Produkttester
Umverpackung und Packungsinhalt:
Inhalt der Verpackung: Neben dem Netzteil selbst findet sich der modulare Kabelbaum, ein Kaltgerätekabel, ein Handbuch auf sechs Sprachen mit einiger technischer Dokumentation, fünf Kabelbinder und vier Schrauben. Das Netzteil selbst ist in Luftpolsterfolie verpackt, ebenfalls sichert be quiet! den Transport durch ein Pappkonstrukt - ich wüsste nicht, was es hier zu bemängeln gäbe.
Kabel des Geräts:
Direkt auf der Hauptplatine verlötet sind die Kabelenden des 20+4 Pin Steckers und die der beiden - unter einem gemeinsamen Sleeve geführten - 4 Pin Stecker zur Stromversorgung des Hauptprozessors.
Entsprechend sind diese nicht modular, ihre Längen betragen laut Hersteller 55cm für das Kabel des 20+4 Pin Steckers und 60cm für die beiden 4 Pin Stecker.
An meinem Gerät werden diese Längen auch eingehalten, beide sogar leicht überschritten.
Der Durchmesser der Kabel zur CPU Stromversorgung fällt gemäß dem AWG Standard von 18 aus, dies ist bei den auftretenden Stromstärken unbedenklich und für qualitative Netzteile Standard.
Alle modularen Kabel sind ungesleevt, da es sich um Flachbandausführungen handelt.
Die beiden 6+2 Pin Kabel zur Stromversorgung von Grafikkarten sind jeweils 50cm lang und ebenfalls ins 18AWG ausgeführt.
Das erste Peripherie Kabel umfasst zwei SATA- und einen PATA-Stecker, gefolgt von einem Stromanschluss für Floppy-Laufwerke.
Der Abstand der Stecker fällt viel folgt aus: Nach 50cm ist der erste SATA-Stecker erreicht, alle weiteren Stecker folgen in 15cm-Abständen.
Am zweiten Peripherie Kabel findet der Nutzer ein SATA-Stecker und zwei PATA-Stecker, auch hier werden zwischen Netzteil und dem ersten SATA-Stecker 50cm Abstand erreicht, auch das 15cm Intervall darauffolgend bleibt erhalten.
Was bleibt ist ein dritte Kabel, woran drei SATA-Geräte Anschluss finden können. Auch hier wird nicht vom oben genannten Schema für das Aufeinanderfolgen der Stecker abgewichen.
Auch bei allen Kabeln für Peripherie Anschlüsse handelt es sich um 18AWG Drähte.
Auf Kondensatoren in Kabeln verzichtet be quiet! komplett.
Technik:
be quiet! lässt das Pure Power 10 bei der Forton Source Power Group (kurz FSP) fertigen, ein taiwanesisches Unternehmen, auf das be quiet! inzwischen fast ausschließlich setzt.
Schenkt man den Aufdrucken auf der Hauptplatine Glauben, so wird die hier verbaute Plattform für sämtliche Modelle der Pure Power 10 Serie zwischen einschließlich 400W und 700W Ausgangsleistung - ganz egal ob mit oder ohne teilmodularem Kabelbaum - genutzt.
Die angewandten Wandlertopologien gibt be quiet!, offensichtlich zu Marketingzwecken, selbst auf dem hauseigenen Internetauftritt preis: Active Clamp mit synchroner Gleichrichtung und je ein Abwärtswandler für +5V und +3,3V.
Alle aktiven Leistungskomponenten erscheinen gut dimensioniert, weiter ist der Eingangsfilter auf dem Niveau der Konkurrenz.
Die Minor Rails werden unabhängig von der +12V Spannung geregelt.
Auf der Sekundärseite bekommt man eine - für diese Preisklasse - unüblich hohe Menge an Kapazität zum Glätten und Stützen der Ausgangsspannungen zu sehen.
Dies ist aber nicht zwingend direkt darauf zurück zu führen, dass Hersteller FSP übermäßig gütig war; offensichtlich ist diese umfangreiche Filterung von Nöten, um die Restwelligkeit auf einem Niveau mit der Konkurrenz mit geringerem sekundären kapazitivem Filter zu halten. Ein Verhalten bei Impulslasten ist bis dato leider nicht getestet worden, somit würde ich diesen deutlichen Unterschied zur Konkurrenz als nötig und nicht direkt als Vorteil bewerten.
Lüfter:
Beim Lüfter des Netzteils handelt es sich um einen be quiet! Pure Wing mit einer maximalen Umdrehungszahl von 1600 Umdrehungen pro Minute, dabei werden maximal 300mA Leistung aufgenommen.
Subjektiv konnte ich in meinem System keinen Unterschied zwischen einem Pure Power 10 und einem Straight Power 10 700W in sämtlichen Lastsituationen wahrnehmen.
Nie konnte ich das Pure Power 10 aus dem System heraus hören.
Spannungsstabilität, Restwelligkeit und Effizienz sind nach dem Test auf TweakPC.de tadellos.
Schutzschaltungen:
UVP und OVP sind gemäß der Auslösepunkte des WT7527, OTP ist implementiert und SCP, OCP und OPP lassen sich bei TweakPC.de nachvollziehen.
Fazit
positiv:
Das Netzteil erfüllt seine Angaben in Sachen Effizienz nicht nur, sondern überschreitet diese sogar.
Die Spannungsstabilität in Crossload-Tests ist sehr überzeugend.
Der verbaute Lüfter arbeitet sehr geräuscharm.
Das Design zur Regelung der Minor Rails ist sehr durchdacht und sorgt für sehr gute Ergebnisse.
neutral:
Die Auslösepunkte von OVP und UVP halten die ATX-Vorschriften ein, jedoch nicht die 5% Toleranz.
Das einzige, was bei diesem Netzteil noch offen bleibt, ist ein Test auf das Verhalten bei Impulslasten. Weder traute ich es mir zu, in kurzer Zeit einen Testaufbau für verwertbare Ergebnisse auf die Beine zu stellen, noch finden sich vertrauenswürdige Daten dazu im Internet.
negativ:
Die OPP nimmt den Anschein, ihrer Aufgabe nicht nachzukommen.