Im folgenden kleinen Artikel möchte ich mein Review zum Corsair Spec Alpha abgeben, welches in der letzten Woche auf Herz und Nieren getestet wurde.
Verpackung, Verarbeitung & Zubehör
Corsair ist eigentlich für seine doch eher schlichten Gehäuse in letzter Zeit bekannt, die ohne große optische "Besonderheiten"; daherkommen. Dies hat man nun mit dem Spec Alpha eindeutig geändert und man vermarktet das Gehäuse als Gaming Case.
Geliefert wird das Gehäuse in einer Standard Verpackung auf der die üblichen Angaben vermerkt sind.
Was wie immer an Corsair gefällt sind die separat verpackten Schrauben, die auch laut Anleitung
vollständig und für den jeweiligen Zweck aufgelistet sind. Was zu meinem Erstaunen jedoch Corsair nicht davon abhält gelegentlich einzelne Schrauben als "Geschenk"; dabei zulegen. Zuerst dachte ich nach dem Rasseln im Gehäuse an einen Defekt durch den Transport, aber die Schraube fiel sofort ins Licht und daher werde ich im Laufe des Zusammenbaus versuchen, das ganze
"Aufzulösen" und die vermisste Schraube unterzubringen.
Als Zubehör neben dem standardmäßigen Montagematerial (Schrauben, Kabelbinder, usw...) liegt eine detaillierte Bedienungsanleitung bei und es sind im Gehäuse insgesamt drei 120mm Lüfter verbaut ( Zwei davon an der Front mit weißen LEDs und einer Hinten in schlichtem Schwarz ohne Beleuchtung).
Das Frontpanel besteht aus einem Start Knopf, 2 USB 3.0 Anschlüssen, dem 3-stufigen Regler der Lüftersteuerung, Tonanschlüssen für Micro und
Headset und dem Reset Knopf.
Was einem natürlich direkt auffällt, wenn man die Front genauer betrachtet ist der fehlende 5,25" Schacht für ein optisches Laufwerk. Corsair wirbt damit, dass man durch das Weglassen dieses Slots einen besseren Airflow im Gehäuse schafft. Im Vergleich zu meinem aktuellen Zalman MS800 Plus kann dies aber nicht bestätigt werden. Gerade die CPU wird im SpecAlpha deutlich heißer.
Die Standfüße sind mit Gummibelägen ausgestattet, was einen sicheren Stand vermittelt und den Geräuschpegel senkt, sollte man es mal verrücken. Was mir ebenso gut gefällt ist, dass man die Schrauben der Seitenteile nicht "verlieren" kann, denn diese bleiben einfach nach dem öffnen in einer vorgesehenen Halterung an der Seitenwand fest, was auch heftiges schütteln nicht ändert.
Allerdings hat das Gehäuse auch ein paar Wermutstropfen: Wer z.B. schon immer mal wissen wollte woher das Wort Spaltmaß kommt, der sollte bei Corsair nachfragen.
Das Seitenteil mit Fenster schließt leider nicht vollständig und so entsteht im Betrieb durch die beleuchteten Lüfter ein netter "Effekt". Allerdings darf man auch bei einem Gehäuse in dieser Preisklasse erwarten, dass so etwas besser verarbeitet ist.
Montage
Da ich aktuell noch kein neues System aufbauen wollte, musste ich die Teile benutzen welche
aktuell in meinem Zalman MS800Plus verbaut sind. Also alles ausgebaut und aufgelistet:
- Core i7 4790k
- Asus Z97-P Mainboard
- 8GB DDR3-1600 GSkill TridentX
- Corsair CS550M Netzteil
- 1 TB 3.5“ Seagate HDD
- 256GB 2.5“ Crucial M550 SS
- Zotac GTX 980Ti AMP! Omega
CPU, Mainboard & Ram verursachen, wie bei fast allen Gehäusen die ich kenne, keinerlei großen Probleme. Auch das Netzteil ließ sich problemlos installieren. Hier gefällt, dass Corsair eine leichte gummierte Erhöhung an drei Stellen zur Verfügung stellt, damit das Netzteil nicht direkt auf dem Boden aufliegt sondern ein minimaler Luftstrom gewährleistet ist. Was die Festplatten angeht so hat man einen Festplattenkäfig im inneren zur Verfügung der insgesamt drei 3.5" Platten fassen kann, sowie zwei 2.5" Platten die am oberen Ende quer befestigt werden können. Alles geht hierbei vollkommen schraubenlos und wird durch einfache aber
durchaus feste Halter am Platz gehalten.
