Welches Netzteil brauche ich?

Finden Sie die passende Stromversorgung

Haben Sie schon einmal einen PC selbst zusammengestellt? Dann haben Sie sich bestimmt die Frage gestellt: Welches Netzteil brauche ich?

PSU existieren in unterschiedlich hohen Leistungsstufen. Doch welche ist für Ihr System ausreichend und was sollte beim Kauf beachtet werden. Wir liefern Ihnen einen Leitfaden, mit dem Sie das perfekte Netzteil für Ihren PC finden.

Wichtige Kriterien beim Netzteil-Kauf

Wenn Sie zum ersten Mal Ihren Computer aus einzelnen Komponenten selbst zusammenbauen, verbringen Sie viel Zeit mit der Recherche. Denn die Wahl der Grafikkarte oder die Größe des Arbeitsspeichers wollen wohlüberlegt sein. Doch wenn es um die Stromversorgung geht, neigen viele User zu Kompromissen: Sie entscheiden sich für ein möglichst billiges Modell, das gleichzeitig viel Watt liefert. Doch das kann fatale Folgen haben. Denn manche No-Name-Hersteller verzichten auf Schutzschaltungen, was im schlimmsten Fall bei einer Überlastung zum Totalschaden des gesamten PCs führen kann. Eine fundierte Entscheidung für ein Netzteil von guter Qualität in der richtigen Größe ist deshalb die Basis für ein langes Computerleben.

Die gewünschte Bauform

Bevor Sie die benötigte Leistung Ihrer PSU festlegen, müssen Sie zunächst die Frage nach der gewünschten Bauform beantworten. Der am meisten verbreitete Standard heißt ATX. Das Format kommt bei den meisten Desktop-Towern zum Einsatz.

Es gibt allerdings noch weitere Bauformen: Das TFX-Format ist für besonders flache Gehäuse geeignet, SFX dagegen für kleine Computer.

  Breite in mm Höhe in mm Tiefe in mm
ATX 150 84 140
SFX 125 63,5 100
TFX 85 65 175

Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Netzteil mit den gängigen Schutzfunktionen ausgestattet ist. Dazu gehören:

  • Überspannungsschutz (OVP)
  • Überhitzungsschutz (OTP)
  • Überlastschutz (OLP/OPP)
  • Schutz vor Stromspitzen (OCP)
  • Schutz vor Stromstößen (SIP)
  • Kurzschlussschutz (SCP)
  • Unterspannungsschutz (UVP)
Netzteil im PC-Gehäuse

Die benötigte Wattzahl

Um das Netzteil optimal zu dimensionieren, müssen Sie wissen, wie viel Watt Sie wirklich brauchen. Denn ein Netzteil mit zu viel Leistung, die gar nicht nötig ist, bringt keine Vorteile in der Performance und kostet viel Geld. Um festzustellen, wie viel Watt das Netzteil liefern muss, ist eine Auflistung der einzelnen Komponenten im PC hilfreich. Wer die Werte von CPU, GPU und Co. nicht kennt, findet Angaben zum Stromverbrauch auf den Webseiten der Hersteller. Außerdem gibt es freie Software, die die verbauten Komponenten erkennt und weitere Infos zu ihnen liefert.

PC-Komponenten

Die folgende Tabelle gibt einen groben Überblick mit durchschnittlichen Wattzahlen, die unter Volllast erreicht werden. In diesem Beispiel beträgt der Stromverbrauch aller Bestandteile des PCs insgesamt 364 Watt.

Ein 400-Watt-Netzteil würde also theoretisch ausreichen. Wer allerdings übertakten will, sollte unbedingt einen Puffer einplanen, da der Verbrauch von Prozessor und Grafikkarte dabei rasant ansteigen kann. Auch eine spätere Aufrüstung mit stromhungrigeren Komponenten beim Kauf eines neuen Netzteils einzubeziehen, ist sinnvoll. Dimensionieren Sie das Netzteil jedoch nicht zu groß, um zu vermeiden, dass die Leistung ungenutzt verloren geht.

