Produkttester
Hallo!
Nachdem ich es erst gar nicht glauben konnte, durfte ich mich nach einer Mail der Mindfactory Marketing Abteilung als glücklicher Tester eines Asus Produktes schätzen. Ich konnte somit das Asus Prime Z270-A testen.
Zur Vorgeschichte:
Ich war seit längerem auf der Suche nach einem neuen Audio-Recording System. Aufgrund meiner längeren Abstinenz im Desktop-Sektor und der Zufriedenheit mit meinem mittlerweile in die Jahre gekommenen Q9400 Quad-Cores gestaltete sich die Suche etwas schwierig, da der Markt mittlerweile schier unendlich groß geworden ist und die Kaufberatung im Bereich für geeignete Audio Hardware sehr klein ausfällt. Mein präferiertes System baute erst auf einem AsRock Mainboard auf, das konnte ich jetzt aber durch das Prime Z720-A ersetzen. Die weiteren Komponenten, welche für den Test benutzt wurden, waren folgende:
Intel i7 7700K
Scythe Mugen 4 PCGH-Edition Tower Kühler
16GB Corsair Vengeance LPX schwarz DDR4-3000 DIMM CL15 Dual Kit
250GB Samsung 960 Evo M.2 2280
Da ich aufgrund laufender Arbeitsprojekte meinen alten PC inkl. Silent-Gehäuse nicht komplett ausschlachten konnte, kaufte ich kurzerhand noch ein be quiet! Pure Base 600.
Verpackung und Versand:
Das Mainboard kam ausreichend gesichert in einer normalen Pappverpackung und einer antistatischen Folie drum herum. Unterm Mainboard waren neben dem (nur englischsprachigen) Manual und einer Kurzanleitung noch 3x Serial ATA 6GB/s Kabel, die SLI-Bridge, ein Q-Connector, ein CPU Installation Tool, das Q-Shield und M.2-Schrauben. Alles war einzeln und gut verpackt und konnte nicht dem Mainboard in der Verpackung durch herumfliegen o. Ä. schaden.
Der Versand durch Mindfactory erfolgte schnell und unkompliziert.
Design:
Das Design des Mainboards empfinde ich als sehr gelungen und übersichtlich. Mir gefällt sehr die weiße Plastikverkleidung der Anschlüsse. Auch ist die Abdeckung des Chipsatzes sehr gefällig, obwohl ich leider in meinem geschlossenem Gehäuse nicht in den Anblick dieser kommen werde. Die einzelnen Anschlüsse sind notfalls auch ohne Bedienungsanleitung ersichtlich und auf dem Board ausreichend beschriftet. Mir gefallen auch die weißen Design-Striche, welche überall auf dem Board verteilt sind. Aufgrund der schwarz-weißen Farbwahl kommt für mich eine gewisse Schlichtheit auf, welche mir persönlich sehr gefällt.
Sehr schön geworden ist auch die AURA Led-Beleuchtung des Mainboards. Hier leuchtet und pulsiert ein LED-Strip in allen RGB-Farben. Zusätzlich lassen sich noch weitere LED-Strips anschließen.
Verarbeitung:
Zur Verarbeitung kann ich nur eins sagen: vollkommen mängelfrei. Alles ist gut befestigt und verlötet, alle Kanten des PCB sind abgerundet und in keinster Weise scharfkantig. Die Plasteverkleidungen sind fest verbaut und wackeln nicht, ebenso wie die Anschlüsse an der Rückseite des Boards. Hier sitzt alles fest und scheint für die Ewigkeit gebaut zu sein.
Montage:
Die Montage im Gehäuse war kinderleicht. Mainboard einsetzen ins Gehäuse | passt! Die üblichen Schrauben-Positionen waren alle an der korrekten Stelle und sitzen somit perfekt. Einzig die beiden Schrauben ober- und unterhalb der Anschlüsse sollten aufgrund der Plastik-Abdeckung definitiv mit einem normalen Schraubendreher fest geschraubt werden. Mein Schraubendreher mit Bit-Aufsatz war hier leicht zu breit, weshalb ich beinahe an die Plastikabdeckung gestoßen wäre. Mit einem (wie übrigens auch im Manual empfohlen
) normalem Schraubendreher passt hier wieder alles.
Nach Montage der CPU mithilfe des beigelegten CPU Installation Tools (die Montage wird damit zum Kinderspiel) springt die Plaste-Kappe des Schutzes vom CPU-Sockel von alleine ab und der Haltebügel kann geschlossen werden. Missfallen hat mir hier die Tatsache, dass weder im Manual noch im Beipackzettel des CPU Installation-Tool beschrieben wird, dass man hier beim Schließen des Bügels minimal Kraft anwenden muss. Hierbei bekommt man einen kurzen Moment Angst, dass man eventuell die hochempfindliche CPU bzw. den Sockel vom Board beschädigt hat - dem war aber natürlich nicht so.
Anschlüsse:
Das Prime Z270-A besitzt an der Rückseite insgesamt 4 USB 3.0 Anschlüsse, 2 USB 3.1-Anschlüsse, je 1x als Type-A und 1x als Type-C, 3x Video-Ausgänge in Form von je 1x HDMI, DVI und DisplayPort. Weiterhin findet man 1x LAN und die 5 Audio-Ausgänge des Realtek S1220A Crystal Sound 3 Soundchips einen Digitalausgang. Zwar befinden sich noch mehr USB-Anschlüsse auf dem Board, aber nicht nativ ausgeführt. Mir persönlich sind die reinen 4 Anschlüsse an der Rückseite allerdings zu wenig, hier hätten es gerne wenigstens noch 2 mehr sein können. Dies ist mein größter Kritikpunkt an dem Board | vermutlich muss Asus irgendwo Abstände zu den höherpreisigen Mainboards wahren.
