Produkttester
Zu Beginn: Getestet wird hier das "Enermax RevoBron 600W" Netzteil, das mir von Mindfactory und Enermax freundlicherweise im Rahmen des "Tester's Keepers" Programms zum Testen und für die weitere Verwendung kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Dies wird jedoch nicht meine persönliche Meinung und meine Vergleichsdaten in Bezug auf das Netzteil verfälschen, sodass ich hiermit ein Review zur Verfügung stelle, das meine Meinung von dem Netzteil voll vertritt.
Weiterhin habe ich leider keine Testmöglichkeit wie sie Profis oder Firmen verwenden, sondern bin nur ein Hobby-PC-Techniker, der Spaß daran hat, Produkte auf Herz und Nieren zu testen und Anderen mit seinen Reviews eventuell auch zu helfen.
Nun aber zum Test, der wie folgt aufgebaut ist:
1. Unboxing
2. Erster Eindruck
3. Einbau und Tests
4. Schlusswort
1. Unboxing
Geliefert wurde das Netzteil in einem normalen Karton, in dem neben dem Netzteil auch, wie bei Mindfactory üblich, einige Gutscheine und Aktionskarten von diversen Firmen enthalten sind. Diese werden allerdings außen vorgelassen, weil das Augenmerk ja das Netzteil selbst ist. Die Box, in der das Netzteil zusammen mit dem Zubehör verpackt war, ist insgesamt ziemlich schlicht gehalten. An der Oberseite ist ein Abbild des Netzteils zu sehen, dass lediglich die Namen der Firma, der Netzteilserie, die Wattzahl und das Zertifikat, das mit 80+ Bronze spezifiziert ist. Die Vorderseite zeigt weitere Highlights des Gerätes, während auf der linken Kartonseite die beigelegten Kabel aufgezählt werden. Rechts sind die Spezifikationen der Netzteile aus der RevoBron-Serie genannt, während an der Unterseite die Features des Netzteils näher erklärt werden.
Beim Öffnen der Box sieht man zuerst die Anleitung zum Netzteil und eine weiße Schachtel, in der das sogenannte Enermax CoolerGenie enthalten ist, eine Art Mini-Lüftersteuerung von Enermax, auf die im Test ebenfalls ein wenig eingegangen wird. Bei dieser sind neben dem CoolerGenie an sich auch vier Vecro-Klebestreifen, als auch zwei Magnetstreifen zur Befestigung enthalten. Als Kabel werden hierzu ein Stromkabel, ein PWM-Signal-Kabel und eine Verlängerung für das PWM-Kabel des Lüfters beigelegt.
Als weiteres Zubehör bekommt man von Enermax noch vier Klettverschluss-Kabelbinder, mit dem Enermax-Logo und Slogan bedruckt, zwei mit der Länge 8cm und zwei mit einer Länge von 16cm, und eine kleine Aufbewahrungstasche, auf der ebenfalls das Enermax-Logo aufgedruckt ist.
Nun aber zum Herzstück des Pakets und auch dem Testobjekt: Das Netzteil an sich ist komplett in schwarz gehalten, sowohl das Gehäuse als auch der verbaute Lüfter. An der rechten und linken Seite ist jeweils das Logo der Netzteilserie "RevoBron Enermax" abgebildet. Die Rückseite ist, wie bei fast allen Netzteilen, mit einem Lüftungsgitter, dem Anschluss für das Stromkabel und dem An-/Ausschalter bestückt. An der Vorderseite des Netzteils, das im Übrigen teilmodular ist, kann man die einzelnen Kabel anschließen, wobei sowohl das 24-pin Mainboard-, und das 8-pin CPU-Kabel nicht abgenommen werden können. Meiner Meinung nach ist dies aber auch völlig legitim, da man bei einem PC diese beiden Kabel sowieso immer benötigt. An der Oberseite des Netzteils kann man dann noch einmal die Modellspezifikationen und einige zusätzliche Infos nachlesen.
Beim Netzteil werden außerdem noch einige Kabel beigelegt: Das Netzteilkabel, zwei PCI-E-Kabel, zwei S-ATA-Stromkabel mit jeweils 4 Anschlussports, ein 4-PIN-Molex-Kabel mit 4 Anschlüssen und ein FDD-Adapter-Kabel.
