Produkttester
Hinweis: Ich habe das Mainboard im Rahmen einer Aktion von Mindfactory erhalten. Dies soll meine Bewertung aber nicht beeinflussen. Zudem habe ich das System bei einem Freund testen müssen, da mir derzeit aufgrund anderer Umstände selber der Zugang zu einem passendem Prozessor fehlt. Dies ändert aber nichts an den Testergebnissen, die wir mit seinem Ryzen 7 7800X3D erhalten haben.
Kurz zum Aufbau: Verbaut wurde ein Ryzen 7 7800X3D mit 32GB 6500Mhz (durch das Mainboard gedrosselt auf 6000Mhz maximum) in einem Phanteks P500a RGB und einer 3-Fan RX 6800 von ebenfalls MSI. Gekühlt haben wir die PC mit einem Noctua NH-D15 sowie insgesamt 4x Gehäuselüftern. Als SSD kam eine 1TB 980 Pro mit PCIe 4.0 zum Einsatz. Es sind also alle wichtigen Merkmale des Mainboards, namentlich schneller RAM OC und das PCIE 4.0 Interface für die SSD, ausgelastet und eine gute Kühlung geboten. Getestet wurde mit Windows 11.
Fangen wir beim Einbau und der Verarbeitung an:
Das Mainboard kommt ohne IO-Blende, welche man beim Einbau nicht vergessen sollte. Abseits davon finden sich gut ausgefräste und verstärkte Löcher für die Befestigung im Gehäuse. Im Gegensatz zu anderen Modellen, die ich schon in der Hand hatte, verkeilten sich hier keine Schrauben, da die Löcher genau auf den ATX-Abstandsmaßen saßen.
Auch sonst macht das Mainboard einen stabilen, wenn auch schlichten Eindruck. Interner USB-C-Header und der oberste PCI-Slot sind zusätzlich verstärkt | oder sehen zumindest so aus | und alle anderen Elemente sind auch mit etwas mehr Sorgfalt verbaut. So sind die integrierten Kühlkörper zum Beispiel nicht auffällig scharfkantig oder andere Verzierungen im Weg.
RGB sucht man auf diesem Mainboard vergeblich, aber ein RGB Anschluss jeweils am linken und rechten unteren Rand, sowie zwei in der oberen rechten Ecke bieten aber genug Möglichkeiten hier individuell ein bisschen was nachzurüsten. Auch konnten wir alle insgesamt 6x verbauten Lüfter (2x CPu, 4x Gehäuse) ohne Splitter so am Mainboard anschließen
Abseits davon finden sich auf dem Mainboard ein Kühlkörper für die SSD und einer für den Chipsatz. Wer also eine passende M.2 SSD verbauen möchte kann hier auf den integrierten Kühlkörper vertrauen oder diesen für einen eigenen Kühlkörper der SSD weglassen. In unserem Test wurde die 980 Pro unter Last (4K Random Writes mit Crystal Disk Mark) allerdings selten über 55°C heiß unter Volllast. Die verbauten Kühlkörper sind also definitiv ffunktionsfähig.
Bevor wir aber zu weiteren Leistungsparametern kommen, möchte ich kurz nochmal auf die Ausstattung selber eingehen:
An der IO-Blende finden sich insgesamt 7 USB-A Anschlüsse, wovon 3x USB 3.2 mit 10Gbps sind und der Rest USB 2 Geschwindigkeiten unterstützt. Auch ein USB-C 3.2 Gen 2x2 Anschluss mit 20Gbps findet sich hinten (zusätzlich zu dem internen Anschluss für die Front IO mit ebenfalls 20Gbps). Obwohl USB-C und vorne auf dem Karton mit "Lightning Gen 4" beworben, hat dies weder was mit Thunderbolt zu tun, noch mit USB 4.0 oder irgendeine Unterstützung für Display-Out oder PowerDelivery fürs betreiben von anderen Geräten. Dies sollte man bei diesem Preis aber auch nicht erwarten.
Zusätzlich finden sich ein HDMI 2.1 und ein DP 1.4 Anschluss. Zwar gibt es bisher kaum integrierte GPU in den CPU (manchmal dann APU genannt), die die entsprechenden Leistungen schaffen, aber der neuere DP 2.0 Standard von mittlerweile 2019 wäre schon wünschenswert gewesen. Wer sich also noch immer keine GPU leisten möchte und hofft ein Display etwas schneller und vllt. auch mit HDR über DP zu betreiben, wird hier enttäuscht werden, selbst wenn die integrierte Grafik es könnte.
Der LAN-Anschluss ist mit 2.5G angegeben, lies sich bei einer 100Mbit Leitung aber kaum ausreizen. Abbrüche oder Einknicke in der Geschwindigkeit kamen abseits der sonst gewohnten Instabilitäten des Deutschen Internets aber keine vor. Mit der vorhandenen FritzBox 7590 AX trieben wir zwei Räume weiter aber immerhin das integrierte WiFi 6E Modul auf Touren und erhielten auch hier die volle Leistung die bei dem Anschluss möglich ist. Erhöhter Jitter oder Ping waren im Vergleich zum LAN auch keine festzustellen. Somit ist sowohl Sende- als auch Empfangsqualität des integrierten WLAN sehr gut.
