Produkttester
Ausgangssituation
Die Entscheidung für ein neues Netzteil fiel für mich im Zuge der gezielten Aufrüstung meines bereits vorhandenen Systems. Da dieses schon schon etwas älter ist ließen sich aktuelle Spiele nicht mehr flüssig spielen. Ich bin zwar kein Pro Gamer möchte aber trotzdem auf eine gute Grafik nicht verzichten. Bisher bestand der PC aus einem klassischen ATX Miditower-Gehäuse mit 400 W Netzteil, einer Radeon RX 480, einem Intel Core i5-10500, 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher sowie einer SSD Festplatte. Dieses Setup stößt aber inzwischen an seine Grenzen. Mit dem Umstieg auf eine Intel Arc B570, dem geplanten Einbau eines zusätzlichen Gehäuselüfters zur verbesserten Kühlung und einem leistungsstärkeren CPU-Kühler war mir klar, dass nun ein neues, stärkeres und zugleich leiseres Netzteil notwendig ist, weil mein aktuelles im Betrieb inzwischen deutlich brummt. Da ich bei der Aufrüstung meines Systems mehr auf Effizienz als Optik setze und in dem geschlossenen Tower Gehäuse RGB-Komponenten nicht benötige habe ich mich entschieden, nach einem 650 Watt Netzteil zu suchen.
Als ich daher im Rahmen eines Produkttests durch Mindfactory die Möglichkeit bekam das Endorfy Vero L6 650-Watt-Netzteil zu testen, war ich natürlich sehr erfreut.
Lieferung und Verpackung
Bereits der erste Eindruck überzeugt: Das Netzteil erreichte mich postalisch und sehr sicher von Mindfactory verpackt, sodass Transportschäden ausgeschlossen waren. Das Netzteil war stabil fixiert und zusätzlich geschützt, was gerade bei Elektronik ein wichtiger Aspekt ist. Im Lieferumfang befindet sich neben dem Netzteil selbst eine gut verständliche und übersichtlich gestaltete Bedienungsanleitung, die auch für weniger erfahrene Nutzer wie mich (mein letzter Umbau liegt schon einige Jahre zurück) problemlos nachvollziehbar ist. Ergänzt wird das Paket durch ein gut isoliertes Stromkabel sowie einem vollständigen Befestigungsset, mit dem sich das Netzteil problemlos im Miditower montieren lässt. Alles Notwendige ist enthalten | zusätzliche Käufe oder Improvisationen sind nicht erforderlich.
Design und Verarbeitung
Das Netzteil wirkt sauber und hochwertig verarbeitet und kommt in schwarz daher. Mit einer Länge von 140 mm, einer Breite von 150 mm sowie einer Höhe von 86 mm ließ sich das Netzteil gut in meinen alten ATX Midi Tower integrieren.
Das Netzteilgehäuse wirkt stabil, die Anschlüsse sitzen fest und die Kabel sind ebenfalls sauber verarbeitet. In meinem Midi-Tower lassen sich die Kabel gut sortiert unterbringen. Ein aufgeräumter Innenraum des Gehäuses verbessert auch die Lüftung.
Anschlüsse
Das Vero L6 ist kein modulares Netzteil und arbeitet daher vollständig mit fest verbundenen Kabeln. Der 24-Pin-ATX-Strang nutzt eine Mischung aus 18- und 20-AWG-Leitern. Der EPS-Strang stellt zwei 4+4-Pin-Stecker bereit.
Für Grafikkarten stehen insgesamt zwei 6+2-Pin-PCIe-Stecker sowie ein 12V-2×6-Stecker zur Verfügung.
Leistung und Stabilität
Mit 650 Watt Leistung bietet das Netzteil für mich mehr als genug Reserven für das aufgerüstete System. Sowohl das Mainboard und die CPU als auch die Intel Arc B570 werden zuverlässig mit Strom versorgt, ebenso der zusätzliche Gehäuselüfter und der erneuerte leistungsstarke CPU-Kühler. Besonders im Vergleich zum vorherigen Netzteil zeigt sich ein deutlicher Fortschritt: Die Spannungen bleiben auch unter Last stabil, es gibt keine Einbrüche oder unerwarteten Neustarts, was mich vor allem beim Spielen sehr geärgert hat.
In der Praxis läuft das System nun sowohl im Alltag als auch bei Gaming- oder den AutoCad Anwendungen meiner Frau absolut zuverlässig.
ATX 3.1 | Standard
Ein großer Vorteil dieses Netzteils ist finde ich die Unterstützung des ATX-3.1-Standards. Dieser wurde speziell für moderne Systeme entwickelt und ermöglicht es dem Netzteil, kurzzeitige Lastspitzen sicher abzufangen. Gerade meine neue Grafikarte, die Intel Arc B570, profitiert davon. Für mein aufgerüstetes System bedeutet das nicht nur mehr Stabilität, sondern auch eine gewisse Zukunftssicherheit, falls ich später weitere Komponenten tauschen möchte oder zusätzliche Hardware verbauen will.
Bronze 80 Plus Zertifikat
Das Netzteil ist Bronze 80 Plus zertifiziert, was bedeutet, dass es bei 20, 50 und 80 Prozent Last einen Wirkungsgrad von 82, 85 und 82 Grad erreicht. Dies spricht für die gute Effizienz des Netzteils.
Leiser Betrieb
Ein zentrales Entscheidungskriterium für ein neues Netzteil war unter anderem auch die Reduktion der Betriebsgeräusche.
Der Lüfter arbeitet im normalen Betrieb angenehm leise. Selbst bei längeren Gaming-Sessions oder höherer Last ist die Geräuschentwicklung zwar durchaus hörbar jedoch meinem Empfinden nach sehr dezent. Im Vergleich zu meinem älteren Netzteil | das ein ständiges Brummen mit sich zog - stellt dies eine deutliche Verbesserung dar und trägt spürbar zu einem ruhigeren Gesamtsystem bei.
In Kombination mit dem ebenfalls getauschten leistungsstärkeren, aber nun leiseren CPU-Kühler und der aktualisierten Grafikkarte entsteht im Ergebnis ein angenehm ruhiges System, das sich sowohl für Arbeit als auch für Unterhaltung eignet.
Garantie
Abgerundet wird der positive Gesamteindruck durch die 5-jährige Herstellergarantie, die heute nicht selbstverständlich ist. Gerade bei einem so zentralen Bauteil wie dem Netzteil ist das ein starkes Signal für Qualität und Zuverlässigkeit seitens des Herstellers. Für Nutzer, die ihr System wie ich ohne ständiges Hochrüsten über mehrere Jahre betreiben möchten, bietet diese Garantie zusätzliche Sicherheit.
Nachteile
Konnte ich bisher nicht feststellen
Fazit
Das Endorfy Vero L6 650-Watt-Netzteil stellt sich als hervorragende Komponente für die Aufrüstung meines bestehenden PCs heraus. Es bietet ausreichend Leistung für moderne Komponenten, arbeitet angenehm leise, unterstützt den ATX-3.1-Standard und bietet für meine Zwecke ausreichend Anschlüsse. In Kombination mit der hochwertigen Verarbeitung und der 5-jährigen Garantie ergibt sich ein rundes Gesamtpaket, das sowohl für aktuelle Anforderungen als auch für zukünftige Erweiterungen meines Systems bestens geeignet ist.
Ich habe das Netzteil zwar im Rahmen des Produkttests erhalten, kann dieses aber bei einem Kaufpreis von rund 60 Euro jedem, der kostengünstig sein altes System zukunftssicher aufrüsten will nur wärmstens empfehlen.