Produkttester
Allgemeines:
Ich habe den BeQuiet Dark Rock 6 im Rahmen des Testers Keepers Programm von Mindfactory kostenlos erhalten. Dieses Review spiegelt allerdings meine persönliche Meinung, positiv wie negativ, wider. Mindfactory hat keinen Einfluss auf dieses Review genommen.
Verpackung & Lieferumfang:
Die Verpackung ist BeQuiet typisch in schwarz gestaltet. Der Kühler ist sicher in einem Formkarton verpackt. Auf Schaumstoff oder Styropor wird hier der Umwelt zu Liebe verzichtet.
Im Lieferumfang ist, neben dem Kühler, das Montagematerial enthalten. Dieses besteht aus einer kleinen Tube hauseigener Wärmeleitpaste von BeQuiet. Diese sollte für etwa zwei Montagen ausreichen. Außerdem befinden sich im Karton sämtliche Schrauben und Bügel, die es zum Verschrauben auf der CPU benötigt. Unterstützt werden die Sockel AM4 und AM5 von AMD und die Sockel 1851, 1700, 1200, 1150, 1151, und 1155 von Intel. Für Intel-CPUs liegt dem Montagematerial außerdem eine Backplate bei. Gut gelöst: Die Klammern für die Montage auf einer AMD CPU lassen im Fall einer AM5 CPU einer Offset Montage zu. So kann der Kühler dort montiert werden wo die größte Abwärme entsteht.
Außerdem finden wir im Karton einen BeQuiet Schraubendreher. Dieser hat eine magnetische Spitze und ist mir schon aus dem Dark Rock 4 bekannt. Ihr müsst für die Montage also nicht mal in eurem Werkzeugkasten kramen. Es ist absolut alles im Lieferumfang für die Installation enthalten.
Eine Montageanleitung sucht man vergebens. Auf der Verpackung findet ihr einen QR Code, der euch zu einer Anleitung führt.
Design und Verarbeitung:
Der Dark Rock 6 kommt in schlichtem, aber elegantem schwarz daher. Lediglich der magnetische Deckel, auf dem das BeQuiet Logo, eingefasst von gebürstetem Aluminium, thront und die Seitenabdeckungen des Kühlkörpers mit der Aufschrift Dark Rock sind in einem sehr dunklen blaugrau/anthrazit gefärbt. RGB-Beleuchtung sucht man vergebens. Insgesamt ist die Optik sehr clean und kantig. Die angeschrägten Kanten verleihen dem sonst schlichtem Design etwas dynamisches.
Anders als bei anderen Herstellern befindert sich nicht auf Deckel, sondern an der linken Seite des Lüfterrahmens ein kleiner Schalter mit der Wahlmöglichkeiten P und Q. Im eingebauten Zustand ist dieser Schalter somit von außen nicht sichtbar, da er dann nach unten ausgerichtet ist, trotzdem mit der Hand aber sehr gut erreichbar. Was mit dem Schalter umgeschaltet wird, erkläre ich später.
Verbaut ist auf dem Kühlkörper ein 135mm Silentwings-Lüfter, der in einem extra Rahmen daherkommt. Der Lüfter ähnelt in seinem Design dem Lüfter des Dark Rock Elite und nutzt ebenfalls wie dieser ein Schienensystem zur Montage. Vorbei ist die Zeit der Federstahlklammern, die sowohl beim Dark Rock 4, als auch noch beim Dark Rock 5 Verwendung fanden.
Beim Design des Kühlkörpers und des Aufbaus der Heatpipes, sowie der Sockelmontage hat man sich des asymmetrischen Designs des Dark Rock 5 bedient. Dies sorgt für maximale RAM-Kompatibilität. Für wen Geld keine Rolle spielt, der kann vier RAM Module egal welchen Herstellers verwenden. Diese werden nicht, wie es noch beim Dark Rock 4 der Fall war, mit dem Lüfter in Konflikt geraten. Der Dark Rock 4 hatte damals den ersten RAM Slot mit seinem Lüfter verdeckt.
