Produkttester
1. Design/Verarbeitung
Der MSI Artymis 273CQRDE folgt eindeutig einer Gaming Ästhetik, bleibt dabei aber zurückhaltend genug um - besonders von vorn - nicht aufdringlich zu wirken. Bis auf ein MSI Logo auf der linken unteren Seite ziert den Panelrahmen keine weitere Schrift oder farbliche Akzente. Die Displayrahmen sind, bis auf den unteren Rand, sehr dünn. Allerdings gibt es noch einen innenliegenden Rahmen um das Panel den man im ausgeschalteten Zustand nicht sofort sieht. Trotzdem ist der Rand des Displays relativ dünn und modern. Auf der Rückseite kann im OSD Menü (per Joystick an der Rückseite steuerbar) optionales Ambient RGB Licht eingeschaltet werden, dort zeigt sich die Gaming Ästhetik deutlicher. Der Standfuß zeigt zwar recht harte Linien, bleibt aber ebenfalls eher schlicht, was mir persönlich gut gefällt. Außerdem ist er aus Metall und fühlt sich sehr wertig an. Der Rest des Monitors ist zwar aus Kunststoff, jedoch fühlt sich dieses nicht billig an und, bis auf die LED Abdeckung hinten, scheint die gesamte Verkleidung recht kratzresistent zu sein.
2. Einsatzbereich
Mit seinen 165Hz und vielen Gaming Features wie Crosshair oder FPS Anzeige positioniert sich der MSI Monitor natürlich recht deutlich als Monitor für Spielerinnen und Spieler. Allerdings ist die Farbtreue des Panels nicht schlecht und für Hobbymäßige Foto- und Videografie durchaus geeignet. Produktive Stärken zeigen sich auch bei der Auflösung, da mit WQHD Auflösung einfach mehr detaillierte Inhalte dargestellt werden können als bei einem FullHD Panel. Gleichzeitig ist die Grafikkarte bei moderenen Spielen aber nicht so sehr belastet wie bei einem UDH Panel. So bekommt man das Beste aus beiden Welten.
Neben Spielen und Produktivität kann der Monitor aber auch Filme besonders gut. Dank des guten Kontrastverhältnis sehen Filme und Serien knackig aus und machen richtig Spaß. Durch die 1000R Krümmung ist der Monitor nur bedingt zum gemeinsam gucken und zocken geeignet. Zu zweit ist das ganze noch in Ordnung, aber mit mehr Zuschauern wird es schwieriger. Dabei sind die Blickwinkel eigentlich sehr ordentlich.
3. Display/Leistung
Das Highlight des verbauten VA Panels ist natürlich die hohe Bildwiederholrate von 165Hz. Die Helligkeit kann sich ebenfalls sehen lassen. Allerdings reichen die 550 nit noch nicht für ein herausragendes HDR Erlebnis. Die HDR400 Spezifizierung liegt zwar vor und wird sogar übertroffen, trotzdem sollte man seine Erwartungen im Bereich HDR eher zügeln. Immerhin sind die HDR Farbräume zu einem guten Teil abgedeckt.
Nach meinen Messungen wird der Standard sRGB Farbraum zu 119% abgedeckt, Adobe RGB zu etwa 75% und DCI-P3 zu 80%. Das sind durchweg sehr gute, aber keine herausragenden Werte. Der Kontrast ist verglichen mit vielen IPS Panels deutlich besser (3000:1 vs 1000:1). Für Interessenten mit sehr gemischten Anwendungsfällen, wie zum Beispiel gelegentliches Gaming, Foto Bearbeitung, Film und Serien schauen ist der Mix allerdings ein toller Kompromiss.
Jetzt zu den Schwächen des Panels. Durch die verwendete VA (Vertical Alignment) Technik muss man Abstriche bei der Klarheit und der Reaktionsfähigkeit machen. Man kann bei sehr schnellen Bewegungen Ghosting erkennen. Die Grau zu Grau Reaktionszeit liegt dabei nur bei etwa 3ms. Stellt man die Pixel Overdrive Funktion höher kann man es auf bis zu 1ms schaffen. Allerdings entstehen auch dabei Artefakte.
Unter leichtem Black Smearing leider der Monitor ebenfalls, genau wie unter einer eher durchschnittlichen Schwarzverteilung (Backlight Bleed ist besonders in der rechten oberen und linken unteren Ecke zu sehen). Auch die Ausleuchtung in einem weißen Bild ist nicht perfekt, rechts und links wird das Bild leicht dunkler, immerhin sehr homogen und nur an den seitlichen Rändern, die restlichen Ränder sind nicht betroffen. Eventuell hat dies mit der Krümmung zu tun. Das alles hört sich recht schwerwiegend an ist in meiner täglichen Benutzung aber weniger aufgefallen. Selbst bei deutlich teureren Monitoren muss man an einigen Stellen Kompromisse machen, so eben auch bei diesem Panel. Bestes Beispiel ist die neue QD-OLED Technologie, die zwar tolle Farben, Kontraste und Helligkeiten schafft, dabei aber durch das Subpixellayout störende Farbsäume entstehen lässt und das bei einem über 1000€ teuren Monitor. Beim getesteten MSI Monitor dagegen sind keine Farbsäume zu erkennen und Textklarheit/schärfe ist gut.
