Produkttester
Im folgendem Testbericht werde ich näher auf das NZXT H510i eingehen, welches mir zum Testen von mindfactory.de überlassen wurde. Zwischendurch werde ich auch ein paar Vergleiche zum nächst teureren Case der H-Serie ziehen, dem H700i, welches mir zur Zeit als Hauptcomputer dient.
Design:
NZXTs H-Serie ist allgemein in einem Design gehalten, welches schlicht aber elegant daherkommt. So ist es auch mit dem H510i, welches ein glattes, eckiges und förmiges Design aufweisen kann. Das Seitenpanel ist aus gehärtetem Glas und bildet zusammen mit den zwei LED-Strips hinter der Halterung für den Ausgleichsbehälter und an der Decke des Gehäuses den Blickfang des Cases. Was mich persönlich stört ist der Deckel des Cases. Die Aussparung für den Lüfter scheint lieblos angebracht zu sein und es ist kein Staubschutz gegeben da kein weiterer Deckel vorhanden ist, welcher den PC vor fallendem Staub schützen kann. Außerdem sieht man die Montageschrauben der Lüfter auf der Oberseite, was als störend empfunden werden kann. Das Problem löst NZXT bei dem großen Bruder, dem H700i, eleganter. Der bündige Abschluss der Netzteilblende zusammen mit dem Glaspanel sorgt für glatte Oberflächen und einen schönen Übergang, besonders ansehnlich ist auch das schraubenlose Design des Glases, welches über Klipse und einer Schraube an seinem Platz gehalten wird.
Verarbeitung:
Typisch für die H-Serie ist die Verarbeitung des H510i sehr hochwertig. Das Gehäuse ist aus Stahl gefertigt, welches stabiler, aber auch natürlich schwerer als ein Aluminiumgehäuse ist. Insgesamt wiegt das H510i knapp 7 kg. Das Seitenpanel aus Glas rundet die optische Wertigkeit des Gehäuses ab und ist außerdem kratzfest. Die Stecker und Anschlüsse des Gehäuse sind sauber verarbeitet, besonders hervorzuheben ist die Standfestigkeit des Gehäuses dank seiner 4 Füße, welche zusätzlich durch ihre Höhe genügend Airflow für das Netzteil bieten.
Leider sind die Bohrlöcher für die Schrauben alle ein wenig schlecht verarbeitet, die Schrauben lassen sich teilweise schwerer reindrehen, als ich es vom H700i gewöhnt bin. Auch das Stahl ist bei genauerer Betrachtung eher sehr dünn und scheint auch sehr kratzeranfällig zu sein.
Kompatibilität / Ausstattung:
Das H510i kommt mit zwei 120mm Lüftern, sowie einer Steuerungseinheit, mit der sowohl die Lüftergeschwindigkeiten, als auch der interne LED Strip gesteuert werden können. Softwareseitig wird hierfür die von NZXT entwickelte Anwendung CAM benutzt.
Das Gehäuse bietet Platz für 3x 2,5 SSDs, 3 x 3,5 HDDs, sowie Gehäuselüfter der Größen 1x 120mm und 3x 140mm. Hinter der Front passt sogar ein 280mm Radiator für Wasserkühlungen hin. Das ist ziemlich beeindruckend für ein vergleichsweise kleines Case.
NZXT spendet diesem Gehäuse außerdem ein paar Kabelführungsschienen auf der Rückseite sowie die Möglichkeit zur vertikalen Montage von Grafikkarten. Somit hat man bei der Montage viel Spielraum auch das pingeligste Kabelmanagement durchzusetzen.
Auf der Unterseite des Gehäuses ist ein Staubfänger angebracht, welcher sich leicht abnehmen und reinigen lässt.
Beim Frontpanel hält sich NZXT eher zurück, lediglich jeweils ein Front USB 3.2 Typ A und Typ C, ein 3,5mm Kombiklinkenanschluss sowie der Powerknopf befinden sich oben auf dem Case. Somit lassen sich von vorne nur maximal zwei Geräte anschließen. Dafür setzt NZXT hier aber auf die aktuellsten und schnellsten Standards.
Montage:
Mainboard / CPU / RAM:
In das Gehäuse passen alle gängigen Formfaktoren für Mainboards: Mini-ITX, MicroATX, and ATX. Mein ATX Mainboard konnte ich problemlos an die bereits für ATX vorinstallierten Abstandhalter montieren.
