Verifizierter Kauf
-- KAUFENTSCHEIDUNG UND ERSTEINDRÜCKE --
Ursprünglich hatte ich eine ASRock RX 9070 XT Steel Legend Dark, die ich jedoch aufgrund eines Lüfterdefekts nach kurzer Zeit zurücksenden musste. Danach habe ich lange überlegt, welches Modell stattdessen infrage kommt.
Die XFX hatte ich zunächst gar nicht auf dem Schirm, da ich in der Vergangenheit öfter Negatives über die Marke gehört hatte. Auch bei der RX 9070 XT Mercury OC liest man häufig, dass die Lüfter recht laut sein sollen. Da mir das Design jedoch gefiel, sie zu den günstigeren Modellen zählt und man vielerorts liest, dass diese Serie weniger zu Spulenfiepen neigt, fiel meine Wahl letztlich doch auf dieses Modell.
-- VERPACKUNG UND LIEFERUMFANG --
Die Grafikkarte kommt ordentlich verpackt, ohne dabei übertrieben schlicht zu wirken. Im Lieferumfang enthalten sind:
- die Grafikkarte selbst
- eine Grafikkartenstütze, die man definitiv nutzen sollte, um Schäden zu vermeiden | die Karte ist sehr groß und entsprechend schwer!
- ein RGB-Anschlusskabel, das ausreichend lang ist und sich gut verlegen lässt
- diverse Beipackzettel inklusive Kurzanleitung
Es ist daher alles inklusive, was man benötigt.
-- DESIGN UND VERARBEITUNG --
Das Design wirkt sehr hochwertig. Die Karte ist komplett schwarz gehalten und besitzt an der unteren Vorderseite einen RGB-Streifen, der sich über den RGB-Anschluss der Karte sowie das beiliegende Kabel problemlos mit der restlichen Hardware synchronisieren lässt. Die Beleuchtung ist gleichmäßig und angenehm hell.
Die Backplate besteht aus Metall, das restliche Gehäuse aus Kunststoff | beides wirkt sehr stabil und sauber verarbeitet.
Die Grafikkartenhalterung erfüllt zwar ihren Zweck, wirkt aber insgesamt etwas simpel. Ohne magnetische Befestigung steht sie nicht ganz so stabil, wie ich es mir wünschen würde. Die integrierte Schraubenzieher-Funktion ist ein nettes Gimmick, aber für die meisten Nutzer wohl eher überflüssig.
Ein BIOS-Switch ist vorhanden, hat in der Praxis jedoch keinen echten Nutzen, da sich zwischen den Positionen keinerlei Werte ändern. Hier wäre ein klassischer "Silent"- und "Performance"-Modus wünschenswert gewesen.
Positiv hervorzuheben ist die Stromversorgung: XFX setzt weiterhin auf drei 8-Pin-Anschlüsse statt auf die neuen, potenziell fehleranfälligen 12-Pin-Stecker. Gerade angesichts der jüngsten Berichte über Probleme selbst bei der 9000er-Serie ist das ein großer Pluspunkt. Die drei Anschlüsse sorgen zudem für eine sehr stabile Stromversorgung | viele günstigere Modelle setzen hier nur auf zwei.
-- LAUTSTÄRKE UND KÜHLUNG --
Ich bin extrem empfindlich, was Geräusche angeht, und höre selbst kleinste Nebengeräusche. Daher waren mir zwei Punkte besonders wichtig:
- möglichst kein Spulenfiepen
- leise Lüfter
-> Der PC steht auf dem Boden neben meinem Tisch, vielleicht einen Meter von mir entfernt. Das Gehäuse hat oben und vorne Mesh-Panel. Meine restliche Hardware ist insgesamt sehr leise. Unter Volllast oder bei sehr hohen Bildraten ist ein leichtes Spulenrasseln der Karte hörbar | allerdings nur, wenn der Raum absolut still ist. Selbst dann ist es nicht störend und wird im Normalbetrieb meist von den Lüftern selbst auf niedriger Drehzahl übertönt. Im Vergleich zu meiner vorherigen ASRock-Karte ist das Spulenfiepen deutlich geringer ausgeprägt. Natürlich gehört hier auch etwas Glück dazu, da nicht jede Karte gleich ist und der Großteil aktueller High-End-Karten Spulenfiepen aufweist.