Ein kleiner extra Bonus ist der "Flash Bios" Knopf hinten an der IO, auch wenn ein "Clear CMOS" Knopf sehnlichst vermisst wird und von Nutzen gewesen wäre.
Nun aber zur Leistung:
Nach dem vollständigen Einbau gings erstmal ins BIOS. Man findet sich auch bei MSI schnell zurecht und darf mit einigen integrierten Funktionen entweder manuell oder automatisch Übertakten | es wird immerhin auch explizit mit OC geworben. AMD Expo (A-XMP) war für den RAM schnell eingestellt, wenn auch das Board nur 6000Mhz statt der uns vorhandenen 6500Mhz unterstützt. Dies führte in unserem Fall leider zu einer kleinen Instabilität, weswegen wir uns mit 5800Mhz am Ende begnügten.
Unsere CPU ließ sich, da 3D-Cache Modell, nicht so gut übertakten wie sonstige Chips, aber das Mainboard erlaubte uns immerhin auch einen kleinen Undervolt von -20mV, was laut HW64 unsere Leistungsaufnahme im Idle etwas senkte. Unter Last zeigte sich kaum eine Veränderung. Generell ist OC mit dem Board aber gut möglich und aktuelle BIOS Updates haben auch zuverlässig Bluetooth 5.3 nachrüsten lassen, obwohl auf der Packung noch "nur" mit Bluetooth 5.2 geworben wird.
Nach ein wenig mehr Gefummel im BIOS kam uns dann der "Flash Bios" Knopf zugute, um eines der besagten Updates ohne Boot zu installieren | nur der Clear-CMOS Knopf wird, wie bereits erwähnt, noch immer vermisst.
Nachdem dann aber alles lief und dem letzten Update (vom 30.06) nun auch die EXPO Einstellungen wieder funktionierten, konnten wir dann auch die restliche Leistung testen.
Die 980 Pro SSD verspricht vom Hersteller 7000MBps lesen und 5100MBps schreiben, wobei sie dann im Samsung Magician eigenen Program auf dem PCI 4.0 Slot mit Kühlkörper auch nahezu die vollen Geschwindigkeiten erreichte (6923MBps / 5122MBps). Ob sich diese Leistung auch beim Verbau einer zweiten SSD auf dem anderen M.2 Slot hält oder aufteilt können wir mangels zweiter 4.0 SSD allerdings nicht sagen.
Auch die getestete AMD RX 6800 verhielt sich nicht anders als im Original System auf einem anderen Mainboard. Im direkten Vergleich machte sich jedoch der verstärkte PCI Slot sehr gut, welcher dem sagging der schweren GPU zuvorkam. Eine GPU-Halterung ist aber dennoch sicherlich sinnvoll, bzw. ein Ausbau, sollte man den PC transportieren wollen. Das hält die Verstärkung dann auch nicht aus.
Im Grunde dürfte damit klar sein, dass man hier für 200¤ ein ganze Menge Leistung bekommt, wenn auch am Aussehen / Design "gespart" (sagen wir besser optimiert) wurde. Dies ist aber kein Mangel, sondern eher ein Feature, da es den Preis unten hält.
Abschließen nochmal ein paar Sätze zu Dingen, die uns besonders gut gefallen haben und Dingen, die uns weniger gut gefallen haben:
Positiv hervorzuheben ist neben dem Preis das Vorhandensein von 6x SATA Anschlüssen. Mein Kumpel hatte auf seinem Board aktuell nur 4 Anschlüsse und diese auch schon alle belegt. Wer also viel Speicher verbauen möchte, kommt hier gut weg. Auch gut gefallen hat uns das schlichte, schwarze Design. Es ist nichts Besonderes, aber wer einen Sleeper-PC bauen möchte oder das Styling selber macht, hat hier ein ziemliches blankes Stück Papier zum Austoben.
Was uns tatsächlich nicht gefallen hat ist wiedermal die Verpackung. Die anti-statische Folie hat sich mittlerweile überall durchgesetzt, aber innerhalb der Box ist schon etwas Spiel. Ein unruhiger Versand könnte also Probleme machen, wenn es mal schiefläuft. Auch hat man sich weiterhin für einen hochstehenden, internen USB-C Anschluss entscheiden. Das sowieso steife Kabel zurrt schon heftig an diesem und setzt den Teil den Boards unter Spannung. Ein 90° Adapter könnte hier sinnvoll sein. Selbiges gilt auch für die SATA Anschlüsse. Diese sind zwar gewinkelt, aber mit 90° SATA Kabeln könnte man diese bei entsprechendem Kabelmanagment so direkt hinter das Mainboard führen. Zuletzt fällt uns die beigelegte IO-Blende ein. Es ist immer schön zu sehen, wenn diese integriert, also vorverbaut, ist. Dass dies hier nicht der Fall ist, ist kein Zeichen schlechter Qualität, aber eben auch nicht das Maß der Dinge.
Zusammengefasst sind wir sehr zufrieden für das Gebotene. Alles was dem Board wirklich fehlt, sind kleine Quality-Of-Life Features und ein Design, dass mehr Interesse weckt. Aber alles nichts, was das Board selber schlechter macht. Daher gibt es am Ende 5 Sterne. 4.5 oder sowas, wenn ich die Skala detaillierter ansetzen könnte.