Produkttester
Den Arctic Extender VG Midi Tower weiß habe ich im Rahmen einer Testen, Bewerten, Behalten Aktion von Mindfactory auf Instagram gewonnen. Hier nun meine Erfahrungen mit dem Gehäuse.
Als Erstes sieht man selbstverständlich die Verpackung. Das Xtender kommt direkt im eigenen Karton und leider war der Klebestreifen, welcher die Unterseite zusammenhält, bei mir etwas schwach und ging beim Transport kaputt. Doch es ist nichts passiert. Beim Auspacken musste ich dann feststellen, dass das Styropor in dem das Case gehalten wird nicht stark genug ist, um das Gewicht zu halten. Es sind direkt Teile herausgebrochen und ich musste das Styro flicken. Was mir außerdem nicht so gut gefallen hat ist, dass die Seiten eigentlich nur den Karton als Schutz haben. Hier würde ich mir bei dem Preis zumindest auf der Seite mit dem Glaspanel etwas Polsterung erwarten.
Was mich sehr positiv überrascht hat, ist die Plastikbox, in der alles Zubehör sowie die Schrauben fein säuberlich verstaut sind. Leider flog diese einfach so im Karton rum, was aber vielleicht beim Transport passiert, und ich denke, sie hat sicher einen eigenen Platz gehabt.
Nun aber zum Case selbst, um das es ja geht. Als Erstes sticht natürlich die massive Glasfront ins Auge und Arctic hat hier nach langer Abstinenz vom Computergehäusemarkt die momentan angesagt Fischtank Bauweise als Model zum Wiedereinstieg gewählt. Die linke Glasplatte wird hinten von einer Rändelschraube gesichert und oben sind zwei Halterungen die einglipst werden sowie unten eingehängt und der Verschluss macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Hier klappert nichts und die Seite lässt sich problemlos öffnen und schließen. Etwas Sorgen macht mir die Haltbarkeit der Klickverschlüsse oben an der Scheibe. Ich habe ähnliche Systeme gesehen und diese kleinen Plastikclipser können bei zu häufiger Beanspruchung schon mal brechen. Aber das zeigt nur ein Langzeittest und ich hoffe Arctic hat hier ein wertiges Material verwendet. Alle Glasfronten sind natürlich mit einer Schutzfolie versehen.
Im Inneren sieht mal auch schon den Grund für den etwas hohen Preis. Arctic hat sich nicht lumpen lassen und gleich drei 140 mm Reverse am seitlichen Einlass und zwei normale 120 mm Lüfter am hinteren Auslass verbaut, alle in ARGB versteht sich. Dies führt zu einem schönen, einheitlichen Look. Außerdem ist ein Riserkabel mit Halterung zur vertikalen Montage für eure GPU vorinstalliert. Bei anderen Herstellern zahlt man für dieses Feature schon mal 60-70,- Euro extra.
Ein anderes schönes Feature finde ich die beleuchtete Glasplatte vor dem PSU Gehäuse, welche von einem darunter liegenden LED-Strip illuminiert wird.
Der Boden ist komplett geschlossen und die PSU ist standardmäßig unten untergebracht.
An der Oberseite hat man die Möglichkeit eine bis zu 420 mm große Wasserkühlung einzubauen, oder eben nur Lüfter. Hierfür gibt es eine Erweiterungsschiene, die sich zum Transport hinter dem Mainboard in den Kabelhalterungen versteckt.
Alle Einlässe sind mit feinen Meshfiltern versehen, um den Staub draußen zu halten. Zum Reinigen muss dazu die jeweilige Front entfernt werden und dann kann man das Mesh, das magnetisch befestigt ist, einfach abnehmen. Da sich die Filter nur auf der Oberseite und am rechten Panel befinden ist dies eine naheliegende Lösung, da hier Einschübe oder ähnliches dem cleanen Look abträglich gewesen wären.
Unter dem rechten Panel findet man erstmal den Zugang zum PSU und HDD-Fach am Boden. Zwei HDDs lassen sich auf Schlitten installieren und vier SSDs finden hier auch noch ihren Platz.
Arctic hat hier genügend Raum für Kabel gelassen und mit mehreren Befestigungen dafür gesorgt, dass man seine Kabel sauber verlegt bekommt. Etwas schade finde ich jedoch, dass die Lüfter jeweils zwei individuelle Kabel haben (Strom und ARG), welche erst am Schluss zusammengeschlossen werden können, um nur einen Steckplatz auf dem Mainboard zu belegen. Hier gibt es inzwischen deutlich elegantere Lösungen, mit denen man sich viel Kabelsalat erspart. Alle Kabel sind natürlich weiß sowie die Gummierungen an den Kabeldurchführungen. Gerade im Bereich der Mainboard-Stromversorgung hat Arctic für ausreichend Platz gesorgt, um den Hauptstrang sauber verlegen zu können.
Mutig finde ich den Ansatz, dass die PSU nicht direkt mit Frischluft versorgt wird. Der einzige Lufteinlass an der rechten Seite befindet sich hinter den drei 140 mm Lüftern und soll auch die etwas angehobene PSU versorgen. Mit 230 mm Breite geht dieser Lufteinlass über die gesamte Höhe des Gehäuses und sollte theoretisch ausreichen.
Fazit:
Arctic hat meiner Meinung nach mit dem Xtender einen gelungenen Wiedereinstieg in den PC-Gehäusemarkt hingelegt. Das Rad wurde nicht neu erfunden, aber alle Features, die man sich von einem Gehäuse mit zwei Glasfronten wünscht, sind von Anfang an dabei. Man muss keinen extra Lüfter kaufen oder ein Riserkabel, um seine Komponenten gut in Szene zu setzen. Wenn man ersten Testberichten Glauben schenken kann, ist auch die Kühlleistung für ein solches Layout sehr gut und muss sich vor den Premium Herstellern nicht verstecken. Aber das war ja auch immer die Kernkompetenz von Arctic und es wäre schon seltsam, wenn sie hier nicht abliefern würden.
Kritikpunkte sind eher jammern auf hohem Niveau. Die etwas sparsame Verpackung sollte in 99 % aller Transporte vollkommen ausreichen. Nur die Verkabelung der Lüfter macht einen veralteten Eindruck. Da hätte ich bei einem voll bestückten Gehäuse im gehobenen Sektor eine cleanere Lösung erwartet als je zwei Kabel pro Lüfter, die schon mal einen Teil des Kablemanagement Platzes aufbrauchen. Und wenn man ganz picky ist könnte man noch anmerken, dass das weiß der Lüfter nicht das Gleiche ist wie das des Gehäuses. Aber wenn das System im vollen RGB erstrahlt, sind solche Details irrelevant.
Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung. Es ist zwar teuer, aber es ist eben auch schon alles dabei, was man in so einem PC-Gehäuse braucht.