Verifizierter Kauf
Dem ROG Zenith Extreme kann ich leider nur zwei Sterne geben, die Gründe dafür werde ich jetzt erläutern:
Der Hauptpunkt ist der Support, bzw... eben nicht, denn es gibt so gut wie keinen Support!
Neue BIOS Versionen kommen mittlerweile gar nicht mehr, und die, die verfügbar sind, sind unstabil und fehlerbehaftet (es gibt hunderte Seiten an Beschwerdethreads im Asus, overclock.net und diversen anderen Foren). Mal funktioniert das RAID nicht, mal die Lüftersteuerung, mal bootet es gar nicht, je nach BIOS Version.
Die 10G-Netzwerkkarte hat leider ein Problem, wenn der Rechner neugestartet wird (und nicht ganz aus und anschließend wieder an), sodass die 10G-Netzwerkkarte sowohl unter Windows als auch unter Linux erst deaktiviert und anschließend wieder aktiviert werden muss.
Das weitaus größere Problem war dennoch die erste Ernüchterung nach dem Kauf:
Das Board ist sehr edel verpackt gewesen, Unmengen an Zubehör sind beigelegt.
Doch der Einbau der CPU gestaltete sich als überaus schwierig, denn die Schraube Nr. 1 am CPU Sockel ist etwa einen Millimeter zu kurz! Deswegen ist ein beängstigender Kraftakt nötig, um die CPU zu befestigen. Wenn die Schrauben erstmal greifen ist alles in Butter, doch vorher sind Kräfte nötig, die ich so bei keiner anderen CPU hatte (Nein, kein Anwenderfehler).
Nachdem Board und RAM eingebaut waren folgte die nächste Ernüchterung: Es bootet nicht!
An - Lüfter drehen hoch - 3 Sekunden später - Aus - kurze Pause - An - und so weiter.
Nach kurzer Rücksprache mit einem Bekannten kam raus: Die Bedienungsanleitung ist falsch!
Es ist extrem wichtig, in welchen Slots die Riegel sitzen.
Zudem gab es extreme Coldboot Probleme, was sich allerdings gebessert hat.
Was gar nicht geht: Die AMD Ryzen Master Software.
Wenn man bspw. von Gaming Modus in Creator Modus umschaltet, geht das Board oft in eine Bootschleife und kann nur über den Safe Boot Modus gerettet werden. Einmal hochlaufen lassen, ausschalten, dann passt es. Nervt!
Außerdem kann es beim Deaktivieren von Cores über die Ryzen Master Software passieren, dass das Board dann bei 4 Kernen festhängt und keine Änderungen zulässt. Hier muss dann über die Ryzen Master Software eine Rücksetzung initiiert werden, was dann auch meistens Erfolg hat.
Zusätzlich ist die mitgelieferte Software ein schlechter Witz. Die AiSuite ist eher kontraproduktiv und erfüllt keineswegs ihren Zweck.
Die Beleuchtung des Boards lässt sich seit Ende Dezember nicht mehr steuern, da die ASUS AURA Software nicht mit den Windows Updates zusammen funktioniert. Schade!
Das Board ist hardwaremäßig eigentlich ein Top Produkt, abgesehen vom Sockel.
Würden sich die Software- und BIOS Entwickler intensiv mit dem Produkt beschäftigen, wären alle sonstigen Makel behebbar.
Leider wurde gerade bei diesem Oberklasse Board von ASUS mit der Zeit (innerhalb weniger Monate nach Release!) der Support zurückgefahren, sodass als Fazit bleibt:
Nicht kaufen, ist sein Geld nicht wert!