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NZXT H6 Flow RGB+ | mein Produkttest
Mein erster Eindruck vom NZXT H6 Flow RGB+ war direkt sehr positiv. Schon beim Auspacken ist mir aufgefallen, dass das Gehäuse sehr ordentlich und sicher verpackt ist. Gerade bei einem Gehäuse mit großen Glasflächen finde ich das wichtig. Bei mir ist alles ohne Beschädigungen angekommen und auch das Zubehör war sauber verstaut.
Was mir direkt gefallen hat, sind die Beschriftungen an den einzelnen Gehäuseteilen. Dadurch erkennt man schnell, in welcher Reihenfolge die verschiedenen Teile abgenommen werden sollen. Das klingt erstmal nach einer Kleinigkeit, ist beim ersten Öffnen aber wirklich praktisch. Man muss nicht lange herumprobieren oder irgendwo unnötig stark ziehen.
Ebenfalls gut gelöst finde ich die kleine Kunststoffbox für die Schrauben. Sie befindet sich im Bereich des Festplattenschachts und sorgt dafür, dass das Zubehör nicht einfach lose im Karton oder Gehäuse herumliegt. Beim Aufbau hatte ich dadurch die Schrauben direkt griffbereit. Solche kleinen Details gefallen mir, weil man merkt, dass sich jemand Gedanken über den Aufbau gemacht hat.
Optisch gefällt mir das H6 sehr gut. Durch die große Glasfläche kommt die verbaute Hardware schön zur Geltung. Für mich ist das definitiv ein Gehäuse, das man sich auf den Schreibtisch stellen kann und nicht unter dem Tisch verstecken muss.
Das NZXT-Branding ist an mehreren Stellen dezent in das Gehäuse integriert. Besonders gut gefällt mir das beleuchtete NZXT-Logo. Es ist nicht übertrieben auffällig, passt aber sehr gut zur restlichen Beleuchtung.
Auch bei der Verarbeitung habe ich während des kompletten Umbaus nichts Größeres zu bemängeln. Scharfe Kanten sind mir keine aufgefallen und die einzelnen Gehäuseteile fühlen sich stabil und sauber verarbeitet an.
Die Seitenteile lassen sich einfach abnehmen und wieder montieren. Nur beim hinteren Seitenteil muss man etwas genauer hinschauen. Dort gibt es vorne drei Laschen, die richtig in die dafür vorgesehenen Ösen geführt werden müssen. Beim ersten Mal braucht man vielleicht einen Moment, danach ist das aber überhaupt kein Problem mehr.
Ein kleiner Minuspunkt ist die Oberfläche, da man Fingerabdrücke relativ schnell sieht. Gerade beim Aufbau fasst man das Gehäuse natürlich ständig an. Mit einem Tuch lassen sich die Spuren aber problemlos wieder entfernen, daher stört mich das nicht besonders.
Für den eigentlichen Test habe ich meinen zweiten PC verwendet. Verbaut sind ein Intel Core i9-14900KF, ein ASUS ROG Strix Z790 Gaming WiFi Mainboard, 32 GB RAM, eine AeroCool Mirage L360 und eine KFA2 RTX 4080 ST.
Der Einbau des Mainboards war wirklich unkompliziert. Im Gehäuse ist viel Platz vorhanden und man kommt während des Aufbaus gut an die wichtigen Stellen heran.
Besonders positiv ist mir das Kabelmanagement aufgefallen. Hinter dem Mainboard gibt es ausreichend Platz und es sind bereits Klettbefestigungen vorhanden. Damit konnte ich die verschiedenen Kabel sauber zusammenfassen und ordentlich verlegen.
Bei einem leistungsstarken System kommt einiges an Verkabelung zusammen, trotzdem hatte ich keine Probleme damit, alles auf der Rückseite unterzubringen. Von vorne wirkt der fertige PC dadurch sehr aufgeräumt. Gerade bei einem Gehäuse mit so viel Glas ist das natürlich wichtig, da schlecht verlegte Kabel sonst sofort auffallen würden.
Auch der Einbau meiner AeroCool Mirage L360 mit 360-mm-Radiator war sehr einfach. Oberhalb des Mainboards sind ungefähr sechs Zentimeter Platz vorhanden. Das macht beim Einbau einer großen AIO einen deutlichen Unterschied.
Ich musste den Radiator nicht irgendwie zwischen Mainboard und Gehäuse quetschen oder lange herumprobieren. Er ließ sich ohne großes Gefummel montieren und auch danach war noch genug Platz vorhanden.
Gerade bei einem größeren ATX-Mainboard finde ich das angenehm. Bei anderen Gehäusen kann eine große AIO schnell dafür sorgen, dass man an bestimmte Anschlüsse im oberen Bereich kaum noch herankommt. Dieses Problem hatte ich beim H6 nicht.
