Alpenföhn Brocken ECO
Der Brocken Eco ist ein Tower-CPU Kühler der gute Kühlleistung mit geringem Preis vereinbaren möchte. Dabei wird ein 120mm Lüfter verbaut und sollte dabei in die meisten PC-Gehäuse passen.
Er richtet sich also an Budgetkäufer.
Verpackung
Die Verpackung ist in einem schlichten Schwarz gehalten und zeigt auf der Front natürlich den Kühler. An den Seiten sind die Abmessungen und die Features des Brockens beschrieben. Auf der Rückseite sind die Details des Lüfters, der kompatiblen Sockel und Informationen zu Gewicht und Heatpipes aufgeführt. Innenliegend finden wir einen in Plastikschalen eingepackten Kühlkörper, direkt daneben liegt der Lüfter an. Oben drauf liegt das Zubehör, in vielen Plastiktüten eingepackt. Darunter liegt die Montageanweisung. Zwischen dem Kühlkörper ist eine Styropormatte geklemmt, damit sich die einzelnen Turmhälften nicht verbiegen.
Lieferumfang
" Kühlkörper
" 120mm Alpenföhn WingBoost 2
" Montageplatte
" 4 Lüfterbefestigungen
" Abstandhalter für Sockel 775
" Querschiene zur Kühlerbefestigung
" Jeweils 2 AMD und Intel Befestigungsrahmen
" 4 Rändelschrauben
" 4 Abstandshalter
" 4 Backplateschrauben
" 8 AMD Montageschrauben
" Isolierfolie für Backplate
" Wärmeleitpaste
" 8 Gummipuffer (4 an Lüfter vorinstalliert)
" 4 Sockel 2011 Schrauben
" Bebilderte Montageanleitung
Design
Das Design des Alpenföhn Brocken Eco ist sehr interessant gehalten. Das Aufteilen des Kühlkörpers in zwei Hälften habe ich so bisher noch nicht gesehen. Dabei entsteht in der Mitte ein rund 4mm breiter Schaft. Die komplette Form ist sehr schön anzusehen, ein wahrer Hingucker, dabei sehr dynamisch gehalten. Dabei hatte ich mich gefragt, ob es nicht zu Lasten der Kühlleistung geht. Dazu aber später mehr. An beiden Seiten sind Einkerbungen für die Lüfterklammern in den Lamellen eingelassen. Diese Aussparungen passen sehr gut zum schnittigen Design des Kühlers. Die Lamellen selbst haben ebenfalls eine geschwungene Form, und fallen etwas in Richtung der Mitte ab. Die Heatpipes sind direkt auf dem CPU-Heatspreader aufliegend. Die Gesamtform ist nicht symmetrisch gehalten, sodass die Heatpipes nicht grade nach oben verlaufen, sondern etwas zur Seite hochgehen, was unterschiedliche Montagepositionen ermöglicht. Insgesamt ist der Kühler aber schmal gehalten.
Technische Daten
Höhe x Breite x Tiefe (mit Lüfter): 126mm x 88mm x 150mm
Gewicht: 600
Heatpipes: 4 x 6mm Kupfer
" Lüfter: 120x120x25mm
" 12V PWM
" 111,14m³/h
" 4,6 | 27,3db(A)
" 500 | 1500 RPM
Mein System
Eine AMP APU welche auf den Codenamen Godavari hört, der 7870K auf einem ASUS A88X-Gaming, daneben stecken 8 Gigabyte GEIL Dragons. Die Temperaturen messe ich per Infrarotmessgerät sowie über das Tool HWMonitor.