Intern befinden sich neben den bereits erwähnten USB-Ports noch 6x S-ATA 6GB/s und 2x M.2-Anschlüsse, wobei einer davon nur als reiner PCIe-Anschluss genutzt werden kann, während der 2. auch als S-ATA-Anschluss funktioniert. Dies ist neben der Geschwindigkeit (PCI x2 oder x4) im UEFI einstellbar.
Zusätzlich gibt es noch Audio-Frontanschlüsse und natürlich die Anschlüsse für Power-/Reset-Switch, HDD-LED&etc.
Leistung:
Dadurch, dass das Prime Z270-A für OC ausgelegt ist, lohnt es sich, sofort nach dem Starten erstmal um UEFI Bios nachzuschauen, was es denn alles an Möglichkeiten dafür gibt. Persönlich finde ich das UEFI Bios des Mainboards leider sehr überfrachtet und unübersichtlich, hier bin ich immer noch ein bekennender Fan das alten blau-grauen BIOS. Glücklicherweise kann man zwischen einem "EzMode" und einem "Advanced Mode" umschalten. Im EzMode gibt es dann auch die EZ-Abstimmung, welches ein einfaches Overclocking des Systems erlaubt, in dem man das vorkonfigurierte "Profil Asus-Optimal" einstellt. Zusätzlich gibt es einen EZ Tuning Wizard, mit dem man als Anfänger zusätzlich das System easy overclocken kann.
Im Startbildschirm wird dann in Prozent auch der OC-Status angezeigt - sehr nett!
Nochmal kurz zum Test-Setup: Verbaut wurde ein i7 7700K, 16GB 3000Mhz Ram und eine M.2-SSD 960 Evo mit 250GB Speicher. Da mir leider ein Vergleich zu einem anderen Mainboard fehlt, kann ich hier nur von meinem Setup berichten.
Die Bios-Zeit beträgt bei mir ca. 16s. Dies empfinde ich als sehr hoch, da mein altes Board in 5s bereit war. Da mein System als Audio-Workstation angelegt ist, nutze ich da Tool LatencyMon, um die internen Latenzen des Gesamt-System zu testen. Dies ist natürlich auch Treiber-abhängig, doch hier zeigt sich grundlegend die Komposition des gesamten Systems. Und siehe da: diese schwanken zwischen 420-500 µs. Dies ist zwar nicht extrem gut, doch für ein potentes System ausreichend.
In Cubase 8.5 erreiche ich mit meinem Allzweck-Audio-Interface Focusrite 18i20 (noch USB2.0!) im Idealfall bei 48KHZ /24Bit und einer Buffergröße von 32(!) Samples ein Ein- und Ausgangslatenz von je 2,250ms. Dies ist absolut vortrefflich!
Weiterhin habe ich mit dem Samsung Magician SSD Tool eine Geschwindigkeitsmessung der M.2 Schnittstelle machen können. Hierbei konnte ich einmal eine Datenrate von 3200 MB/s erreichen, während bei anderen Messungen nur noch ca. 1950 MB/s erreichen (Lesen). Hier stellt sich die Frage, ob das Mainboard eventuell als Flaschenhals auftritt.
Alles in allem kann man dem Mainboard eine sehr gute Performance nachsagen. In meinem hastig zusammengestellten Windows 10 und installierten Audio-Anwendungen konnte ich weder Abstürze, Treiberprobleme, Temperaturprobleme oder andere Ungereimtheiten ausfindig machen. So soll es sein!
Zusatz:
Für mich persönlich uninteressant, doch trotzdem erwähnenswert zum Mainboard ist zu sagen, dass Asus für das Prime Z270-A Vorlagen zum 3D-Drucken liefert. Damit ist es möglich, sich zusätzliche Abdeckungen für das Mainboard und auch eine zusätzliche Lüfterhalterung für eine M.2-Schnittstelle selber zu drucken bzw. drucken zu lassen.
Weiterhin lässt sich mit der mitgelieferten Software "Aura" die RGB-Beleuchtung anpassen und einstellen.
Für mich sind diese Positionen vollkommen uninteressant, doch sollten sie nicht unerwähnt bleiben.
Fazit:
Aufgrund des fehlenden Vergleiches zu anderen Mainboards kann ich keine Benchmarks liefern, doch alles in allem kann ich dem Asus Prime Z270-A eine gute Bewertung aussprechen. Tadellose Verarbeitung, gute Komponenten, ausreichende Anzahl an Anschlüssen und interessante Features wie die RGB-Beleuchtung lassen das Mainboard im Feld der mittelpreisigen Mainboards gut dastehen und kann sich gegenüber der Konkurrenz sehen lassen. Einzig die geringe Anzahl nativer USB-Anschlüsse fällt als großes Manko des Mainboards auf. Anlass zur Kritik gibt es eventuell noch beim Design und Aufbau des UEFI Bios, doch ist dies immer eine persönliche Geschmackssache und fließt nur in einem geringen Teil in meine Bewertung mit ein.