Wenn man etwas begabt ist im Zusammenbau, dann geht alles recht zügig von Statten und man hat keinerlei großartige Probleme mit dem Gehäuse.
Doch leider wartet Corsair auch hier mit einigen Tücken auf, die man vor einem Kauf daher unbedingt abwägen sollte. So ist das Kabel des hinteren Gehäuselüfters recht kurz und man muss es am besten durch die kleine obere Öffnung an der hinteren Seite verlegen, um es dann an die Lüftersteuerung anzuschließen. Wenn man aber so wie ich nicht damit rechnet und das Mainboard bereits fest verbaut hat, so ist das ein großes Stück Einfädelarbeit. Ebenso ist die Anbringung von CPU-Lüfterkabel
und der +12V Leitung für die CPU des Netzteils eine Fummelarbeit, die vorgesehene
Öffnung ist leider etwas zu schmal für den 8Pol Stecker, so dass dieser durchs innere verlegt werden muss. Corsair kann das auch besser, wenn man sich Reviews anderer Gehäuse anschaut, daher ist dies für mich absolut unverständlich.
Doch wenn man dann an die Grafikkarte kommt kann es durchaus eine noch unschönere Überraschung geben. Corsair wirbt laut Handbuch damit, dass das Gehäuse Grafikkarten bis 380mm unterstützt, was doch SEHR viel ist und eigentlich sollte jede gängige Grafikkarte damit in das Gehäuse passen. Eigentlich.
Nunja was soll ich sagen, die Zotac GTX 980Ti AMP! Omega hat einen Tripple-Slot Kühler und ist 310mm lang und damit kommt das Gehäuse mit eingebautem Festplattenkäfig nicht gut klar. Die Grafikkarte liegt genau auf dem Käfig auf. In meinem Fall leider direkt auf der SSD bzw. ihrer Halterung. Nun kann man zwar auch zwei 2.5" Platten an der Rückseitenwand des Gehäuses befestigen, aber dann nimmt man sich vom eh schon recht knapp bemessenen Platz fürs Kabelmanagement wieder ein gutes Stück weg. Also bleiben einem meiner Meinung nach nur zwei Optionen:
1. Wenn man eine Triple-Slot Karte hat in den Dimensionen > 280mm Länge muss man den
Festplattenkäfig entfernen, was dann aber damit einhergeht, dass man keine 3.5" Festplatte haben darf, da man diese nur im Käfig befestigen kann.
Dann die Rückseitenwand benutzen für die 2.5" Festplatten und das Kabelmanagement ins innere des Gehäuse verlegen, dort wo vorher der Festplattenkäfig befestigt war.
2. Wenn man sich für dieses Gehäuse entscheidet besonders auf die Auswahl der Komponenten achten (Dual-Slot Kühlung bei der GPU, etc...)
Wenn ich mir das Gehäuse gekauft hätte ohne vorher ein Review gelesen zu haben bzw. zu wissen, dass Triple-Slot Karten doch solche Probleme verursachen können, wäre ich in die Falle getappt. Die 380mm die Corsair angibt sind für mich irritierend.
Das Gehäuse ist auch nur bedingt zu empfehlen, wenn man mit dem Gedanken spielt ein SLI oder XFire System aufzubauen. Sollte man den Festplattenkäfig
benötigen reduziert sich die maximale Länge der Grafikkarte auf ca. 280mm. Was den CPU Kühlerangeht so gibt Corsair max. 156mm an. Mein Enermax ETS40 hat insgesammt 162mm und das Gehäuse ging gerade noch zu. Diese Angabe von Corsair ist also passend und man sollte keinerlei Probleme erwarten, wenn man sich daran hält.
