Produkttester
Natürlich bedanke ich mich nochmals zuallererst bei Mindfactory für die tolle Aktion, und dass ich die Enermax AquaFusion 240 (ELC-AQF240-SQA) testen durfte.
Mein System:
Mainboard: MSI X370 M7 ACK
CPU: AMD Ryzen 5 1600
Kühler: Cooler Master MasterLiquid Lite 240
Grafikkarte: 8GB Asus Radeon RX 580 ROG Strix T8G
RAM: 16GB G.Skill Value DDR4-2400
Netzteil: Seasonic SS-650KM3
Gehäuse: be quiet! Pure Base 600
SATA SSD: 120GB Samsung SSD 840 Pro als Arbeitsplatte für aktuelle Projekte
M.2 SSD: 250GB Samsung 960 Evo als Systemplatte
HDD1: 2TB Seagate BarraCuda ST1000DM003 als Datengrab 1
HDD2: 2TB Samsung HD204UI als Datengrab 2
Betriebssystem: Win10 Pro x64
Lieferumfang:
" Radiator
" 2x 120mm Lüfter
" Fernbedienung
" Diverse Kabel für die LED-Beleuchtung
" Backplate
" Isolierplättchen/Unterlegrahmen
" Adapter für AMD-Sockel (Montagezubehör für Intel ist bereits montiert)
" Y-Adapter für den Lüfteranschluss ans Mainboard
" Wärmeleitpaste
" Adapter für die Fernbedienung zum Direktanschluss an das Netzteil (SATA)
" Diverse Schrauben und Abstandshalter
Einbau:
Da ich schon eine AiO-Wasserkühlung im Betrieb gehabt habe, dachte ich, dass das eigentlich ähnlich sein würde. Leider fand ich die Montage, zumindest im Vergleich zum MasterLiquid Lite 240, doch recht aufwendig.
Vor allem finde die Reihenfolge der Montage nicht sinnvoll aufgebaut, weshalb ich von dieser etwas Abgewichen bin.
Original:
Step 1: Montage der Lüfter und des Radiators am Gehäuse
Step 2: Umrüsten der Pumpeneinheit von Intel auf AMD
Step 3: Präparieren und einsetzen der Backplate
Step 4: Fixieren der Backplate
Step 5: Wärmeleitpaste auftragen
Step 6: Schutzfolie vom Kühlblock abziehen
Step 7: Kühlblock/Pumpeneinheit montieren
Step 8: Kabel der Pumpe anschließen
Step 9: Kabel der Lüfter anschließen
Meine Variante:
Step 2: Umrüsten der Pumpeneinheit von Intel auf AMD
Step 3: Präparieren und einsetzen der Backplate
Step 4: Fixieren der Backplate
Step 1: Montage der Lüfter und des Radiators am Gehäuse
Step 5: Wärmeleitpaste auftragen
Step 6: Schutzfolie vom Kühlblock abziehen
Step 7: Kühlblock/Pumpeneinheit montieren
Step 8: Kabel der Pumpe anschließen
Step 9: Kabel der Lüfter anschließen
Das Problem ist hier schlichtweg, dass ja die Pumpe und der Radiator miteinander verbunden sind. Wenn ich nun zuallererst den Radiator am Gehäuse verschraube, hängt die Pumpe an den Schläuchen im Gehäuse herum. Wenn man dann Step 2 ausführen soll, hat man wenig Platz und es ist umständlich. Ebenso schlägt und eckt die Pumpeneinheit dauernd irgendwo an, wenn man die Backplate montieren will, da man hierzu am besten das Gehäuse drehen muss.
Nun zur eigentlichen Montage:
Da bereits das Intel System vormontiert war, mussten diese zwei Halterungen, mit denen für den AMD-Sockel getauscht werden. Hier haben mich die Schrauben doch sehr enttäuscht. Die Kreuzschlitzschrauben waren billig gefertigt und keiner meiner Bits hat wirklich gepasst. Da die Schrauben recht fest in der Pumpeneinheit saßen, musste ich doch recht viel Kraft aufwenden, um diese überhaupt heraus zu bekommen. Am "Besten" hat es dann mit PH1 funktioniert. Aber durch den schlechten Sitz des Schraubendrehers in der Schraube bin ich dann doch öfters abgerutscht, was auch die Schraube in Mittleidenschaft gezogen hat, denn sie wurde allmählich rund.
