PC Luftstrom optimieren

für bessere Kühlung

Mensch und PC haben einiges gemeinsam. Die größte Ähnlichkeit besteht jedoch darin, dass bei zu hoher Hitze bei beiden gar nichts mehr geht. Ab einer bestimmten Temperatur können sowohl beim Lebewesen als auch beim Rechner Leistungseinbußen entstehen, im schlimmsten Fall sogar irreparable Schäden. In beiden Fällen rettet Abkühlung die Situation. Beim Computer funktioniert das größtenteils über angebrachte Lüfter, die  für einen optimalen PC-Luftstrom im Gehäuse sorgen und so die einzelnen Komponenten zuverlässig vor Überhitzung schützen. Doch wie können Sie für eine ideale Belüftung sorgen? Was gilt es bei der Organisation und Anordnung der Hardware zu beachten? Welcher Lüfter eignet sich am besten? Erfahren Sie mehr über die Optimierung des Luftstroms in Ihrem PC in unserem informativen Ratgeber!

Warum ist eine gute PC-Belüftung wichtig?

Wird es in Ihrem PC zu warm, sind Systemabstürze die Folge. Die Komponenten verlieren dann ihre Leistungsfähigkeit und selbst die einfachsten Anwendungen können nicht mehr ausgeführt werden. Im schlimmsten Fall nimmt ihre Hardware langfristigen Schaden und muss ersetzt werden. Eine ausgeklügelte PC-Lüftung ist also nicht nur für echte Profis empfehlenswert, sondern auch für Hobbynutzer. Denn: Vor allem im Sommer, wenn die allgemeine Umgebungstemperatur erhöht ist, steigt auch die reguläre Betriebstemperatur Ihres PCs an. Das heißt, dass auch ohne erhöhte Leistung eine größere Wärmeentwicklung stattfindet. Sie sind unzufrieden mit der Performance Ihres PCs, obwohl die eingebauten Komponenten für mehr ausgelegt sind? Grund dafür kann ein suboptimaler Luftstrom im Computer sein. Anzeichen dafür können unter anderem die Grundtemperaturen der jeweiligen Hardware liefern.

Welche Temperaturen sind in einem PC normal?

Jedes in Ihrem PC befindliche Bauteil besitzt eine Optimaltemperatur, auf der es die beste Leistung bringt. Dieser Wert kann hin und wieder leicht überschritten werden. Tritt eine häufige Überhitzung auf oder entsteht eine zu große Hitzeentwicklung, können die Komponenten Schaden nehmen. Doch welche Temperaturen sind für welches Bauteil normal?

Der Prozessor

Die Maximaltemperatur des Prozessors ist vom jeweiligen Modell und Hersteller abhängig. Generell können Sie jedoch folgende Werte als Anhaltspunkt nehmen. Bei nur geringer Auslastung, wenn der Prozessor nur wenig Leistung bringen muss, liegt die Temperatur meist zwischen 30 und 50 Grad Celsius. Rechenintensive Programme oder der Parallelbetrieb lassen die Wärme schnell auch einmal auf 95°C ansteigen, solche Werte können allerdings die Lebensdauer Ihrer CPU langfristig schädigen. Auch wenn die Maximaltemperatur typabhängig ist, sollte sie die 100°C nicht überschreiten.

Die Grafikkarte

Grafikkarten werden im 2D-Modus - zum Beispiel beim Ausführen von Office-Anwendungen - kaum gefordert und überhitzt. Meist besitzen sie eine Normaltemperatur von um die 40°C. Beim Genießen von hochwertigen und aufwendigen 3D-Programmen steigen die Leistung und die Temperatur. Auch bei der GPU ist die tolerierbare Höchsttemperatur abhängig vom Hersteller und dem Modell. Wird die 80-Grad-Marke jedoch regelmäßig überschritten, sollten Sie Ihren PC-Luftstrom optimieren.

