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Ehrliche Meinung zum MSI Z890 Gaming Wifi | Was taugt es ?
Hab mir jetzt mal das neue Z890 Gaming Wifi von MSI welches ich im Rahmen einer "Testers & Keepers Aktion erhalten habe genauer angeguckt und schreibe mal kurz meine Erfahrung dazu zusammen, weil im Netz ja doch viel PR-Gelaber unterwegs ist. Da ich das Board jetzt ein paar Tage hier auf dem Tisch hatte, gibt es hier mal einen ungeschönten Bericht von mir, ohne die übliche Werbesprache der Hersteller.
Das Unboxing | Was steckt im Karton? Fangen wir ganz vorne an, nämlich beim Auspacken. Die Verpackung kommt im typischen MSI-Gaming-Look daher, also recht dunkel gehalten und den wichtigsten Features direkt auf der Rückseite festgehalten. Wenn man den Karton aufmacht, liegt das Mainboard natürlich erstmal obenauf, schön verpackt in der antistatischen Folie. Wenn man die obere Etage dann herausnimmt, kommt das Zubehör zum Vorschein. Und da muss ich ehrlich sagen: Das ist heutzutage echt überschaubar geworden. Früher hat man bei solchen Boards noch gefühlt tonnenweise Sticker, Kabel und Handbücher dazubekommen.
Heute liegt da neben den zwei SATA-Kabeln (die man eh kaum noch braucht) und einem 1 to 2 EZ Conn eigentlich nur noch die neue Wifi-Antenne drin, die man glücklicherweise nicht mehr mühsam festschrauben muss, sondern die einfach nur noch gesteckt wird (MSI nennt das EZ Antenna). Dazu gibt es noch ein paar Ersatzschrauben und eine Schlüssel für die M.2 SDDs. Ein richtiges gedrucktes Handbuch sucht man aber vergeblich, es gibt nur noch so einen Quick-Installation-Guide. Wer die genaue Pin-Belegung sucht, muss sich das PDF auf dem Handy aufrufen. Ist zwar umweltschonend, aber beim Basteln manchmal echt nervig.
Verarbeitung und die Optik unter der Lupe Erstmal ausgepackt und das Board in die Hand genommen. Joa, fühlt sich eigentlich ganz stabil aus. Das PCB hat wohl 6 Lagen, was in der Preisklasse mittlerweile absoluter Standard ist. Was direkt auffällt sind die fetten Kühler auf den Spannungswandlern, die halten das Ding auch echt kühl wenn man mal Last draufgibt. Vom Design her ist es recht schlicht gehalten, viel Schwarz und dunkle Grautöne, was mir persönlich gut gefällt, weil es in fast jedes Gehäuse passt und nicht so extrem mit RGB rumschreit.
Die M.2 Kühler sind okay, aber auch hier: Im Vergleich zu einem anderen Board, was ich letztens hier hatte, sind die Bleche hier recht dünn geraten und biegen sich fast durch, wenn man sie zu fest anpackt. Erfüllt aber seinen Zweck und die SSDs drosseln im Betrieb nicht, von daher passt das am Ende des Tages schon, auch wenn das Auge halt mitisst.
Was kann man damit machen? (Anschlüsse & Funktionalität) Für Gamer und Leute die bisschen was produktives arbeiten wollen mit dem PC ist eigentlich alles wichtige dabei. Der neue Sockel LGA1851 nimmt die neuen Intel Core Ultra CPUs auf, abwärtskompatibel zu den alten 1700er CPUs ist hier also gar nix mehr, man braucht zwingend alles neu. Richtig gut gelöst finde ich die Sache mit dem PCIe 5.0 Slot für die Grafikkarte, der hat jetzt diesen neuen Schnellverschluss (EZ PCIe Clip), womit man die dicken Karten viel leichter wieder rausbekommt ohne sich die Finger zwischen CPU-Kühler und GPU zu brechen. Das hat mich früher regelmäßig in den Wahnsinn getrieben.
