Produkttester
Hallöchen,
hiermit bewerte ich das RevoBron 600 Watt ATX Netzteil von Enermax, welches ich dank der Testers-Keepers Aktion von Mindfactory erhalten habe. Danke dafür an dieser Stelle. Leider muss ich gestehen, dass der Test nicht ganz so umfangreich ist wie ich es mir gewünscht hätte, da leider eine komplette Woche aus Krankheitsgründen wegfiel. Ich hoffe trotzdem, dass dieser Testbericht bei einer eventuellen Kaufentscheidung helfen kann. Und nun, viel Spaß beim Lesen.
Testsystem
Kurze Worte zum Testsystem. Bei diesem handelt es sich um ein neues Modell Marke Eigenbau mit einer auf 4.1 GHZ übertakteten AMD Ryzen 7 1800x CPU, einem ASUS Crosshair VI Hero MB, 16GB DDR4 (3200mhz) Ram, vier 3,5 Zoll SATA Festplatten sowie einer MSI Geforce GTX 670. Zuhause ist der PC in einen Cooler Master HAF XB Evo Gehäuse. Die CPU wird passiv von einem Alpenföhn Olymp gekühlt.
Design und Verarbeitung
In Luftpolsterfolie verpackt kam das Netzteil zusammen mit, für meine Verhältnisse, einer Menge Zubehör in einer schlichten, dunkel gehaltenen Verpackung an. Auf dieser ist das Netzteil, sowie einige Eckdaten abgebildet. Das Netzteil selbst machte einen soliden ersten Eindruck. Das Gehäuse ist soweit sauber verarbeitet und hat eine Pulverbeschichtung. Scharfe Kanten konnte ich am Netzteil nicht ausfindig machen. Das Netzteil ist sauber verarbeitet worden und macht einen wertigen Eindruck. Das Innenleben des Netzteils ist von außen nicht zu erreichen, solange man das Netzteil nicht aufschraubt, versteht sich. Die Anschlüsse auf der Vorderseite sind von Haus aus mit Plastikkappen verschlossen. Sprich, keine Chance für Fremdkörper wie Schmutz oder Staub, sich in den Steckern zu sammeln. Ansonsten befinden sich im Lieferumfang die zusätzlichen Stromkabel für SATA, Molex sowie PCI Express, ein kleiner Beutel für nicht benötigte Kabel, ein Satz Klett-Kabelbinder, vier Schrauben für die Montage auf die ich später noch zu Sprechen komme, ein Benutzerhandbuch und eine Externe Lüftersteuerung mit dem einprägsamen Namen "Coolergenie". Auf diese komme ich ebenfalls noch einmal zurück.
Anschlüsse und Verkabelung
Bei dem RevoBron handelt es sich um ein so genanntes teilmodulares Netzteil. Das bedeutet, das die wichtigsten Kabel [Mainboard 24pin sowie der 4+4 CPU (in diesem Fall ein fester 8er)] fest verbaut sind, aber optionale Anschlüsse wie SATA, Molex sowie die zusätzliche PCI-E Stromversorgung sich beliebig kombiniert anschließen und nutzen lassen, da sie nicht fest verbaut sind. Beispielsweise, wenn der User nur eine Festplatte und eine Grafikkarte ohne Extra Stromanschluss nutzt, kann man sich die zusätzlichen Kabel bis auf ein SATA Stromkabel sparen und hat so mehr Platz im Gehäuse, welcher einen besseren Airflow, und somit bessere Kühlung ermöglichen kann. Zur Verfügung stehen zwei Kabel mit jeweils vier SATA Stromanschlüssen, ein Kabel mit jeweils vier Molex Stromanschlüssen sowie zwei Kabel für die zusätzliche PCIE Stromversorgung mit jeweils zwei 6+2Pin. Zusätzlich befindet sich ein Anschluss für die externe Lüftersteuerung am Netzteil. Die Anschlüsse am Netzteil sind alle beschriftet.
Bei den mitgelieferten Kabeln handelt es sich um schwarze, kunststoffisolierte Flachbandkabel. Diese können beim Kabelmanagement Segen und Fluch zugleich sein, je nachdem wie die Kabel verlaufen. Beispielsweise lassen sich Kurven schwierig legen, wenn man nicht die Möglichkeit hat das Kabel zu drehen ohne das Kabel zu knicken. Ob das zum Problem wird hängt jedoch vom verwendeten Gehäuse ab, und die Tatsache, dass diese Form vor allem bei engen Stellen sehr praktisch sein kann gleichen das Ganze aus.
Mitgelieferte Kabel zusammengefasst:
- 2 x 6+2Pin PCI Express Stromversorgung (2x 6+2Pin pro Kabel)
- 2 x SATA Stromversorgung (4x SATA pro Kabel)
- 1 x 4x 4Pin Molex Stromversorgung
- 1 x FDD Connector
Lüfter, Lautstärke und Kühlung
Kommen wir zu dem Punkt, der mich am wenigsten überrascht hat. Das Netzteil hat aufgrund der Bauform meines Gehäuses einen eigenen, separaten Kühlkreislauf. Bei einer durchschnittlichen Umgebungstemperatur von 10 Grad erreichte das Netzteil selbst nach 24 Stunden Dauerlast keinen spürbaren Temperaturunterschied. Die intelligente Lüftersteuerung namens Speedguard ist ein netter Bonus für alle Normalverbraucher, in meinem Fall dürfte sie sich wohl langweilen. Der verbaute 120mm Twister-Lager-Lüfter war dabei nicht hörbar. Und selbst wenn er hörbar gewesen wäre, hätten ihn die auf Anschlag laufenden Gehäuselüfter um Längen übertönt.