Kommen wir zur Verarbeitung des Kühlers. Hier gibt es einfach nichts zu meckern. Man merkt, dass BeQuiet wert auf ein gutes Qualitätsmanagement bei der Fertigung legt. Es gibt keine Fehler in der Lackierung, keine verbogenen Lamellen am Kühlkörper, das Schienensystem des Lüfters rastet sauber ein und das Anschlusskabel ist gesleevt. Scharfe Kanten sucht man vergebens. Ich hatte bereits Kühler anderer Hersteller in meinem System, die deutlich teurer waren und das nicht hinbekommen haben.
Doch das Beste ist jedoch, dass hier alles zusammenpasst. Das ist klingt in mancher Leute Ohren sicherlich sehr pingelig, aber hier stimmen alle Spaltmaße. Es gibt keine überstehenden Kanten. Der Lüfterrahmen schließt an den Seiten und oben bündig mit den Seitenabdeckungen und dem magnetischen Deckel ab. Der Dark Rock 6 wirkt optisch einfach wie aus einem Guss.
Montage:
Die Montage ist recht einfach.
Auf dem Mainboard werden einfach die erforderlichen Klammern angebracht, Wärmeleitpaste auf die CPU geben und den Kühlkörper des Dark Rock 6 festschrauben. Genau wie beim Dark Rock 5 hat man den Riegel, der den Kühlkörper auf die CPU drückt direkt an der Coldplate verschweißt. Die erforderlichen Schrauben befinden sich out of the box direkt in den Gewinden. Will man die hintere der beiden Schrauben erreichen, entfernt man einfach den magnetischen Deckel. Durch ein Loch im Kühlkörper erreicht man mit dem langen mitgelieferten Schraubendreher die Schraube ohne Probleme.
Musste man beim Dark Rock 4 und 5 den Lüfter noch mit Klammern am Kühlkörper befestigen, die sich gerne in blitzschnelle Geschosse verwandelten, wenn sie aus den Händen flutschten, schiebt man den Lüfter beim Dark Rock 6 dank des Schienensystems einfach auf den Kühlkörper. Am Ende rastet er ein und bewegt sich nicht mehr. Hier hat man sich scheinbar der Mechanik des Dark Rock Elite bedient. Endlich, denn diese Klammern sind A nicht schön und B auch nicht mehr zeitgemäß. Das kann man mittlerweile besser lösen.
Zum Schluss steckt man das Anschlusskabel auf dem CPU-Header am Mainboard.
Fertig.
Kühlleistung:
Beim BeQuiet Dark Rock 6 handelt es sich um einen Single-Tower Kühler mit den Maßen 77.4 x 139 x 162 (L x B x H in mm). Der Kühlkörper verfügt über 6 Heatpipes welche in einer vernickelten Coldplate zusammenlaufen. Statt Wärmeleitpaste erlaubt der Dark Rock 6 auch die Verwendung von Flüssigmetall.
Auf dem Kühlkörper thront der 135mm große und schwarze Silentwings Lüfter. Dieser kann in zwei Modi betrieben werden. Mittels des zuvor erwähnten Schalters kann man zwischen dem Performance- oder dem semi-passiven Quiet-Modus wählen. Im Perfomance-Modus dreht der Lüfter konstant und unter hoher Last auch mit maximaler Drehzahl. Im Quiet-Modus schaltet sich der Lüfter bei niedrigen CPU Temperaturen ab und steht still. Dies passiert bei 50 Grad.
Im IDLE-Betrieb/Office-Betrieb schaltet sich der Lüfter also regelmäßig aus oder dreht so langsam und ruhig, dass man ihn nicht wirklich wahrnimmt. Der Quiet-Modus macht seinem Namen hier alle Ehre. Im Spielbetrieb dreht sich der Lüfter natürlich mit deutlich höherer Drehzahl. Und da muss ich ganz klar sagen, dass die Lautstärke, die mein bis zu Letzt genutzter Dark Rock 4 erzeugt hat, für meine Ohren gefälliger war. Der Dark Rock 4 drehte maximal mit knapp 21,4 dB, der Dark Rock 6 kommt da schon auf 31,1 dB. Das sind knapp 10 dB mehr und die machen einen hörbaren Unterschied. Wobei der Dark Rock 4 sich mit maximal 14000 Umdrehungen pro Minute drehte. Der Dark Rock 6 kommt auf 2000 Umdrehungen pro Minute bei maximaler Auslastung.