In Step 3 musste die original Backplate des Mainboards entfernt werden, da man die Mitgelieferte benutzen muss. Ich finde das irgendwie schade, da meine originale Backplate komplett isoliert ist. Die mitgelieferte Backplate muss vor dem Benutzen (nur bei AMD) zuerst noch mit einem schwarzen Isolierplättchen/ Unterlegrahmen beklebt werden. Dieser liegt nicht vollständig auf der Backplate auf, sondern nur auf vier Kontaktstellen. Aber gut, das hat an sich einwandfrei funktioniert.
Bei Step 1, der Montage des Radiators und der Lüfter hatte ich mir meinem Gehäuse so meine Probleme, wofür die Wasserkühlung natürlich nichts kann. Ich wollte den Radiator vorne einbauen, um Luft in das Gehäuse zu saugen. Beim be quiet! Pure Base 600 werden aber vorne auch die Festplatten eingeschoben. Das Problem ist dann, dass der Radiator auf die Außenseite muss, die Lüfter aber nach innen. Für diese Einbauart sind die Schrauben der Wasserkühlung vermutlich nicht vorgesehen, aber es funktioniert! Die kurzen Schrauben zu Befestigung des Radiators habe ich also nicht gebraucht bzw. nicht nutzen können. Deshalb habe ich die langen Schrauben zuerst durch den Lüfter, dann durch das Langloch im Gehäuse geführt und auf der anderen Seite in den Radiator geschraubt. Die langen Schrauben halten also Lüfter und Radiator. Das war zwar ein wenig Fummelei das hin zu bekommen, aber es ging dann doch.
Die Steps 5 bis 9 waren eigentlich problemlos, so wie ich mir das gewünscht habe.
Bei Step 7 habe ich mich nur nicht getraut, den Kühlblock so stark zu drehen, dass die Anschlüsse Richtung Gehäusevorderseite zeigen. Es ist doch etwas schwer abzuschätzen, wie viel Kraft man hier aufwenden darf. Mit dem Drehen hätte alles vermutlich etwas besser ausgesehen, da der obere Schlauch nun etwas über die LED-Fläche der Pumpe läuft. Außerdem ist das Enermax-Logo nun leider falsch herum, aber so ist es eben ein Hingucker für sich.
Bei meiner vorherigen Wasserkühlung (Cooler Master MasterLiquid Lite 240) musste die originale Backplate nicht entfernt werden. Hier musste ich zwar ebenfalls den Montagerahmen an der Pumpeneinheit tauschen, jedoch war sonst keine weitere Modifikation nötig. Die Pumpe wurde dort einfach in die auf dem Mainboard vorhandene Halterung eingehängt und festgezogen. Auch die Schläuche waren gefühlt ein klein wenig länger, was das Verlegen ein wenig einfacher machte. Kann aber auch daran liegen, dass die Pumpeneinheit der Enermax etwas größer ist.
Qualität und Haptik:
Hier kann ich nur sagen wow, ich bin sehr zufrieden. Der Kühlblock ist poliert und tadellos, hier sind keine Kratzer oder sonstige Unebenheiten zu sehen. Der Radiator ist super gefertigt. Es gibt keine verbogenen Lamellen und die Abstände sind gleichmäßig, das sieht sehr schick aus. Auch die Schlauchanschlüsse sehen wertig aus. Die abgewinkelten Anschlüsse an der Pumpe lassen sich leicht drehen und somit den Bedürfnissen anpassen.
Hier schneidet meine alte Wasserkühlung deutlich schlechter ab. Dort war das Ergebnis einfach nicht so ordentlich.
