Produkttester
MSI MAG X870E GAMING MAX WIFI | Ein durchdachtes AM5-Mainboard, das mich wirklich überzeugt hat
Transparenzhinweis
Ich habe das MSI MAG X870E GAMING MAX WIFI im Rahmen der Mindfactory Testers Keepers-Aktion erhalten. Das Mainboard wurde mir zum Testen zur Verfügung gestellt. Meine Bewertung basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Erfahrungen im Alltag und wurde dadurch nicht beeinflusst.
Mein Testsystem
Damit meine Eindrücke besser eingeordnet werden können, hier die verwendete Hardware:
" Mainboard: MSI MAG X870E GAMING MAX WIFI
" Prozessor: AMD Ryzen 7 7800X3D
" CPU-Kühlung: NZXT Kraken Elite 360
" Arbeitsspeicher: 32 GB (2×16 GB) G.Skill DDR5-6000 CL30
" Grafikkarte: Zotac GeForce RTX 4080 SUPER
" SSD: Samsung 980 Pro NVMe PCIe 4.0
" Netzteil: MSI MPG 850 Watt
" Gehäuselüfter: 10× Lian Li UNI FAN SL Infinity
" RGB: Lian Li Strimer für Mainboard und Grafikkarte
" Wärmeleitpaste: Thermal Grizzly Kryonaut
Erster Eindruck
Schon beim Auspacken hinterlässt das Mainboard einen hochwertigen Eindruck. Die massiven Kühlkörper, das sauber verarbeitete PCB und die allgemein hochwertige Verarbeitung vermitteln sofort Vertrauen. Das Design ist angenehm dezent gehalten und wirkt modern, ohne mit übermäßigem RGB aufzufallen.
Das Design spricht absolut für sich, das Silber ist etwas "anders" aber verbaut gefällt es mir sehr gut.
Beim Einbau passten nahezu alle Bohrungen perfekt auf die Abstandshalter meines Gehäuses. Lediglich die obere rechte Schraube hatte einen minimalen Versatz, wodurch das Verschrauben dort etwas fummeliger war. Das war jedoch innerhalb weniger Sekunden erledigt und für mich kein wirklicher Kritikpunkt.
Besonders gefallen haben mir die durchdachten Komfortfunktionen. Die werkzeuglose EZ M.2 Clip II-Montage funktioniert hervorragend und der EZ PCIe Release ist gerade bei großen Grafikkarten wie meiner RTX 4080 SUPER ein echtes Highlight.
Etwas überrascht war ich lediglich beim Einsetzen des Arbeitsspeichers. Die RAM-Module saßen ungewöhnlich stramm und wollten beim ersten Versuch trotz geöffneter Verriegelung nicht vollständig einrasten. Beim zweiten Versuch funktionierte alles problemlos. Seitdem läuft der Speicher absolut fehlerfrei.
BIOS und Einrichtung
Vor dem Umbau habe ich mir bereits das aktuellste BIOS sowie sämtliche Treiber direkt von der MSI-Webseite heruntergeladen.
Das BIOS-Update verlief ausgesprochen unkompliziert. Besonders gut gefällt mir, dass MSI vor dem flashen klar anzeigt, welche BIOS-Version ausgewählt wurde und von wann diese stammt. Dadurch ist der gesamte Vorgang sehr transparent und Fehler sind praktisch ausgeschlossen.
Das Click BIOS selbst ist übersichtlich aufgebaut und logisch strukturiert. Selbst Nutzer, die sich bisher nur wenig mit BIOS-Einstellungen beschäftigt haben, dürften sich schnell zurechtfinden.
Alle wichtigen Funktionen wie EXPO, Precision Boost Overdrive, Lüftersteuerung oder Bootoptionen sind leicht erreichbar.
Mein G.Skill DDR5-6000 CL30 wurde per EXPO sofort erkannt und läuft seitdem absolut stabil.
MSI Driver Utility Installer
Ein kleiner Kritikpunkt betrifft den automatisch gestarteten MSI Driver Utility Installer nach der Windows-Installation.
