Nicht nur für Gamer eine Empfehlung
Lieferumfang:
ASUS Strix Soar Soundkarte
Treiber auf CD
Quick Start Guide, Sicherheits-Info, Garantie-Info
S/PDIF Toslink-Adapter
Aufkleber "Eulenauge"
World-of-Warships Promo Code
Eines vorweg: Mir wurde die Strix Soar im Rahmen der Aktion "Produktchecker" von ASUS zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst jedoch in keiner Weise meine Meinung zur Soundkarte!
Welcher Gamer kennt es nicht... Man liegt auf dem Dach, das Scharfschützengewehr im Anschlag, und plötzlich steht der Gegner hinter einem. Die Flucht unmöglich, der Messer-Kill unausweichlich. Und warum? Weil man die leisen Schritte des Gegners nicht gehört hat.
Solche Schlamassel passieren Euch mit der Strix Soar von ASUS nicht mehr so schnell. Als Gaming-Soundkarte beworben, die euch einen akustischen Vorteil verschaffen will, hält diese Karte absolut, was sie verspricht.
Mit einem guten Headset war das Spielen von schnellen Shootern oder atmosphärischen Horrorgames schon ziemlich packend, doch sobald meine CPU an ihr Limit kam, war's mit dem tollen Sound meist schnell vorbei . Plötzlich fingen hohe Töne an zu fiepen, oder die Bässe knarzten etwas, da nicht mehr genug Rechenpower zur Verfügung stand. Und allgemein war der Onboard-Sound noch nie wirklich mein Ding, zumindest nicht, wenn es um Musik und Filme ging. Wenn ich auf dem Fernseher einen Film schaue, hämmern im Rücken die teuren Boxen. Das ist man nach einiger Zeit gewohnt. Wenn man sich dann allerdings zurückziehen und auf dem PC eine Runde Battlefield 4 zocken will, wünscht man sich irgendwie den Sound aus dem Wohnzimmer auf die Ohren. Hier zeigt die Soundkarte, was sie kann. Glasklare Höhen und gewaltige Bässe, die sämtliche Sounds klar voneinander abgrenzen. 7.1 Surround Sound, der das Zimmer beben lässt und Euch mitten ins Spiel befördert.
Selbst, wenn man nur sein Stereo-Headset benutzt, schafft es die Strix Soar mit der beiliegenden Software, dem Gamer ein Gefühl von "Ich stehe auf dem Schlachtfeld, und sitze nicht nur davor" zu vermitteln. Die Explosion einer einschlagenden Granate klingt nach einer Explosion, nicht nach einem platzenden Bläschen von Luftpolsterfolie. Die vorbeipfeifenden Querschläger pfeifen tatsächlich, und jaulen nicht nur neben dem Ohr herum. Die Karte deckt einen Frequenzbereich von 10Hz bis 48kHz bei max. 116dB Output ab, die mein Headset mit 16Hz bis 24kHz voll ausreizen. Man nimmt Töne wahr, die einem bis dato völlig verwehrt blieben. Hinzu kommt, dass Kopfhörer an einem 600-Ohm-Verstärker angeschlossen sind, was den Sound nochmals auf ein höheres Level hebt. Getestet wurde die Karte von mir mit verschiedenen Kopfhörern und Headsets, unter anderem mit:
Plantronics Gamecom 367
AKG K540
SOL Republic Trax HD
Sennheiser HD497
Haptisch hat mich die Karte sehr überrascht. Sie sieht schwerer aus, als sie ist, was nicht zuletzt an der schick gemachten, schwarz-grauen Verkleidung der Karte liegt. Und obwohl die Verkleidung nur aus Kunststoff ist, fühlt sie sich dennoch sehr Hochwertig an. Keine Verarbeitungsfehler, scharfe Kanten oder Bruchnasen. Optisch sticht im Betrieb die orange Beleuchtung der Karte ins Auge - im wahrsten Sinne des Wortes. Das Eulenauge wird von hinten mit einer orangen LED beleuchtet, was einen tollen Farbakzent im PC-Gehäuse setzt (wenn sie denn richtig rum im Gehäuse sitzt).
Den Strom zieht sich die Karte über einen 6-Pin Stecker, man sollte also sicherstellen, dass mindestens ein Stecker vom Netzteil frei ist. Zum Anschließen des Soundsystems gibt es mehrere Möglichkeiten. Lautsprecher (z.B. ein aktives 2.1-System) und Stereo-Headset können via Klinkenstecker angeschlossen werden, ein 7.1-System kann via Klinke oder sogar optisch mittels beiliegendem S/PDIF Toslink-Adapter angeschlossen werden. Die Buchsen sind auf der Karte deutlich beschriftet, dafür fallen die farblichen Buchsenränder weg.
Was mich zuerst stutzig machte, ist die Buchse "Box Link". Hier schaffte ein kurzer Blick in die Schnellstart-Anleitung Klarheit. Für den Besitzer einer Strix Soar ist diese Buchse uninteressant, da im Lieferumfang keine Box enthalten ist. Die Käufer einer Strix Raid Pro bzw. einer Strix Raid DLX erhalten mit der Karte zusammen eine Controller-Box, die auf dem Schreibtisch steht und unteranderem Zugriff auf Lautstärkeregelung und Soundprofile gibt. Hier werden auch direkt das Headset und die Lautsprecher angeschlossen, zwischen denen mit einem Druck auf das entsprechende Knöpfchen an der Box umgeschaltet werden kann. Dieser Controller liegt der Strix Soar nicht bei und ist auch nicht einzeln zu erwerben.
