleistung, muss ich jedoch meinen Hauptkritikpunkt ansetzen. Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zu meinem bisherigen System. Mein Ryzen 7 7800X3D bleibt im Idle zwar bei etwa 40 Grad, doch unter Last offenbaren sich die Schwächen. Während intensiver Gaming-Sessions oder Benchmarks liegen die Temperaturen spürbar höher als bei der Arctic Liquid Freezer II. Bei Volllast in Cinebench R23 erreichte die CPU-Werte, die etwa 5 bis 7 Grad über denen der Arctic lagen.
Hierbei muss ich erwähnen, dass ich für den Test die mitgelieferte Wärmeleitpaste von MSI verwendet habe. Zu dieser Paste gibt es leider keinerlei technische Angaben oder Spezifikationen seitens des Herstellers, was für Enthusiasten etwas unbefriedigend ist. Ob die deutlich schlechtere Kühlleistung an der Paste, der geringeren Radiatordicke oder der Pumpencharakteristik liegt, ist schwer zu sagen | im direkten Vergleich zieht die MSI P13 leistungstechnisch jedoch klar den Kürzeren. Positiv hervorzuheben ist lediglich, dass die Lüfter durch eine moderate Maximaldrehzahl selbst unter Last vergleichsweise leise bleiben und nicht extrem laut werden.
Preis-/Leistungsverhältnis
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist zwiegespalten. Man erwirbt hier eine Kühlung mit Premium-Features wie dem Display und der eleganten Kabelführung, die den Preis optisch rechtfertigt. Wer jedoch die maximale Kühlleistung für sein Geld sucht, wird enttäuscht. Ein weiterer Punkt ist die Software-Anbindung: Um das Display und die Beleuchtung zu steuern, wird das MSI Center benötigt. Diese Software reagierte auf meinem Testsystem teils recht träge, was bei der Einstellung der Display-Inhalte etwas Geduld erforderte. Für Nutzer, die Ästhetik über die letzten paar Grad Kühlleistung stellen, ist das Paket dennoch interessant, auch wenn der Preis im Hinblick auf die reine Performance ambitioniert ist.
Haltbarkeit & Vergleich zu ähnlichen Produkten
Was die Haltbarkeit betrifft, machen die Komponenten einen soliden Eindruck. Die Verarbeitung der Schläuche und der Pumpe wirkt verlässlich. MSI gewährt auf das Produkt eine Garantie von drei Jahren, was für diese Preisklasse vergleichsweise kurz ist, wenn man bedenkt, dass andere namhafte Hersteller bis zu sechs Jahre bieten. Im Vergleich zu anderen 360mm-Modellen im Testfeld positioniert sich die P13 eher als Lifestyle-Produkt. Sie ist eine der schicksten und am einfachsten zu montierenden Optionen, bleibt aber bei der absoluten Kühl-Performance hinter den Spitzenreitern zurück.
Fazit
Die MSI MPG Coreliquid P13 360mm hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Meine persönlichen Highlights sind ganz klar die hervorragende, unkomplizierte Montage dank des UNI BRACKETS und das fantastische Display auf dem Pumpenblock, das den Rechner optisch massiv aufwertet. Auch die unter dem Sleeve versteckte Verkabelung sorgt für einen beneidenswert sauberen Look im Gehäuse.
Mein Hauptkritikpunkt ist jedoch die im Vergleich zu meiner vorherigen Kühlung deutlich schlechtere Kühlleistung. Dass MSI hier bei der Wärmeleitpaste spart und keine technischen Daten dazu liefert, passt nicht ganz zum Premium-Anspruch des restlichen Pakets. Wer eine extrem einfach zu installierende und optisch überragende AiO sucht und dafür bereit ist, ein paar Grad höhere Temperaturen in Kauf zu nehmen, wird mit der P13 glücklich. Wer jedoch das Maximum an Kühlpower für einen hitzigen Prozessor wie den 7800X3D sucht, muss hier leider Abstriche machen. Für mich persönlich ist sie ein optischer Gewinn mit funktionalen Kompromissen.