Verifizierter Kauf
Vorab: Ich habe keine 2.5"- oder 3.5"-Festplatten/SSDs verbaut. Den Festplattenkäfig unten habe ich ausgebaut, die beiden Lüfter in die Front gesetzt und hinten einen zusätzlichen Lüfter eingebaut (also insgesamt 3 12cm-Lüfter).
Die Verarbeitungsqualität gefällt mir sehr gut. Optisch ist das Case sehr dezent, kann also auch in einem Büro stehen, nicht nur in einem Gaming-Zimmer. Finde ich hübsch, aber ist wohl eher nichts für RGB-Fans.
Allgemein: Kleiner kann ein MikroATX-Case kaum sein. Das Board passt perfekt rein, ohne beim Einbau zu eng zu sein, aber viel Spiel ist da auch nicht. Während es auf den Bildern eher grau aussieht ist es wie angegeben wirklich matt schwarz und sieht sehr edel aus. Das CoolerMaster-Logo an der Front ist kaum zu sehen, außerdem ist es bloß die Form ohne den Text darin, was ich optisch sehr ansprechend finde (Geschmackssache).
Front: Die Tür schließt mit Magneten, die weder zu stark noch zu schwach sind, außerdem lässt sie sich abschrauben und mit den Scharnieren auf die andere Seite setzen, wenn man sie lieber nach links statt nach rechts öffnen will. In der Tür ist eine Dämmmatte angebracht. Hinter der Tür ist ein sehr ansehnliches, aber eher grobmaschiges Staubgitter, das zwar große Flusen abfängt, mehr aber auch nicht. Würde sonst vermutlich den Luftstrom zu sehr einschränken und ist besser als nichts.
Boden: Die Füße sind recht flach, aber da Netzteile nicht viel Luft brauchen, ist der Abstand zum Boden vermutlich okay. Die Staubschutzmatte vorm Netzteil-Lüfter wirkt sehr billig und es ist etwas fummelig, sie rauszunehmen. Aber das tut man ja nicht allzu häufig, man sieht sie nicht und ein riesiger Aufwand ist es nun auch nicht. Hier ist aber definitiv noch Luft nach oben.
Seitenteile: Leicht zu öffnen und zu schließen, da habe ich nichts auszusetzen. Es sind halt Seitenteile. Auf der Innenseite ist jeweils eine Dämmmatte angebracht.
Deckel: Power-Button, Reset-Button, 2x USB 3 (Typ A), SD-Slot, wirkt alles gut verarbeitet und ist ansehnlich. Die Knöpfe fühlen sich nicht billig an. Dass die Slots nach oben statt nach vorne offen sind, ist mir egal, aber wer Angst davor hat, dass sich dort schnell staub sammelt, wird es suboptimal finden. Im Deckel ist eine Klappe, die man entweder nach vorne oder nach hinten öffnen kann, die andere Seite ist mit Magneten gesichert (wie die Tür, nur ohne Schrauben). Auch hier ist auf der Innenseite eine Dämmmatte angebracht. Passt perfekt rein, steht nirgends über. Beigelegt ist auch ein Staubgitter für den Fall, dass man oben Lüfter einbauen möchte. Wenn ein 5.25"-Laufwerk eingebaut ist, passt nur einer rein, ansonsten zwei.
Rückseite: Um das Netzteil sind kleine Pads eingeklebt, damit es nicht direkt in Kontakt mit dem Gehäuse kommt und Vibrationen überträgt. Die PCI-Slotblenden sehen ansehnlich aus und lassen sich gut ein- und ausbauen. Die Aussparungen für die Enden der Slotblenden passen recht gut, sind also nicht größer als nötig. Das macht es manchmal etwas fummelig, sie zu finden, führt aber zu mehr Stabilität, was gerade bei schweren und großen Grafikkarten von Vorteil ist, da es das Absacken zumindest ein bisschen abfängt.
Kabelmanagement: Allgemein findet der Kabelsalat verborgen auf der Rückseite statt, man reicht die einzelnen Kabel möglichst nah vom Zielort durch eine Öffnung nach vorne (wie bei den meisten Cases). Dabei sind Netzteil und Board schnell im Weg (das Case ist halt sehr klein), weshalb man sich vorner Gedanken machen sollte, wo man welches Kabel haben möchte, gerade über und unter dem Board. Hier ist etwas Geduld, Übung und vielleicht ein zweites Paar Hände sicher von Vorteil, aber mit ein bisschen Planung ist das auch kein Hexenwerk. Auf der Rückseite wird es aber sehr eng, da die Seitenwand kaum Spielraum für dickere Kabelwülste lässt. Hier hätten ein paar Millimeter mehr nicht geschadet.
Lautstärke/Kühlung: Das sind zwei Faktoren, die sich grundlegend im Wege stehen, man muss immer bei einem von beiden Abstriche machen, ganz besonders bei so kleinen Gehäusen. Die Tür, der Deckel und die Seiten sind gut gedämmt, aber das schränkt auch die Luftzufuhr ein. Daher drehen die Lüfter etwas mehr auf, um die gleichen Temperaturen zu erzielen, und damit entsteht auch mehr Lautstärke, die ohne die Dämmung gar nicht entstanden wäre. Ich betreibe darin einen Ryzen 3600X und eine GeForce GTX 1660 Ti, jeweils mit großen und etwas teureren Kühlern, bei mittlerer Last ist der Rechner kaum zu hören, unter Volllast über eine längere Zeit natürlich schon, aber das ist ja zu erwarten. Allgemein bin ich sehr zufrieden und sogar ein wenig überrascht davon, wie leise und kühl alles läuft. Wer in diesem Case aber weit stärkere Wärmequellen und eine zweite Grafikkarte unterbringen will, wird vermutlich allein schon wegen des kleinen Volumens Probleme haben, einen guten Luftstrom zu erhalten.
Lüfter: Die beiden mitgelieferten Lüfter sind die Cooler Master Silencio FP 120mm (PWM 800-1400 RPM) und damit durchaus brauchbare Mittelklasse-Lüfter. Sie rattern nicht, drehen sich leise, lassen sich per PWM steuern und sind bei dem Preis definitiv kein Grund, sich zu beklagen.
Pro:
- Klein, dezent, unauffällig, solide, gut verarbeitet
- Leise
- Viel Potenzial für gutes Kabelmangement (braucht wegen der geringen Größe aber mehr Planung als bei anderen Cases)
Contra:
- Staubfilter könnten weniger billig wirken und unten auch besser befestigt sein
- Etwas mehr Platz zwischen Rückwand und Seitenteil wäre nicht verkehrt gewesen
Klare Kaufempfehlung für kleine, leise, dezente Gehäuse.