High End 4K UHD Monitor mit umfangreichen Anschluss- und Verstellmöglichkeiten
Einleitung
Ich gehöre zu den glücklichen Gewinnern, die im Rahmen der Testers Keepers Aktion den neuen 27 Zoll Monitor EIZO FlexScan EV2785 testen durften. Es handelt sich hier um den ersten 4K UHD (3840 x 2160) Monitor aus der Office Reihe des japanischen Herstellers, der zahlreiche Features wie etwa einen USB-C Anschluss, eine automatische Helligkeitssteuerung und eine flexible Ergonomie bietet. Ich werde ihn im Zusammenspiel mit einem 13 Zoll MacBook Pro 2016 mit Touch Bar testen. Hier bietet sich insbesondere die Konnektivität via USB-C an. Mein bisher eingesetzter 21 Zoll Monitor (auch ein EIZO S2110W) macht am MacBook Pro, durch seine für heutige Verhältnisse geringe Auflösung von 1680 x 1050 Pixeln, verständlicherweise keinen so guten Eindruck mehr. Hier war ich natürlich sehr gespannt, wie sich der neue EIZO im Alltag schlägt.
Lieferung und Auspacken
Bereits nach einem Tag erhielt ich den Monitor via DHL direkt nach Hause geliefert. Verschickt wurde der Monitor in dem klassisch hellbraun gehaltenen Originalkarton des Herstellers. Beim Öffnen der Verpackung sieht man gleich das mitgelieferte Zubehör bestehend aus Netzkabel, USB Type-C Kabel, DisplayPort Kabel, HDMI Kabel, sowie eine alternative Kabelführung. Eingebettet ist das Zubehör in einer dicken Styropor Schicht, die den Monitor gleichzeitig auf dem Transportweg schützt. Darunter befindet sich der Monitor in einer gepolsterten Folie. Das Herausheben des Monitors ist durch die im Gehäuserahmen eingelassene Tragemulde an der Oberseite und dem Gewicht von 8,2 kg auch für eine Person gut handelbar. Überrascht wird man von einem bereits vollständig montierten Monitor inklusive Drehfuß, der sich leicht aus der unteren Styropor Form (mit Schaumstoff Polsterung) herausheben ließ. Die Kurzanleitung wird durch das untere Styropor Teil in Position gehalten, dadurch sind unschön zerknitterte Anleitungen ausgeschlossen. Das Verpackungsdesign finde ich durch die Verwendung von wenigen Teilen gut durchdacht und man erhält hier schon einmal den Eindruck, dass es sich um ein hochwertiges Produkt handelt.
Verarbeitung und Design
Schnell war der Monitor und der Standfuß vom Verpackungsmaterial befreit. Neugierig auf die Mechanik des Standfußes, habe ich diese zuerst einmal näher in Augenschein genommen. Das Abnehmen selbiger geschieht bei liegendem Monitor mit nur einem Tastendruck. Der Standfuß hat ein Gewicht von 3,3 kg und besteht aus Metall. Umhüllt ist er von schwarzem matten Kunststoff und macht einen sehr robusten Eindruck. Die 3-stufige Verstellmechanik wird durch vorgespannte Federkraft gehalten. Im ausgebauten Zustand hat die Verstellmechanik die vollständige Länge. Die Federkraft ist auf das exakte Monitorgewicht von 4,9 kg eingestellt, damit man den Monitor später mit mäßigem Kraftaufwand verstellen kann, clever. Am oberen Ende der Mechanik befindet sich die quadratische Monitoraufnahme, die kipp-, neigbar und die Pivotfunktion des Monitors sicherstellt. Die Monitoraufnahme erfüllt den Vesa-Standard (100 x 100 mm), vier passende Schrauben befinden sich im Lieferumfang. An der Unterseite der Mechanik befindet sich der robuste Drehteller, der ebenfalls aus Metall gefertigt ist und mit schwarzem matten Kunststoff verkleidet ist. Die Unterseite des Fußes ist mit rundem Schaumstofffüßen gepolstert um den Schreibtisch vor Kratzern zu schützen. So schnell wie sich der Fuß abnehmen ließ, so schnell war er auch wieder mit einem satten Klick aufgesteckt. Das Monitordesign weist weitere Besonderheiten auf. Das Firmenlogo befindet sich jetzt dezent auf der Unterseite des Fußes eingeprägt und noch einmal mit einem großen Logo auf der Rückseite neben der schon erwähnten praktischen Griffmulde, welche auch für die Höhen- und Neigungswinkeleinstellung äußerst praktisch ist. Das Design wirkt klassisch zeitlos mit einem Hauch von Understatement. Insbesondere das von EIZO beworbene Full Flat Design trägt zu diesem Erscheinungsbild bei. Das hochwertig entspiegelte IPS Display scheint im Rahmen zu schweben, da der schwarze Kunststoffrahmen an den Seiten und Oben lediglich 1 mm beträgt. Aber auch der untere Rahmen ist mit 5,8 mm äußerst schmal gehalten und beinhaltet die berührungsempfindlichen Einstelltasten. Die Verarbeitungsqualität kann bei meinem Testexemplar als gut-sehr gut bezeichnet werden. Die Spaltmaße der Seitenkanten zum Display betragen weniger als 0,25 mm.
