Produkttester
Ich durfte die be quiet! Dark Perk Ergo im Rahmen der "Testers Keepers"-Aktion von mindfactory ausführlich testen und meine eigene Meinung in Form dieser Produktbewertung verfassen.
Es handelt sich hierbei um die Dark Perk Ergo, welche an die rechte Hand angepasst ist und somit nach rechts leicht abfällt. Dagegen gibt es noch eine Dark Perk Sym, die wiederum symmetrisch ist und auch für Linkshänder geeignet ist. Eine Dark Perk Ergo speziell für Linkshänder gibt es (bis jetzt noch) nicht.
Technische Daten
Die Maus zeichnet sich insbesondere durch ihr recht geringes Gewicht von 55 Gram und einen sehr präzisen PixArt PAW3950-Sensor aus. Hinzu kommen Omron-Switche, 5 Tasten und die Möglichkeit, die Maus kabellos zu nutzen.
Lieferumfang
Man bekommt neben der Maus noch ein orangefarben gesleevtes Kabel mit einer Länge von etwas mehr als 180 cm. Der Sleeve ist weich und lässt auch das eigentliche Kabel im Inneren erfühlen. Außerdem ist noch ein Satz Ersatz-Skates für die Maus dabei sowie der Funk-Dongle und ein USB-A/USB-C Adapter für den Dongle zur Vergrößerung bzw. Verbesserung der Reichweite.
Verarbeitung
Die Mausoberfläche ist aus leicht mattem, schwarz gefärbtem Kunststoff ohne strukturierte Oberfläche. Die Unterseite weist ein paar Ausschnitte im Kunststoff auf, um somit auch Gewicht einsparen zu können, da wir hier schließlich ein Mausgewicht (ohne Kabel) von nur 55 Gram haben. Die Maus fühlt sich sehr wertig an, die Tasten haben einen präzisen und spürbaren Druckpunkt, sitzen fest und wackeln nicht, was ich in dieser Preisklasse von 109,99 ¤ UVP, ehrlich gesagt, aber auch erwarten würde.
Design und Ergonomie
Das Design der Maus ist schlicht und beschränkt sich auf insgesamt 5 Tasten, wobei drei an der Oberseite sitzen (linkte und rechte Maustaste, sowie das Mausrad) und zwei an der linken Seite als Daumentasten verbaut sind. Das Mausrad ist gummiert und geriffelt und bietet einen gerasterten Drehlauf. Ansonsten finden sich auf der Unterseite der An-/Aus-Schiebeschalter, der DPI-Wechsel-Knopf, die weißen Glide-Skates sowie die Linse für den optischen PixArt-Sensor
Auf RGB-LED-Spielereien verzichtet be quiet! bei den Dark Perk Mäusen und verbaut lediglich eine ganz kleine LED an der Oberseite, die kurzzeitig Auskunft über die gewählte DPI-Auflösung gibt. Da die Adark Perk Ergo für Rechtshänder konzipiert ist, fällt die Oberseite nach rechts leicht schräg ab, was zu einer angenehmeren Ergonomie führt. Aufgrund dieser Form würde ich die Maus am ehesten im Palm-Grip nutzen.
Akku-/Batterielaufzeit
Be quiet! gibt die Maus mit einer Akkulaufzeit von bis zu 110 Stunden bei einer Abtastrate von 1000 Hz an, was ich jetzt auf Grund der kürze der Zeit noch nicht ganz austesten konnte, aber als realistischen Wert einschätze.
Im Kabelbetrieb wird die Maus automatisch geladen, was auch durch die dauerhaft blinkende LED optisch dargestellt wird. Da diese LED jedoch sehr klein ist und nicht blendet, ist diese Ladeanimation auch in keiner Weise störend.
Leider lässt sich der genaue Akkustand in % nicht in der Software einsehen. Auf die Software werde ich aber später noch näher eingehen.
Druckpunkt der Schalter
Der Druckpunkt der verbauten Omron-Schalter ist gut spürbar, das Klickgeräusch etwas gedämpfter als z.B. bei meiner NZXT Lift Elite, aber für meinen Geschmack ist der Auslösedruck etwas zu hoch. Das bedeutet, dass ich die Tasten etwas fester drücken muss, um den Schalter auszulösen. Ebenso der Klick mit dem Mausrad ist für meinen Geschmack etwas zu fest, aber vermutlich auch Gewöhnungssache.
Der Sensor
Verbaut ist ein PixArt PAW 3950-Sensor, der eine maximale Auflösung von 30.000 DPI bietet. Ich habe keine Ahnung, wer 30.000 DPI noch sinnvoll nutzen kann, aber ich zähle mich nicht dazu. Theoretisch liegt die Tracking-Geschwindigkeit des Sensors bei 750 IPS, allerdings macht be quiet! dazu keine Angaben. Lediglich die Beschleunigung wird mit bis zu 50 g angegeben. Ich schätze aber mal, dass die Tracking-Geschwindigkeit zwischen 650 und 750 IPS liegt, was ungefähr einer maximalen Geschwindigkeit von 60 km/h bis knapp 70 km/h entspricht, bei der die Maus noch trackt und weiß, wo sie grade ist.
