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MSI MPG X670E Carbon WIFI Test
Ich habe das MSI MPG X670E Carbon WIFI, im weiteren nurnoch "Carbon" genannt, im Rahmen der "Testers | Keepers"-Aktion von Mindfactory erhalten und infolge dessen diese ausführliche Rezession verfasst.
Desgin: 8 / 10
Das Carbon ist eine Augenweide für Black-Builds, denn es ist fast komplett in klassischem schwarz gehalten. Silberne Akzente werden ausschließlich durch Schrauben, die PCIe x16 slot steel armor und den CPU-Sockel gesetzt. Meinem Geschmack nach hätten zumindest die Schrauben auch noch die schwarze Farbe verdient gehabt um dem Gesamtbild mehr zu entsprechen.
In Sachen RGB kommt das Carbon von Haus aus angenehm minimalistisch aus.
Einzig der MSI-Drache thront in Form von onboard RGB-Lichtern auf dem großen, metallenen Kühlkörper auf den Input- / Output-Anschlüssen. Zudem gibt es auf dem Board einige 5V-RGB-Anschlüsse, mit denen man andere RGB-Komponenten, RGB-Streifen oder RGB-beleuchtete Figuren anschließen kann. Organisieren lässt sich die RGB-Beleuchtung dann mit der hauseigenen "Mystic Light"-Software, welche die verschiedenen RGB-Komponenten synchronisiert.
Die I-/O-Blende ist so umwerfend, wie der Rest des Boards. Farblich passend und hauptsächlich in schwarz gehalten, wurde hier nicht an den Farben der USB-Ports oder den Audio Anschlüssen gegeizt. Die USB 3.2 bieten dazu einen ansprechenden Kontrast in Rot. Die WiFi-Ausgänge sind golden, werden aber von der beiliegenden und magnetischen Antenne in schwarz überdeckt, welche das edle Gesamtbild des Boards noch einmal abrundet.
Ausstattung, Verarbeitung und Haltbarkeit: 10 / 10
In Sachen Verarbeitung fällt vor allem der große Metall-Anteil des Boards auf. Die ganzen Kühlkörper bestehen aus Metall. Insgesamt bietet das Carbon 8 Schichten an Leiterplatten (PCB) in denen die 18+2+1 Phasen liegen und auch die Basis des Boards ist mit nochmal mit einer Kupferschicht überzogen, was das Mainboard insgesamt super schwer macht. Insgesamt bietet das Carbon Platz für vier M.2 SSDs (2 PCIe 5.0 und 2 PCIe 4.0), die alle unter den vorinstallierten Kühlkörpern, in Form von besagten Metallplatten, Platz finden. Dadurch macht das Mainboard einen absolut massiven und wertigen Eindruck, ganz nach bekannter MSI Carbon-Manier.
Ähnlich verhält es sich mit den zwei PCIe 5.0 slots (x16 und x8) für GPUs, welche durch die CPU gespeist werden und extra durch eine steel armor verstärkt sind, damit die slots besonders große und schwere Karten, welche es mit den neuen GPU-Generationen im High-End Bereich immer mehr gibt, besser halten können, ohne dass die slots ausnudeln oder beschädigt werden. Ich empfehle an dieser Stelle trotzdem jedem mit oversize GPUs eine GPU-Halterung zu benutzen!
Weiterhin besitzt das Carbon einen weiteren Kartenslot (PCI 4.0 x4), der nicht durch steel armor verkleidet ist, durch den Mainboard Chipsatz gespeist wird und primär für Netzwerk- oder Soundkarten gedacht ist.
Mehr Metall! Auf der Rückseite befindet sich eine metallene Backplate um die CPU, die das Mounting von alten AM4-CPU-Kühlern ermöglicht, welche diese Anbringungsmethode nutzen (beispielsweise viele der bequiet CPU-Lüfter).
Die Spannungswandler bleiben angenehm kühl, wobei ich nicht sagen kann, ob dies anhand der guten Kühlung oder guten Transistoren (oder beidem?) liegt.
Oben rechts auf dem Mainboard findet sich eine Postcode LED Anzeige um Fehlercodes anzuzeigen. Leider wird dieses Feature bei sovielen Boards in der letzten Zeit wegrationalisiert, dass ich die Entscheidung für diese Anzeige sehr begrüße.
