Produkttester
Test: Alphacool Eisbaer Extreme Liquid CPU Cooler 280 | Black Edition
Inhalt
1. Testbedingungen
2. Erster Eindruck
a. Unboxing
b. Lieferumfang
c. Verarbeitung
d. Design
3. Aufbau
4. Test
a. Lautstärke
b. Luftdurchsatz
c. Vibrationen
d. Kühlung
5. Fazit/Preis-Leistungs-Beurteilung
1. Testbedingungen
Vorne Weg möchte ich aus Fairness gründen betonen, dass ich das Produkt von Mindfactory kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen habe. Ich bin einer der glücklichen Gewinner, die bei der Aktion "Testers Keepers" von Mindfactory diesen All-in-One-Wasserkühler gewonnen hat. Die Tatsache, dass ich das Produkt gewonnen habe ändert aber nichts an meiner Bewertung.
2. Erster Eindruck
a. Unboxing
Der Kühler kam in einer relativ großen Box verpackt, die von Mindfactory reichlich mit Luftpolstern gefüllt war. Die tatsächliche Box des Kühlers ist sehr kompakt gehalten und auch die Beschriftung des Kartons ist minimalistisch. Doch nun genug zu der langweiligen Box.
Beim Öffnen des Kartons sieht man direkt, dass der Kühler auch in dieser durch Schaumstoff geschützt ist. So habe ich nach vollständigem Auspacken auch keine Mängel am Gerät feststellen können.
b. Lieferumfang
Im Lieferumfang befindet sich die AiO an sich. Diese besteht aus dem EISBLOCK XPX, dem Radiator mit integrierter EISPUMPE VPP und Ausgleichsbehälter, sowie den am Radiator befestigten Silent Wings 3 von bequiet. Außerdem mit dabei ist eine wunderschön bebilderte Anleitung. Die Anleitung ist auf Deutsch, Englisch und Französisch verfasst. Mehr zu der Anleitung später im Kapitel Aufbau.
Weiterhin im Paket enthalten sind alle benötigten Befestigungsmaterialien, um den Eisblock auf sehr viele verschiedene Sockel zu montieren. Die unterstützen Sockel sind die folgenden:
AMD: AM4, AM3, AM3+, AM2, AM2+, FM1, FM2, FM2+, G34, C34, 940, 939, TR4
Intel: 2011, 2011-3, 1151, 1150, 1155, 1156, 1366
c. Verarbeitung
Nun zu den wirklich wichtigen Sachen. Die AiO ist schon vor befüllt und wiegt deswegen einiges. Dazu kommt noch die Tatsache, dass der Radiator mit der eingebauten Pumpe und dem Reservoir gigantisch ist. Der Radiator an sich ist mit seinen 280mm ist schon ein richtiger Brocken und dazu kommen dann noch gut 80mm für die genannten Komponenten dazu. Vermutlich trägt zum Gewicht auch noch die Tatsache, dass die Komponenten alle in einem massiven Gehäuse aus Aluminium sitzen. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig. Alles ist eine abgeschlossene Einheit.
d. Design
Mit der einen Seite im Honey-Comb Muster und dem durchgehend industriellen wertigen Look überzeugt die Einheit was das Design angeht auf voller Länge. An beiden Seiten der Einheit ist ein kleines blau beleuchtetes Fenster in das Reservoir, welches nicht ganz unauffällig ist, aber dennoch zu dem schlichten Look des Kühlers passt. Das Farbschema zieht sich auch auf den CPU-Block, der an sich, so wie alles andere auch, schlicht gehalten ist. Lediglich ein blau beleuchteter alphacool Schriftzug schmiegt sich elegant auf der Oberseite des Blocks. Es wäre aber dennoch schöner gewesen, dass man mit RGB-LED die Möglichkeit gehabt hätte, die Farbe zu ändern. So sitzt der Kühler nun in meinem Gehäuse, in dem alles Rot gehalten ist und fühlt sich ein wenig fehl am Platz.
3. Aufbau
Dank der wunderschön bebilderten Anleitung sollte der Aufbau auch jedem Neuling leichtfallen. Jedoch sind mir beim Aufbau einige Dinge negativ aufgefallen.