Das Mainboard

Auch die Temperatur des Mainboards liegt während des normalen Gebrauchs ungefähr bei 40 Grad Celsius. Je nach Belastung erhöht sich die Wärme innerhalb des PCs. Auch ein Anstieg auf 50°C stellt noch keine Gefahr dar. Wärmer sollte das Motherboard jedoch nicht werden, da sonst eine Instabilität des Systems wahrscheinlich wird. 

Die Festplatte

Festplatten sind enorm anfällig gegenüber zu hohen oder zu niedrigen Temperaturen. Normal sind Werte um die 40°C. Wird die Speicherkarte viel wärmer als 50°C, sollten Sie unbedingt einen Festplattenkühler installieren. Werden zu hohe Temperaturen bei SSD und HDD ignoriert, gehen schlimmstenfalls alle darauf gespeicherten Daten verloren.

Tipp: Auch zu kalte Temperaturen können Ihrem PC schaden. Es kann sich Kondenswasser bilden, was die Bauteile beim Starten in Mitleidenschaft ziehen können. War Ihr Computer im kalten Auto oder ist die Raumtemperatur durch ein im Winter vergessenes offenes Fenster zu tief gesunken, sollten Sie ihrem Laptop oder PC eine Stunde Aufwärmzeit bei Raumtemperatur gönnen, bevor Sie ihn einschalten.

Wie sieht der optimale PC-Airflow aus?

Airflow im PC-Gehäuse

Das Grundprinzip des optimalen Lufstroms ist sehr einfach: Der Lüfter saugt kühlere Raumluft in das erhitzte Gehäuseinnere und stößt dabei gleichzeitig warme Luft aus dem Gehäuse. So werden die Hardware-Komponenten doppelt gekühlt - einmal durch den Luftstrom an sich und darüber hinaus noch durch die kühlere Luft, die die wärmere ersetzt.

Die korrekte Montage der Bauteile ist wesentlich für einen optimierten PC-Luftstrom. Sind sie falsch ausgerichtet, wird die Kühlleistung maßgeblich geschmälert. Schließlich können so nicht alle Bauteile zuverlässig mit frischer und kalter Luft versorgt werden und die gesamte Kühlung wird ineffizient. Tendenziell gilt: Die am Gehäuse befindlichen Befestigungen für die Lüfter sind gute Richtungsweiser. Die Ventilatoren müssen daran befestigt werden, jedoch sollten Sie auch darauf achten, dass die potenzielle Richtung des Luftstroms passt. Achten Sie deshalb darauf, dass der Airflow von vorn nach hinten und von unten nach oben stattfindet. So können Sie sichergehen, dass alle verbauten Komponenten gut gekühlt werden!

Wie finde ich den passenden Lüfter?

PCs werden immer leistungsstärker. Daraus resultiert auch immer noch mehr Wärme im Gehäuse. Schließlich besitzen besonders performante Komponenten starke Transistoren, die je nach elektrischer Spannung mehr oder weniger Wärme erzeugen. Aus diesem Grund wird es immer wichtiger, die Kühlung der einzelnen Komponenten und des Gehäuses zu beachten und gegebenenfalls zu optimieren. Stellen Sie fest, dass Ihre momentane Lüftung nicht mehr ausreicht, oder möchten Sie sich eigenständig einen PC bauen, gibt es einiges zu beachten. Erfahren Sie im Folgenden, wie Sie den perfekten Lüfter für Ihre Anforderungen finden und was es bei der Wahl zu beachten gibt.

Anzahl der Ventilatoren

Die Menge an Lüftern, mit der Sie Ihren PC kühlen können, hängt immer davon ab, wie viele Plätze das jeweilige Gehäuse bereithält. Passen Sie deshalb Ihre Auswahl darauf an, wie hoch die benötigte Kühlleistung ist.

Schnell oder langsam

Jeder Gehäuselüfter besitzt eine bestimmte Maximalgeschwindigkeit. Schnellere Ventilatoren können mehr Luft in weniger Zeit bewegen und sind deshalb erstrebenswert. Besonders praktisch: Ist das Mainboard kompatibel oder kommen die Lüfter mit einer App daher, können Sie die Schnelligkeit der Ventilatoren individuell anpassen.

