Verifizierter Kauf
9 œ Jahre ist es her als ich das letzte Mal einen Computer zusammengebaut habe. Mein alter i7 2600, der zwar eine akzeptable Spieleleistung brachte, aber beim Rendern und anderen Multicore-Anwedungen ins Schleudern gerät, sollte endlich ausgetauscht werden.
Also nutzte ich jetzt, wo sich der CPU-Markt im Umschwung befindet die Gelegenheit, um auf die "Ryzen-Welle" aufzuspringen und ein B550 Mainboard zu kaufen.
Im Vorfeld habe ich den Kauf von B450 oder x570-Boards ausgeschlossen, da Erstere mit Ryzen 3000 (und voraussichtlich auch mit 4000) sehr heiß laufen, und Letztere deutlich teurer sind und einen nervigen Chipsatzlüfter besitzen, der besonders anfällig für Spontanausfälle ist. Nicht zu vergessen: Mainboards mit einem B550 Chipsatz kommen mit 20 PCIe 4.0 Lanes (16x Grafinkkarte + 4x NVME). Und obwohl es im Moment kaum Hardware-Lösungen gibt, die PCIe 4.0 unterstützen: Sie werden bald kommen. Der Kauf einer B550-Platine ist also ein Zukunftsversprechen an den Käufer.
Mein Ziel war es ein upgradefähiges Mittelklasse-System für die tägliche Anwendung von Office-Programmen, Musik- und Videoproduktion und gelegentliches Gaming zusammenzustellen, das auch AMDs kommende Zen-3-Prozessoren unterstützen soll. Und so hochgelobt die Qualität der B550-Mainboards ist, mehr als 180 € wollte ich dafür nicht hinblättern. In dieser Preisklasse gab es für mich eigentlich keine bessere Wahl als Gigabytes B550 Aorus Pro.
Lieferumfang:
- 2 SATA-Kabel
- 2 Kabelbinder (gerne mehr davon, Gigabyte!)
- Aorus-Sticker und aufklebbares Aorus-Wappen
- (Antiquierte) Treiber-CD. Ich werde nicht müde es zu wiederholen: Liebe Mainboard-Hersteller, steigt doch bitte auf USB-Flash um. Wir Endverbraucher sind es leid, CDs zu stapeln. CD-Laufwerke werden immer seltener verwendet und so schicker, kleiner "Aorus-USB-Stick" am Schlüsselbund fände weit mehr Verwendung.
- Ein sog. "G-Connector" fürs Kabelmanagement am Front-Panel
- Das gewohnt gute Manual
System:
CPU: AMD Ryzen 5 3600
Kühler: Scythe Mugen 5 (Rev B)
RAM: 16 GB G.Skill RipJaws V (3.200 MHz)
GPU: 4 GB Gigabyte Aorus RX 580
Gleich nach dem Auspacken sticht die hervorragende Verarbeitungsqualität in die Augen: 6-Layer PCB, angewinkelte SATA-Ports, lamellierter VRM-Kühlkörper, verstärkter PCIe-16-Slot, mattschwarzes Finish mit orange- und graufarbenen Akzenten.
Nach dem Einbau der restlichen Komponenten und erfolgreichem POST-Screen, ging es erst einmal ins BIOS.
Das XMP-Profil wurde sofort erkannt und problemlos geladen. Für manuelles Overclocking gibt es zahlreiche Möglichkeiten Spannung und Takt der CPU und RAM von Hand einzustellen. Allerdings lasse ich die Finger davon, da ich derzeit nicht plane Systemkomponenten zu übertakten.
Die Lüftersteuerung ist sehr übersichtlich und intuitiv zu bedienen. Jeder Lüfter kann einzeln angesteuert werden und eine individuelle Drehzahlkurve definiert werden. Je nach Gehäuse kann auf diese Weise nahezu neutraler Luftdruck erreicht werden, - vorausgesetzt man bringt die dafür notwendige Geduld (und eine Menge an Räucherstäbchen) mit.
In meinem provisorischen Gehäuse mit suboptimalem Luftstrom wird die CPU laut Temperatursensor im idle gerade einmal 38 °C warm. Die Temperaturen im restlichem System (Grafikkarte ausgenommen) bewegen sich zwischen 33-36 °C.
Positives:
- Sehr leistungsfähige Spannungswandler (Intercell 12+2) mit zwei ordentlichen Heatsinks, die via Heatpipe miteinander verbunden sind
- Prall gefülltes Backpanel mit 11 USB-Typ-A-Ports (+1 USB-C) und einem
- BIOS Flashback Button
- Sage und schreibe 8(!) Lüfteranschlüsse
- Hervorragender Onboard-Sound (Realtek ALC1220 Codec)
- Sehr dezente RGB-Beleuchtung auf- und unterhalb der I/O-Shroud
- m.M.n. sehr übersichtliches BIOS mit ausgeklügelter Lüftersteuerung
Negatives:
- Kein Frontpanel USB-C-Anschluss (allerdings kein Problem, wenn man ohnehin ein Gehäuse ohne standardmäßigen USB-C-Port besitzt)
- Kein Postcode (was ohnehin eine untergeordnete Rolle spielt, wenn man nicht overclockt)
Fazit:
Kühl, stylish, viele Anschlüsse, gutes BIOS und keine überflüssigen Features. Ich könnte nicht zufriedener sein mit diesem Board. Wer im nächsten Jahr mit Ryzen 4000 plant, der macht mit diesem Board definitiv nichts falsch.
Großes Dankeschön an Mindfactory für die gewohnt schnelle und problemlose Lieferung!