Produkttester
Ich habe diese AIO-Wasserkühlung im Rahmen des Testers Keepers Programm erhalten um ihn zu bewerten. Das Gerät wurde mir über einen Zeitraum von 14 Tagen zur Verfügung gestellt, um Tests durchzuführen. Die Tests wurden sowohl an einem Ryzen 5600 als auch an einem 5800X durchgeführt.
Mein System:
CPU: Ryzen 5600 (Getauscht gegen 5800X, weil 5600 konstant unter 50° C blieb)
RAM: 16GB Corsair Veangeance RGB DDR4-3600
Mainboard: ASRock B550M Pro4
Grafikkarte: 8GB MSI RX 6650 XT
SSD: 1TB Samsung 980 NVMe SSD
Netzteil: bequiet! 550W System Power 80+ Bronze
Gehäuse: Silverstone FARA 312Z
Design (5/5):
Das Design der AIO ist definitiv so ziemlich das Beste, was auf dem Markt vorhanden ist. Die beiden 140mm ARGB-Lüfter machen die Voderseite des Gehäuses zu einem visuellen Spektakel. Ich habe schon viele Lüfter mit einer "faulen" ARGB-Implementierung gesehen | Diese gehören definitiv nicht dazu. Durch das Front-Mesh des Silverstone FARA 312Z sehen die NZXT-Lüfter deutlich schöner aus, als die von Silverstone mitgelieferten ARGB-Lüfter.
Dazu kommt der im Pumpenblock verbaute Display, bei dem ich zuerst dachte, dass dieser nur ein witziges "Gimmick" ohne wirkliche Nutzungsmöglichkeiten wäre. Das stimmt aber nicht. Der Bildschirm ist in der Lage, CPU- und GPU-Termparaturen anzuzeigen, was für alle Gamer ohne zweiten Bildschirm beim Zocken echt nützlich sein kann, um zu verfolgen, wie warm die Hardware wirklich wird. Darüber hinaus kann aber so ziemlich | naja | alles auf den Bildschirm gepackt werden, was man möchte. Möglich macht das die "NZXT Cam" App, welche | im Vergleich zu anderen Herstellern | wirklich gut funktioniert. Ich konnte bis auf den Fakt, dass die Einstellungen, die man im Betriebssystem setzt, nicht in den Kühler geschrieben werden und somit die Software immer im Hintergrund offen sein muss bislang keine Probleme feststellen. Und hier noch kurz als Disclaimer an alle GNU/Linux-Nutzer da draußen: Die NZXT Cam Software ist nicht für Linux verfügbar. Das heißt es wird weder möglich sein die Lüfter noch den Bildschirm einzustellen, wenn man ein anderes Betriebssystem als Windows nutzt. Da das aber die wenigsten betrifft (mich leider schon), ziehe ich hierfür aber nichts ab. Auf Windows hatte ich weder beim Drehen der Bildschirmansicht, noch beim Einstellen der Lüfter Probleme. In seltenen Fällen hat die Software lange gebraucht um die Controller zu erkennenm, aber das war kein Dealbreaker. Fazit: Ich bin begeistert.
Verarbeitung (5/5)
Für diesen Preis erwartet man eine ordentliche Verarbeitung und in diesem Aspekt hat NZXT wirklich keinen Raum für Kritik gelassen. Sowohl die Pumpe, die Schläuche, der Radiator und die Lüfter wirken hochwertig und stabil. Achtung: Ich musste bemerken, dass die Rotorblätter des Lüfters ziemlich scharfe Kanten haben, dementsprechend Vorsicht beim Zusammenbau.
Montage (4/5)
Der Kraken hat eine gut bebilderte Aufbauanleitung, welche auch Anfänger ohne Probleme durch den Prozess des Zusammenbaus führen kann. Die Montage des Kühlerblocks aufs Board war sehr klar und ich konnte diese beim ersten Versuch durchführen. Was nicht so gut lief, war die Montage des Radiators und der Lüfter ans Gehäuse. Wenn nämlich Lüfter in einer Push-Konfiguration installiert werden, was die meisten verwenden werden, müssen die Löcher ven Gehäuse, Lüfter und Radiator aufeinander abgestimmt werden, um den Kühler zu installieren. Das kann je nach Gehäuse ein sehr nerviges Unterfangen sein, aber sobald man mal die erste Schraube drin hat geht es eigentlich. Zumindest ist es nicht wie bei anderen AIO-Modellen, bei denen es mir nicht einmal möglich war, eine Front-to-Back Push-Konfiguration einzubauen. Alles in allem war die Montage vollkommen okay und ich würde diese jedem, der nur ein kleines bisschen technisches Verständnis hat, zutrauen.