Wenn wir schon beim Thema Kühlung sind, im Lieferumfang ist auch eine externe Lüftersteuerung enthalten. Im Großen und Ganzen handelt es sich um eine kleine Box mit drei PWM Anschlüssen für Gehäuselüfter. Diese lassen sich über drei Profile, die sich per Knopf an der Vorderseite der Box befinden, steuern. Mit Strom wird die Steuerung über einen extra am Netzteil befindlichen Stromanschluss versorgt. An sich eine nette Dreingabe, jedoch sehe ich den Sinn hinter dieser Steuerung nicht ganz. Um diese nutzen zu können muss man entweder jedes Mal das Gehäuse öffnen, dieses offenstehen lassen oder die Lüfterkabel aus dem Gehäuse leiten. Darüber hinaus haben mittlerweile die meisten modernen Mainboard ab unterer Mittelklasse und aufwärts eine brauchbare Software-Lüftersteuerung. Diese bieten dann auch noch mehr Möglichkeiten, diese auf seine individuellen Bedürfnisse anzupassen. Einzig praktische Funktion für mich wäre der Fan-Delay, welcher aktiv ist, wenn der PC eigentlich schon aus ist und die warme Luft abtransportiert. Wirklich sinnvoll scheint mir die Lüftersteuerung nur für User, die nicht genug PWM-Anschlüsse auf dem Mainboard haben oder ein älteres Modell ohne Softwarelösung nutzen wollen.
Schutzschaltungen und Wirkungsgrad
Das RevoBron besitzt eine 80+ Bronze Zertifizierung, welche einen Wirkungsgrad ab 85% garantiert. Wirkungsgrad bedeutet, dass die aus der Steckdose gezogene Leistung zu mindestens 85-88 Prozent vom Netzteil genutzt wird. Der ideale Wirkungsgrad wird bei einer Auslastung von ca. 50% erzielt. Für mich persönlich ist die Effizienz eines Netzteils sehr wichtig. Ich kann auf jeden unnötigen Stromverbrauch sowie auf eine zusätzliche Hitzequelle gerne verzichten.
Das RevoBron ist mit einer ganzen Palette Schutzmechanismen ausgestattet. Nennenswert sind folgende Mechanismen:
Überstromschutz, kurz OCP, Kurzschlussschutz, kurz SCP, Überhitzungsschutz, kurz OTP, Unter- und Überspannungsschutz, kurz OVP/UVP kurz OTP sowie Überlastschutz (OLP). CE Zertifizierung sowie ein TÜF Siegel sind natürlich Pflicht
Haltbarkeit und Spannungsstabilität
Bei einem Netzteil, welches laut Hersteller auf Dauerbetrieb ausgelegt ist, erwarte ich, dass das Netzteil entsprechend haltbar ist. Darauf kann ich jedoch aus offensichtlichen Gründen hier nicht genauer eingehen. Der PC läuft mit dem RevoBron inzwischen ca. eineinhalb Wochen ohne Pause. In diesem Zeitraum habe ich mit AIDA64 durchgehend den Spannungseingang mitgeschnitten. Dieser blieb im ganzen Testverlauf im Normbereich. Dies dürfte auch den zwei 12Volt Schiene gutgeschrieben werden, welche auch für die 3.3Volt sowie die 5Volt Spannung verantwortlich sind. Soweit erstmal ein gutes Zeichen. Das Netzteil hat eine Garantie von 3 Jahren. Gefreut hätte ich mich über 5 Jahre, da Enermax auch Netzteile mit 5 Jahren im Angebot hat. Aber irgendwo muss man ja Abstriche machen, um das Netzteil für einen guten Preis anbieten zu können.
Preis-/Leistungsverhältnis + Fazit
Aktuell (Stand 02. 2018) ist das Netzteil für ca. 69 Euro zu haben. Damit ist es das bisher günstigste Netzteil in meinem PC. Das heißt aber nicht, dass es auch das billigste ist. Ganz im Gegenteil, das Enermax RevoBron ist ein solides Netzteil mit nettem Zubehör. Für diesen Preis bekommt man wirklich was. Im Vergleich zu seinem Vorgänger in meinem Rechner, dem be quiet! Pure Power 500W, ein Klassenunterschied zumindest, wenn man bedenkt, dass dieses ca. 25 Euro teurer war. Perfekt war es aber definitiv nicht. Die Lüftersteuerung ist zumindest meiner Meinung nach eher unnötig und die mitgelieferten Schrauben wollten so gar nicht ins Netzteil. Die von be quiet! gingen lustigerweise butterweich. Aber da außer mir anscheinend niemand entsprechende Probleme hatte, wird das wohl was Einmaliges sein. Aber mal ehrlich, was ist schon perfekt. Von mir gibt es auf jeden Fall einen Daumen nach oben und 4 von 5 Punkten. Das Preis-/Leistungsverhältnis bekommt von mir 5 von 5 Punkten.