Groß oder klein

Das Gehäuse gibt auch vor, wie groß die zu installierenden Lüfter sein dürfen. Die gängigen Maße sind 80 mm, 120 mm, 140 mm und 200 mm. Achten Sie also vor dem Lüfterkauf darauf, welche Einschränkungen Ihr Gehäuse vorschreibt. Gut zu wissen: Je größer der Durchmesser, desto leiser ist der Kühler. Schließlich müssen in der gleichen Zeit weniger Umdrehungen getätigt werden als bei einem kleinen Ventilator. Die umfangreicheren Rotorblätter können mit Leichtigkeit mehr Luftstrom erzeugen als kleinere.

Optische Besonderheiten

Sie möchten mit Ihrer Kühlvariante alle Blicke auf Ihren PC lenken? Entscheiden Sie sich für Lüfter mit LED-Lampen oder einer ansehnlichen RGB-Beleuchtung. Das lohnt sich besonders, wenn Sie ein Gehäuse im Auge haben, dass teilweise aus Glas besteht oder offen bleibt.

Hinweis: Die Temperatur im PC lässt sich nicht nur durch die Optimierung des Luftstroms senken - alternativ gibt es auch die Variante eine Wasserkühlung zu verbauen. Beide Kühlerarten haben spezifische Vor- und Nachteile, weshalb Sie sich vor dem Kauf Gedanken darüber machen sollten, welche Kühlung am besten zu Ihnen passt.

6 Tipps zur Optimierung des Luftstroms

Nun geht es ans Eingemachte! Das Finden der idealen Lüfter für Ihren PC ist eine Sache. Selbstverständlich ist es wichtig, hochwertige Kühler auszuwählen. Doch abgesehen davon hängt ein Großteil der Leistung Ihrer Lüfter davon ab, wie sie eingebaut und ausgerichtet sind. Wie planen Sie den PC-Luftstrom, sodass eine optimale Kühlung geboten wird? Alles Wichtige erfahren Sie im Folgenden!

1. Wählen Sie den richtigen Standort

Der Standort des Computers hat einen großen Einfluss auf die Wärmeentwicklung. Generell gilt, dass um den Tower möglichst freie Fläche liegen soll. Stellen Sie den Rechner also nicht direkt an die Wand, einen Schrank oder das Seitenteil vom Schreibtisch. Nutzen Sie ihn deswegen unter keinen Umständen, wenn er in einem Schrank steht! Auch die Heizung sollte - zumindest im Winter - ein gutes Stück entfernt sein. Sie haben eine Fußbodenheizung? Überlegen Sie, ob Sie den PC nicht lieber etwas höher lagern wollen. Oft unterschätzt, aber trotzdem ein großer Wärmefaktor: durchs Fenster eindringendes Sonnenlicht. Die Strahlen haben zu jeder Jahreszeit eine große Kraft und können für eine gar nicht mal so kleine Hitzeentwicklung sorgen.

2. Identifizieren Sie die heißen Zonen

In jedem Computer gibt es sie: Besonders heiße Zonen, die eine zusätzliche Kühlung gebrauchen können. Analysieren Sie die Komponenten Ihres PCs, die enorm warm werden und platzieren Sie die Lüfter passend dazu.

Beim Erstellen Ihres Kühlsystems sollten Sie außerdem den Kamineffekt mit einbeziehen. Dahinter steckt folgendes Prinzip: Warme Luft ist leichter als kalte Luft, weshalb sie nach oben steigt. Das heißt, dass warme Luft allein aus dem Gehäuse findet, indem sie einfach nur nach oben steigt. Deshalb ist es so wichtig, auch am Gehäusedeckel Luftlöcher vorzusehen. Achten Sie darauf, können Sie Ihren PC auch passiv kühlen, was sowohl Strom sparen kann als auch für eine geringere Betriebslautstärke sorgt.