PC-Komponenten Stromverbrauch
CPU ~ 95 Watt
RAM ~ 5 Watt
Festplatte ~ 10 Watt
Mainboard ~ 25 Watt
Grafikkarte ~ 200 Watt
SSD ~ 2 Watt
Blu-ray-Laufwerk ~ 7 Watt
Netzteil ~ 20 Watt

Der richtige Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad ist ein wichtiges Kriterium von modernen Netzteilen. Denn ein hoher Wirkungsgrad macht die PSU effizienter und senkt den Stromverbrauch. Dahinter steckt das Prinzip, dass ein Netzteil immer mehr Strom zieht, als die Verbraucher abnehmen. Das liegt daran, dass 230 Volt Wechselspannung aus der Steckdose zunächst in 350 Volt Gleichspannung und dann in Arbeitsspannungen von -12, -5, +3,3, +5 und +12 Volt umgewandelt werden müssen. Dabei geht Energie in Form von Wärme verloren. Ein schlechter Wirkungsgrad sorgt für viel heiße Luft im System und eine hohe Energierechnung. Es ist deshalb empfehlenswert, ein energieeffizientes Netzteil zu kaufen.

Die nordamerikanische Initiative "80 Plus" gibt mit ihren Zertifikaten eine gute Hilfestellung. Nur Netzteile, die einen Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent erreichen, erhalten eines der begehrten Embleme. Inzwischen bildet 80 Plus die unterste Stufe der Zertifizierung. Der modernste Standard 80 Plus Titanium erreicht bereits einen Wirkungsgrad von 96 Prozent bei halber Auslastung, wie die folgende Tabelle zeigt.

Je höher der Wirkungsgrad, desto besser - doch die finanzielle Seite darf nicht unbeachtet bleiben. Denn mit 80 Plus Titanium zertifizierte Netzteile sind entsprechend teuer und die Anschaffung rechnet sich auch bei langjähriger Nutzung nicht immer. 80 Plus Gold ist jedoch ein guter Mittelweg: Wer in ein solches besonders energieeffizientes Netzteil investiert, muss keine Angst vor der nächsten Stromrechnung haben. Ein geringerer Stromverbrauch schont die Umwelt und den eigenen Geldbeutel - doppelt Grund zur Freude!  

  Mindestwirkungsgrad bei
  20 % Last 50 % Last 100 % Last
80 Plus 82 % 85 % 82 %
80 Plus Bronze 85 % 88 % 85 %
80 Plus Silver 87 % 90 % 87 %
80 Plus Gold 90 % 92 % 89 %
80 Plus Platinum 92 % 94 % 90 %
80 Plus Titanium 94 % 96 % 94 %
80 Plus Siegel

Die passenden Anschlüsse

Der 24-Pin-Stecker zur Verbindung mit dem Mainboard ist obligatorisch. Viele Hersteller teilen ihn in zwei Stecker mit 20-Pin und 4-Pin auf. Die CPU wird mit einem 8-Pin-Anschluss oder zwei 4-Pin-Anschlüssen mit Strom versorgt. Leistungsstarke Grafikkarten benötigen meist so viel Watt, dass ein eigener Anschluss mit zwei 8-Pin-Steckern oder einem 8-Pin- und einem 6-Pin-Anschluss notwendig ist. Optische Laufwerke und Festplatten sind über 15-Pin-SATA-Anschlüsse verbunden - hier zählt die erforderliche Anzahl der Steckplätze! Der unter dem Namen Molex bekannte 4-Pin-ATA-Stecker kommt bei einigen Usern für die Lüftersteuerung zum Einsatz, ist jedoch nicht immer Standard bei den Netzteil-Anschlüssen.

  • Mainboard
  • Prozessor / CPU
  • Grafikkarte
  • Optische Laufwerke und Festplatten
  • Lüftersteuerung (optional)

Das Netzteil versorgt den gesamten Rechner mit Strom, doch jedes einzelne Bauteil will mit dem passenden Anschluss verbunden sein. Achten Sie deshalb vor dem Kauf eines Netzteiles unbedingt darauf, ob alle benötigten Steckplätze verfügbar sind. Sollten Sie erst im Nachhinein feststellen, dass die PSU nicht alle Steckplätze besitzt, können Sie sich oft noch mit einem Adapter behelfen, um beispielsweise PCI-Express nachzurüsten.