Anschlüsse und Inbetriebnahme
Wie bereits erwähnt, nutze ich den Monitor via USB-C Verbindung an meinem MacBook Pro. Der Monitor besitzt neben diesem Anschluss noch einen DisplayPort- und zwei HDMI Anschlüsse. An allen Anschlüssen wird die Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln mit 60 Hz unterstützt (auch auf 30 Hz reduzierbar bei etwaigen Kompatibilitätsproblemen). Bei dieser Auflösung stehen rund 8,3 Millionen Pixel für die Bildanzeige zur Verfügung. Bei einer Bildschirmdiagonale von 27 Zoll ergibt sich so eine Pixeldichte von 163 ppi. Zum Vergleich nutzt ein klassischer 24 Zoll Full HD Monitor nur rund 2 Millionen Pixel, was eine Pixeldichte von rund 92 ppi ergibt. Die Pixeldichte ist neben der verwendeten Displaytechnologie und der Displayverarbeitung ein entscheidendes Kriterium für die Bildschärfe. Benötigt wird für die Verbindung zum MacBook Pro nur das USB-C Kabel und natürlich das Stromkabel für den Monitor. Über das USB-C Kabel erfolgt die Bildübertragung (DP Alt Modus), die Stromübertragung, die Verbindung zum eingebauten 2-fach USB Hub und die Tonübertragung zu den eingebauten Lautsprechern oder dem Kopfhöreranschluss. Der Laptop wird dank des im Monitor verbauten Netzteiles mit bis zu 60 Watt Strom versorgt. Das Originalnetzteil von Apple kann dadurch in der Reisetasche bleiben. Auf der Rückseite gibt es noch einen Hardware Stromschalter, um das Gerät vollständig vom Stromnetz zu trennen. Der Mac gab beim Anstecken des USB-C Kabels gleich das bekannte Lade Plopp Geräusch aus und das Bild wird in voller Auflösung auf den großen Monitor übertragen. Ich benutze den Laptop im Modus für den Betrieb mit geschlossenem Display (Clamshell-Modus). Diese Nutzung stellt für mich einen sehr guten und vor allem leisen Desktopersatz dar. Leise ist auch hier Programm, denn der Monitor verrichtet seine Arbeit ohne wahrnehmbare Störgeräusche bei ausgeschalteten Monitor Lautsprechern.