Leistung (4/5)
Der Kraken überzeugt definitiv mit seiner Leistung. Ursprünglich habe ich den Kühler auf einem Ryzen 5 5600 getestet. Jedoch war der Kühler für diesen Prozessor leicht überdimensioniert. Der Prozessor erreichte nie 50°C, auch nicht unter extremen Stresstests. Dementsprechend habe ich zum Ryzen 7 5800X umgewechselt. Diesen bekam der Kraken locker gekühlt, sodass dieser auch zeitweilig bis zu seinen 4,7 Ghz Boost-Takt geboostet hat. Dabei erreichte er Temperaturen von leicht über 80°C, was für einen Prozessor im vollen Boost durchaus im akzeptablen Rahmen liegt. Das ist gut. Was ich halt von einem hochwertigen 280mm Radiator erwarten würde. Jedoch ist mir aufgefallen, dass die Pumpe des Kühlers nicht PWM-fähig ist und dementsprechend nur über einen 3-Pin Anschluss verfügt. Das bedeutet, dass die Pumpe nicht über das Mainboard steuerbar ist, was eigentlich gar nicht so schlimm wäre. Jedoch kann ich nicht gerade behaupten, dass die Pumpe unhörbar ist. Selbst mit geschlossenen Seitenfenstern waren die Pumpengeräsche hörbar. Hörbar | nicht störend. Wenn der PC mehr als einen Meter entfernt stehen würde, würde ich sie im Alltag wahrscheinlich nicht wahrnehmen. Für Silent-Enthusiasten waren Wasserkühler aber sowieso nie wirklich eine valide Option, da Pumpen nunmal Geräusche verursachen. Die Lüfter hingegen sind Spitzenklasse und laufen schnell ohne hohe Geräuschentwicklung.
Ich vergleich zu meinem 280mm AIO von Arctic hält der Kraken mit | Nicht sonderlich überraschend. Der Kraken tut definitiv seine Arbeit ordentlich verrichten.
Preis- / Leistungsverhältnis (3/5)
Der Kraken ist letztendlich nur eine AIO mit ein paar visullen Verbesserungen. Dementsprechend muss ich hier ganz klar sagen, dass ich jedem, der nur auf Kühlleistung aus ist, nicht empfehle diesen Kühler zu kaufen. Der Kühler kostet Stand 16.06.23 ganze 183,89 ¤. Außerdem hat die Pumpe nicht einmal einen 4-Pin PWM Anschluss. Von Arctic gibt es einen Kühler mit vergleichbarer Leistung ohne RGB und ohne Display für 93,18 ¤ - also fast die Hälfte. Der Kraken bedient mit seinen visuellen Effekten eine bestimmte Zielgruppe, für die PCs nicht nur cool laufen, sondern auch cool aussehen sollen. Jedoch steht für mich immer die reine Kühlleistung im Vordergrund, dementsprechend kann ich hier nur 2 Extrapunkte vergeben | Einen für die gute Lüfterqualität und einen für den Display, der manuell nur schwer nachrüstbar sein dürfte. Alles in allem ist es ein Produkt, was an sich nichts wirklich falsch macht, aber von den meisten schlicht aufgrund der Existenz günstigerer Optionen nicht gekauft werden wird.
Haltbarkeit (?)
Ich kann aktuell nicht wirklich Aussagen über die Haltbarkeit des Produktes treffen. Der Kühler läuft seit rund einer Woche ohne Probleme. Vergleichbare Modelle von Arctic laufen bei mir schon seit Jahren ohne Probleme | Ich werde sehen, wer länger durchhält. Sollten unerwarteterweise Probleme, wie Verstopfungen oder Pumpendefekte auftreten, werde ich diese Bewertung aktualisieren lassen.