Persönlich hätte ich es bevorzugt, wenn MSI zunächst nachfragt, ob diese Funktion genutzt werden soll.
Positiv ist allerdings, dass sich diese Funktion direkt im BIOS deaktivieren lässt. Wer sie nicht verwenden möchte, kann dies dauerhaft mit wenigen Klicks erledigen.
Windows ohne Neuinstallation
Vor dem Mainboard Wechsel habe ich sämtliche alten Chipsatz- und Mainboard Treiber entfernt.
Mein Ziel war es ausdrücklich, Windows nicht neu installieren zu müssen.
Genau das hat problemlos funktioniert.
Nach Installation des neuen Boards, des aktuellen BIOS und der aktuellen MSI-Treiber lief das System sofort stabil.
Keine Bluescreens.
Keine Treiberprobleme.
Keine Abstürze.
Das hat mich ehrlich gesagt positiv überrascht.
USB-Stabilität mit Lian Li und NZXT
Ein besonders wichtiger Punkt war für mich die USB-Stabilität.
Ich hatte zuvor mit den bekannten USB-Problemen zu kämpfen, die im Zusammenhang mit Lian Li-Controllern und teilweise auch der NZXT-Software immer wieder diskutiert werden. In meinem damaligen System kam es regelmäßig zu USB-Unterbrechungen, wodurch Geräte kurzzeitig getrennt und anschließend wieder verbunden wurden.
Nach dem Wechsel auf das MSI MAG X870E GAMING MAX WIFI konnte ich diese Probleme bislang nicht mehr feststellen.
Ich habe bewusst keine Windows-Neuinstallation durchgeführt, sondern lediglich sämtliche alten Treiber entfernt und anschließend die aktuellen MSI-Treiber installiert.
Seitdem arbeiten L-Connect und NZXT CAM parallel absolut unauffällig. Alle Controller werden zuverlässig erkannt, RGB und Lüftersteuerung funktionieren wie erwartet und bisher traten keinerlei USB-Abbrüche mehr auf.
Ob dies ausschließlich auf das Mainboard zurückzuführen ist oder das Zusammenspiel aus aktuellem BIOS, frischen Treibern und der neuen Plattform dafür verantwortlich ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Für mein persönliches System ist das Problem jedoch vollständig verschwunden.
SSD-Leistung
Ein weiterer Punkt, der mich überzeugt hat, ist die Performance der Speicheranbindung. Meine Samsung 980 Pro erreicht im CrystalDiskMark folgende Werte:
" Lesen: 6.707,66 MB/s
" Schreiben: 4.804,45 MB/s
Damit wird das Potenzial der PCIe-4.0-SSD nahezu vollständig ausgeschöpft. Im Alltag spiegeln sich diese Werte ebenfalls wider. Windows startet zügig, Programme öffnen sich ohne Verzögerung und auch größere Dateiübertragungen laufen konstant und ohne Geschwindigkeitseinbrüche. Die Plattform vermittelt insgesamt einen sehr reaktionsschnellen und ausgereiften Eindruck.
Temperaturen
Besonders positiv überrascht haben mich die Temperaturen sämtlicher Komponenten. Trotz meines leistungsstarken Systems bleiben sowohl Mainboard als auch SSDs und Arbeitsspeicher angenehm kühl.
Der G.Skill DDR5-6000 CL30 Arbeitsspeicher überschritt selbst unter Last bislang nicht die 40 °C, was für eine sehr gute Luftzirkulation im Gehäuse spricht.
Auch bei den SSDs zeigt sich ein ähnliches Bild. Meine Samsung 980 Pro erreicht während des Betriebs lediglich 39 bis 40 °C und bleibt damit weit von kritischen Temperaturbereichen entfernt. Noch interessanter ist meine zweite 4-TB-Datenspeicher-SSD, die sich im unteren M.2-Slot befindet und bewusst ohne zusätzlichen Kühlkörper betrieben wird. Selbst diese pendelt sich bei lediglich 35 °C ein. Für mich zeigt das, dass die Luftführung in Kombination mit dem Mainboard und den zehn Lian Li UNI FAN SL Infinity hervorragend funktioniert.