2. Erster Eindruck
Mein persönlicher erster Eindruck vom Netzteil fällt durchweg positiv aus. Es fühlt sich sehr hochwertig und gut verarbeitet an, es klappert nichts, die Kabel scheinen ebenfalls stabil zu sein und sitzen sicher am Netzteil. Auch vom Lieferumfang war ich durchaus beeindruckt, da alle benötigten Kabel und darüber hinaus auch noch eine komplette Mini-Lüfterregelung geliefert wurden, was meine Erwartungen doch stark übertraf.
3. Einbau und Tests
Der Einbau in mein Gehäuse mit dem Format ATX gestaltete sich ziemlich einfach. Das Netzteil wurde einfach eingesetzt, die benötigten Kabel angeschlossen und verlegt. Aufgrund, der meiner Meinung nach, optimal gewählten Länge der einzelnen Kabel war auch das überhaupt kein Problem.
Nun aber zum Test an sich:
Getestet wurde mit Hilfe der Programme Prime95 und Furmark, um das System unter Volllast zu setzen. Weiterhin wird auch auf die Werte im Windows-Betrieb und beim Spielen eines Online-Games im Browser gemessen.
Mein Testsystem:
Intel Core I7 870 OC @3,8GHz
Gigabyte GA-P55-UD3
6GB DDR3-1333 OC @1536MHz
Nvidia GeForce GTX 1060 6GB OC (darf sich 116% TDP nehmen, übertaktet bis zum Anschlag)
1TB Seagate Desktop HDD
Vergleichsnetzteil: Seasonic M12II-Evo Modular 80+ Bronze 520W
Anmerkung: Bei mir sind aufgrund besserer OC-Stabilität sämtliche C-States des Prozessors deaktiviert, weshalb bei geringer Last der PC verhältnismäßig viel Strom verbraucht.
3.1 Stromaufnahme
Die hier genannten Werte wurden mit Hilfe eines Wattzählers an der Steckdose abgelesen. Da ich die Leistungsaufnahme der Komponenten an sich nicht messen kann, kann ich leider auch keinen genauen Wirkungsgrad nennen.
Windows-Betrieb: Direkt nach dem Hochfahren des PC's wurde hier die benötigte Leistung nach dem Start von Windows abgelesen. Dabei verwendet das Enermax-Netzteil etwa 115 Watt, das Seasonic-Netzteil dagegen benötigt nur etwa 110 Watt, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Dieser doch sehr minimale Unterschied entsteht aber denke ich dadurch, dass das RevoBron doch geringer ausgelastet ist und deswegen wahrscheinlich auch die Effizienz geringfügig schlechter ausfällt. Dies kann aber auch als Messungenauigkeit betitelt werden.
Beim Spielen des Browser-Games nahm das Seasonic-Netzteil etwa 150 Watt an Leistung in Anspruch, während sich das getestete Enermax-Netzteil hier mit lediglich 125 Watt begnügte. Hier ist also bei der Auslastung bereits ein Punkt erreicht, an dem das RevoBron seinen Konkurrenten doch schon relativ deutlich überholt.
Interessant werden erst die Werte unter Volllast des PC's: Hier wurden vom Seasonic bis zu ganze 400 Watt beansprucht, um die Taktraten und die Leistung aufrecht zu erhalten, während das Enermax-Netzteil hier mit maximal 340 Watt ganze 60 Watt weniger verbraucht und damit etwa 15% an Energie eingespart. Diese große Differenz hat mich doch etwas überrascht.
3.2 Lautstärke
Die Lautstärke wurde gemessen, indem ich mein Gehäuse etwas erhöht und den Sensor des Messgeräts direkt unter den Lüfter des Netzteils platziert habe.
Im Idle und unter leichter Last war hier bei beiden Netzteilen kaum ein Unterschied zu erkennen, jedoch fuhr das Seasonic-Netzteil bei Volllast die Lautstärke bis auf 45 dB hoch, während das Enermax RevoBron lediglich 35 dB erreichte. Damit ist das RevoBron etwa doppelt so laut wie sein Konkurrent, insgesamt ist subjektiv am Arbeitsplatz kein Unterschied bei der Lautstärke des gesamten Systems wahrzunehmen.