Verarbeitung
Die Verarbeitung ist durchweg gut und solide, es ist alles hochwertig verarbeitet. Sowohl das Zubehör, als auch Kühler und Lüfter sind ohne jegliche Fehler bei mir angekommen. Allerdings sind die Isolationspads unter aller Kanone gewesen. Sehr schlecht auf der Haltefolie aufgeklebt, die dabei auch noch schmutzig war. Dabei sehen die Pads dann aus wie schon drei Mal abgezogen aus, sehr milchig. Am Ende stört das zwar nicht, beeinträchtigt aber das Gesamterlebnis beim Zusammenbauen. Ebenfalls sind die unteren und oberen Lamellen leicht verbogen gewesen, was der Verpackung geschuldet ist. Sowohl an der Unter-, als auch Oberseite drückt das Plastik, welches eigentlich schützen soll, auf die Lamellen, wodurch diese sich über die Lagerzeit leicht verbiegen. Es ist kein Halsbruch, mit sanften Druck und geübten Fingern lassen sich die Lamellen wieder in Position bringen. Die Heatpipes, die direkt auf dem Heatspreader aufliegen sind sauber verarbeitet, weisen keine überstehenden Kanten und Grate auf. Der Lüfter selbst macht einen sehr hochwertigen Eindruck, das PWM-Kabel ist vollständig gesleevt, allerdings starr.
Montage
Bei der Montage bin ich ins Grübeln bekommen, wie ich es am Ende bewerten soll. Denn die bebilderte Anleitung, die auf dickem und hochwertigen Papier bedruckt ist, ist gut strukturiert und logisch verständlich. Allerdings hätte die Schrift etwas größer ausfallen dürfen. Die Montage selber ist alleine gut zu bewerkstelligen, man braucht im Gegensatz zu anderen Kühlerinstallationen keine weiteren zwei Hände, was sehr angenehm ist.
Als Erstes baut man natürlich die alte Backplate inklusive des Halterahmes aus. Als nächstes klippt man die Montagehilfen für Intelsysteme von der Backplate ab und klebt die Isolationspads auf die Backplate. Danach führt man die Schrauben von hinten durch das Mainboard und führt von der anderen Seite die Abstandshalter drauf. Das klappt prima ohne den Einsatz eines Schraubendrehers. Die Schrauben müssen manchmal ein wenig gedreht werden, damit sie zu 100% richtig anliegen. Im Anschluss werden die Abstandshalter so fest wie möglich gedrückt. Dann nimmt man die kleinen Schrauben und die Montagerahmen zur Hand, sowohl die von AMD als auch Intel. Das mache ich, weil ein AMD-Prozessor auf meinen Mainboard sitzt. Nun müssen diese vier Teile miteinander verschraubt werden, was einige Fummelarbeit verursacht. Für die Montage eines Intel-Systems fallen die AMD-Halterungen weg und man benötigt nur zwei Teile. Nun wird alles auf die langen Schrauben gelegt und mit den Rändelschrauben Handfest und per Hand festgedreht. Tipp: Am besten macht man das über Kreuz.
Der nächste Schritt ist das Montieren des Lüfters. Da der Kühler unterschiedlich aufgebaut werden kann, sollte man sich vorher darüber im Klaren sein, wie man seine Luftzirkulation haben möchte. Zu beachten ist hier, dass man einfach mal den Kühler mit Lüfter "anhält" und guckt ob es passt. Bei mir musste z.B. der Kühlkörper gedreht werden, sodass der weitmöglichste Abstand zwischen RAM und Kühler entsteht, da sonst der Lüfter mit meinen schon ausgesprochen kleinen RAM-Riegeln kollidieren würde. Durch das Drehen habe ich nun noch gute 5mm Platz. Nun wird die Wärmeleitpaste gleichmäßig verteilt und der Kühler draufgestellt und die Querschiene mühsam zwischen den Heatpipes und dem Kühlkörper durchgeführt. Gut, dass ich einen offenen Testaufbau habe, denn in einem Gehäuse hätte ich diese Fummelarbeit sicher nicht hinbekommen. Das geht besser. Die Querschiene dann einseitig aufsetzen und rund anderthalbmal rumdrehen, danach die andere Seite aufsetzten und genauso weit drehen. Dasselbe wieder auf der anderen Seite, bis man meint es ist fest genug. Wichtig: Nicht zu fest drehen, durch zu hohen Anpressdruck kann der Sockel und/oder die PCU stark beschädigt werden, es kann sogar zum Brand kommen. Also immer behutsam schrauben. Danach habe ich die Lüfterklammern am Lüfter und dann am Kühler befestigt, was relativ reibungslos ging. Lüfter anschließen, Fertig.