Die von HWMonitor ausgelesenen Temperaturen bestätigen diesen positiven Eindruck:
Sensor Aktuell Minimum Maximum
CPU Core 50 °C 48 °C 70 °C
System 35 °C 34 °C 35 °C
MOS 35 °C 35 °C 35 °C
Chipset A 41 °C 41 °C 42 °C
Chipset B 38 °C 38 °C 38 °C
AMD PCH #1 46 °C 46 °C 46 °C
AMD PCH #2 56 °C 56 °C 56 °C
Gerade die niedrige Temperatur der MOSFETs zeigt, dass die Spannungsversorgung des Mainboards selbst unter Last nicht an ihre Grenzen kommt. Auch die Chipsatztemperaturen bewegen sich jederzeit in einem unkritischen Bereich.
CPU Temperaturen
Beim Umbau habe ich den Prozessor mit Thermal Grizzly Kryonaut neu montiert.
Seitdem liegt die Idle-Temperatur meines Ryzen 7 7800X3D im Browser bei etwa 48 °C.
Vor dem Umbau lag sie in meinem System je nach Situation ungefähr 4 bis 8 Grad höher.
In Verbindung mit der NZXT Kraken Elite 360 und den zehn Lian Li Infinity-Lüftern bleiben die Temperaturen auch unter längerer Last angenehm niedrig.
Alltag und Gaming
Im täglichen Betrieb fällt das Mainboard vor allem dadurch auf, dass es schlicht funktioniert.
Bootzeiten bewegen sich im typischen Bereich aktueller AM5-Systeme. Nach Aktivierung von Fast Boot beziehungsweise Memory Context Restore verkürzt sich der Start spürbar.
Beim Gaming arbeitet das System absolut stabil.
Keine Freezes.
Keine Abstürze.
Keine unerklärlichen Leistungseinbrüche.
Der Ryzen 7 7800X3D und die RTX 4080 SUPER können ihre Leistung vollständig entfalten und das Mainboard verhält sich genauso, wie man es von einer Plattform dieser Klasse erwartet.
Sound
Da ich überwiegend ein SteelSeries Arctis Nova Pro Wireless nutze, spielt der OnBoard-Sound für mich eine eher untergeordnete Rolle.
Die wenigen Tests über den integrierten Audiochip verliefen jedoch problemlos und der Klang wirkt sauber und ohne hörbare Störungen.
Fazit
Nach meinem Umstieg auf das MSI MAG X870E GAMING MAX WIFI bin ich rundum zufrieden.
Die Installation war unkompliziert, das BIOS überzeugt durch eine übersichtliche Struktur und sinnvolle Funktionen, EXPO lief auf Anhieb stabil und das gesamte System arbeitet seit dem Umbau zuverlässig.
Besonders positiv ist für mich, dass die zuvor aufgetretenen USB-Probleme mit meiner Lian Li- und NZXT-Konfiguration in meinem aktuellen System nicht mehr auftreten. Ob dies ausschließlich dem Mainboards zu verdanken ist, lässt sich zwar nicht eindeutig sagen, das Gesamtergebnis spricht jedoch für sich.
Natürlich gibt es Kleinigkeiten wie den standardmäßig aktivierten MSI Driver Utility Installer oder den etwas stramm sitzenden RAM-Slot. Im Verhältnis zum Gesamtpaket sind das für mich jedoch nur kleine Kritikpunkte.
Wer ein modernes AM5-Mainboard mit hochwertiger Verarbeitung, einfacher Installation, einem gelungenen BIOS und aktueller Ausstattung sucht, bekommt mit dem MSI MAG X870E GAMING MAX WIFI eine ausgezeichnete Grundlage für ein leistungsstarkes System.
Von mir gibt es deshalb eine klare Kaufempfehlung.