Meine getestete Variante ist bereits mit insgesamt sieben Lüftern ausgestattet. Zusätzlich gibt es einen Lüfter- und RGB-Controller. Dieser wird mit dem Netzteil und einem internen USB-Header auf dem Mainboard verbunden. Die vorhandenen Lüfter sind dort bereits zusammengeführt.
Dadurch bleibt die Verkabelung übersichtlich und man muss nicht versuchen, jeden Lüfter einzeln auf verschiedene Anschlüsse des Mainboards zu verteilen.
Die verbauten Lüfter passen auch optisch sehr gut zum Gehäuse. Ich persönlich mag die Light Wings aus meinem anderen Enthusiasten-PC bei der Beleuchtung noch etwas lieber. Das ist aber einfach mein persönlicher Geschmack und kein wirklicher Kritikpunkt an den NZXT-Lüftern.
Gut finde ich außerdem, dass man bei der Lüfterwahl flexibel bleibt. Die verbauten Frontlüfter sind als kombinierte Einheit ausgeführt. Es liegen aber Adapter bei, mit denen dort auch drei einzelne Lüfter montiert werden können.
Das finde ich besonders für die Variante ohne vorinstallierte Lüfter interessant. Wer bereits gute Lüfter besitzt oder sein System gezielt auf geringe Lautstärke optimieren möchte, kann direkt seine eigenen Lüfter verwenden. Man muss dann nicht für Lüfter bezahlen, die man später sowieso wieder ausbauen würde.
Als Grafikkarte kommt bei mir eine KFA2 RTX 4080 ST zum Einsatz. Die Karte ist wirklich groß und vor allem ziemlich schwer. Trotzdem ließ sie sich problemlos in das H6 einbauen und es ist noch ausreichend Platz vorhanden.
Sehr praktisch finde ich hier die bereits vorhandene GPU-Stütze. Bei einer so schweren Grafikkarte ist das für mich ein sinnvolles Detail. Die Karte wird zusätzlich abgestützt und das gesamte Gewicht hängt nicht nur am PCIe-Slot und an der Verschraubung.
Auch mit der großen RTX 4080 wirkt der Innenraum nicht komplett vollgestopft. Die Hardware kommt durch das große Seitenfenster weiterhin gut zur Geltung.
Beim Airflow hat mich das H6 bisher besonders überzeugt. Durch die Position der Lüfter bekommt vor allem die Grafikkarte sehr direkt Frischluft. Genau das merkt man auch bei meinen Temperaturen.
Bei ungefähr 20 Grad Raumtemperatur liegt meine KFA2 RTX 4080 im Idle bei etwa 32 Grad. Unter Last erreicht sie ungefähr 66 Grad. Damit bin ich sehr zufrieden.
Der Intel Core i9-14900KF liegt im Idle bei ungefähr 42 Grad. Unter hoher CPU-Last mit Cinebench R23 erreicht er etwa 90 Grad.
Der 14900KF ist unter hoher Last natürlich kein besonders kühler Prozessor und Cinebench R23 belastet die CPU deutlich stärker als viele normale Anwendungen. Deshalb überrascht mich der Wert nicht.
Besonders interessant finde ich die GPU-Temperatur. Für mich zeigt sich dort sehr deutlich, dass die Position der Lüfter und die direkte Frischluftzufuhr funktionieren. Insgesamt bin ich mit den Temperaturen meines Systems im H6 sehr zufrieden.
Bei der Lautstärke hat sich im Vergleich zu meinem vorherigen Gehäuse nicht besonders viel verändert. Ich würde nicht sagen, dass der PC jetzt deutlich lauter oder leiser geworden ist.
Was sich geändert hat, ist eher das Geräusch der Lüfter selbst. Die NZXT-Lüfter haben einfach einen etwas anderen Klang als die Lüfter, die ich vorher verwendet habe. Das empfinde ich nicht als schlechter, sondern eher als Gewöhnungssache.
Wer auf einen bestimmten Geräuschcharakter oder ein besonders leises System Wert legt und bereits seine bevorzugten Lüfter besitzt, hat durch die Variante ohne Lüfter und die beiliegenden Adapter aber ohnehin die Möglichkeit, seine eigene Konfiguration zu verwenden.
Der sehr gute Airflow hat für mich allerdings auch eine kleine Kehrseite. Die Lüftungsöffnungen sind relativ groß und dadurch kann Staub leichter in den Innenraum gelangen.
Im Vergleich zu meinem bisherigen Gehäuse von be quiet! habe ich den Eindruck, dass sich im H6 etwas schneller Staub sammelt. Hier hätte ich mir ein etwas feineres Mesh oder einen zusätzlichen Staubfilter gewünscht.
