Produkttester
Ich habe das Gehäuse im Rahmen der Testers Keepers-Aktion von Mindfactory erhalten.
TL;DR:
Am besten die 25€ günstigere BTF-Variante nehmen
Top Preis-Leistung
PCIe-Riser und Reverse-Lüfter dabei
Modellvarianten
Es gibt vom Adata XPG Invader X insgesamt drei Varianten, jeweils in schwarz und weiß. Ohne Lüfter, mit Lüftern und als BTF-Variante inklusive Lüftern.
Zum Test lag mir die schwarze Version ohne BTF-Ausschnitte aber inklusive Lüftern vor.
Verpackung und Lieferumfang
Das Gehäuse kommt gut verpackt aber wenig außergewöhnlich mit Umkarton und zwei geformten Schaumstoffteilen. In eines davon ist die Schachtel mit Zubehörteilen eingelassen.
In diesem befinden sich neben den üblichen Schrauben und fünf Nylonkabelbindern auch ein Stickerset mit Anime-Girls aus der Frontline XL Saga Series von XPG. Nicht meins, aber wer sein Setup mit einem durchgehenden Theme gestalten möchte, findet bei XPG u.a. auch passende Mousepads.
Größter Bonus ist imho die mitgelieferte Grafikkartenhalterung inklusive PCIe4.0x16-Riserkabel für die vertikale GPU-Montage. Bei dem Preispunkt keine Selbstverständlichkeit, bei anderen Herstellern kostet das 30€ aufwärts extra.
Außerdem gibt es eine kleine Grafikkartenstütze.
Im Case verbaut sind bereits 5 ARGB-Lüfter. 4 davon sind Reverse und 1 normal. Ein Fan-Hub gibt es nicht, die Lüfter sind ab Werk per DaisyChain verbunden.
Eine gedruckte Anleitung liegt ebenfalls bei.
Verarbeitung
Das Gehäuse besteht aus Glas und Stahl. Die Bleche sind nicht übermäßig dick, aber an den richtigen Stellen gefaltet, um ausreichend Stabilität zu gewährleisten. Das Mainboardtray könnte aber etwas mehr Stabilität vertragen. Hier machen sich dann doch die vielen Cutouts bemerkbar. Die Perforationen sind sauber gearbeitet und bilden ein Muster aus Dreiecken.
Das Glasseitenteil und die Glasfront hat hat einen stabilen Metallrahmen und das Glas wird nicht direkt verschraubt wie bei günstigeren Gehäusen.
Deckel, Seitenteile, PSU-Shroud und PCIe-Slot-Blech lassen sich mit Captive Screws mit Gummiunterlegscheiben werkzeuglos abbauen. Negativ fällt aber auf, dass die PCIe-Slot-Cover zum herausbrechen sind. Es liegen zwar 3 Ersatzcover bei, aber bei häufigen Umbauten unterschiedlicher Grafikkartenorientierung und Mainboardwechseln könnten hier schnell Lücken bleiben.
Die Front ist ebenfalls werkzeuglos entfernbar, wird aber nur eingeklippst und ist nicht geschraubt.
Die Füße nehmen die volle Breite des Gehäuses ein und sind dennoch ventiliert. Also quasi keine Gefahr, dass man einen einzelnen Fuß abbricht und das Gehäuse steht wie eine eins.
Aufbau
Das Gehäuse hat Front und Seitenteil aus Glas. Die rechte Seite besteht aus Stahl mit Lüftungsöffnungen für den Side-Intake. Der Deckel ist perforiert und besitzt einen magnetischen Staubfilter aus grobem Mesh. Da hier meist Exhaust-Lüfter angebracht werden, eine gute Wahl. Das gleiche Mesh wird auch an der Seite verwendet. Da die Lüfter hier aber Intake sind, könnte dies im langfristigen Betrieb der Hauptzugang für Staub im System werden.
Vorsicht ist geboten bei der Verwendung eines Radiators an der Seite. Die verbauten Lüfter schließen bereits auf einer Ebene mit dem Mainboardtray ab. Will man hier einen Radiator verbauen, muss man zwingend die vertikale GPU-Montage wählen!
Der Boden verfügt über einen durchgängigen Staubfilter aus feinem Metallgeflecht, das deutlich feiner ist als oben/seitlich. Dieser filtert sowohl den Boden-Intake als auch den Netzteillüfter. Gut gelöst ist, dass diser seitlich herausnehmbar ist und man das Case nicht auf dem SChreibtisch nach vorne ziehen muss.
Das Mainboardtray hat großzügige Ausschnitte, die evtl. sogar für ein mATX-BTF-Board passen könnten. Die Kabeldurchführungen verfügen aber an keiner Stelle über Gummimanschetten.
Hinter dem Tray befindet sich noch eine Abdeckung, die die Laufwerksplätze beherbergt und quasi direkt hinter dem Prozessor hochläuft. Zur Montage von Laufwerken muss man diese herausschrauben. Einen Laufwerkskäfig im Boden gibt es nicht, es finden aber 3x 2,5" oder 3,5"-Laufwerke Platz.