Test
Der Lüfter dreht im Idle bei rund 600 Umdrehungen pro Minuten und ist dabei absolut unhörbar. Die CPU ist dabei 27 Grad kühl. Bei Volllast der CPU, also der CPU + iGPU dreht der Lüfter bei rund 17 Grad Umgebungstemperatur auf 800 RPM hoch, und ist dabei ebenfalls nicht hörbar. Der Kühlkörper wird dort schon etwas wärmer, erreicht 33 Grad auf den Lamellen. Die CPU ist laut BIOS bei etwa 37 Grad. In einem geschlossenen Gehäuse sind dann diese Werte dann realistisch: 1000 Umdrehungen pro Minute, 45 Grad | 50 Grad CPU Temperatur und 40 Grad Lamellentemperatur. Bei 1000 Umdrehungen nimmt man dann schon die Geräusche der Luft wahr, wie sie sich durch die Lamellen presst. Ist aber noch angenehm. Bei Volllast des Lüfters, also 1500RPM ist der Lüfter deutlich hörbar, schon fast zu laut. Zunächst habe ich dann ein komisches Rattern wahrgenommen. Ein bisschen am Lüfter hin und her gewackelt und es war verschwunden.
Fazit:
Der Alpenföhn Brocken Eco ist DAS Topmodell bei den CPU-Kühlern in dieser Preisklasse, das sieht man an den Verkaufszahlen und den Bewertungen. Insgesamt macht das Modell einen sehr soliden und guten Eindruck auf mich. Die Kühlleistung ist fantastisch, auch wenn ich das auf Grund des Designs nicht für möglich gehalten habe, da ich davon ausgehe, dass durch die Öffnungen in der Mitte und den nach innen zulaufenden Design, Leistung verloren geht. Das merkt man dennoch bei 100% Lüfterdrehzahl, weil nicht die komplette Luft durch die Lamellen geht, sondern leider auch etwas daneben. Die Spannungswandler werden auf Grund des schmalen Kühlkörpers nicht mitgekühlt. Vom Design her finde ich es auch gut, allerdings ist mir die Montage etwas zu kompliziert gehalten. Gut ist aber, dass man diese alleine durchführen kann. Der Lüfter ist fantastisch leise bei Drehzahlen unter 1000 und im Idle unhörbar. Ebenfalls ist positiv zu vermerken dass:
" Lüfterklammern für einen weiteren Lüfter vorhanden sind
" Der Lüfter in alle 4 Richtungen montiert werden kann
" Die Heatpipes liegen direkt auf der CPU auf
" Bei Intelsystemen ist kein Werkzeug nötig
Teilweise kann es zu Problemen mit den RAM-Slots kommen, deswegen hat man die asynchrone Form gewählt. Ein Y-Adapter für einen zweiten PWM-Lüfter ist direkt im Kabel integriert und steht nach oben ab. Das ist bei mir nicht störend, mitunter aber bei anderen Systemen schon. Hier wäre auch ein separater Adapter empfehlenswert. Das Kabel ist starr gehalten und lässt sich deswegen nicht gut verlegen, ist aber hochwertig.
Preis-Leistungsmäßig richtet man sich an Leute, die gute und leise Kühlung für geringes Geld möchten, Übertakter schlagen bei Kühlern für nur 10¤ mehr zu (mehr Kühlleistung, Kühlung umliegender Komponenten). Für den Preis ist hier allerdings nichts zu bemängeln und man erwirbt damit einen soliden und guten Kühler, der auf Grund seiner hervorragenden Kühlleistung zu empfehlen ist.
Alles in allem vergebe ich 4 von 5 möglichen Sternen.