Produkttester
Ich habe den ENDORFY Aquarius 8000 Corona über die Testers Keepers Aktion von Mindfactory bekommen. Ich wollte ihn aber nicht einfach nur auspacken, hinstellen und sagen, dass er gut aussieht. Er sollte meinen alten Thermaltake Core V71 wirklich ersetzen, deshalb habe ich ihn komplett aufgebaut und mit meinem System getestet.
Vorher hatte ich den Thermaltake Core V71. Mit dem Tower war ich eigentlich nie unzufrieden. Vom Airflow her war das einer der besten Tower, die ich bisher hatte. Der V71 war riesig, hatte überall Platz und war ursprünglich mal als Basis für eine Custom Wasserkühlung gedacht. Dazu kam es aus Zeitgründen aber nie.
Irgendwann war für mich trotzdem klar, dass der Tower einfach in die Jahre gekommen ist. Nicht weil er schlecht war, sondern weil er nicht mehr wirklich zu dem passt, was man heute von einem modernen Tower erwartet. Vorne kein USB C, sehr groß, sehr schwer und gefühlt fast Schreibtischhöhe. Er war für mich irgendwann eher ein Bunker als ein moderner Tower. Deshalb wollte ich etwas Neueres haben, aber keinen kleinen Tower, bei dem ich beim Einbau oder bei den Temperaturen direkt wieder Abstriche machen muss.
Die Verpackung vom Aquarius hat direkt einen guten Eindruck gemacht. Gerade bei den Glasflächen war mir wichtig, dass alles ordentlich geschützt ist. Das Zubehör war in einer kleineren Tüte im Tower befestigt. Dadurch konnte innen nichts lose herumfliegen und gegen das Glas schlagen. Klingt erstmal nach einer Kleinigkeit, aber gerade bei einem Tower mit viel Glas finde ich sowas wichtig.
Als der Tower dann wirklich aus der Verpackung draußen war, war mein erster Gedanke einfach wow, was für ein schöner Tower. Auf Bildern sieht er schon gut aus, aber in echt macht er noch mehr her. Die Glasflächen, das vorhandene RGB und die seitlichen Lüfter ergeben ein richtig schönes Bild. Für mich sieht es nicht nach einer kompletten RGB Kirmes aus, sondern einfach nach einem modernen Showcase Tower.
Was mir beim ersten Öffnen direkt gefallen hat war, dass ich nicht erst mit Schrauben kämpfen musste. Der Deckel oben, die Glaswand und auch die andere Seitenwand lassen sich mit wenig Kraft abnehmen und später wieder sauber draufdrücken. Das macht den Umbau angenehmer, weil man nicht dauernd Schrauben suchen oder aufpassen muss, dass einem etwas runterfällt.
Auch beim Zubehör war alles dabei, was man für einen sauberen Aufbau braucht. Gerade bei einem Showcase Tower ist Kabelmanagement wichtig, weil man durch die Glasflächen später alles sieht. Wenn dann vorne überall Kabel herumhängen, bringt einem die ganze Optik nicht viel. Im Aquarius gibt es genug Möglichkeiten, die Kabel nach hinten zu legen und vorne möglichst wenig sichtbar zu haben.
Bei mir war der Umbau etwas größer, weil ich nicht nur den Tower gewechselt habe. Ich habe gleichzeitig auch noch mein Mainboard getauscht und den Rechner komplett neu aufgebaut. Trotzdem hatte ich beim Einbau keine größeren Probleme. Nachdem die Seitenteile und der Deckel ab waren, kam ich überall gut hin. Mainboard, großer Luftkühler, große Grafikkarte, Netzteil und Laufwerke haben alle ihren Platz gefunden.
Der Aquarius ist natürlich nicht so riesig wie mein alter V71. Das merkt man schon. Aber ich hatte nie das Gefühl, dass ich etwas mit Gewalt reinpressen muss oder dass ich beim Einbau nicht mehr an wichtige Stellen komme. Für einen modernen Showcase Tower ist der Platz meiner Meinung nach wirklich gut und ausreichend.
Ein paar kleine Sachen sind mir beim Einbau trotzdem aufgefallen. Bei mir war ein Abstandhalter an einer Stelle eingeschraubt, an der er für mein Mainboard nicht sitzen sollte. Ich habe ihn vor dem Einbau entfernt. Wer zum ersten Mal einen PC umbaut oder nicht oft an Mainboards arbeitet, könnte das eventuell übersehen. Dann kann es beim Einbau Probleme geben. Das ist kein Weltuntergang, aber man sollte vor dem Einbau kurz schauen, ob die Abstandhalter wirklich zu den Löchern vom Mainboard passen.