3. Organisieren Sie Kabel und Hardware

Kabelmanagement ist das A und O beim eigenständigen Zusammenbauen eines PCs. Unsortierte und wild  herumhängende Kabel stellen nicht nur ein Hindernis für den PC-Luftstrom dar, sondern können auch beim Säubern oder Umbauen des PCs nerven und hinderlich sein. Das Praktische: Moderne PC-Gehäuse arrangieren durch Befestigungsmöglichkeiten und Kabelschächte ein konsequentes Kabelmanagement, ganz ohne viel Eigeninitiative.

Aber nicht nur Kabel, sondern auch zu große oder unpassend angeordnete Hardware kann den PC-Luftstrom stören! Achten Sie deshalb beim Zusammenbau der Komponenten auf eine platzsparende Vorgehensweise. Ideal ist zum Beispiel, die langen und flachen Bauteile - Festplatten, GPUs und Laufwerke - möglichst horizontal anzubringen. So bleibt viel Platz für Luft zum Kühlen! Selbstverständlich eignet es sich auch, von Anfang an auf sehr platzsparende Hardware zu setzen.

4. Bauen Sie den Lüfter richtig ein

Damit Ihr neuer Lüfter gut und zuverlässig arbeitet, muss er an der richtigen Stelle eingebaut werden. Hierbei können Sie sich an den vorhandenen Lüfterhalterungen des Gehäuses orientieren.

Ein Kühler hat zwei verschiedene Seiten. Eine ist offen, meist sehen Sie dort den Ventilator. Die andere Seite ist im Optimalfall durch ein Gitter geschützt. Am Boden und an der Front sollten die offenen Seiten nach außen zeigen, an der Decke und Rückseite des Gehäuses ist es besser, wenn der freie Teil nach innen, in das Gehäuse, zeigt. Auf diese Weise erzeugen Sie einen optimalen PC-Airflow, der für eine bestmögliche Kühlung sorgen kann. Eine falsche Montage führt hingegen im schlimmsten Fall zur Überhitzung des PCs.

5. Passen Sie den Luftdruck an

Es gibt drei unterschiedliche Arten des Luftdrucks, der in einem PC-Gehäuse entstehen kann: positiver, negativer und neutraler Luftdruck.

  • Positiver Luftdruck: Hierbei wird mehr Luft ins Gehäuse befördert, als die Lüfter heraus schleusen können. So wird zwar weniger gut gekühlt, doch die Staubmenge, die ins Gehäuse kommt, wird deutlich reduziert.
  • Negativer Luftdruck: Beim negativen Druck wird mehr Luft hinaus- als hineingeblasen. Die Kühlung ist stärker, aber auch mehr Staubpartikelchen finden in das Gehäuse.
  • Neutraler Luftdruck: Bei der neutralen Vorgehensweise wird ebenso viel Luft in das Gehäuse gepumpt, wie auf der anderen Seite wieder hinaus geht. Diese Methode ist beinahe unmöglich zu erreichen.

6. Kümmern Sie sich um den Feind Ihres PCs: Staub

Dass sich kleine Staubpartikel im Computer einfinden, ist beinahe unvermeidbar und auch nicht weiter schlimm, solange das Gehäuse und die Bauteile regelmäßig vorsichtig gereinigt werden. Wird der Dreck nicht hin und wieder beseitigt, wirkt es sich schnell auf die Kühlleistung der Lüfter aus. Der Luftstrom kommt nicht mehr ungehindert durch das Gehäuse und verstaubt alles noch zusätzlich.

Die Lösung bilden entweder spezielle Staubfilter oder eine vorsichtige Reinigung. Nutzen Sie dafür zuerst einen Staubsauger auf kleinster Stufe, um den gröbsten Schmutz zu beseitigen. Danach können Sie die Feinheiten mit einem speziellen Druckluftspray übernehmen.

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