-> Die Lüfterkurve ist ab Werk etwas aggressiv eingestellt, was eigentlich unnötig ist. Die RX-9000-Serie bleibt generell sehr kühl, und die Vapor-Chamber-Kühlung der XFX Mercury bietet zusätzlich Reserven. Hörbar sind die Lüfter zwar, aber keinesfalls laut oder störend. Ich hatte in der Vergangenheit deutlich lautere Grafikkarten.
Im Idle bzw. bei geringer Last stehen die Lüfter komplett still. Mit einer angepassten Lüfterkurve | die sich einfach über die AMD Adrenalin Software einstellen lässt | sind sie selbst unter Last nahezu unhörbar. Bei mir laufen sie mit maximal 35 % Drehzahl, während die Temperaturen durchweg im grünen Bereich bleiben.
-- SOFTWARE UND TREIBER --
XFX bietet für die Karte selbst keine zusätzliche Software an. Die RGB-Beleuchtung wird daher über die jeweilige Mainboard- oder RGB-Software der Hardware gesteuert, mit der die Karte verbunden ist.
Zu den AMD-Treibern kann ich mittlerweile nur Positives sagen. Ich hatte noch die problematischen Zeiten der RX-5000-Serie im Hinterkopf (Abstürze, Freezes, Bluescreens etc.) und bin deshalb lange bei Nvidia geblieben. Ironischerweise hatte ich zuletzt mit Nvidia-Treibern öfter genau diese Probleme.
AMD Adrenalin ist übersichtlich aufgebaut und bietet viele Funktionen: Lüfterkurven, Undervolting, Overclocking und diverse Monitoring-Optionen sind direkt integriert. Alles, was Nvidia bietet, findet man hier ebenfalls | teilweise sogar komfortabler umgesetzt. Für extreme Feineinstellungen braucht man zwar weiterhin Drittanbieter-Tools, für den Alltag reicht Adrenalin aber vollkommen aus.
-- LEISTUNG --
Die Karte ist ein absolutes Leistungsmonster und bietet problemlos genug Reserven für WQHD-Gaming mit 144 Hz | auch in den kommenden Jahren. Sie ersetzt bei mir eine RTX 3060 Ti, die inzwischen häufig an ihre Grenzen kam.
Aktuell habe ich kaum ein Spiel gefunden, das sich nicht mit maximalen Details und sehr guter Framerate spielen lässt. Auch 4K-Gaming mit 60+ FPS ist in vielen Titeln möglich, sofern man kleinere Abstriche bei den Einstellungen macht. Raytracing sollte man dabei eher deaktivieren oder auf FSR bzw. Frame Generation zurückgreifen.
In Benchmarks liegt die RX 9070 XT meist auf Augenhöhe mit der RTX 5070 Ti | je nach Spiel leicht darunter oder sogar darüber.
-- PREIS UND FAZIT --
Ich habe die Karte glücklicherweise noch vor den jüngsten Preisanstiegen gekauft und 669 € bezahlt | etwa 70 € mehr als meine vorherige ASRock zum Black-Friday-Zeitpunkt. Dieses Geld war sie absolut wert!
Berücksichtigt man, dass die RX 9070 XT im Normalfall mindestens 200 € günstiger ist als eine RTX 5070 Ti, sollte man die Wahl der Marke definitiv überdenken. Eine ebenfalls sehr interessante Alternative ist die RX 9070 Non-XT: Sie liefert im Schnitt nur etwa 10 FPS weniger, ist günstiger als die RTX 5070 und bietet dennoch 16 GB VRAM, was sie deutlich zukunftssicherer macht.
Unterm Strich bin ich mehr als zufrieden mit der XFX RX 9070 XT Mercury OC und kann sie bedenkenlos weiterempfehlen. Volle fünf Sterne!