Bildqualität und Stromverbrauch
Jetzt beschäftige ich mich mit dem wohl wichtigstem Kriterium, der Bildqualität. Da ich hier durch das Retina Display (DCI P3) meines MacBooks schon recht verwöhnt bin, war ich auf die Leistung des neuen EIZOs gespannt. Zuerst wurde mir der Schreibtisch von MacOS High Sierra auf dem Bildschirm angezeigt. Wow, was für ein großes Bild, nur etwas dunkel. Die Helligkeit wurde an meinem fensterlosen Rechnerarbeitsplatz automatisch auf 50 Prozent Helligkeit heruntergeregelt. Mit den gut zu erreichenden Sensortasten des Bildschirmes war die Helligkeit jedoch schnell korrigiert. Ich erhöhte auf 75 Prozent Helligkeit, was bei diesem Modell ca. 140 cd/m2 beträgt. Nach Einstellung der Wunschhelligkeit übernimmt ab jetzt wieder (auch abschaltbar) der Lichtsensor die weitere Regelung der Helligkeit in Abhängigkeit vom Lichteinfall. Der Kontrast wurde von EIZO auf 50 Prozent eingestellt und sollte laut Handbuch in dieser Einstellung verbleiben um möglichst alle Bilddetails zu erhalten. Die Farben werden satt und blickwinkelstabil dargestellt. Die Bildschärfe ist dank der hohen Auflösung einfach genial. Das Skalieren funktioniert unter MacOS einwandfrei. Es wird die Retina Funktion verwandt, d. h. in der empfohlenen Skalierungseinstellung wirken die Icons und Schriften wie ein vergleichbarer Bildschirm in der Größe von 1920 x 1080 Pixeln nur eben gestochen scharf und klar. Die Displayentspiegelung ist gut umgesetzt. Störende Lichtreflexe werden abgemildert ohne das Bild zu matt oder gar glitzernd wirkend zu lassen. Allerdings habe ich an meinem Platz aber auch kein blendendes Tageslicht. Mein Monitor weist keinen Pixel- oder Subpixelfehler auf und bietet eine gute Helligkeitsverteilung. Hier wurde beim Paneleinkauf auf Qualität geachtet. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle auch die extra Null-Pixelfehler-Garantie von EIZO, die für sechs Monate nach Erwerb des Gerätes gilt, wenn doch einmal Pixelfehler auftreten sollten. Der Gesamtstromverbrauch liegt laut der Messsteckdose von AVM (FRITZ!DECT 200) im Betrieb mit angeschlossenem MacBook Pro (Clamshell-Modus, voller Akku, Officebetrieb, Creative Sound Blaster Omni Surround 5.1 - USB-Soundkarte, Displayhelligkeit 75 Prozent) bei ca. 40 Watt. Bei ausgeschaltetem Bildschirm und ohne angeschlossenes MacBook Pro, bei sehr guten 0,28 Watt (Werksangabe max. 0,5 Watt).
Messwerte
Zur Ermittlung der Farbraumabdeckung und der Helligkeitsverteilung wurde ein aktuelles Colorimeter (Datacolor Spyder 5 mit der Open Source Software DisplayCAL/ArgyllCMS) vergleichend hinzugezogen. Meine Messungen ergaben ein ab Werk perfekt kalibriertes Bild mit einer Farbraumabdeckung von 98,7 Prozent sRGB, 83,8 Prozent DCI P3 und 74,8 Prozent Adobe RGB (Werksmodus User 1 bei 75 Prozent Helligkeit). Auch mit der eigenen Kalibrierung und Profilierung des Monitors konnte ich diese Werte nicht weiter optimieren. EIZO hat hier also bereits sehr gut gearbeitet und das Maximum aus dem sRGB Panel herausgeholt. Der Monitor erreicht bei mir eine maximale Helligkeit von 367 cd/m2 (Werksangabe 350 cd/m2). Die Helligkeit lässt sich stufenlos bis auf etwa 1 cd/m2 herunterregeln. Der gemessene Kontrastumfang bei 75 Prozent Helligkeit beträgt 894:1 (Werksangabe 1300:1), ein typischer Wert für IPS sRGB Panels. Positiv fällt die Helligkeitsverteilung bei meinem Testgerät aus. Mit einer Testreihe von 3x3 Messfeldern und je 4 gemessenen Helligkeitsstufen (100, 75, 50, 25 Prozent weiß/grau) ergab sich eine maximale Helligkeitsabweichung von -5,8 Prozent im rechten oberen Messbereich. Für die Fotobetrachtung und Korrektur (sRGB Farbraum) ist der Bildschirm also auch geeignet, da er den sRGB Farbraum schon mit der Werkseinstellung zu rund 99 Prozent abdeckt. Wichtig hierbei ist, die Funktion EcoView Optimizer 2 zu deaktivieren, da es ansonsten zu Farbveränderungen kommt. Die detaillierten Messergebnisse können im Forum unter: https://forum.mindfactory.de/t102175-eizo-ev2785-flexscan-testers-keepers-post1142536.html#post1142536 abgerufen werden.