Lautstärke:
Die Enermax AquaFusion 240 ist nicht lautlos, aber das sind andere Wasserkühlungen auch nicht. Viele die zum ersten Mal eine Wasserkühlung verbauen sind deshalb etwas enttäuscht. Das Lauteste ist die Pumpe, da ich diese immer maximal laufen lasse (ca. 3180 RPM kann. Dennoch ist die Lautstärke im Idle bzw. im Office-Betrieb gering und nicht wirklich störend. Im Vergleich zu den Gehäuselüftern (Lüftersteuerung des Gehäuses Stufe 2) ist kaum ein Unterschied zu hören. Tatsächlich werden die Lüfter bei der automatischen Lüftersteuerung (Default vom MSI Board) nie wirklich laut.
Reduziere ich die Pumpendrehzahl auf ca. 2000RPM wird die Pumpe sehr leise, leider steigt aber auch dementsprechend die Temperatur an, was wiederum die Lüfter schneller drehen lässt. Dadurch wurden diese etwas lauter und es hat sich (bei Prime95) letztendlich etwas über der Lautstärke mit voller Pumpendrehzahl eingependelt.
Ich habe hier nicht all zu viel rumprobiert, da ich die Geräuschentwicklung okay fand. So habe ich vergessen Prime95 abzuschalten und habe es nach 2h auch nur deshalb gemerkt, da ich beim zocken <30 FPS hatte und verzweifelt auf der Suche nach der Ursache war. Hat man Musik laufen, oder schreibt auf der Tastatur ist vom System quasi nichts zu hören.
Verglichen mit der MasterLiquid ist die Aquafusion etwas lauter, wenn auch nicht viel.
Temperaturen:
Ich habe die Temperaturen bei vier verschiedenen Tätigkeiten gemessen. Hierfür habe ich das System jeweils ca. 1 Stunde in diesem Zustand gelassen und Min/Max/Avg notiert. Die Drehzahlregelung der Lüfter habe ich voll und ganz der Regelung von MSI mit Default-Werten überlassen. Die Pumpe lieft bei Maximaldrehzahl.
Prime95:
Motherboard: Min:36°C; Avg: 37,8°C; Max: 40°C
CPU: Min:53,5°C; Avg: 63,5°C; Max: 65,9°C
System: Min:44°C; Avg:63,4°C; Max:66°C
Gaming Paladins (Alle Einstellungen Max, Full HD):
Motherboard: Min:35°C; Avg: 36,8°C; Max: 39°C
CPU: Min:33,8°C; Avg: 43,6°C; Max: 49,9°C
System: Min:38°C; Avg:50,1°C; Max:58°C
Gaming Starcraft2 (Alle Einstellungen Max, Full HD):
Motherboard: Min:34°C; Avg: 36,7°C; Max: 39°C
CPU: Min:30°C; Avg: 43,4°C; Max: 52,9°C
System: Min:33°C; Avg:48,1°C; Max:55°C
Für einen kurzen Test mit Prime 95 habe ich die Pumpe auf 2000RPM gelassen. Die Temperaturen waren dann etwa 3-4°C höher, aber zusätzlich auch die Geräuschentwicklung durch die Lüfter.
Fazit:
Ich weiß nicht ganz, was ich von der Enermax AquaFusion 240 (ELC-AQF240-SQA) halten soll. Die die Kühlleistung ist nicht schlecht, aber dennoch ist Lautstärke etwas höher als bei anderen Systemen. Dies liegt an der Pumpe, denn die Lüfter empfand ich als sehr leise. Die LED-Beleuchtung gefällt mir gut, auch wenn die Fernbedienung nach einem sehr billigen Plastikteil aussieht und sich auch so anfühlt.
Letztendlich denke ich, dass es auf den Wunsch der LED-Beleuchtung ankommt. Den LED-Ring auf der Pumpe finde ich zwar schön, das Enermax-Logo aber etwas zu aufdringlich.
Meinung nach ist man mit einer leiseren Pumpeneinheit (evtl. ohne LEDs und dazu zwei zusätzlich gekauften RGB-Lüftern) etwas besser bedient. Will man selbst nichts basteln oder zusätzlich kaufen und steht auf viel RGB kann man das die Wasserkühlung trotzdem bedenkenlos kaufen.