Betrieb & Leistung
So nachdem nun alles seinen Platz im Gehäuse gefunden hat kommen wir zum "entspannteren" Teil des Testens. Wie schlägt sich das Gehäuse im Betrieb und wie sehen die Kühlleistungen aus. Optik ist zwar immer ein schwieriges Gelände der Bewertung, aber ich muss sagen mir gefällt es sehr gut. Das Gehäuse möchte gezeigt werden. Es unter einem Tisch zu verstecken wäre blanker Hohn, leider bei mir aktuell nicht anders möglich. Die Lüfter lassen sich per Schieberegler in drei Stufen schalten. In der kleinsten Stufe sind sie nicht wahrnehmbar (ca. 30dB), mittlere Einstellung immer noch kaum hörbar (ca. 35dB), die höchste Einstellung würde ich niemals empfehlen, da die Lüfter dann doch ein deutliches Brummen verursachen (ca.45dB). Die Messungen wurden mit einer Handyapp gemacht und das Handy lag dabei direkt auf der Oberseite des Gehäuses auf.
Also kommen wir nun zu dem Teil, den Corsair durch das weglassen des 5.25" Schachtest so hervorhebt. Bessere Airflow und dadurch bessere Kühlleistungen / Temperaturen im inneren des Gehäuses. Da ich kein Freund von Prime oder anderen Stresstests bin habe ich das Gehäuse ausgiebig die letzten Tage Abends getestet. In etwa 4h Spielen (No Mans Sky, Witcher 3, etc...), Desktop surfen und anderes. Die Umgebungstemperatur waren dabei immer so ca. 26°C. Jedoch habe ich nur die
mittlere und die höchste Einstellung getestet, auf niedrigster Stufe waren bereits nach 5min die GPU Lüfter auf 70% und daher käme diese Einstellung für mich niemals in Frage. Die Ergebnisse waren leider ernüchternd:
Der Unterschied zwischen mittlerer und Höchster Stufe beim Corsair Spec Alpha waren marginal und rechtfertigen keineswegs das laute Brummen der Gehäuselüfter auf höchster Stufe der Lüftersteuerung.
Man muss allerdings auch sagen, dass das Zalman MS800Plus zwar unter "Midi-Tower" läuft, aber es von den Abmaßen her doch deutlich größer ist als das Spec Alpha. Die Temperaturen würde ich grundlegend als identisch bezeichnen. Allerdings ist die Temperatur an der CPU deutlich geringer, was in meinen Augen daran liegt, dass mehr Platz vorhanden ist im Oberen Bereich des MS800 und damit kein Wärmestau entsteht. Das Spec Alpha hat hier doch deutlich das Nachsehen, auch wenn meine Hardware sicherlich nicht die beste ist für den Einsatz in einem so kleinem Gehäuse.
Fazit & Bewertung
Kommen wir zu einem abschließenden Fazit und einer Bewertung des Gehäuses.
Corsair hat sich mit dem Spec Alpha aus seiner Komfortzone der schlichten und praktischen Gehäuse entfernt und versucht einen Midi Tower auf den Markt zu bringen, der vor allem Gamer ansprechen soll. Die Optik des Gehäuses weiß durchaus zu gefallen und auch das Konzept ein Gehäuse ohne optisches Laufwerk zu besitzen mag dem ein oder anderen zusagen. Ich persönlich bin allerdings ein Fan davon Spiele jeglicher Art zu sammeln und sie nicht nur als digitalen Code in Steam, Uplay und wie sie alle heißen zu besitzen. Das setzt nun voraus, dass man sich zum Spec Alpha ein externes Laufwerk besorgen muss, wenn man ebenfalls ein Freund der DVD oder BluRay ist. Allerdings bekommt man für den Preis von etwa 80¤ ein sehr schickes und gutes Gehäuse inkl. drei 120mm Gehäuselüfter, wenn man die Komponenten für das Gehäuse passend wählt.
Die Angabe der kompatiblen GPU Karten sollte man von Seiten Corsairs jedoch mit einem Hinweis für Triple-Slot Karten versehen.
Pro:
Optik
3 120mm Lüfter inklusive Steuerung
Staubfilter
Sortierung des Montagematerials
Contra:
Spaltmaße der Seitenteile
fehlender 5.25" Schacht
irritierende Angaben bzgl. GPU Länge
Punktevergabe [0-5 Punkte: schlecht - ausgezeichnet]
Verarbeitung: 3
Aufbau: 3
Optik: 5
Kühlung: 4
Preis-/Leistung: 4
Gesamt: 4