Ergonomie und Bildeinstellungen
Der Standfuß ist in seiner Funktion sehr flexibel. Es lassen sich nahezu alle gewünschten Verstellungen durchführen. Laut dem Monitor Datenblatt ist die Höhe stufenlos bis 178 mm einstellbar. Darüber hinaus lässt sich der Bildschirm um 35 Grad nach hinten und 5 Grad nach vorn neigen. Drehbar ist der Bildschirm bis 172 Grad nach links und rechts, also insgesamt um 344 Grad. Abgerundet wird die Verstellbarkeit durch eine Pivotfunktion, mit der sich der Bildschirm vertikal, etwa für Office nutzen lässt. Der werkseitig montierte Kabelführungsclip lässt sich durch einen Kabelkanal (im Lieferumfang) austauschen. Einen kleinen Kritikpunk gibt es für die Standfuß Befestigung. Diese ist wie erwähnt robust konstruiert, jedoch ergeben sich beim Verstellen oder Drehen des Bildschirms oder bei Schreibtischrucklern leichte Geräusche von der Monitormechanik. Diese würden sich vermutlich durch einen umlaufenden Silikonring im Bereich der Vesa Aufnahme reduzieren lassen, da so das minimale Spiel zwischen Metall und Kunststoff in der Standfußaufnahme verringert werden könnte. Die Bildeinstellungen lassen keine Wünsche offen und erfolgen entweder per Sensortasten direkt am Gerät oder der EIZO eigenen Screen InStyle Software. Letztere ist leider nur für Windows Rechner verfügbar. Hinter den sieben Sensortasten verbergen sich die Eingangssignalumschaltung, die sechs verschiedenen Farbmodi, die EcoView-Einstellungen, die Helligkeitseinstellung, die Lautstärkeregelung für die eingebauten Lautsprecher oder angeschlossenen Kopfhörer sowie das Einstellungs-Menü. Ganz rechts befindet sich noch der Soft-Netz-Schalter zum Ein- und Ausschalten des Monitors. Auf die einzelnen Menüs einzugehen würde hier den Rahmen sprengen, jeder Menüpunkt wird jedoch in der verständlich geschriebenen Anleitung genauestens beschrieben (auf der EIZO Webseite herunterladbar). An dieser Stelle noch der Hinweis, dass es ein Administrator-Menü gibt, indem beispielsweise die automatische Signalquellenwahl und der USB-C Modus bei etwaigen Kompatibilitätsproblemen umgeschaltet werden kann.
Vor- und Nachteile
++ Entspiegeltes 4K UHD IPS Display
++ 4 Signaleingänge, inkl. USB-C mit Stromversorgung kompatibler Laptops bis 60 Watt
++ Hohe gemessene Helligkeit, knapp über 350 cd/m2
++ Blickwinkelstabilität
++ Umfangreiche Mechanische Verstellmöglichkeiten
++ 5 Jahre Garantie und Made in Japan
+ USB HUB (5 Gbit/s, Hinweis: bei Nutzung von USB-C Signalverbindung: max. 480 Mbit/s nutzbar)
+ Flüssige Bilddarstellung dank Overdrive Regelung (einstellbar)
+ Gut funktionierende Sensortasten oder Steuerung per Software (nur für Windows)
+ Automatische Helligkeitsregelung
+ Gute Helligkeitsverteilung
- Lautsprecher nur für Systemtöne brauchbar, sehr leises Grundrauschen in Silent Umgebungen bei Lautsprecher Einstellung > 0 wahrnehmbar
- Leichte mechanische Geräusche beim Verstellen/Bedienen des Monitors
Fazit
Mit dem EIZO EV2785 erhält man ein hochwertig verarbeitetes 4K UHD Gerät welches in Japan gefertigt wurde und das durch seine Bildqualität und Konnektivität punktet. Insbesondere Nutzer mit USB-C Laptops werden sich dank des eingebauten Netzteils von 60 Watt extra Power über ein aufgeräumtes Schreibtischsetting freuen. Durch die insgesamt vier Signaleingänge wird jedes heute gängige Anschlussszenario ermöglicht. Die Verstellmöglichkeiten sind durchdacht und funktionieren reibungslos. Die eingebauten Lautsprecher sind jedoch maximal für die Ausgabe von Systemtönen geeignet. Mit den 5 Jahren Garantie ist man für lange Zeit gut abgesichert.