Verifizierter Kauf
Für alle, die sich auch mal fragen sollten, welcher CPU-Lüfter "gerade noch" reinpasst (im Internet gibt es dazu nämlich nur ziemlich vage Informationen), stehen ja nicht allzuviele Gehäuse zur Auswahl. Denn das doch viel teurere Fractal Design Define R5 Black ist ja nicht jedermanns Geldbörse?
Dieses sehr formschöne und angenehm aussehende Gehäuse von Nanoxia erlaubt laut Geizhals, Mindfactory und anderen Anbietern eine Lüfterhöhe von 265mm, das beigelegte Papierhandbuch vom Nanoxia meint aber, nur 262mm seien nach oben vorhanden. Daraufhin habe ich das offizielle, aktuelle PDF von der Nanoxia-Seite runtergeladen, und das spricht von 265mm.
Doch, was ist nun wirklich wahr?
..., und meine Messergebnisse waren eher eine Überraschung, denn da ist noch mehr Platz. Nach dem Zusammenbau mit einem Asrock Z370 Extreme4-Board stelle ich fest, dass über diese 265mm hinaus noch etwa weitere 9,5mm über dem Noctua NH D-15 verfügbar sind, der ja laut Datenblatt eine Minimumeinbauhöhe von 265mm hat, also kann man etwa 274mm tatsächlich verbauen. Obwohl ich bei meinem Einkauf der Speicherriegel auf die niedrigsten Standard-RAMs (31,20mm) geachtet hatte, passt der zweite Ventilator des riesigen Noctua NH-D15-Kühlers nicht dorthin. Man muss ihn also entweder weglassen, oder notgedrungen etwas höher anklammern, was rein technisch problemlos auch mit zwei Klicks funktioniert. Das allerdings setzt aber ein entsprechend breites (und teures) Gehäuse voraus, wie zB. das Fractal Design Define R5 Black.
Beim Nanoxia war ich mir damals beim Bestellen nicht so sicher, kann aber Entwarnung geben. Auch hier geht es sich aus, den zweiten Ventilator etwas nach oben rausragend zu montieren, die "etwa 9mm" an Reserve reichen dafür gerade noch perfekt aus - danach kommt aber schon die Schalldämmung vom Gehäusedeckel (falls noch Höhe mehr erwünscht sein sollte, die Schalldämmung ist genau 2,5mm dick und man könnte diese 2,5mm notfalls genau an der notwendigen Stelle geringfügig "rausfräsen").
Die Verarbeitung des Gehäuses ist topp, lediglich blute ich an allen möglichen Stellen, weil ich a) kein Meister des Kabelmanagments bin, daher haben erst unzählige Versuche der idealen Verkabelung zum Erfolg geführt, und b) viele scharfe Blechkanten (wenn man nicht aufpasst) bei den Innereien die Haut wegschürfen. Da das allerdings auch teils meiner schludrigen Arbeitsweise geschuldet ist, kein Punkteabzug. Was die hier monierten schlechten Gewinde betrifft, so meine ich, dass sie nicht schlecht sind, sondern lediglich teilweise extrem schwergängig. Da genügt eine geeignete Nuss aus einem Ministecknusssatz und damit kann man den ersten Gewindegang genauer ansetzen als mit einem Gabelschlüssel, dann funktioniert das auch auf Anhieb sehr gut.
Die Schalldämmung ist hervorragend umgesetzt, sie dämmt effektiv, ist wertig und man kann sie auch nicht irrtümlich zerstören oder zerkratzen. Alle drei Lüfter (das teurere Gehäuse von Fractaldesign hat übrigens nur zwei) sind sehr leise und sind Qualitätsprodukte, deren Einzelpreis alleine schon den günstigen Gehäusepreis rechtfertigt. Weitere Lüfter werde ich vorerst keine verbauen, obwohl das verlockend wäre. Einerseits müsste ich dazu zwei dicke und lärmberuhigende Dämmdeckel aus dem Gehäusetopp entfernen, andererseits habe ich mit meinem i78700k trotz momentaner 4,8ghz (nicht geköpft) keine Temperaturprobleme.
Was grenzwertig zu beurteilen ist, ist der PC-Einschaltbutton oben auf der Front. Der ist bei mir gleich beim ersten Mal ins Gehäuse-Innenleben verrutscht und seither hängt er immer wieder leicht schräg drinnen. Mag sein, dass ich motorischer Grobschlosser bin, das sollte aber nicht passieren können. Ich muss mir das mal in Ruhe angucken und reparieren.
Die Aufteilung und die Festplattenmontage ist sehr gut. Alles ist mit Schaumstoffauflagen vom Körperschall isoliert, demontierbar und das Gehäuse bietet viel Platz für viele Festplatten. Meine vier 3,5" Festplatten kann nämlich nicht jedes Gehäuse auf Anhieb behergen, das Nanoxia mit seinen üppigen Schächten sehr wohl.
Dünnes Blech? Nein. Das ist ausreichend dick und die Seitenwände zusammen mit der Dämmung sind so wuchtig, dass Schall keine Chance hat. Gut finde ich auch, dass hier ein Gehäuse auch ohne diese idiotischen geil-angeberischen Glasseitenwände angeboten wird. Da können keine Störeffekte oder Strahlungen durch und wer sieht sich seinen PC wirklich noch an, wenn er einige Zeit unterm Schreibtisch steht? Oder bin ich für so etwas einfach zu alt :-).
Passen und Fügen:
Das ist nicht notwendig, alle Gewinde, Löcher, Ösen, Laschen, Befestigungen sind sehr passgenau und mit dem Billigsektor nicht zu vergleichen. Die Festplattenhalterungen rasten eindeutig mit einem Klick ein und auch das DVD-Laufwerk hat eine sehr einfach bedienbare und verständliche Klickbefestigung.
Verkabelung: Alle eingebauten Kabel für Reset, LED, USB, etc. waren ausreichend beschriftet, haben sofort funktioniert und waren angenehm lang Es gibt für die eingebaute Gehäuselüfterregelung zwei einstellbare Kanäle zu je maximal drei Lüftern. Das wird mit zwei Kabeln zu je 3 Anschlußbuchsen umgesetzt, deren Länge jeden gewünschten Platz im Gehäuse erreicht. Diese zwei Lüftergruppen kann man mit zwei Schiebern hinter der Fronttüre stufenlos regeln. Achja, die Fronttüre ist sehr schön, aber die Scharniere sind wie auch bei den meisten anderen Gehäusen eine echte Sollbruchstelle. Ich bin gepannt, wenn ich die einmal irrtümlich beleidige.
Das mitgelieferte Zubehör ist im Handbuch gut beschrieben, sogar die einzelnen Schraubenarten für Netzteil, den diversen Festplattentypen, usw. sind abgebildert, das Handbuch halte ich für zwar dünn, aber wichtig. Auch hier von mir eine gute Note.
Im Vergleich zum Fractalgehäuse habe ich etwa 45 Euro gespart und habe trotzdem das bekommen, was ich gesucht habe. Von mir eine klare Empfehlung.