Verifizierter Kauf
Für den Preis ein sehr gutes Gehäuse.
Optisch sieht es sehr edel aus. Die Front ist aus Plastik und fühlt sich auch so an, aber das ist eher Jammern auf hohem Niveau bei einem Case, das auf Funktionalität ausgelegt ist. Die Frontklappe verdeckt die optischen Laufwerke und Schieberegler für die Lüftersteuerung, das Gesamtbild durchaus sehr ansprechend. Ob durch ständiges Öffnen und Schließen die Haltbarkeit beeinträchtigt wird, kann ich noch nicht sagen, zumal ich die Lüftersteuerung wohl nur im Sommer (falls überhaupt) brauche und eher selten mal DVDs einlege.
Die Seitenwände sind dagegen KEINE dünnen Bleche wie in günstigeren Gehäusen und mit Dämmmaterial versehen, womit ich zum nächsten Punkt komme.
Zur Lautstärke:
Die Umgebung ist ein größeres Mietshaus, das *relativ* ruhig ist.
Da die gefühlte Lautstärke stark vom Umfeld, natürlich den Komponenten und der persönlichen Einschätzung von "leise" subjektiv ist, kann ich nur von der eigenen Meinung ausgehen.
Mit dabei sind drei vorinstallierte Lüfter, die an einen von zwei Steuerungskanälen direkt (pro Kanal) an einen Molex-Stecker des Netzteils angeschlossen werden. Das Case verkraftet also bis zu sechs (!) Lüfter ohne die Anschlüsse des Mainboards zu verwenden - was für viele Leute eigentlich schon weit überdimensioniert in Sachen Kühlungsanforderung sein sollte.
Die Intensität ist über einen stufenlosen Regler je Kanal vorne regelbar. Auf maximaler Stufe hört man zwar die Lüfter durchaus, jedoch sollte das eher Systemen vorbehalten sein, die kräftige Hardware verbaut haben oder falls im Hochsommer in der Wohnung tropische Temperaturen herrschen.
Glücklicherweise sind die Zeiten lange vorbei, wo eine CPU oder Grafikkarte zum Abspielen eines hochauflösenden Films noch ackern musste - und somit problemlos die Steuerung auf unterster Stufe belassen weren kann. Die Regler selbst sind leichtgängig und gut zu bedienen, ohne versehentlich heranzukommen.
In Sachen Geräuschdämmung ist es auch unter Last mehr als in Ordnung und gemessen am Preis sehr gut. Wer bei potenter Hardware dann noch einen guten Alternativkühler für die CPU, ein leises Netzteil und eine kräftigere Grafikkarte ohne viel Krach durch vorhandene Lüfter kühlen kann, dürfte mit dem Case noch glücklicher werden.
Temperaturentwicklung:
Die Messungen (laut HWMonitor) sind aus meiner Sicht völlig okay: Ein Core i5-6600 (non-K) mit Boxed-Lüfter im Idle bei 27 Grad, eine GTX 750 Ti ebenfalls in dem Bereich, bei niedrigster Lüfter-Einstellung. Die CPU-Temperatur kletter auf bis zu 56 Grad unter Last (was sicherlich eher am Boxed-Lüfter als dem Gehäuse liegt), die Graka geht geringfügig höher, bleibt aber ebenso kaum hörbar.
Erweiterungsmöglichkeiten:
Der Einbau von 2,5- und 3,5-Zoll-Laufwerken ist sehr praktisch, da sie auf bereits vorhandene Einschübe platziert, verschraubt und dann einfach in das Gehäuse versenkt werden, und zwar rechtwinklig zur Seitenwand, die dann eingerastet werden. Das macht es sehr einfach, SATA- und Stromkabel anzustecken oder Platten zu tauschen. Sehr gut!
Die Platten selbst ruhen auf Gumminoppen und sind dadurch entkoppelt.
Meine SSD passte bequem ohne Schienen ins System und selbst meine doch etwas lauteren beiden WD Black hört man fast gar nicht im Betrieb (nur wenn man nahe ans Gehäuse geht).
Man kann außerdem einen Teil des Festplattenkäfigs ausbauen, um auch überlange Grafikkarten einsetzen zu können.
Dass das Netzteil am Boden eingebaut wird, mag einige stören, ist und bleibt aber immer noch Geschmackssache. Ob sich ein komplett mit PCIe-Karten gefülltes Mainboard negativ auf die Temperatur auswirkt, kann ich nicht sagen, da nur die Graka (und logischerweise im x16-Slot) steckt und sonst keine Erweiterungskarten verbaut sind.
Einziger echter Nachteil ist das hohe Gewicht. Wer seinen Rechner häufiger transportiert, wird mit dem DS3 sicherlich nicht glücklich werden. Sonst ist zumindest mein Modell gut verarbeitet und lässt kaum Wünsche offen.
Klare Kaufempfehlung!