Der Bereich beim Netzteil ist etwas kleiner als ich es von meinem alten Tower gewohnt war. Im Nachhinein wäre es wahrscheinlich einfacher gewesen, wenn ich vorher schon alle modularen Kabel am Netzteil angeschlossen hätte. Das ist aber auch etwas, das ich selbst vorher hätte sehen können. Es war kein großes Problem, aber ein etwas größerer Zugriff wäre beim Verkabeln angenehmer gewesen.
Auch der SSD Käfig im unteren Bereich ist so ein kleiner Punkt. Der Käfig selbst ist gut eingebaut und ich finde die Lösung an sich sogar gut. Wenn man aber keine Halterung oder keinen Rahmen für eine SATA SSD hat und sie direkt dort einbauen möchte, liegen die Anschlüsse ziemlich nah am Metall. Das wäre dann wahrscheinlich etwas fummelig geworden. Mit meinem Rahmen war das kein Problem, aber man sollte es wissen.
Beim Airflow war ich vorher am skeptischsten. Mein alter V71 war durch seine Größe und offene Bauweise einfach eine andere Liga. Deshalb habe ich beim Aquarius bewusst keine zusätzlichen Lüfter eingebaut. Ich wollte wissen, wie der Tower mit der Ausstattung funktioniert, mit der er geliefert wird und nicht erst fünf extra Lüfter reinwerfen und dann sagen der Airflow ist super.
Die drei seitlichen Reverse Lüfter ziehen Frischluft ins Gehäuse und hinten wird die warme Luft wieder rausgeführt. Für nur vier ab Werk verbaute Lüfter macht der Tower wirklich einen guten Job. Er kommt nicht ganz an den V71 ran, das wäre auch unfair zu behaupten. Aber für seine Größe und den Aufbau finde ich das Ergebnis ordentlich.
Nach dem Umbau habe ich den Rechner im Idle, in 3DMark Time Spy und später beim Spielen getestet. Die Grafikkarte lag beim Benchmark ungefähr bei 60 Grad und beim längeren Spielen bei ungefähr 63 Grad. Es gab keinen Hitzestau, keine Abstürze und keine Auffälligkeiten. Für mich war wichtig zu sehen, ob der Tower meine Hardware mit den serienmäßigen Lüftern stabil betreiben kann. Das hat er geschafft.
Mehr Lüfter einzubauen ist natürlich irgendwann ein Gedanke, weil der Tower dafür genug Möglichkeiten bietet. Aber das wäre dann nicht mehr der Zustand, wie man ihn geliefert bekommt. Für diese Bewertung wollte ich deshalb bewusst nur die vorhandenen Lüfter testen.
Im Alltag gefallen mir die Anschlüsse an der Seite sehr gut. Zwei USB A Anschlüsse, USB C, der Kopfhöreranschluss und der leuchtende Einschaltknopf sehen gut aus und sind praktisch erreichbar. Gerade USB C vorne war für mich ein Punkt, der beim alten Tower einfach gefehlt hat.
Auch der Staubfilter unten ist gut gelöst. Man kann ihn leicht herausziehen und reinigen, ohne den ganzen Tower auseinandernehmen zu müssen. Das ist im Alltag deutlich angenehmer, als wenn man den Rechner dafür erst hinlegen oder aufmachen muss.
Vom Preis her finde ich den Aquarius 8000 Corona angemessen. Der Tower wirkt stabil, nichts wackelt, nichts ist lose und alles sitzt fest. Genau so stelle ich mir einen qualitativ guten Tower vor. Zur Haltbarkeit kann ich nach zwei Tagen natürlich noch nicht viel sagen. Nach dem Aufbau und den ersten Tagen am Schreibtisch macht aber alles einen guten Eindruck und ich sehe aktuell nichts, bei dem ich Angst hätte, dass es schnell kaputtgeht oder an Stabilität verliert.
Im Vergleich zum V71 hat der Aquarius weniger Platz und beim Airflow nicht ganz die gleiche Reserve. Dafür ist er deutlich moderner, kleiner, hat USB C vorne und sieht als Showcase Tower einfach wesentlich besser aus.
Ich würde ihn jedem empfehlen, der einen unkomplizierten Einbau, einen funktionierenden Airflow und einfach einen schönen modernen Tower sucht. Gerade wenn man seinen Rechner nicht nur unter den Tisch stellen will, sondern auch mal sagen möchte hier schaut euch meinen schönen Tower an, passt der Aquarius meiner Meinung nach sehr gut.