3.3 Wärmeentwicklung
Da mir auch hier leider die Instrumente für genaue Messungen fehlen, kann ich dazu lediglich sagen, dass ich bei beiden Netzteilen subjektiv keine große Wärmeentwicklung hinten am Netzteil wahrnehmen konnte. Da aber die Lautstärke der Netzteile unterschiedlich ist, leite ich daraus ab, dass das RevoBron eine etwas geringere Wärmeentwicklung im Innenraum aufweist.
3.4 Langzeitlast
Auch nach einer mehrstündigen Ausführung der Programme Prime95 und FurMark, und damit einer Volllast des Systems, konnte ich bei keinem der oben behandelten Punkte wirkliche Veränderungen wahrnehmen, da sich weder Lautstärke, noch Hitze, noch Leistungsaufnahme merkbare Veränderungen vorhanden waren.
3.5 Haltbarkeit
Da ich dazu leider im Moment keine Messergebnisse nennen kann, arbeite ich hier mit Prognosen. Aufgrund der geringen Hitzeentwicklung rechne ich schon mit einer langen Haltbarkeit des Netzteiles, näheres kann und werde ich jedoch in frühestens drei Monaten ergänzen.
4. Kurztest "CoolerGenie"
Da es sowieso schon beigelegt war, dachte ich mir, auch zu der Mini-Lüftersteuerung "CoolerGenie" einen kleinen Test vorzunehmen. Der Aufbau besteht aus zwei Anschlüssen oben, die für das PWM-Signal des Mainboards und den CPU-Kühler zuständig sind, einen Stromanschluss unten und drei Steckplätzen für 4 pin Lüfterkabel, die gesteuert werden können. Insgesamt können also 4 Lüfter angesteckt werden, was auch exakt der Anzahl meiner verbauten Lüfter entspricht. An der Front sind vier LED-Leuchten mit den Beschriftungen "Whisper", "Silence" und "Off" angebracht, die die Art der Lüftersteuerung angeben. Dabei werden bei "Whisper" bei 40% und bei "Silence" bei 55% Auslastung erst die Gehäuselüfter aktiviert, bei "Off" hängt dies vom PWM-Signal des Mainboards ab. Nach dem Ablesen der CPU- und GPU-Temperatur, durch den MSI Afterburner in den oben bereits verwendeten Testszenarien, ergaben sich beim Idle- und Browserbetrieb nur minimale Unterschiede in der Temperatur des PCs. Bei Volllast allerdings wurde die CPU-Temperatur bei Verwendung des CoolerGenie um 12 Grad im Vergleich zu meiner vorherigen Lüfterkonstellation, die mit Adaptern arbeiten musste, gesenkt, was mir theoretisch sogar noch einmal mehr Raum für besseres OC geben würde. Alles in allem leistet dieses kleine, aber feine Gadget eine sehr gute Arbeit und begeistert mich einfach.
5. Fazit
Insgesamt kann ich zu diesem Netzteil einfach nur sagen: Top Gerät! Der Lieferumfang ist groß, man hat alles dabei was man braucht und auch noch kleine Zusätze, wie zum Beispiel das CoolerGenie oder die Klett-Kabelbinder, sind mit dabei. Das Netzteil sieht zwar schlicht, aber trotzdem schön aus, ist leicht zu verbauen und auch von den Leistungsdaten kann ich mich nicht beschweren, da meiner Meinung nach alle angegebenen Spezifikationen übertroffen wurden! Auch das Gadget CoolerGenie macht einen besseren Job als ich beim Auspacken erwartet hätte und begeistert mich noch zusätzlich. Auch die Preis-Leistung des Netzteils ist insgesamt sehr gut, wenn es dabei allerdings auch keinen überragenden Wert erzielt, sondern für das Gebotene einen extrem fairen Preis anbietet.
Alles in allem, super Gerät, von mir 5/5 Sterne, da ich keinen wirklichen Kritikpunkt finden konnte!