Das Front-IO bietet neben 2 USB3.0-A auch einen USB3.2-C und einen 3,5mm-Audio-Kombianschluss. Ein Splitter auf zwei einzelne Audiobuchsen liegt nicht bei und es gibt kein USB2.0, ist heutzutage aber auch nicht mehr Standard.
Bauerfahrung
Die Front kann man getrost verbaut lassen. So bleibt das Gehäuse deutlich stabiler und sie stört kaum.
Hinter dem Mainboardtray ist ausreichend Platz für Kabelmanagement. Ich habe jedoch auch keine Laufwerke verbaut, wodurch deren Montageplätze super zum Verlegen und Befestigen von Kabeln freiblieben.
Man sollte aber am besten ein breites Mainboard verwenden, dass bis zu den dritten Standoffs reicht. Ansonsten bleiben recht viele Kabel aufgrund der Kabeldurchführungen ohne Gummimanschetten sichtbar.
Die Auslieferungskonfiguration der Lüfter habe ich aufgelöst, da alle Lüfter-Anschlüsse miteinander verbunden waren. Das kann einen Fan-Header durchaus überfordern, da jeder Lüfter mit bis zu 0,25A spezifiziert ist. Hier hätte Adata gerne nur die drei Seitenlüfter verbinden dürfen.
Zum Einstöpseln des CPU-Stromkabels ist oben ohne Lüfter oder Radiatoren gut Platz, auch wenn ein CPU-Kühler bereits verbaut ist.
Besonders postitv ist, dass die Front-IO-Kabel im Auslieferungszustand bereits sauber von vorne durch einen angeschraubten Kabelkanal auf der Unterseite bis hinter die Seitenlüfter geführt werden und erst im Bereich des Netzteils wieder nach oben kommen. Dadurch hat man keine losen Kabel im Hauptraum rumfliegen.
Ansonsten war der Einbau eines kompletten ATX-Systems mit langer Grafikkarte mit 3 Slots Dicke und drei Lüftern kein Problem und schnell erledigt.
Auch der vertikale Einbau der GPU ist in wenigen Minuten erledigt. Hierzu wird der gesamte Bereich mit den PCIe-Covern komplett ausgetauscht und nur noch das mitgelieferte Riser an zwei Stellen der Netzteilkammer verschraubt.
Optik
Durch den konsequenten Einsatz von Reverse-Blade-Lüftern ist das Gehäuse ein echter Hingucker. Durch das große Seitenteil und die Front aus Glas kommt die Hardware super zur Geltung. Besonders mit vertikalter Grafikkarte hat man damit ein sehr ansprechendes System.
Kleiner Wehrmutstropfen ist, dass die Kabel des Netzteils so gut zu sehen sind, da die gesamte Netzteilkammer oben perforiert ist.
Außerdem ist wie erwähnt das Verstecken von Kabeln manchmal ein Problem. Von einigen Gummimanschetten an Kabeldurchführungen könnte das Gehäuse massiv profitieren.
Airflow, Lautstärke, Temperatur
Bereits die mitgelieferten Lüfter reichten aus, um das Testsystem (Gesamtleistung ca. 500W) mit Frischluft zu versorgen. Die Temperaturen lagen ca. 8 Grad über einem offenen Aufbau. Ein bis zwei zusätzliche Exhaustlüfter im Deckel wirken nochmals und verringern die Temperaturen auf ca. 5 Grad.
Dabei werden die Lüfter nicht aufdringlich.
Auch mit vertikalter GPU ist zwischen GPU-Lüftern und Seitenteil noch genug Platz, dass diese nicht erstickt. Ein 5-Slot-Monster sollte man aber nicht verwenden.
Die CPU mit einem großen Tower-Kühler hatte zu keinem Zeitpunkt Probleme, die Temperaturen zu halten. Der Bodenlüfter war für die GPU-Temperaturen sehr vorteilhaft.
Fazit und Einordnung
Mit dem Invader X bietet Adata ein gutes Gehäuse der mittleren Preisklasse um die 100€. Besonders die Varianten mit verbauten Lüftern und mitgeliefertem PCIe-Riser bieten viel Leistung für den aufgerufenen Preis, da diese Komponenten normalerweise bereits ca. 60€ ausmachen würden. Noch besser als das hier getestete Produkt, das zum testzeitpunkt fast 120€ kostet, wäre aber die aktualisierte BTF-Variante. Diese ist derzeit für knapp 90€ zu haben und bietet erhöhte Kompatibilität mit BTF-Boards.
Wer also ein Panorama-Case sucht ohne durchgehendes Glas, ist hier bestens aufgehoben. Das Gehäuse ist durchdacht und macht viel Spaß. Ein paar kleinere Abzüge in der B-Note gibt es aber dennoch.