Produkttester
Diese Bewertung ist durch das Gewinnspiel Testers Keepers von Mindfactory entstanden.
Der NZXT H2 Flow ist ein kompaktes Mini-ITX-Gehäuse, das sich klar an Leute richtet, die
einen kleinen Pc möchten, ohne auf Leistung zu verzichten. Dieses Gehäuse ist mit ca 20,6l
sehr kompakt und nimmt weniger Platz in Anspruch als vergleichbare Gehäuse, da die
Ausrichtung der Grafikkarte in dem Gehäuse vertikal ist. Im ersten Eindruck ist es sehr
luftdurchlässig und gleichzeitig optisch dezent aber ansprechend.
Die Kombination aus Stahl, Tempered Glass und großflächigen Mesh-Panels sorgt für
einen modernen Look, der gleichzeitig funktional bleibt, ohne dabei im Raum groß
aufzufallen. Besonders ist das hybride Seitenpanel aus Glas und Mesh, das einerseits die
Hardware präsentiert, andererseits aber weiterhin Luftzirkulation ermöglicht. Dadurch wirkt
das Gehäuse wie ein Showcase-Build, ohne die thermische Leistung zu stark zu
beeinträchtigen. Zudem ermöglicht es auch das Gimmick eine Wasserkühlung mit LCD
Screen einzubauen. Die Verarbeitung ist insgesamt sehr hochwertig, nichts wackelt, und
die einklickbaren Seitenelemente vermitteln ein Premium-Gefühl.
Im Inneren zeigt sich schnell, dass der H2 Flow auf Effizienz im Aufbau ausgelegt ist. Das
vertikale Layout nutzt den Platz sehr ausgiebig, indem die Grafikkarte über ein PCIe-5.0
Riser-Kabel montiert wird. Dadurch steht auf der einen Seite des Gehäuses die GPU
prominent im Fokus, was optisch sehr ansprechend wirkt. Bei dem Kauf der Grafikkarte
muss man jedoch vorsichtig sein, da der Platz begrenzt ist. Grafikkarten über 331mm
länge werden nicht mehr in das Gehäuse passen. Das Kabelmanagement ist leider eher
Semioptimal. Es ist vorhanden aber wirklich gut würde ich es nicht bezeichnen, da die
Kabel des Gehäuses selbst viel zu lang sind aber ihr eigenes Netzteil über ein zu kurzes
Motherboard Kabel verfügt, um es in dem Kabelkanal einzubinden. Daher war der
schwierigste Teil wirklich die Kabel da irgendwie unterzubekommen, ohne auf Spannung
zu sein.
Den Einbau der Komponenten selbst würde ich nicht als einsteigerfreundlich bezeichnen.
Zum einen sollte man zuvor alle Komponenten einmal zusammenbauen, ohne diese ins
Gehäuse zu integrieren, um alles auf Funktionsweise zu überprüfen, da es im Nachhinein
schwierig wird nochmal etwas zu ändern. Des weiteren ist zu beachten, dass wenn eine
Wasserkühlung verbaut wird, dass die Pumpe mit den Anschlüssen so ausgerichtet wird,
dass der Radiator oben die Ausgänge hat. Wenn man dies nicht beachtet, sind die Rohre
zu lang und im Weg, dass der Radiator nicht so eingebaut werden kann. In dem Fall von
der NZXT Kraken Plus 280 müssen die Rohre der Pumpe nach unten ausgerichtet werden.
Ein weiterer Punkt ist der Grafikkartenstecker. Ich finde der wirkt billig und leider nicht so
optimal ersichtlich, wann die Grafikkarte wirklich eingerastet ist. Zudem ist es schwer die
Grafikkarte in die Slots einzuschrauben, da sehr wenig Platz vorhanden ist und kaum
Spielraum lässt. Da brauch man schon spezielleres Werkzeug.
Kühlung scheint die größte Stärke des Gehäuses zu sein. Airflow steht klar im Mittelpunkt.
Alle Seitenflächen sind entweder mit Mesh oder luftdurchlässigen Elementen ausgestattet,
wodurch ein nahezu ungehinderter Luftstrom möglich ist. Zusätzlich sind zwei 120-mm
Fans bereits vorinstalliert, die als Exhaust im oberen Bereich arbeiten und direkt für einen
stabilen Grund-Airflow sorgen. Das Gehäuse unterstützt außerdem Radiatoren bis 280
mm, was für ein ITX-Case bemerkenswert ist. Dadurch lassen sich auch leistungsstarke
CPUs mit einer AiO-Wasserkühlung problemlos betreiben. In der Praxis sorgt dieses
Konzept für sehr gute Temperaturen, solange die Komponenten sinnvoll gewählt werden.
Besonders in Kombination mit einer guten GPU-Kühlung zeigt das Case, dass kompakte
Builds nicht zwangsläufig thermische Nachteile haben müssen. Hier hätte ich mir noch
eine Staubsieb gewünscht, das man leicht reinigen kann, damit eben nicht der ganze
Staub in das Gehäuse kommt.
Die Features des Gehäuses sind gut. Das einfache öffnen aller Seitenpanele ist super und
langhaltend, was spätere Wartung vereinfacht. Die Front- bzw. I/O-Ausstattung ist
funktional, minimalistisch allerdings geht das Einstecken in die USB-A Ports etwas schwieriger von der Hand. Die Grafikkarte ist angehoben in dem Gehäuse, um von unten ein Zugang zu den Steckern zu ermöglichen. Das ist zwar gut angedacht, jedoch
sehr schwer dort etwas einzustecken, ohne den Pc auf die Seite zu legen und wenn das
gelingt, muss man zwangsläufig auf die Glasscheibe fassen. Insgesamt wirkt das Gehäuse
sehr durchdacht, ohne unnötige Spielereien.
Das Fazit fällt meinerseits positiv aus. Der NZXT H2 Flow ist ein sehr gelungenes Mini-ITX
Gehäuse für Nutzer, die ein kompaktes, leistungsstarkes System bauen wollen, ohne auf
moderne High-End-Hardware zu verzichten. Besonders Airflow, Verarbeitung und das
durchdachte Innenlayout überzeugen. Es ist nur mit vielen Einbauscherereien verbunden.
Wer bereit ist, den höheren Preis und die typischen Einschränkungen eines SFF-Builds zu
akzeptieren, bekommt hier ein aktuelles, minimalistisches und funktionales ITX-Gehäuse.