Eine Beobachtung habe ich noch gemacht, die Hintergrundbeleuchtung und die LCD Schicht des Monitors scheinen recht weit auseinander zu liegen (eventuell der aufgrund der Krümmung). So erscheint aus einem schrägen Blickwinkel die untere linke, bzw rechte Ecke leicht unscharf.
Außerdem scheint es noch einen Bug zu geben bei dem sich das Backlight des Monitors im DisplayPort Betrieb auch im Standby Modus einschaltet, was natürlich den Zweck des Standby Modus komplett untergräbt. Ob dafür Windows, NVIDIA oder MSI verantwortlich ist, ist schwierig herauszufinden. Dieses Problem scheint sich jedenfalls nicht auf den MSI Monitor zu begrenzen, in diversen Foren berichten User von diesem Problem bei unterschiedlichen Monitoren. Es gibt aber glücklicherweise einen einfachen Fix. Es muss nur einmal der "Auto Input Scan" ausgeschaltet werden. Dann muss die Quelle zwar händisch im OSD ausgesucht werden, bei meinem Anwendungsfall ist dies aber kein Problem, da sich der Input quasi nie ändert. Zudem ist das OSD sehr komfortabel zu bedienen.
4. Ausstattung
Im Lieferumfang ist überraschend viel zu finden. Ein HDMI Kabel, ein DisplayPort Kabel, ein USB-C Kabel und USB-A auf USB-B Kabel für den integrierten USB Hub. Zudem natürlich das externe Netzteil. Ebenfalls findet man eine kleine Kabelhalterung für das Mauskabel, welche am unteren Bildschirmrand eingehakt werden kann. Fest im Bildschirm integriert ist ein kleiner Kopfhörerhalter der rechts aus dem Monitor herausragt wenn man leicht auf den entsprechenden Knopf drückt. Dieser wirkt zwar nicht übermäßig stabil, ist aber eine nette Dreingabe und damit definitiv ein Bonus.
Der mitgelieferte Ständer kann in Höhe und Neigung angepasst werden, was ich bei keinem Monitor missen möchte. Zudem sind im Lieferumfang vier Schrauben für Vesa Mounts angebracht, sodass ohne Probleme eine beliebige Vesa kompatible Halterung benutzt werden kann.
Wie die beigelegten Kabel schon zeigen, hat der 273CQRDE eine breite Auswahl an I/O. Neben Displayport 1.4 und zwei HDMI 2.0 steht außerdem ein USB-C Port mit Displayport Funktionalität zur Verfügung mit dem sich der Monitor an Laptops mit DP über USB-C oder Thunderbolt sehr einfach nutzen lässt. Per DisplayPort lässt sich das eingebaute Adaptive Sync Feature FreeSync Premium nutzen. Ein 3,5mm Klinkenanschluss sowie zwei USB-A Ports und ein USB-B Port (für USB Upstream vom PC) stehen ebenfalls zur Verfügung. Die beiden eingebauten USB-A Ports lassen sich dank eingebautem KVM nicht nur mit dem USB-B Port sondern auch mit dem USB-C Port nutzen. Der KVM kann dabei manuell oder automatisch (je nach ausgewählter Quelle) umschalten.
5. Preis-/Leistungsverhältnis
Für den, zum Zeit des Verfassens, ausgerufenen Preis von ~560€ ist der MSI MPG ARTYMIS 273CQRDE eine eingeschränkte Empfehlung. Personen die ausschließlich kompetitiv zocken und weniger Wert auf Kontrast und Farbumfang legen sollten sich eher nach einem schnellen TN oder IPS Panel umgucken. Diese Technologien haben aber ihre ganz eigenen Probleme. Bei TN Panels sind das die schlechten Blickwinkel und der schlechte Kontrastumfang. Bei IPS Panels in diesem Preisbereich ist es der schlechterer Kontrastumfang und das IPS Glow Phänomen. Leute die fast ausschließlich Fotos oder Videos bearbeiten sind vermutlich mit einem IPS Panel mit nahezu 100% Adobe RGB und DCI-P3 Farbraumabdeckung besser bedient, auch wenn der Kontrastumfang leidet. Wenn man aber so wie ich von Allem ein bisschen macht ist der MSI der perfekte Kompromiss und eine klare Empfehlung von mir (solange man mit den angesprochenen Problemen des Panels zurecht kommt).
6. Haltbarkeit und Vergleich mit anderen Produkten
Zu der Haltbarkeit kann ich zu diesem Zeitpunkt wenig sagen. Alles in allem fühlt sich der Monitor aber recht wertig an und besonders der Standfuß wird wohl eher keine Probleme machen. Sollte das Netzteil mal einen Defekt haben, kann es theoretisch einfach ausgetauscht werden, da der Monitor ja über ein externes Netzteil versorgt wird. Für mich ein Plus und Minuspunkt zugleich. Im Grunde bin ich dankbar dafür, dass ein Netzteil-Defekt nicht direkt heißt, dass der Monitor ausgetauscht werden muss. Auf der anderen Seite ist es manchmal nicht ganz so einfach dieses Netzteil gut zu verstauen, je nach Setup/Schreibtisch.
Die netten Dreingaben, wie der Mauskabel Halter und der Kopfhörerhalter fühlen sich insgesamt etwas wackelig und nicht so stabil an, wie der Rest des Monitors.