Das Board unterstützt 2,5G LAN und WiFi 6E. Ich unterstütze auch hier die Entscheidung kein 10G LAN auf das Board zu bringen, was die sehr teuren Boards oft haben, da 10G Unterstützung das Carbon ohne wirklich großen Mehrwert um einiges teurer machen würde. Damit bleibt das Carbon seiner Ausrichtung der Zielgruppe der High-End User treu und springt nicht in die Kerbe der Hardcore-Enthusiasten, für welche das MSI Ace oder MSI Godlike gedacht sind.
Der Onboard Sound ist bestückt mit Realtek ALC4080, was meines Wissens nach den aktuell fortschrittlichsten Onboad-Sound darstellt, welcher 7.1-Soundausgabe und zwei unabhängige Stereoausgänge unterstützt. Dennoch wird für viele der audiophilen Nutzer trotzdem eine Soundkarte hermüssen, da Onboard-Sound leider noch nicht an den Klang einer Soundkarte herankommt.
Preis-/Leistungsverhältnis und Marktorientierung: 4 / 10
Seien wir ehrlich: Der aktuelle Preis des Carbon (530 | 580¤) ist für ein Mainboard allgemein absolut übertrieben und beinhaltet aktuell natürlich noch massiv den early-adopter Aufschlag der AM5-Plattform. Allerdings wird ein großer Teil des Preises durch den starken und teuren PCIe 5.0 Support hervorgerufen, welcher aktuell allerdings noch gar nicht genutzt werden kann.
Das Carbon zählt verglichen mit der breiten Bandbreite der AM5-Plattform auf jeden Fall zu den High-End Produkten und besitzt damit ein eher schlechtes P-/L-Verhältnis.
Innerhalb der Plattform des X670E Chipsatzes und auch preislich ist das MSI Carbon vergleichbar mit dem ASUS Strix, dem Gigabyte Aorus Master oder dem ASRock Taichi und gehört damit zu den High-End-Modellen der jeweiligen Marken. Damit bietet das Carbon alles, was die AM5-Plattform aktuell zu bieten hat, solange man bereit ist den entsprechenden Preis zu zahlen. Mit den absoluten Hardcore-Enthusiasten-Mainboards (wie dem MSI Godlike, MSI Ace, Gigabyte Xtreme oder ASUS Crosshair für je 800-1400¤) möchte ich das Carbon an dieser Stelle nicht vergleichen, da die Zielgruppe eine komplett unterschiedliche ist.
Dabei empfehle ich Mainboards wie das Carbon mit X670E Chipsatz nur der Art Consumern, welche die Vorzüge des Chipsatzes auch zu nutzen wünschen. Mit der Vielzahl an Lanes, sowie der PCIe 5.0 Anbindungen ist diese Art Mainboard vorrangig etwas für Content-Creator, Workstation-Builder mit besonderem Anspruch oder Gamer, die sich gerne das Beste vom Besten gönnen. Das Carbon ist für Consumer, die sich in ein Produkt verlieben wollen und anschließend nicht sagen wollen "Woah, hätte ich mal X Euro mehr investiert, dann hätte ich dies und das technische Feature mehr".
Allen anderen würde ich aus Preis-Leistungssicht andere Arten Mainboards und Chipsätze empfehlen. Der ganz normale und durchschnittliche Gamer braucht nicht mehr als ein B650 Board. Gamer, die langfristig auf ihr Board setzen wollen und auch auf zukünftig nahende PCIe 5.0 GPUs und SSDs setzen wollen, sind mit einem B650E Board am besten bedient. Und der normale homeoffice-Arbeiter, der abends mal nen Stündchen beim zocken entspannt, sonst aber vor allem viel Speicherplatz und Modulvielfalt für die Arbeit benötigt und hierfür gerne einen Rechner zusammen bauen möchte, ist mit einem X670 Board besser bedient. Es lassen sich mehrere 100¤ sparen.
Fazit:
Wer die Carbon-Reihe von MSI kennt, weiß was ihn mit diesem Board erwartet: Kompromisslose Qualität und Robustheit, sowie wenig überflüssiges Bling-Bling.
Das MSI MPG X670E Carbon WiFi richtet sich vor allem an Workstation-Builder, sowie High-End Gamer, die noch einen grundlegenden Sinn für Preis/Leistung behalten haben und sich nicht zu den absoluten Hardcore-Enthusiasten zählen.
Mit seiner massiven und robusten Verarbeitung, der Unterstützung von modernsten (DDR5) und zukünftig interessanten Technologien (PCIe 5.0), sowie der von AMD angekündigten, langen Unterstützung der AM5-Plattform, kann man von dem Carbon vor allem zweierlei erwarten: Langlebigkeit und Zukunftssicherheit für die Basis des eigenen liebsten Stückes.