Es ist mir klar, dass der Lüfter mit seinem 280mm Radiator kein kleiner Kühler ist und nicht in jedes Gehäuse passt. Doch hätte er in mein Corsair Carbide Series Spec-02 gepasst, wäre da nicht die Tatsache, dass man sich nur bedingt aussuchen kann, wie man den Radiator montiert. Mein Plan wäre es gewesen, den Radiator an die Front des Gehäuses zu installieren und die Kabel und Schläuche oben zu haben, damit alles passt. Wie ich aber der Anleitung entnehmen konnte, geht dies eben nicht. Man darf den Radiator nur horizontal mit Anschlüssen nach unten oder vertikal, ebenfalls mit den Anschlüssen nach unten positionieren, da sonst die Pumpe beschädigt werden kann. Deswegen musste ich, um den Kühler zu testen, alle Komponenten aus dem Gehäuse entfernen und als Open-Bench auf einem Tisch aufbauen. (Eine dauerhafte Lösung wäre die Montage außerhalb des Gehäuses mit Kabel- und Schlauchdurchführung auf der Rückseite des Gehäuses.)
Der nächste negative Punkt ist, dass in der Anleitung beschrieben wird, dass man sich aussuchen kann, ob man die Pumpe über PWM oder über Drei-Pin-Anschluss steuern kann. Jedoch hat die Pumpe zur Steuerung nur ein Kabel, welches nur zwei angeschlossene Leitungen hat.
Zu guter Letzt sind die Lüfter so angebracht, dass man, egal wie man den Radiator anbringt, die warme Luft aus dem Gehäuse anzieht und nach draußen drückt. Möchte man jedoch, dass kühle Luft von außerhalb angezogen wird, müsste man die halbe Einheit auseinander bauen. Es wäre besser, wenn man die Orientierung der Lüfter leichter ändern könnte und nicht alles auseinandernehmen müsste.
Nun zu den erfreulicheren Tatsachen. Die Installation des CPU-Blocks war sehr einfach und unkompliziert. Die bebilderte Anleitung gibt einem genug Informationen, um bei dieser Aufgabe nicht zu versagen. Die einzige Eigenleistung, die man leisten muss, ist herauszufinden, welchen Sockel man hat. Ich habe der Anleitung für den Intel Sockel 1150 Gefolge geleistet, damit mein Intel Core I5 4690k einen neuen Kühler bekommen kann. Nach wenigen Minuten und Handgriffen sitzt der Block auf der CPU und alle Kabel sind angeschlossen.
4. Test
a. Lautstärke
Nach meinem Lüfterprofil fangen die Lüfter meist erst nach mehreren Minuten intensivem Gamings an, da der massive Radiator an sich die Hitze schon recht gut an die Umgebung abführt. Doch auch wenn die Lüfter angehen, hört man diese kaum. Was man allerdings immer hört ist die Pumpe, die man leider auch wegen fehlender Steuerung nicht leiser machen kann. Ich weiß leider nicht ob das ein Fehler meines Mainboard-Anschlusses ist oder ob es die Pumpe an sich ist, aber leider habe ich keine Möglichkeit die Geschwindigkeit der Pumpe zu steuern. Jedoch sollte laut Angabe des Herstellers die Pumpe steuerbar sein. Deswegen möchte ich nun nicht über die Pumpensteuerung weiter urteilen.
Alles in allem ist der Kühler dennoch sehr leise und gut für Silent-Builds geeignet.
b. Luftdurchsatz
Um den Luftdurchsatz zu testen, habe ich die Lüfter-Kurve so hochgedreht, dass die Lüfter bei Raumtemperatur mit voller Last laufen. Auf höchster Stufe sind die Lüfter immer noch sehr leise und der Luftdurchsatz ist trotz Radiator ziemlich hoch. Man darf aber dennoch keinen Ventilator ähnlichen Luftdurchsatz erwarten. Dafür sind die Lüfter aber auch keineswegs ausgelegt. Wie der Name "Silent Wings" schon ausdrückt, sind die Lüfter für den leisen Betrieb ausgelegt und genau das erfüllen sie auch.