Die TDP des Dark Rock ist seit dem Dark Rock 4 immer um 10 Watt mit der neuesten Generation gestiegen. Schaffte es der Dark Rock 4 noch eine Abwärme von 200 Watt zu kühlen, erhöhte sich die TDP beim Dark Rock 5 schon 210 Watt und der Dark Rock 6 vermag es eine TDP von 220 Watt abzuführen. In meinem System habe ich einen AMD Ryzen 7 7800X3D verbaut. Wie oben zu erkennen ist, lege ich Wert auf Ruhe am Schreibtisch. Ich betreibe den Dark Rock 6 also im Quiet-Modus. Im IDLE bewegt sich die CPU damit immer im Bereich von 50 bis 55 Grad. Das sind keine Spitzenwerte, vor dem Hintergrund, dass sich der Lüfter bei 50 Grad abschaltet, nehme ich das aber sehr gerne in Kauf und genieße die Ruhe, wenn ich das Headset mal nicht aufhabe.
Im Spielbetrieb kühlt der Dark Rock 6 die CPU immer auf Temperaturen, die zu keiner Zeit zum Thermal-Throtteling führen. Dieses setzt bei ca. 89 Grad ein. Ich habe diverse Spiele ausprobiert. Von älteren Spielen bis hin zu aktuellen Triple-AAA Titeln. Probleme bei der Kühlung gab es keine.
Folgende Temperaturen konnte ich Spielbetrieb ermitteln (im Ladebildschirm waren die Temperaturen kurzzeitig merklich höher):
Hogwarts Legacy: 71 Grad
Subnautica 2: 61 Grad
Spiderman Remastered: 67 Grad
Arc Raiders: 65 Grad
Die Temperaturen waren also allesamt weit weg von den oben erwähnten 89 Grad. Ich nutze die Standard Lüfterkurve meines MSI-Board. Diese lässt sich bestimmt optimieren. Für meine Bedürfnisse ist da jedoch kein Handeln erforderlich. Im Vergleich zum Dark Rock 4 ist die Temperatur in allen Titeln ca. 3 bis 4 Grad niedriger.
Wem es um das letzte Grad geht und für wen Lautstärke eine untergeordnete Rolle spielt, der schaltete einfach in der Performance-Modus. Hier lässt sich die Temperatur noch mal um einige Grad nach unten korrigieren. Mir ist der Lüfter dann aber zu laut. Aber das ist kein Problem des Dark Rock 6, dass wäre bei jedem Lüfter so, der so schnell dreht.
Fazit:
Der Dark Rock 6 kostet aktuell 75 Euro. Betrachtet man nur die reinen Daten, also Kühlleistung (TDP von 220 Watt) und Ausstattung, dann sind 75 Euro schon recht viel Geld. Für halb so viel Geld bekommt man Lüfter die ähnlich stark und, wenn man es mag, auch mit einem RGB Lüfter ausgestattet sind.
Doch wie fällt mein Fazit nun aus? Ist der Dark Rock 6 gut verarbeitet?
Definitiv ja. Hier stimmt aus meiner Sicht einfach alles.
Ist er im Stande einen Ryzen 7 7800X3D zu kühlen?
Ja. Das macht er ordentlich.
Ist der Dark Rock 6 aber sein Geld wert?
Absolut. JEDEN einzelnen Euro. Man merkt an jeder Stelle, dass hier Wertigkeit und Langlebigkeit im Vordergrund stehen, gepaart mit einem, wie ich finde, stimmigen schnörkellosen, cleanen Design, ohne die mittlerweile fast standardmäßige RGB-Kirmesbeleuchtung.
Ja, der Lüfter könnte vielleicht etwas leiser im Ladebildschirm drehen. Ok. Aber das "Problem" haben andere Hersteller auch. Irgendwie muss die warme Luft abtransportiert werden. Das ist aber die Einstellung out of the box. Die Lüfterkurve lässt sich im BIOS/UEFI anpassen, so dass die Maximaldrehzahl verringert werden kann.
Im Spielbetrieb mit Headset, und so spielen eigentlich die meisten Spieler, stört das nicht.
Nimmt man das Headset aber ab, weil die Gaming-Session vorbei ist und man sich nach der ständigen Geräuschkulisse auf den Ohren nach etwas Ruhe sehnt, trumpft der Dark Rock 6 mit seinem semi-passiven Quiet-Modus auf und macht seinem Herstellernamen BeQuiet alle Ehre.
Dann herrscht beinahe Stille.