Von der Software, dem Strix Sonic Studio, bin ich etwas enttäuscht. Es gibt einige Übersetzungsfehler und ein paar wenige Punkte wurden gar nicht übersetzt. Für den Benutzer ohne Englischkenntnisse sind einige Einstellungen deshalb nur zu erraten. So intuitiv wie versprochen lässt sich der Sound meiner Meinung nach auch nicht anpassen. Es dauert etwas, bis man die jeweiligen Funktionen durchprobiert hat und mit den Einstellungen zufrieden ist. Sobald man sich mit den Reglern und Funktionen jedoch etwas vertraut gemacht hat, schafft man es nach kurzer Zeit, den Sound im Spiel seinen Wünschen nach zu gestalten. Hierzu werden Mittel wie ein Equalizer, BassBoost-Funktion und ein Kompressor zur Verfügung gestellt - wer sich hier etwas auskennt, weiß, wie sich Equalizer-Einstellungen auf den Sound auswirken können. Im Anschluss gibt die Reverb-Einstellung dem Klang den letzten Schliff, sie fügt einen leichten Hall hinzu, der nach Belieben in der Stärke/"Raumgröße" angepasst werden kann.
Hat man kein 7.1-System in Verwendung, so ist es mit der Software sogar möglich, einen 7.1-Sound zu emulieren. Dieser steht meiner Meinung nach einem echten Surround-System in nichts nach. Gerade mit einem Stereo-Headset hört man den Gegner schon lange, bevor man ihn sieht. Dies wird mit dem Sonic Radar Pro (ein erweitertes Plug-In der Software) noch mehr unterstützt. Es zeigt einem mittels InGame-Overlay genau an, aus welcher Richtung der Feind feuert. Dieser Punkt enttäuschte mich am Meisten. Die Idee ist absolut klasse, keine Frage, jedoch ist der Zugriff auf diese Funktion anfangs etwas tricky. Unter dem ausgegrauten "STRIX RAID Mode" mittig unten im Fenster ist eine Button-Fläche für Einstellungen, diese fehlt für das Radar. Stattdessen muss man auf den Schriftzug klicken, damit sich ein zweites Fenster mit den Einstellungen öffnet. Hier zeigt sich leider, dass der Programmierer die Texte nur durch einen mittelmäßigen Übersetzer gejagt hat.
"Bitte aktivieren Sonic Radar bevor Sie Ihren Video-Spiel , verwenden Sie die Tastenkombination zu verstecken / sichtbar machen , wenn das Radar Ihr Spiel spielen."
Das muss seitens ASUS definitiv nachgebessert werden.
Das Sonic Radar Pro funktioniert nur korrekt, wenn der Sound auf ein 7.1-System eingestellt wurde. Hierauf wird man beim ersten Aufrufen der Einstellungen hingewiesen. Über drei Reiter hat man Zugriff auf die Menüs. Das Radar lässt sich neu positionieren, außerdem lassen sich Größe und Transparenz vom Radar und vom Signal (welches mit dem Radar dargestellt wird) getrennt anpassen. Zusätzlich hat man die Möglichkeit, die voreingestellten Shortcuts/Tastenbefehle zur Steuerung des Radars zu ändern. 7 Tastenbefehle gibt es, um das Radar im Spiel anzupassen, ohne das Spiel verlassen zu müssen. Unter GameEQ kann man auswählen, welche Sounds vom Radar angezeigt und welche ignoriert werden sollen. So kann man sich z.B. nur die Schritte und Schüsse, oder aber nur Explosionen und Fahrzeuge anzeigen lassen.
Auch im Multimediabereich schlägt sich die Strix Soar hervorragend. Es gibt fertige Presets für Filme und Musik, die sich im Sonic Studio auswählen lassen und nachträglich angepasst werden können. Da ich selbst Musik am PC produziere, stelle ich dafür jedoch alle zusätzlichen Funktionen wie BassBoost, Reverb und Equalizer aus. Dabei zeigt die Karte meiner Meinung nach ihr bestes Potential. Die Bässe donnern immer noch, und die glasklaren Höhen kommen hierbei erst richtig zur Geltung. Auch im Bereich Filme und Musik braucht sich diese Karte also keineswegs verstecken. Dank des ASIO 2.0 Treibers und extrem niedriger Latenz eignet sie sich hervorragend, um Musik zu produzieren, dank der 8 Kanäle verwandelt sie den Raum in einen Kinosaal für Blockbuster am heimischen Rechner.
Ein Freund, er ebenfalls Musiker ist, nutzt eine externe Saffire Soundkarte. Diese bietet ein weiteres Spektrum an Einstellungsmöglichkeiten und noch klareren Sound, jedoch muss man hierfür auch wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Die Strix Soar bietet ein sehr gutes Gesamtpaket, welches ohne Extraverkabelung und Platz auf dem Schreibtisch auskommt, und das zu einem absolut fairen Preis. USB-Soundkarten, die einen 7.1-Sound emulieren, sind zwar wesentlich günstiger, können mit der Emulation der Strix Soar jedoch nicht mithalten. Die Ortung in Spielen ist schwierig und der Sound wird zudem sehr verfälscht. Dazu kommt, dass diese meist schlecht verarbeitet sind und zügig Defekte aufweisen.
Fazit:
Die ASUS Strix Soar ist eine gut verarbeitete Soundkarte, die ein ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis bietet. Platzsparend und leistungsstark in Games sowie bei Musik und Film, vermittelt sie sehr gut ein "Mittendrin, statt nur dabei". Auch wenn die Karte für Gamer gemacht ist, kann ich sie bedenkenlos für andere Aktivitäten empfehlen. Einen Stern Abzug wegen der Software, hier muss nachgebessert werden.