Verifizierter Kauf
Zusammenfassung:
+ Positiv: genial kompakt, gut durchdacht
o Neutral: Spezialkabel, Lautstärke durch Boxed-Lüfter
- Negativ: USB Schnittstellen
Text:
Im Jahr 2018 noch Hardware von 2016 kaufen, nach Spectre/Meltdown noch ein Intel-System?
Gezögert habe ich schon. Nach Alternativen gesucht auch. Aber dann bin ich doch an diesem schnuckeligen kleinen Kasten hängen geblieben. Schon länger im Blick gehabt, nie gebraucht - bis eine alte Kiste den Geist aufgegeben hat.
Ausstaffiert habe ich ihn mit einer Intel G4400, Boxed Kühler, und 1x 8GB Crucial SO-DIMM. DualChannel war mir weniger wichtig als die Möglichkeit, später noch auf 16GB upgraden zu können. Als Festplatte kam eine vorhandene 2.5" SSD zum Einsatz. Als OS läuft Ubuntu Linux. Anspruch: Internet/Office. Keine Spiele.
Der Zusammenbau ist problemlos, nur:
- viele Kleinteile in nicht wiederverschließbaren Tüten, bloß nichts verlieren.
- keine Rändelschrauben (von größeren Gehäusen gewohnt) Â’ passender Schraubendreher ist Pflicht, wenn man sich die Schraubenköpfe nicht ruinieren will.
- RAM-Module und die CPU-Kühler-Pins neben den RAM-Bänken möglichst sanft einklacken lassen, das Mainboard hat in der Mitte keine Stütze.
- die rückseitigen SATA/Stromkabel beide anbringen, auch wenn man nicht beide verwendet - findet man sonst nie wieder
Genial ist die Aussparung im Mainboardschlitten, die die Anbringung des rückseitigen SATA-Anschlusses erlaubt, auch ohne das Mainboard abmontieren zu müssen.
Weniger genial ist, daß man für den zweiten 2.5" Schacht das Mainboard abmontieren müsste, um das Laufwerk anschrauben zu können. Der erste hat die Schrauben seitlich, da geht es so. Bei einer SSD im zweiten Schacht würde wohl auch doppelseitiges Klebeband reichen, spart den Mainboard-Ausbau bei jedem Laufwerkstausch.
Erste Inbetriebnahme:
- Lüfter im BIOS auf "Silent" stellen, sonst unerträglich (auch Silent noch deutlich hörbar - der Intel Boxed Kühler ist leider keine Offenbarung, mit Spezialkühler macht das auf Intel Boxed ausgelegte Gehäuse wieder keinen Sinn)
- Einbrennen (4x 'dd if=/dev/urandom of=/dev/null' um das Wärmepad einzuschmelzen, memtester um den Speicher zu testen)
Insgesamt bin ich sehr angetan von dem Teil. Eine Sache möchte ich jedoch kritisieren.
Bei den USB-Schnittstellen hat ASRock einen absoluten Bock geschossen. Es sind einfach zuwenige. Wer Tastatur, Maus als herkömmliche USB Geräte hat (und nicht wireless desktop mit einem Empfänger für beide), der ist hinten schon voll belegt. Vorne soll ja für USB-Stick usw. frei bleiben. Drucker...? Festplatte...?
Es gibt ein Zubehörteil für +2x USB (Header auf dem Mainboard vorhanden). Das ist für einen Office-PC eigentlich Pflicht, aber: es ist nicht verfügbar. Oder gelistet zu Mondpreisen, aktuell 40€! Für ein einfaches Kabel, das in der Herstellung keinen Euro kostet. Das hätte ASRock direkt mit ins Paket legen sollen.
Der eigentlich unnötige USB-Hub ist dadurch leider zwingend notwendig geworden und trübt dadurch ein wenig das Erscheinungsbild.
Trotzdem insgesamt sehr zufrieden. Bleibt zu hoffen, daß es lange hält, denn Spezialkabel, externes Netzteil usw. machen eine Reparatur oder Tausch fast unmöglich, aber das ist bei vergleichbaren Produkten (NUC usw.) ja auch nicht anders.