Anschlüsse hinten am IO-Panel sind auch reichlich vorhanden. Du hast direkt Thunderbolt 4 mit drauf, was mega gut ist, wenn man schnelle externe Festplatten für Videoschnitt oder große Datenmengen dranpacken will. Gerade für produktive Anwendungen ist das ein fetter Pluspunkt, den man in dieser Preisklasse nicht als selbstverständlich ansehen darf. Fürs Zocken ist der 2,5 G LAN statt einem 5G LAN Anschluss am Start und Wifi 7 für die kabellose Fraktion. Da kann man echt nicht meckern, das Ding rennt im Heimnetzwerk wie Sau und hat extrem stabile Ping-Zeiten, selbst wenn die Freundin nebenbei Netflix in 4K streamt.
Man kriegt hier auch insgesamt drei M.2 Slots für SSDs untergebracht. Der oberste Slot ist direkt an die CPU angebunden und unterstützt den superschnellen GEN 5 PCIe 5.0 Standard. Die anderen zwei laufen über den Z890 Chipsatz mit GEN4 PCIe 4.0, was für normale Spiele und Anwendungen immer noch mehr als dreimal so schnell ist wie man jemals braucht.
Wo es aber im Detail hakt (Die Kritikpunkte) Jetzt aber mal zu den Sachen, die mich echt bisschen nerven und wo man merkt, wo der Rotstift angesetzt wurde. MSI verbaut bei dem Board hier leider nur den uralten Realtek ALC897 Audio-Chip. Im Vergleich zu einem fast preisgleichen Board von einem anderen Hersteller, wo direkt der viel bessere ALC1220 oder sogar noch neuere Codecs samt besseren Kondensatoren drauf sind, ist das echt schwach für ein Board, was sich "Gaming" schimpft. Wenn man gute, hochohmige Kopfhörer direkt am Mainboard betreiben will, klingt das hier einfach flacher und hat null Dynamik. Wer eh ein USB-Headset oder eine externe Soundkarte nutzt, dem kann es völlig egal sein, aber erwähnt werden muss es einfach bei dem Preis.
Auch bei der Spannungsversorgung (VRM) hat man sich mit 14 Phasen und 55A DrMOS eher im Mittelfeld platziert. Im Vergleich zu den 18-Phasen-Monstern von anderen Mitbewerbern im gleichen Preissegment zieht MSI hier ganz klar den Kürzeren. Für normales Gaming reicht das dicke, aber wer das absolute Limit aus seiner Hardware quetschen will, findet woanders einfach stabilere Spannungen und kühlere Wandler unter Extrembedingungen.
Und noch eine Kleinigkeit beim Basteln, im Vergleich zu einem anderen Board aus meinem letzten Build, wo man gar kein Werkzeug mehr für die gesamte Kühlung braucht, muss man hier für die SSD-Platten trotzdem den Schraubendreher zücken um die Abdeckungen überhaupt erst abzubekommen. Das ist irgendwie nur halb durchdacht.
Fazit Am Ende des Tages ist das MSI Z890 Gaming Wifi ein wirklich solides Board mit starkem Netzwerk (2.5G LAN + Wifi 7) und Thunderbolt 4, was man in dieser Preisklasse nicht bei jedem Mitbewerber auf dem Silbertablett serviert bekommt.
Aber man merkt eben ganz deutlich, dass an manchen Ecken hart gespart wurde. Wer mit dem ziemlich mittelmäßigen Onboard-Sound leben kann, beim SSD-Einbau gerne mal den Schraubendreher sucht und kein Extrem-Overclocking betreibt, macht hier eigentlich wenig falsch. Wer allerdings maximalen Premium-Vibe bei der Verarbeitung sucht, sollte sich vielleicht auch nochmal bei der Konkurrenz umschauen.