Auch wenn der Luftdurchsatz nicht der höchste ist, reicht dieser doch vollkommen aus, um die Wärme vom Radiator abzuführen und genau dafür ist der Kühler gedacht und nicht um gleichzeitig noch die Haare zu föhnen.
c. Vibration
Da ich den Radiator im Open-Bench-Style auf einen Tisch stehen habe, fiel mir direkt auf, dass sich über den Tisch eine relativ starke und hörbare Vibration ausgebreitet hat. Es stellt sich heraus, dass die Pumpe doch relativ stark vibriert. Um das Problem zu lösen habe ich ein kleines Mikrofaser Tuch unter den Radiator gelegt und die Vibrationen sind mehr oder weniger verschwunden. Ich empfehle daher, beim Einbau des Radiators in ein Gehäuse auf jeden Fall kleine Dämpfungsringe zu verwenden. (Die bekommt man recht günstig hier bei Mindfactory!)
Es wäre vielleicht besser gewesen, wenn solche Dämpfungsringe bereits im Lieferumfang enthalten wären.
d. Kühlung
Um die Kühlung zu testen, habe ich die Lüfter-Kurve wieder so eingestellt, dass die Lüfter ständig mit maximaler Leistung laufen. Mit den Standard Einstellungen der CPU, also 3,5GHz auf allen 4 Kernen und 1,2Volt Spannung, lief die CPU im Idle bei durchschnittlich 26°C. Mit diesen Einstellungen erreiche ich einen Cinebench-Score von 520 Punkten und die Temperatur steigt auf 40°C.
Der zweite Test ist mit der übertakteten CPU. Meine Einstellungen sind die folgenden:
Vcore = 1.36V All-Core-Clock = 4.8GHz
Bedenkt man, dass der Standard-Takt der CPU 3.5GHz beträgt, ist eine Übertaktung um 1.3GHz auf 4.8GHz erheblich. Diese drastische Steigerung des Taktes schlägt sich auch im Cinebench-Score nieder. So erreiche ich mit den Einstellungen fast 200 Punkte mehr und komme auf 719 Punkte!!
Dies hat natürlich den Preis, dass die CPU stark erhitzt wird, doch der Kühler ist in der Lage die CPU bei knapp 60°C unter voller Last zu halten. Das Beste kommt aber noch. Auch wenn man die Lüfter nicht unter voller Last laufen lässt, sondern eine leisere Konfiguration wählt, erreicht man fast genau dieselben Ergebnisse!
So ist mein Ergebnis ganz klar positiv.
5. Fazit/Preis-Leistungs-Beurteilung
Kommen wir nun abschließend zu meinem Fazit zum "Alphacool Eisbaer Extreme Liquid CPU Cooler 280 | Black Edition". Doch beginnen wir mit dem Preis dieser Einheit. Da auf Mindfactory noch kein Preis gelistet ist, nehme ich den Preis von Alphacool selbst. Dieser liegt bei 249,95¤. Verglichen mit ähnlichen AiO-Liquid Kühlern erscheint der Preis zunächst recht hoch. Doch betrachtet man die Sache genauer, stellt sich ein großer Unterschied zu anderen Kühlern heraus. Nämlich dank der Schnellverschluss-Verbindungen ist es möglich noch weiter Produkte von Alphacool zu integrieren. Zum Beispiel seien hier GPU-Blocks genannt. Meiner Meinung nach ist genau das, was Alphacool mit diesem Produkt auch geplant hat. Man müsste schon ein Threadripper stark übertakten, um den Kühler nur ansatzweise an sein Potential zu führen. Plant man also nur seine Consumer-Grade CPU mit diesem Monster zu kühlen, dann ist dies reine Geldverschwendung und schöpft nicht das Potential des Produktes aus. Will man aber jedoch diesen Kühler als Basis für sein komplett Wassergekühlten PCs nehmen und schraubt noch ein GPU Block mit dran, dann ist dieses Produkt in Verbindung der anderen Alphacool-Produkte der optimale und günstigste Weg eine Costum-Komplett-Wasserkühlung zu bauen.
Dieses Produkt ist also an alle gerichtet, die High-Performance Kühlung für alle wichtigen Komponenten haben wollen, aber keine Lust haben, extrem viel Geld und Zeit in komplett Custom-Loops zu investieren.
Mein Fazit kompakt lautet also, dieses Produkt spielt Performance-technisch auf höchstem Niveau mit, aber ist gleichzeitig viel benutzerfreundlicher und günstiger als andere Highend Lösungen!