(Wasser-) Kühlung:
Das H500i hat für die Frontlüfter einen herausnehmbaren Einsatz, welchen ich zwischen Radiator und Lüfter geklemmt hat. Das sieht schick aus und ist auch ungemein praktisch, da man nicht in irgendwelche kleinen Ecken mit dem Werkzeug muss. Ist alles eingebaut, scheint mir der Abstand zwischen den Lüftern und der Frontwand etwas klein. Es wird sich nachher herausstellen ob die Lüftung immer noch ausreichend ist. Die Gehäuselüfter sind nicht entkoppelt, diese könnten beim Betrieb vibrieren. Sie werden mit vier simplen Schrauben festgehalten, es sind Durchführungen für die Kabel im Gehäuse ausreichend vorhanden.
Festplatten:
Laut NZXT lassen sich ja insgesamt 6 Festplatten einbauen, in meinem Build habe ich jedoch 2 HDDs und eine SSD eingebaut. Die SSD wird einfach an einem Rahmen an der Rückseite befestigt, die HDDs kommen in ein Bay, welches man komplett abschrauben muss, die Festplatten dann installiert und dann das Bay wieder rein schaubt. Klingt kompliziert, ist es auch. Schnellwechselrahmen? Fehlanzeige. Was aber noch viel störender ist: Keine der Festplatten kann man vibrationsentkoppeln. Somit vibriert im Festplattenbetrieb leider das ganze Gehäuse störend mit. Für den Silent-Betrieb ein Faktor, den man definitiv berücksichtigen muss.
Netzteil:
Das Netzteil passt problemlos in den dafür vorhergesehenen Schacht. In dem Schacht ist auch viel Platz für versteckte Kabel, Adapter usw.
PCI(E) Erweiterungskarten:
Hier macht es sich NZXT möglicherweise komplizierter als es muss. Bevor man neue Karten stecken kann, muss man zuerst die Einschübe für die vertikalen Einbauten demontieren. Diese sind mit einer Schraube herausnehmbar. Vorteilhaft: Man kann die Slotbleche wiederverwenden.
Sonstiges:
NZXT liefert das Gehäuse mit einem zusammenhängendem Stecker für Powerknopf, Resetknopf usw. Das ist praktisch, weil das viel Sucherei und Fummelei erspart. Falls die Belegung dieser Pins auf dem Mainboard einmal nicht standardmäßig ist, liefert NZXT zusätzlich einen Adapter mit.
Ein weiterer Adapter soll den Kombiklinkenanschluss in Mikrofonanschluss und Kopfhöreranschluss aufsplitten.
Die Kabel im PC haben genug Platz um mit einer der vielen Kabelmanagementbauteilen sortiert zu werden. Da bietet NZXT verschiedenste Möglichkeiten den Computer auch von hinten schön auszusehen lassen.
Kühleigenschaften:
Da die Kühleigenschaften ja stark von der Hardware abhängig ist kann man da nicht viel zu sagen. In meinem Computer bietet das Gehäuse genug Airflow um meine Komponenten im Idle auf unter 50°C zu kühlen. Praktisch sind hier die hohen Füße und der Lüfter im Dach des Gehäuses.
Wie vorhin schon bemerkt finde ich den Abstand zwischen der Front und den Lüftern etwas zu klein, in meinem Build scheint das aber absolut nicht zu stören. Jeder Lufteinzug ist zusätzlich mit einem Staubschutzgitter versehen, sodass man seinen Computer nicht ständig putzen muss.
Preis-/Leistungsverhältnis:
Das NZXT H510i ist meiner Meinung nach in einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis. Man bekommt für vergleichsweise kleines Geld ein Gehäuse, welches dank Echtglas und bunten LEDs fantastisch aussieht und trotzdem einen minimalistischen Ansatz mitwirken lässt. Leider muss man hier Abstriche bei dem Material machen und beim Einbau die ein oder andere Schraube erneut ansetzen, weil die Gewinde nicht vernünftig gebohrt sind. Sehr toll sind die verschiedenen LED-Modi und auch die Lüftersteuerung des Gehäuses, welche es erlaubt, die Lüfter aufs genaueste einzustellen, Profile zu erstellen und zu speichern und das Lautstärke-Kühlverhältnis optimiert. Für den Silent PC ist hier aber noch Handlungsbedarf.
Fazit:
Abschließend lässt sich sagen, dass das H510i ein absolut grundsolides Gehäuse für den RGB Enthusiasten ist. Der Einbau und die Montage der Komponenten war nicht allzu kompliziert, manchmal denkt NZXT sehr um die Ecke, bringt dafür aber Abwechslung ins Spiel. Das Gehäuse hat ein unfassbar schönes und schlichtes Design, ist kompakt und verzichtet auf Schnickschnack. Ein Gehäuse genau nach meinem Geschmack, wäre da nicht das eine große Problem mit der Lautstärke der Festplatten. Da löst das H700i das Problem etwas besser. Wer aber ganz auf Silent setzen möchte, baut ja sowieso keine HDDs mehr ein.