Die Modularität des Netzteils

Ein modulares Netzteil zeichnet sich durch ein attraktives Kabelmanagement aus und hat dadurch viele Vorteile: Es gibt keinen festen Kabelstrang mehr, der sich aus dem Netzteil schlängelt und im Gehäuse viel Platz beansprucht. Dadurch sieht alles nicht nur aufgeräumter aus, sondern wirkt sich auch positiv auf die Kühlung aus. Herumliegende Kabel verschlechtern die Luftzirkulation im Gehäuse, was im schlimmsten Fall zu einem Hitzestau führt. Ein durchdachtes Kabelmanagement verhindert genau das und sorgt für eine effektive Lüftung und Kühlung.

Teil-modulare Netzteile verfügen über teilweise abnehmbare Anschlüsse - was nicht benötigt wird, bleibt einfach in der Verpackung. Vollmodulare Kabelstränge sind komplett abnehmbar und können auch ganz aus dem Netzteil entfernt werden. In engen Gehäusen ist es sehr praktisch, dass das modulare Netzteil zunächst verschraubt werden und die Verbindung der Anschlüsse erst anschließend erfolgen kann. Der kleine Aufpreis im Vergleich zum Netzteil mit fest verbundenen Kabeln lohnt sich!

PSU-Kabel
PSU-Anschlüsse

Netzteil ganz einfach konfigurieren

Bei der Auswahl des passenden Netzteils, hilft Ihnen der Netzteil-Kalkulator von Mindfactory. Hier geben Sie Hersteller, Sockel und Modell der CPU sowie Anzahl, Hersteller und Modell der Grafikkarte(n) als auch Daten zu Ihrer PC-Kühlung an. Außerdem ist die Anzahl von S-ATA, P-ATA und RAM im System wichtig. Wenn Sie alles eingetragen haben, klicken Sie auf den Button "ermitteln", um Vorschläge für Netzteile zu erhalten, die genau zu Ihrem Rechner passen.

Netzteil-Kalkulator von be quiet!

Netzteile für Multimedia-PCs und High-End-Gaming

Wer sich nun fragt, welches Netzteil am besten für den eigenen PC geeignet ist, findet hier eine Auswahl von empfehlenswerten PSUs der besten Hersteller wie be quiet!, Corsair, Cooler Master, Seasonic und Inter-Tech.

  Watt Hersteller Modell Zertifizierung
Office 300 be quiet! be quiet! SFX Power 2 Non-Modular 80 Plus Bronze
Multimedia 400 be quiet! be quiet! Pure Power 11 Non-Modular 80 Plus Gold
Gaming 520 Seasonic Seasonic S12II Bronze Non-Modular 80 Plus Bronze
High-End-Gaming 600 Corsair Corsair SF Series SF600 Modular 80 Plus Gold
Hochleistungs-PC 800 Inter-Tech be quiet! Dark Power Pro 11 Modular 80 Plus Silver
300 Watt be quiet! SFX Power 2

Artikelnummer: 8578533

400 Watt be quiet! Pure Power 11 Non-Modular

Artikelnummer: 8893032

520 Watt Seasonic
S12II

Artikelnummer: 41763

600 Watt Corsair SF Series SF600

Artikelnummer: 66476

850 Watt be quiet! Dark Power Pro 11 Modular

Artikelnummer: 8626403

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Mit der Kombination aus AMD Ryzen™ Prozessoren, AMD Radeon™ Grafikkarten und passenden Mainboards erschaffen Sie die ultimative Gaming Plattform. Egal ob Mainboard, Grafikkarte oder Netzwerklösungen: Für ASRock gibt es keine Limits. Seien Sie perfekt gerüstet für Ihre virtuellen Kämpfe. be quiet! ist ein Premium-Markenhersteller von Netzteilen, Gehäusen und Kühlungsprodukten für Desktop-PCs. Die innovativen Designs und die hohe Güte der gesamten Produktpalette trägt wesentlich dazu bei, dass der Name CORSAIR nicht nur bei Gamern beliebt ist. KFA2 steht vor allem für Leistung! Und darin sind die Grafikkarten von KFA2 unübertroffen, vor allem wenn es darum geht die Wahrnehmung des Spiels zu verbessern und zu einem unübertroffenen Erlebnis beizutragen. MSI hat sich Gaming auf die Fahnen geschrieben und zeigt dies mit einer Vielzahl an Innovationen, ausgeklügelten Designs und dem Streben nach Perfektion. Western Digital ist seit langem führend bei bahnbrechenden Innovationen. Von der Erfindung der ersten Festplatte bis zu den jüngsten Fortschritten in 3D NAND.