Ansonsten reagiert der Sensor äußerst präzise, was sich nicht nur bei Shootern und anderen Games, sondern auch bei der digitalen Bildbearbeitung als äußerst vorteilhaft herausstellt. Einen Unterschied in der Genauigkeit des Sensors zu meiner NZXT Lift Elite Wireless mit dem PixArt PAW 3395-Sensor konnte ich nicht feststellen.
Zusammen mit den bereits verklebten Glide-Skates und einem vernünftigen Mauspad gleitet die Dark Perk Ergo sehr schnell und kontrolliert, ohne an Präzision zu verlieren.
Software
Man kann die Maus direkt out-of-the-box kabelgebunden oder auch kabellos nutzen, ohne eine zusätzliche Software installieren zu müssen. Dann ist man allerdings auf die 5 vordefinierten DPI-Stufen festgelegt, die bei 400, 800, 1.200, 2.000 und 30.000 DPI liegen. Für mich persönlich sind diese Stufen im normalen Gaming- und auch Office Einsatz entweder deutlich zu niedrig oder mit 30.000 DPI übertrieben hoch.
Mit der "IO Center"-Software von be quiet! lassen sich ein paar sinnvolle Einstellungen für die Dark Perk Ergo vornehmen, nachdem man zuvor das kleine Firmware-Update für die Maus abgeschlossen hat.
So lassen sich die 5 DPI-Presets mit eigenen DPI-Einstellungen (in 50 DPI-Schritten von 100 bis 30.000 DPI) belegen und auch deaktivieren. Das kann nützlich sein, wenn man z.B. nur zwei DPI-Presets benötigt und nicht aus 5 Presets wählen will, sondern direkt mit einem Tastendruck auf der Mausunterseite zwischen den beiden gesetzten DPI-Presets switchen will. Welche DPI-Stufe man grade gewählt hat, wird für ca. 3 Sekunden farblich mit Hilfe der kleinen unauffälligen LED an der Oberseite angezeigt.
Weitere Einstellungsmöglichkeiten sind z.B. die Anpassung der Polling Rate, eine Änderung der Sensorempfindlichkeit in 20 Stufen, Veränderung der Lift-Off-Distanz oder weitere Optimierungen, die die Mausbewegungen smoothen sollen.
Hinzu kommt noch eine Funktion zur Makroaufzeichnung und eine Neubelegung der Maustasten.
Ich persönlich hätte mir in der Software eine bessere Darstellung der Akkukapazität gewünscht, z.B. mit einer %-Anzeige und einer ungefähren Restlaufzeit. So bekommt man in der Software leider nur eine sehr ungenaue Akkustandanzeige mit ein paar Balken dargestellt, die keinen genauen Aufschluss auf die tatsächliche Kapazität des Akkus zulässt.
Haltbarkeit
Die Maus ist gut verarbeitet, hat einen sehr präzisen optischen Sensor und gute, wenn auch etwas zu feste, Druckpunkte der Tasten. Bisher, nach ca. 70 Stunden Betriebszeit, knarzt und knackt nichts an der Maus und die beiden großen Tasten sowie das Mausrad haben weiterhin keinerlei Spiel und sitzen so wie sie sollen. Der gesamte Mauskorpus ist auch sehr Verwindungssteif und lässt sich trotz seines sehr geringen Gewichts und der offenen Bauweise nicht eindrücken.
Zur langfristigen Haltbarkeit der Maus kann ich noch keine Angaben machen, da der Testzeitraum dafür bisher einfach zu kurz war.
Preis-/Leistungsverhältnis
Der Hersteller setzt die Maus mit einer UVP von 109,99 ¤ an, was für den Sensor, die sonstigen Komponenten der Maus und die Bauweise mittlerweile schon fast normal ist.
Man bekommt eine sehr gut verarbeitete solide Maus, die auf Schnick-Schnack verzichtet und sich auf das wesentliche konzentriert. Hätte man auf den aktuellen Flaggschiff-Sensor des Herstellers PixArt verzichtet und z.B. einen PixArt PAW3395 oder vergleichbares verbaut, wäre die maximale DPI und die Beschleunigung immer noch ausreichend hoch, aber der Verkaufspreis möglicherweise etwas geringer.
Ansonsten bietet die "IO Center"-Software noch genug Einstellungsmöglichkeiten um die Maus an die eigenen Wünsche anpassen und etwas besser machen zu können.
Der aktuelle Straßenpreis liegt etwas unterhalb der UVP und dürfte für meinen Geschmack aber noch etwas weiter sinken.