Natürlich muss man dabei auch bedenken, dass ein dichterer Filter wieder Einfluss auf den Luftdurchsatz haben kann. Beim H6 wurde meiner Ansicht nach klar der Airflow priorisiert. Für mich persönlich bedeutet das: lieber etwas häufiger sauber machen und dafür gute Temperaturen. Trotzdem sollte man diesen Punkt vor dem Kauf kennen.
Mein größter persönlicher Kritikpunkt betrifft allerdings einen eher speziellen Aufbau.
Eigentlich wollte ich für diesen Test meinen Enthusiasten-PC verwenden. Dort sind ein Intel Core Ultra 9 285K und eine AORUS RTX 5080 Waterforce verbaut. Das Problem dabei ist, dass sowohl die CPU als auch die Grafikkarte jeweils über eine eigene 360-mm-AIO gekühlt werden.
Genau hier bin ich an die Grenzen des H6 gestoßen. Vom Platzangebot her wirkt das Gehäuse zwar sehr großzügig, eine Konfiguration mit zwei 360-mm-Radiatoren ist so aber nicht vorgesehen.
Deshalb musste ich meinen ursprünglichen Plan ändern und bin für den Test auf mein zweites System mit dem i9-14900KF, der AeroCool Mirage L360 und der luftgekühlten RTX 4080 gewechselt.
Für die meisten Gaming-PCs dürfte das überhaupt keine Rolle spielen. Zwei getrennte 360-mm-AIOs sind schließlich alles andere als ein normaler Aufbau. Wer allerdings ebenfalls ein spezielleres High-End-System plant, sollte sich vor dem Kauf genau ansehen, welche Radiatorpositionen unterstützt werden.
Beim Preis-Leistungs-Verhältnis finde ich ungefähr 200 Euro für die von mir getestete Ausstattung in Ordnung.
Man bekommt ein gut verarbeitetes Gehäuse, sieben Lüfter, einen Lüfter- und RGB-Controller, eine GPU-Stütze, viel Platz und ein wirklich gutes Kabelmanagement. Wer einen komplett neuen Gaming-PC baut und noch keine eigenen Lüfter besitzt, bekommt damit schon ein ziemlich vollständiges Paket.
Wer dagegen bereits hochwertige Lüfter besitzt oder besonderen Wert auf ein sehr leises System legt, sollte sich auch die Version ohne vorinstallierte Lüfter ansehen. Durch die beiliegenden Adapter kann man vorne trotzdem drei einzelne Lüfter verwenden und sich die Kühlung so zusammenstellen, wie man möchte.
Zur langfristigen Haltbarkeit kann ich nach der relativ kurzen Testzeit natürlich noch keine endgültige Aussage treffen. Nach dem mehrfachen Öffnen und Schließen machen die Seitenteile, Befestigungen und Gewinde bisher aber einen stabilen Eindruck. Auch beim kompletten Umbau meines Systems ist mir nichts aufgefallen, was auf eine schwache Verarbeitung hindeuten würde.
Mein Fazit fällt insgesamt sehr positiv aus.
Der Aufbau meines PCs im NZXT H6 Flow RGB+ hat mir wirklich gut gefallen. Man hat viel Platz, das Kabelmanagement funktioniert gut und auch große Komponenten wie meine RTX 4080 und eine 360-mm-AIO lassen sich ohne Probleme unterbringen.
Auch die kleinen Details haben mir gefallen: die Beschriftung der Gehäuseteile, die Schraubenbox, die Klettbefestigungen, der Lüfter- und RGB-Controller und die vorhandene GPU-Stütze.
Optisch ist das H6 für mich ganz klar ein Gehäuse, das auf den Schreibtisch gehört. Durch das Glas, die Beleuchtung und den offenen Innenraum wird die Hardware sehr schön präsentiert.
Gleichzeitig wurde die Kühlung nicht für die Optik geopfert. Besonders meine RTX 4080 profitiert deutlich von der Position der Lüfter und die gemessenen Temperaturen gefallen mir sehr gut.
Perfekt ist das Gehäuse trotzdem nicht. Ich hätte mir etwas mehr Staubschutz gewünscht und mein ursprünglich geplantes System mit zwei 360-mm-AIOs konnte ich leider nicht verwenden. Dazu kommen Kleinigkeiten wie die sichtbaren Fingerabdrücke und der für mich etwas andere Klang der serienmäßigen Lüfter.
Für einen normalen leistungsstarken Gaming-PC mit einer großen Grafikkarte und einer 360-mm-AIO passt das Konzept aber sehr gut.
Wer sich einen neuen PC bauen möchte oder einen schönen Desktop-PC auf den Schreibtisch stellen will und dabei Wert auf viel Platz, gutes Kabelmanagement, starke Kühlung und eine schöne Präsentation der Hardware legt, ist mit dem NZXT H6 Flow RGB+ meiner Erfahrung nach sehr gut aufgehoben.